wandagreen fragte am 15.09.2017 | Lesegewohnheiten

Autorenpräsenz bei den Leserunden - ja - nein.

Hi! Weil ich mich gerade darüber unterhalten habe, wollte ich mal wissen, wie ihr dazu steht, wenn Autorin herself oder Autor himself bei (s)einer Leserunde mit dabei ist. Seht ihr das positiv oder habt ihr eine kritische Haltung dazu - und wie sind eure Erfahrungen mit der Anwesenheit der Autorin oder des Autors.

 

 

Kommentare

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piper1981 kommentierte am 15. September 2017 um 11:17

Ich hab  bei  den  Büchereulen schon  oft bei  LR  mit  Autorenbegleitung teilgenommen und  hatte  daran  meist  mehr  Spaß  als an  den  Runden ohne  Autor. Man  kann  erfahren  was  der  Autor  sich  bei  seiner  Geschichte und den  Figuren so  gedacht  hat.

Bei  Kritik  hat  jeder  anders  reagiert, aber  wenn man  da  auf  seine  Formulierungen achtet,  konnten die  Meisten  doch  ganz  gut damit  umgehen.

Insbesondere  ist  mir da zB Jane  Christo im  Gedächtnis  geblieben (LR Act  of  passion  und  Act  of  Love) . Kritik  von  mir  nett  formuliert,  sie  hat  ihre  Gründe genannt,  wieso sie  es  so hat  geschehen  lassen  und  dann  war  alles  gut.

Giselle74 kommentierte am 15. September 2017 um 11:26

Das hängt vom Autor ab, denke ich. Davon, wie er damit umgeht, wenn man das Buch nicht in allen Bereichen gelungen findet, ob er die Meinungen der Leser ernst nimmt oder sich aufs hohe Ross setzt.

Ich habe erst eine Leserunde mit Autor erlebt, das war hier, ganz am Anfang. Eine Krimiautorin, die Leuten, die gegenteiliger Meinung waren oder gar das Buch nicht mochten, ziemlich unfreundlich über den Mund gefahren ist.

Aber Menschen sind ja erfreulicherweise unterschiedlich und mit anderen Autoren kann so eine Leserunde bestimmt sehr spannend sein.

katzenminze kommentierte am 15. September 2017 um 11:26

Ich habe hier - soweit ich mich erinnere - an drei LR teilgenommen, an denen der Autor beteiligt war. Das war jeweils sehr schön! Ich erinnere mich an eine Stelle, die von uns Lesern eher als unrealistisch empfunden wurde, wo der Autor aber sagte, er habe es extra ausprobiert. Teilweise gab es gar nicht so viel zu fragen, aber die Autoren sind mit Kritik (und die gab es auch) sehr freundlich und reflektiert umgegangen. Bei einigen LR Büchern war ich aber unglaublich froh, dass kein Autor dabei war. Beispielweise bei einem unglaublich schlechten Kunstkrimi, der einfach niemanden gefallen hat und den wir nur der Gruppe wegen überhaupt zu ende lasen...

marsupij kommentierte am 16. September 2017 um 18:27

hihi, ja, bei dem Krimi war ich auch dabei, der war wirklich grottenschlecht, aber unsere Runde war witzig

MrsFraser kommentierte am 15. September 2017 um 11:45

Das kommt natürlich sehr auf das Buch an. Wenn das Buch gut ist, ist die Beteiligung des Autors eine Bereicherung für beide Seiten. Aber bei einem schlechten Buch hätte ich dann etwas Hemmungen, meine ehrliche Meinung zu schreiben und für den Autor wird es auch schwer. Bei der hiesigen Leserunde von Mondprinzessin sollte damals eigentlich die Autorin mit dabei sein, die hat sich aber nie gemeldet, ich vermute, weil die Reaktionen auf ihr Buch eher negativ waren. Damit hat sie sich aber zusätzlich noch schlecht verkauft, sie hätte ja auch ihr Buch verteidigen können.

Auf LB habe ich aber bei Leserunden mit beteiligten Autoren bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Mit einer Autorin, deren Buch ich leider auch total schlecht fand (vor allem schlecht korrigiert und lektoriert), habe ich mich auch noch zusätzlich privat ausgetauscht und ihr Fehlerlisten zukommen lassen. Sie hat die Kritik angenommen und war selbst nicht wirklich zufrieden mit dem Buch. Da war sie glaub ich schon ein wenig dankbar, dass ich mich trotzdem so ausführlich damit auseinandergesetzt habe.

Weltenträumerin kommentierte am 15. September 2017 um 12:02

Ich mag es eigentlich immer ganz gerne, einen Einblick in die Arbeit von Autor*innen zu erhalten und generell den Austauch mit ihnen. Allerdings muss ich zugeben, dass die Hemmschwelle bei negativer Kritik doch etwas höher ist, weil es einem schon irgendwie leid tut, das Werk zu kritisieren, wenn man direkt damit konfrontiert wird, wie viel Herzblut darin steckt. Dennoch würde ich ein Buch deswegen nicht positiver bewerten, und wie schon gesagt wurde, wenn man die Kritik freundlich formuliert, habe ich bisher auch nur die Erfahrung gemacht, dass die Autor*innen das akzeptiert haben.

Galladan kommentierte am 15. September 2017 um 12:39

Da habe ich ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Es gibt Autoren die ueberhaupt nicht mit Kritik umgehen koennen, aber auch welche die draus lernen. Wenn es nur wenig an einem Buch zu bekriteln gibt oder gar nichts hat man natuerlich eine lustige LR. Weniger witzig wird es, wenn der Autor jemand ist, der voellig ueberzeugt von seinem Werk ist und Kritik generell als unsachlich abqualifiziert. Ich habe mich schon auf Buecher nicht beworben, wenn ich im Vorfeld merkte, dass der Autor schon in der Bewerbungsphase zu aktiv gewesen ist. 

Neulich hat mir ein Autor sogar den Spass am Buch komplett genommen. Ich schreibe keine Zusammenfassungen sondern manchmal auch was ich denke wo die Reise hingehen koennte. Leider wurde das vom Autor so aufgefasst, dass er mir darauf antworten sollte und damit blieb schon im ersten Drittel des Buchs nur eine Option offen. Fand ich schade. Ich habe das dem Autor dann auch gesagt und das der Klappentext fast schon das Ende verraet, worauf mir aber nicht geantwortet wurde. Eine Autorin hatte den Klappentextfehler ebenfalls, hat aber ganz anders drauf reagiert. Ihr Buch ist vom Verlag in 2 Baende geteilt worden und sie hat uebersehen den Klappentext entsprechend anzupassen. 

aimée kommentierte am 16. September 2017 um 20:48

"Weniger witzig wird es, wenn der Autor jemand ist, der voellig ueberzeugt von seinem Werk ist und Kritik generell als unsachlich abqualifiziert."

Oh, ja, die Erfahrung hab ich auch schon gemacht - ich befürchte sogar, dass ich das Buch gar nicht mal so schlecht gefunden hätte, wenn mir der Autor mit seinen ständigen Erklärungen und Rechtfertigungen nicht so auf den Sack gegangen wär! 

Habe auch wirklich witzige Leserunden mit Autorenbegleitung gehabt, bin seither aber auch eher etwas skeptisch - und tendiere wohl auch dazu, diese Bücher dann nicht ganz so "objektiv" zu beurteilen...

Ira kommentierte am 18. September 2017 um 17:23

Das kenne ich auch. Eigentlich mag ich Runden mit Autorenbegleitung sehr gerne, aber es gab auch schon welche, wo die Autorinnen jeweils, in meinen Fällen, auf den leisesten Hauch von Kritik so giftig reagiert haben, dass sich in einem Fall dann sogar mal der Verleger bei mir entschuldigt hat. Da ich aus naheliegenden Gründen wirklich sehr darauf achte, Kritik vorsichtig und konstruktiv zu äußern, haben mich solche Reaktionen schon geschockt. Andererseits habe ich auch viele Leserrunden mit Autorenbegleitung erlebt, wo deren Anwesenheit eine echte Bereicherung war.

mesu kommentierte am 15. September 2017 um 12:44

Ich finde auch, das ein Autor die Leserunde bereichern kann. Vor allem wenn man ihm Fragen zu der Geschichte stellen kann, man erfährt so einiges über seine Gedanken beim Schreiben.

Negative Kritik zu äußern, klar ist das schwierig,  aber wie schon von euch gesagt, nett rübergebracht und der Autor nimmt sie gern an.

Ich finde es auch toll, wenn der Autor dann positives Feedback auf die Rezi und die vom Leser eingebrachten Eindrücke des Buches schreibt. Da fühlt man sich als begeisterter Buchleser doch

richtig gut, oder? ;-)

 

gaby2707 kommentierte am 15. September 2017 um 12:50

Ich nehme sehr gerne an Leserunden mit Autorenbegleitung teil. Und bis auf eine Ausnahme waren es bisher alles gelungene Leserunden. Bei der Ausnahme handelte es sich um einen Autor, bei dem wir uns alle, bis auf 2 Teilnehmerinnen, einig waren, dass das Buch einfach nur grottig war, hielten uns mit unseren negativen Aussagen auch nicht zurück. Wir bekamen von ihm daraufhin jede eine PN, in der wir aufgefordert wurden, uns doch bitte mit unseren Urteilen zurück zu halten. 3 haben daraufhin die Leserunde abgebrochen und nach weiteren negativen Kommentaren war auch vom Autor nichts mehr zu lesen. 

Bei allen anderen Leserunden hatten sowohl wir als Leser, als auch der/die Autor/in unseren Spaß. Was mir dabei am meisten gefällt ist, dass ich viele Hintergründe erfahre oder Infos bekomme, die ich sonst nie haben würde.

LySch kommentierte am 15. September 2017 um 14:45

Ich hab bisher an keiner Leserunde mit Autor teilgenommen, aber ich stelle es mir ehrlich gesagt etwas seltsam vor und würde sagen: lieber nicht!

Ich hätte immer das Gefühl, irgendwem Honig ums Maul schmieren zu müssen und immer genau aufpassen zu müssen, was ich sage und wie ichs sage. Denn wohlformulierte Kritik kann trotzdem in den falschen Hals kommen oder anders aufgefasst werden...

Da fände ich es besser, wenn die Leserunde ohne Autor stattfindet und er sich dann z.B. im Anschluss an die Runde für einen Tag den Leserfragen zur Verfügung stellt oder sowas...

Lilli33 kommentierte am 15. September 2017 um 15:21

Ich hätte immer das Gefühl, irgendwem Honig ums Maul schmieren zu müssen und immer genau aufpassen zu müssen, was ich sage und wie ichs sage. Denn wohlformulierte Kritik kann trotzdem in den falschen Hals kommen oder anders aufgefasst werden...

Wenn da jemand etwas in den falschen Hals bekommt, kann man ja gleich darüber sprechen und Missverständnisse ausräumen. Ich sehe das eher als Vorteil :-)

LySch kommentierte am 15. September 2017 um 17:14

Natürlich kann man das :) Und es gibt sicherlich auch viele viele nette Autoren!

Aber ich persönlich würde mich einfach irgendwie unwohl fühlen - beobachtet und unterschwellig bedrängt, etwas Nettes sagen zu "müssen"... Kommunikation mit dem Autor ist wichtig, keine Frage. Aber wenn mir ein Buch nicht gefällt und das dem Autor nicht passt - hm, schwierig. Da bringen auch die besten Argumente und die höflichste Konversation nichts, denn dann kann weder ich den Autor überzeugen, noch er mich ;) Von demher sehe ich das ein wenig kritisch...

Lilli33 kommentierte am 15. September 2017 um 15:19

Ich mag Leserunden mit Autor sehr gerne. Man erfährt einfach vieles, was sonst verborgen bleiben würde. Ich finde es auch immer sehr interessant, den Menschen hinter einer Geschichte kennenzulernen.

In unzähligen LR mit Autor habe ich immer nur positive Erfahrungen gemacht. Kritik wurde immer gut aufgenommen.

Galladan kommentierte am 15. September 2017 um 15:26

Eines der Probleme die LR mit Autor aufwerfen ist, dass man eben mehr erfährt, oft schon innerhalb der LR als das Buch hergibt. Gerade bei LR mit Autor frage ich mich bei mancher Rezi ob ich das gleiche Buch gelesen habe wenn ich es nicht in der LR gelesen habe.

Ich merke aber auch, dass die Erwartungen von LR Teilnehmern sehr unterschiedlich sind und Bücher die Preise bekommen haben werden viel gnädiger beurteilt als Andere. Da kannste auch Hurz schreiben und irgendjemand interpretiert da noch was sinnvolles rein.

gesil kommentierte am 15. September 2017 um 16:11

Eines der Probleme die LR mit Autor aufwerfen ist, dass man eben mehr erfährt, oft schon innerhalb der LR als das Buch hergibt. 

So etwas ähnliches hab ich auch schon gedacht: Wenn man etwas zum Buch in einer Leserunde fragt o. ä. und der Autor erklärt das dann, dann überleg ich mir "Toll, dass er/sie das uns nun erzählt. Ich würde das aber gern aus der Lektüre erfahren/erkennen..."

wandagreen kommentierte am 15. September 2017 um 16:24

Wenn man aus dem Buch selber nicht erkennen kann, was gemeint ist (es gibt einen Interpretationsspielraum selbstredend), dann ist es kein ! gutes Buch.

gesil kommentierte am 16. September 2017 um 08:48

Da stimme ich dir vollkommen zu, wanda, hab ich so aber auch schon in einer LR mit Autorenbegleitung erlebt.

Lilli33 kommentierte am 15. September 2017 um 16:32

Ich dachte eher daran, dass der Autor etwas zu den Hintergründen erzählen kann, zur Recherche, zu historischen Ereignissen, zu seinen Beweggründen, gerade über dieses Thema zu schreiben usw.

Dass er die Handlung nicht erklären müssen soll, versteht sich von selbst.

Saphierra kommentierte am 15. September 2017 um 15:34

Ich habe schon einige Leserunden mit Autoren gemacht und ich hatte bis jetzt immer viel Spaß. Auch wenn mir ein Buch nicht gefallen hat, war der Autor/ die Autorin zwar nicht so begeistert, hat es aber akzeptiert. Ich habe dabei versucht immer zu argumentieren und Beispiele zu nennen, was mir eben nicht so gut gefällt und warum und was ich mir da gewünscht hätte.

Andere wiederum haben es auch aus dem Grund gemacht, um ihrem Buch vor der Veröffentlichung oder bei der zweiten Auflage noch einen Feinschliff zu geben.

Da ich meist bei Selfpublishern mitmache oder mich bewerbe, ist da der Umgangston auch einfach ein ganz anderer. Da sind sie meist über jede Kritik oder Lob froh, damit sie wissen wo sie sich noch verbessern können :)

Davon abgesehen, finde ich es immer wieder spannend, mit den Autoren darüber zu diskutieren und zu sehen, ob man das empfindet, was sie wollten oder ob man es doch anders sieht.

kommentierte am 15. September 2017 um 16:22

Ich habe in all den LR mit Autorenbegleitung erst eine negative Erfahrung gemacht. Somit ist es für mich positiv LR mit Autorenbegleitung zu machen. Ich denke, das kann bereichernd für beide Seiten sein.Als Leser versteht man, was sich der Autor gedacht hat beim schreiben des Buches und der Autor sieht 1:1 wie seine Idee ankommt. Wenn beide (!) Seiten in einem sachlichen und angemessenen Ton sich austauschen ist das genial !

wandagreen kommentierte am 15. September 2017 um 16:23

Tscha, da bin ich bisher wohl die einzige, die diese überhaupt nicht verknusen kann, aber ich habe schon so viele, richtig ätzende Erfahrungen mit Autoren gemacht! Meinetwegen können die bleiben, wo der Pfeffer wächst. Ich möchte auch gar nicht in eine Fragerolle geraten, ich habe nix zu fragen, sondern bin DER Kritiker.

Es gibt natürlich auch nette und zurückhaltende Autoren, der letzte, mit dem ich zu tun hatte, war Jens Steiner, der mit seinen Lesern Der Hoffnungsträger gelesen hat. Aber auch da, als ich auf eine wiederkehrende Formel hinwies (und dies in einer PN, durch Erfahrung klug geworden) reagierte er auch ein wenig gereizt.

Und ich kann sie verstehen die Herren und Frauen Autoren: dass sie gerne Lob hören möchten - und es gibt ja auch gelegentlich welches. Nur: ich sehe mich eher in der Nachfolge von Marcel Reich-Ranicki (dem ich natürlich nicht das Wasser reichen kann, so belesen wie MRR gewesen ist in den Klassikern, um nicht falsch verstanden zu werden), denn als Groupie oder eines Lesers, der Samthandschuhe anziehen muss. Also meinetwegen: bitte bleibt zuhause!

Lilli33 kommentierte am 15. September 2017 um 16:36

ich habe schon so viele, richtig ätzende Erfahrungen mit Autoren gemacht! Meinetwegen können die bleiben, wo der Pfeffer wächst.

Vielleicht liegt es ja am Umgangston? *duw*

wandagreen kommentierte am 15. September 2017 um 16:38

Vielleicht auch nicht!

LySch kommentierte am 15. September 2017 um 16:43

Ich kann keine direkten Erfahrungen aufweisen, aber soo toll, wie die andern diese Leserunden finden, stell ich mir das ehrlich gesagt nicht vor! :-/ Ich wäre da auch eher kritisch und ich hab ebenso wenig wie du Lust, auf alles Mögliche Rücksicht zu nehmen, was eventuell verletzen könnte... Mir ist schon klar, dass man auf keinen Fall gemein/ ausfallend werden sollte (aber so ein Mensch bin ich grundsätzlich nicht - Kritik wird immer wohlüberlegt verpackt!), aaaaber so "unter Beobachtung" der Autoren zu lesen würde mich einfach nervös machen. Das ist, wie wenn eine gute Freundin mir ihre Seminararbeit zum Korrigieren gibt und dann die ganze Zeit daneben steht, über die Schulter schaut und immer: "Und? Und? Wie findest du es?!" fragen würde...

Arbutus kommentierte am 16. September 2017 um 00:09

Du sprichst mir aus der Seele, Ly : )

kommentierte am 15. September 2017 um 17:33

Ach Wandalein...wenn die dort sind wo der Pfeffer wächst....gibt es ja keine Bücher mehr :)Willst du, dass wir verhungern,wir Bücherfresser ?

wandagreen kommentierte am 15. September 2017 um 18:19

Hm, wir müssten sie dann von Israel importieren ... im digitalen Zeitalter aber kein allzu großes Problem. Schön warm ist es da auch.

kommentierte am 16. September 2017 um 10:45

Haach ja..am liebsten gleich auch die Sonnenstrahlen...uns ein wenig Sand...und ...und...träum...

La Tina kommentierte am 15. September 2017 um 17:11

Größtenteils waren meine Erfahrungen positiv, wenn Autoren sich an einer LR beteiligten. Nur wenige Male konnten die Personen nicht mit (konstruktiver) Kritik umgehen.

Garten_Fee_1958 kommentierte am 15. September 2017 um 20:47

Ich habe bereits an einigen Leserunden mit Autorenbegleitung teilgenommen und fand sie alle durchweg positiv, es gab nur eine Ausnahme...aber ich denke, das ist auch völlig normal. Ich meine, dass eine Leserunde mit Autorenbegleitung für beiden Seiten positive Aspekte hat, man erährt mehr über die Hintergründe, kann konstruktive Kritik ( falls notwendig) loswerden und auch eigene Sichtweisen stellen sich den Augen von andren Lesern durchaus nochmal anders da, es liefert sicherlich Diskussionsstoff, kann unter Umständen auch Zündstoff liefern.

Diana Pegasus kommentierte am 15. September 2017 um 21:26

Ich würde auch sagen, dass es vom Autor abhängt, in den meisten Fällen hatte ich Glück, sodass man sich sehr gut mit ihnen austauschen kann (Akram El-Bahay, Ellen Berg, Carin Müller, Andreas Suchanek,...) Da macht es richtig Spaß und die Leserunden sind auch immer gut belebt.

Aber es gibt dann natürlich auch die Autoren, die sobald sie etwas Kritik hören müssen, sofort eingeschnappt sind, und dann macht das diskutieren auch kein Spaß. Oder diejenigen, die wirklich ihr Buch noch erklären müssen, weil es beim lesen einfach nicht schlüssig ist. Von sowas bin ich kein Freund.

Selbst wenn ein Buch nicht gut ist, und das ist ja wirklich Geschmackssache, finde ich es gut, wenn man gemeinsam dadrüber diskutiert. Das das kein Autor gerne hört ist verständlich, aber ich habe Achtung vor denen, die sich die Kritik zu Herzen nehmen oder genau verstehen wollen, warum man das Buch nicht so toll findet.

Arbutus kommentierte am 16. September 2017 um 00:04

Ich weiß nicht. Zum einen ist es ja schon cool, den Autor dabeizuhaben. Aber andererseits - ich mag es gerne, bei einer Leserunde spontan meine Assoziationen einzustellen. Wenn der Autor dabei ist - nun, ich bin vielleicht ein zu zartfühlender Mensch - habe ich ständig Angst, ich könnte ihn oder sie mit einem flapsigen Kommentar verletzen. Oder ich bin dann zwar hart in meiner Kritik, traue mich aber nicht, eine zu schlechte Sternbewertung abzugeben. Also, sagen wir mal so, ich fühle mich freier ohne Autor in der Runde. 

Andererseits kann es wirklich spannend sein, auf diese Weise in Kontakt mit einem Autor zu treten. Und einmal habe ich sogar erlebt, dass ein Autor mich angeschrieben und sich für eine ziemlich kritische Rezi bedankt hat;  das können aber nicht viele. 

yesterday kommentierte am 16. September 2017 um 00:46

Ich bin da auch hin- und hergerissen.

Ich habe zum Beispiel auch schon erlebt, dass die Intensität, wie viel sich ein Autor an der Runde beteiligt, davon abhängen kann, welcher Grundtenor in der Runde herrscht. Es gab mal den Fall, dass sich jemand, als der Teil der Leser, die bei jedem Abschnitt eher kritisch gepostet und auf unklare Abschnitte hingewiesen haben, größer wurde als der Rest, stark zurückgezogen hat im Verlauf der Runde.

Andererseits kenne ich es auch umgekehrt, dass bei mehr Kritik und mehr Diskussion auch der Autor mehr teilnahm und mehr erklärte, zu den Hintergründen und den Gedankengängen während des Schaffensprozesses. Und das nicht so, dass er spoierte, sondern teilweise auch erst intensiver, als die meisten ganz mit dem Buch durch waren.

Und obwohl auch immer wieder von den Autoren erwähnt wird, dass sie sich zurückhhalten, weil Reaktionen auf negativere Sichtweisen schnell nach Rechtfertigung klingen, können sie dann manchmal am Ende trotzdem nicht verhindern, dass es so wirkt. Diesem "Problem" entgeht man eben doch, wenn man nicht teilnimmt, sondern vielleicht erst hinterher nachliest, inoffiziell dann. Da hätte man alles ungefiltert, weil die Runde selbst nicht als "mit Autor" ausgewiesen ist. Vielleicht wird das auch gemacht von Autoren, keine Ahnung. Das könnte lehrreich sein.

Vielleicht müssen manchmal beide Seiten einen Schritt aufeinander zugehen, der Autor, der sich ein dickes Fell zulegt und versucht, Meldungen nicht zu persönlich zu nehmen, weger negative noch positive - und der Leser, der versucht, sich vorzustellen, ein Text von ihm selbst würde von Wildfremden, hinter dem Bildschirm geschützt, beurteilt und wie es ihm dabei ginge.

micluvsds kommentierte am 16. September 2017 um 07:22

Ich habe überwiegend gute Erfahrungen gemacht. Mit einigen Autoren habe ich nach den Leserunden über Facebook Kontakt gehalten. Mit zwei Autorinnen habe ich privat Kontakt über E-Mails. Schlechte Erfahrungen habe ich nur mit einem Autor gemacht, der dann sogar so weit ging, mich zu bedrohen - nicht wegen meiner schlechten Kritik sondern weil ich keinen Kontakt zu jemandem herstellen wollte, den er mit seinen Verschwörungstheorien belästigen wollte.

Odenwaldwurm kommentierte am 16. September 2017 um 08:51

Finde ich toll, man erfährt vielmehr über das Buch und man tiefer einsteigen. Nur muss auch der Autor sehr aktiv sein. Es gibt Runden bei der der Autor sich nur für die Teilnahme bedankt, das reicht natürlich nicht aus.

hannelore259 kommentierte am 16. September 2017 um 16:46

Also ich mag definitiv Leserunden ohne Autorenbegleitung lieber, auch wenn ich schon die eine oder andere hatte, wo es mit Schreiberling angenehm war. Lag aber eher daran, dass das Buch gut war und es zwischenmenschlich in der LR harmoniert hat.

Ansonsten tue ich mich mit Kritik immer sehr schwer, denn die ist nun mal nie schön und niemanden gefällt es wirklich, sie zu hören, auch wenn es wichtig ist. Ich bin da wirklich freier, wenn der Autor nicht dabei ist. Und die Hintergrundinformationen vom Autor brauche ich nicht wirklich um ein Buch gut oder schlecht zu finden, die stillen nur die Neugier ;)

LySch kommentierte am 17. September 2017 um 09:57

Ganz meine Meinung... Ein gutes Buch muss auch für sich stehen können. Ganz ohne Hintergrund-Infos. Und bei einem schlechten helfen sie auch nicht mehr :D

marsupij kommentierte am 16. September 2017 um 18:29

Ich finde es meist gut, wenn Autoren bei der LR dabei sind, wenn sie mit Kritik umgehen können, aber man sollte als Leser auch konstruktiv bleiben.

Bibliomarie kommentierte am 16. September 2017 um 19:57

Mir haben die LR mit Autorenbegleitung meistens recht gut gefallen. Wenn man nach Hintergründen, Recherchen usw fragen kann, kommt ín die Runde oft richtig Leben. Ich habe es aber auch einige Male erlebt, dass Autoren nicht mit Kritik umgehen können. Einer reagierte so beleidigt, dass er von einer Stunde zu anderen seine rege Beteilung einstellte. Ein weiterer Autor unterstellte, dass ich seine Intention nicht verstanden hätte. Aber das waren Ausnahmen.

Ich bemühe mich, meine Einwände sachlich darzulegen und erwarte dann auch vom Autor eine sachliche Replik.

Eine Autorin bat mich sogar, auch meine 2 Sterne Rezi bei Amazon einzustellen, was ich aus Rücksicht unterlassen hatte.

Das finde ich souverän.

 

Gisel kommentierte am 17. September 2017 um 01:23

Ich habe nun schon einige Leserunden mit Autorenbegleitung mitgemacht und bisher nur einmal eine negative Erfahrung gemacht, als die Autorin eine kritische Leserin sehr beleidigend angegangen ist und mit dieser Leserin alle, die nicht ihrer Meinung (der Autorin) war. Das fand ich echt ein bisschen krass.

Ansonsten aber habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht mit solchen Leserunden. Meistens ist dann eine freundschaftliche Atmosphäre in der Leserunde, und man erfährt ein bisschen was über die Gedanken des Autors beim Schreiben der Geschichte. Das ist nicht unbedingt notwendig für die Geschichte selbst, hat mir aber das Lesevergnügen sehr erhöht. Ich freue mich jedesmal, wenn ich bei einer solchen Runde mitmachen kann. Aber es bleibt natürlich Geschmackssache, ob jemand sich darauf einlassen möchte oder nicht.

Wobei ich nach der negativen Erfahrung seither ein bisschen recherchiere, wie die Rückmeldungen zu der Autorin bzw. des Autors sind, z.B. Rezensionen für bisherige Bücher. Seither kann ich das ein bisschen besser einschätzen, ob mir das Spaß machen würde in einer solchen Runde oder nicht. Und wenn ich dabei ein negatives Gefühl habe, beteilige ich mich nicht an der Verlosung. Muss ja keiner negative Erfahrungen machen in einer solchen Runde, weder ich noch der Autor oder die Autorin.

wampy kommentierte am 17. September 2017 um 08:16

Es hängt vom Autor und von der Art des Buches ab. Ich war in Leserunden dabei, in denen die Autoren Zusatzinformationen lieferten, meist Recherchematerial, die eine Diskussion beflügelten. Es gibt aber auch Leserunden, in der sich die Mitwirkung auf nichtssagende Anmerkungen beschränkt. Manchmal fragen Autoren gerade bei negativer Kritik nach, ob man die Kritikpunkte präzisieren könnte. Manchmal erfährt man auch etwas über Rahmenbedingungen, also das ein Buch gekürzt werden musste oder warum manche Charaktere so sind, wie sie im Buch beschrieben werden. Autoren verraten hin und wieder auch etwas über den Schaffensprozess, über ihren Hintergrund und über die Gründe für ein Buch. Bei einem Krimi gibt es meist weniger zu diskutieren als bei einem Histo oder einem "politischen" Buch. Aber generell sind die meisten Autoren dies nicht hauptberuflich. Sie haben noch einen anderen Job. Eine Leserunde ist für einen Autor mit Aufwand verbunden, der nicht pekuniär entlohnt wird. Also muss ihnen auch von der Leserunde was geboten werden und nicht nur Nacherzählungen des Inhalts.

Wenn Autor und Mitleser einen Draht zueinander finden ist die Begleitung anregend. Aber wem es nicht gefällt, der kann ja auch die Beiträge des Autors überlesen.

wandagreen kommentierte am 17. September 2017 um 12:16

Nun ja, ich kann das alles nachvollziehen. Doch wenn man mir erklären muss, warum ein Charakter so ist, wie er ist - sollte das nicht aus dem Buch heraus selber verständlich werden?! Ich denke schon. Tatsache ist, dass man Rücksichten nehmen muss, wenn Autoren dabei sind. Und was gibt es da schon zu fragen? Was habt ihr da alles zu fragen? Mich interessiert es nicht, welche Recherchen hinter einem Buch stehen, kann sein, dass ich da zu wenig neugierig bin. Klar, wenn man alles abnickt und alles klasse findet, dann gibt es keine Probleme. Aber kaum hinterfragt man die Handlung, beklagt das Nichteinhalten von Grammatik, kritisiert den Stil - egal in welchem Ton, dann ist es schnell zappenduster mit der Leserundenstimmung, dann muss man sich als Leser ständig verteidigen. Wie manche auch schreiben, wird man auch wüst angegangen. Auch wenn das Ausnahmen sind, kommt es doch vor.

AnneMF kommentierte am 17. September 2017 um 10:16

Ich mag es, wenn der Autor auch teilnimmt. Man kann dann gezielt seine Fragen zum Buch stellen. Man erfährt einiges über den Autor, was man sonst nie erfahren würde. Allerdings ist das für den Schreibenden auch ein großer Aufwand, die Zeit dazu hat man nicht oft. 

Nadine B. kommentierte am 17. September 2017 um 12:00

Bei Lovelybooks hatte ich bisher mehr Lesedrunden mit Autorenbegleitung. Die beste Leserunde war die Thriller-Runde über das Buch Das Hospital von Oliver Ménard. Wir hatten alle viel Spaß dabei.

Ich warte schon hoffnungsvoll auf sein nächstes Buch.

Annie kommentierte am 17. September 2017 um 14:52

Ich finde Autorenbegleitung meistens positiv. So kann man Hintergründe und Zusammenhänge erfragen und erfährt manchmal Dinge, die nicht im Buch vorkommen, bzw. das Lektorat nicht überstanden haben u.ä. Kommt aber eben immer auf den Autor bzw. die Autorin an. 

Beust dozierte am 19. September 2017 um 13:09

Man muss nicht gleich soweit gehen wie Roland Barthes und gleich vom "Tod des Autors" sprechen, wenn man der Ansicht ist, dass der Autor nach der Veröffentlichung seines Textes nicht mehr über diesen aussagen kann als jeder Leser. Aber überflüssig finde ich die Autorenbeteiligung an Leserunden trotzdem. Mehr als Gossip zur Entstehung des Werks kann er vernünftigerweise nicht beitragen - den Rest muss das fertige Werk schon selbst tun.

Ganz unerträglich finde ich Fragen nach den Hintergründen der einen doer anderen Autorenentscheidung​. Diese Hintergründe ergeben sich entweder aus dem Text selbst oder der Text ist schlecht - und dann entspringt die Antwort wiederum dem Text selbst. "Was ist ein Autor?", fragt Michel Foucault und antwortet: der Geburtshelfer einer Idee und deren Gestalt. Ende Legende. 

Ich finde es zwar im Hinblick auf die Kundenbindung und das Publikumsinteresse charmant, wenn sich Autoren sichtbar für die Rezeption ihres Werks interessieren, hilfreich für die Bewertung desselben sind sie nicht. Ich vermeide deshalb die Teilnahme an Leserunden mit Autorenbeteiligung.

wandagreen kommentierte am 19. September 2017 um 18:24

Ich finde das gescheit, was du sagst. Hätte ich es doch ebenso ausdrücken können ;-).

LySch kommentierte am 20. September 2017 um 10:26

Sehr klug und reflektiert ausgedrückt - vielen Dank!

Falls man doch etwas mehr "Background" braucht, kann man auch immer noch ein Interview mit dem Autor lesen... dazu muss der Autor auch nicht ständig "präsent" sein bei meinem Lese- und Bewertungsprozess.

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