sphere fragte am 23.08.2014 | Lesegewohnheiten

"Sind das keine Buchliebhaber, die auch mal einfach nur eine "Schmonzette" lesen?"

Hallo liebe Buchliebhaber,

mit freundlicher Genehmigung von SillyMarilly habe ich ihren Satz benutzt, um ein Thema anzusprechen, was ich so ähnlich öfter hier in Diskussionen beobachtet habe.

Prinzipiell geht es mir um die Frage des Mehrwertes von Büchern im Vgl. zu anderen Medien. So lesen und hören wir sehr oft, lieber lesen als fern zu sehen oder Games zu spielen (von PC über PS sowie online-Spiele usw.). In einigen Beiträgen lese ich z.B. manchmal, dass bis zu 20 Bücher im Monat gelesen werden...

Ich frage mich jedoch: was bringt es mir - und anderen - wenn ich einen Roman lese, der entweder als "Schmonzette" gilt, oder - ich gehe noch weiter - lediglich ein Unterhaltungsroman ist. Darunter fallen in meinem Verständnis alle Horror-, Krimiromane sowie Psychothriller (möglicherweise auch Liebesromane, aber davon kenne ich keine). Natürlich ist das eine Verallgemeinerung, der hier und da gibt es durchaus gute Romane, die auch ein Hintergrundwissen anbieten (z.B. Null von Adam Fawer) oder sozialgesellschaftlich kritische Meinungen verpacken (Tribute von Panem) - ähnliches gilt auch für Filme, wie z.B. Land of the Dead, obwohl "nur" ein Zombiefilm.

Für mich haben solche Romane keinen Mehrwert verglichen zu ähnlichen Filmen. Insofern: stimmt es nach wie vor, dass Lesen bereichender als andere Medien ist? Hat jemamd, der vielleicht nur Wissenssendungen schaut, weniger "auf dem Kasten" als jmd, der ausschließlich liest, dabei jedoch hauptsächlich Unterhaltungsromane?

Kommentare

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JA2085 kommentierte am 23. August 2014 um 10:24

Ach, Killefit!

Es gibt kein Buch, das "mehr wert" ist als andere. Dein wertvollstes Buch mag mein wertlosestes Buch sein. Wer maßt sich denn an, das zu beurteilen??? Ist das denn nicht Geschmackssache?

Ja, Lesen kann bilden. Muss aber nicht. Genau so kann TV bilden oder auch gar (PC) Spiele.
Wenn ich mir die ganzen Strategie Spiele meines Mannes ansehe, da könnte ich bestimmt noch etwas lernen, nicht über Spieltaktik (das aber wohl auch), sondern über vergangene Machtgestricke, Ländergrenzen usw., denn tatsächlich haben die fast alle auch eine Storyline.
Wenn ich mich abends mit einer Folge "Frauentausch" o.Ä. begnüge, ich denke, selbst da könnte man was lernen: Nämlich was man selbst besser machen will. Ob ich bei einer Folge "frontal 21" vielleicht mehr gelernt hätte, diese mich klüger gemacht hätte...?!
Ich kann ein Buch aufschlagen und lesen, das mich mit Informationen nur so zuballert, wenn ich das stupide vor mich herlese, nicht hinterfrage, nicht reflektiere, keinerlei weitergehendes Interesse zeige, bin ich nach der Lektüre wohl "so klug als wie zuvor".

Wie bei sooo vielen Dingen im Leben bin ich auch hier der Meinung, die Mischung macht's, ein wenig Nonsens zwischendurch hat bestimmt noch keinem geschadet.

Emma1088 kommentierte am 23. August 2014 um 12:40

Ich glaube, besser hätte man es nicht ausdrücken können. Kann ich in jedem Fall voll und ganz so unterschreiben. :)

marsupij kommentierte am 23. August 2014 um 13:02

Super! Genau meine Meinung. Die Mischung ist wichtig und wenn ich Stress im Job habe, dann kann ich mich nicht so gut auf einen anspruchsvolleren Klassiker konzentrieren, sondern nehme eher einen Krimi zur Hand.

Und muss Lesen denn immer bilden? Das ist mein Hobby und soll vor allem Spaß machen.

Karithana kommentierte am 23. August 2014 um 15:49

Das hast du sehr treffend beschrieben! :-) 

Die Mischung macht es in der Tat. Jutta hat auch recht, dass manchmal bei ner stressigen Woche auch ein Buch gut ist, was man sonst vielleicht nicht lesen würde. 

Und das mit dem Hobby denke ich mir auch. 

Jedem Tierchen sein Plaisirchen. 

Jacqueline H. kommentierte am 16. November 2014 um 21:37

Besser hätte man es nicht sagen können

Mik kommentierte am 23. August 2014 um 10:41

Schließe mich der Meinung von JA2085!

MUSS denn überhaupt alles was man liest, sieht oder hört einen Mehrwert haben? 

Kann etwas nicht auch manchmal einfach nur der Unterhaltung dienen?

MUSS ich aus allem irgendetwas lernen oder fürs Leben mitnehmen können?

Kann ich nicht einfach über etwas lachen, weinen, mitfiebern, etc.?

 

gesil ergänzte am 23. August 2014 um 10:59

"MUSS denn überhaupt alles was man liest, sieht oder hört einen Mehrwert haben?"

Und vor allem: Warum sollte irgendetwas, das ich lese (sehe oder höre), für jemand anderen einen Mehrwert haben? Ich lese doch in erster Linie für mich selbst, nicht für andere.

Ich lese in der Regel zur Entspannung, um "abschalten" zu können und da ist es dann völlig egal, ob es ein Roman, ein Krimi oder eben eine Schmonzette ist.

 

bundc kommentierte am 23. August 2014 um 16:19

Ja, genau so ist es. Was ich lese bringt mir definitiv was, sonst würde ich das Buch zuschlagen und das nächste nehmen. Was ich lese muss für keinen anderen einen Wert haben.

Außerdem kommt es auch immer darauf an, was man als Mehrwert bezeichnen will. Für den einen ist nur ein anspruchsvoller Klassiker, für den anderen schon ein Buch, dass einen das soziale Miteinander überdenken lässt. 

marsupij kommentierte am 23. August 2014 um 13:03

Ganz genau. Das ist unser Hobby. Es dient oft auch der Entspannung, dem Entfliehen der Realität, Eintauchen in andere Welten,....

piper1981 kommentierte am 23. August 2014 um 10:44

Hm, Ich glaube grade  gestern hab ich selbst noch geschrieben,  dass ich lieber ein Buch lese  als Fernsehen zu gucken...und da ich auch gerne mal "Schmonzetten"   lese,  fühl ich mich mal angesprochen ;)

Ich fühle  mich nicht gebildeter oder als was Besseres, wenn ich lese  anstatt  fernseh zu gucken,  mir persönlich  gibt Lesen einfach nur mehr...regt die Fantasy  mehr an...tut nebenher  vll auch noch was für meine Rechtschreibung (hab da mal iwo  nen Artikel drüber gelesen) ;). Ich lese zur Unterhaltung, zum Entspannen, wenn das Buch  mehr hergibt über das man nachdenken kann (zB  Ein ganzes halbes Jahr, oder aktuell Balian Buschbaum), freut mich das  und dann brauch ich auch mal ne Pause zwischen Büchern zum Grübeln, aber ich lese nicht um mich weiterzubilden.

und das ganz ohne nervige Werbung oder dass ich mich über fragen muss  ob es solche Leute da draußen wirklich gibt (zB  Frauentausch: sind die echt Echt?) oder der Porno  eher nach Sportunterricht  aussieht ;) oder warum die amerikaner zu blöd  zum Gold schürfen sind .....

 

Zum Thema  Wissen ansammeln:

Da bevorzuge  ich ehrlich gesagt auch eher Bücher, weil da meist mehr drin steht, als man in einer Fernsehsendung  zu sehen bekommt. ich bin aber dazu auch noch ein googlefreak...

Das man gerne  Schmonzetten liest, muss ja nicht ausschließen, dass man sich auch anderweitig weiterbildet.

 

 

 

 

Rollileni kommentierte am 23. August 2014 um 11:04

Ich finde es steht keinem Menschen zu, über den die Lesegewohnheiten des anderen zu urteilen. Die Geschmäcker sind ja Gott sei Dank verschieden und der eine liest den blutrünstigen Schocket gerne und der andere eben die schmalzige Liebesgeschichte. Aber nur, weil ich nicht bevorzugt, das x-te Buch, dass bei einer hochintelektuellen Bücherrunde vom einem berühmten Buchkritiker vorgestellt wurde, bin ich doch nicht weniger intellektuell als andere. Ich gebe zu ich habe noch kein Buch von einem Literaturnobelpreisträger gelesen. Vielleicht mach ich das mal, wenn mich der Inhalt reizt vielleicht auch nicht. Aber Bücher sind für mich wie das Fernsehen, sie sollen mich unterhalten.

Miss.mesmerized kommentierte am 23. August 2014 um 11:18

Dass Bücher lesen im Kindes- und Jugendalter sich anders auswirkt, als Fernsehen (schlägt sich auf die sprachliche Kompetenz und das Bildungsniveau nieder), ist hinlänglich bekannt und wissenschaftlich nachgewiesen. Inwieweit das bei Erwachsenen noch so ist, weiß ich nicht; ich vermute aber mal, dass das Lesen andere und mehr Gehirnareale fordert als auf den Bildschirm starren udn somit würde ich nicht beide Medien als identisch ansehen, wenn wir schon die Bildungsfrage aufwerfen wollen.

Auch wenn es heir gerne geleugnet wird, gibt es bei Büchern schlichtweg Qualitätsunterschiede, ein Dostojewskij oder ein Kafka fordern mehr als Rosamunde Pilcher. Letztlich ist aber die Frage, warum man liest ja dafür entschiedend. Will ich mich seicht berieseln lassen oder erwarte ich von einem Buch auch ein paar Gedankenanstöße? Ich schätze den meisten geht es wie mir auch: eine bunte Mischung. Wenn ich 12 Stunden gearbeitet habe, ist mein Kopf i.d.R. nicht mehr auf Klassiker ausgelegt, aber immer nur anspruchslose Unterhaltungsliteratur wie Krimis würd ich mir auch nicht geben wollen.

Brilli kommentierte am 23. August 2014 um 12:06

Ich schließe mich hier ganz kurz und bündig der wiederholt geäußerten Meinung an, dass diese Frage nur individuell beantwortet werden kann. Man kann aus der Peripherie heraus keine Wertung abgeben, wäre sowieso vermessen, denn nur Jeder für sich entscheidet, was für ein "Input" er benötigt, wie er es sich verschafft und was davon er wie verarbeitet. Jeder begegnet Situationen unterschiedlich, der eine braucht zur Entspannung Klassik, der andere Leichtes aus der Welt der Unterhaltung. So ist der Buchliebhaber jener, der gerne liest, gleichgültig welches Genre er bevorzugt, der Musikliebhaber mag Wagner lieben oder den Musikantenstadl - die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, es ist insgesamt ein Schatz, zu dem wir Zutritt haben - aber eine Bewertung der Art und Weise, wie wir uns seiner bedienen, ist dumm und unangebracht.

nicigirl85 kommentierte am 23. August 2014 um 12:09

Hm interessante Frage. Also ich lese nicht, um gebildet rüber zu kommen, sondern aus Zeitvertreib und zur Unterhaltung. Dabei lese ich selten Romane, die einen Bildungsmehrwert oder was auch immer haben. Als Schmonzetten würde ich diese Bücher aber dennoch nicht beschreiben.

Wer liest (egal was), der benutzt seine Fantasie und muss sich das Geschilderte im Kopf selbst vorstellen. Genau das muss man bei einem Film, Game oder so sind, denn da lässt man sich einfach nur berieseln und sitzt rum.

LadySamira091062 kommentierte am 23. August 2014 um 12:48

ich denke man kann in jedem Buch was  lernen und was für den einen  Schundliteratur ist ist dem andern  ein gutes Buch.Die Geschmäcker sind verschieden Gott sei Dank. Ich lese immer mehrerer Bücher parallel  ,das kann ein Kinderbuch zb die Wurzler sehr schönes Buch  über kleine Kobolde aus dem Wald,das auch mich mit 51 J. begeistern kann und  es macht nachdenklich wie wir mit unserer Natur umgehen zum anderen ein historischer Schmöcker Der Fluch von Azincourt gab lernt man sehr viel über die Geschichte Frankreichs und Englands doch  das kann ich immer nur wenige Seiten elsen  da es  doch sehr anstrengend ist mit den vieeln Namen,daher gibts dann zum ausgleich etwas was sich flotter liest

Jeder  sollte das lesen was ihm Spass macht  denn nur wenns Spass macht beim lesen nimmt man auch was mit aus dem Buch

BluesatSix kommentierte am 23. August 2014 um 12:49

Ich habe das Gefühl das ,das mal wieder ein typisch deutsche Problem ist ähnlich wie in der Musik Ernste - und Unterhaltungsmusik.Wenn ich Interesse an einen bestimmten Thema habe lese ich gerne ein gut recherchiertes Sachbuch z.b über die Karolingerzeit , Buddhismus und Politik im allgemeinen aber was spricht denn dagegen einen Unterhaltungsroman zu lesen … ich finde gar nix. Ich lese eigentlich keine Liebes oder Splatter Romane dafür mehr gut geschriebene  Psychothriller Fantasy oder Krimiromane aber welches Buch Genre mehr wer ist, kann ich so nicht sagen das ist doch vom Geschmack abhängig . Ich schaue mir auch gerne Repotagen im Fernsehen an oder einen Spielfilm nur mein Problem ist, das ich sehr oft und schnell bei Fernsehen einschlafe.

sphere kommentierte am 23. August 2014 um 13:09

Für mich als nicht-deutschen ist dein erster Satz sehr schwer nachzuvollziehen...es ist sogar vermessen, dieses Thema auf eine bestimmte Volksgruppe zu beschränken, wo es doch weltweit praktiziert wird.

Dalang kommentierte am 23. August 2014 um 13:02

Selbstverständlich gibt es Bücher, die mehr wert sind als andere. Oder wer mag behaupten, ein Buch von Martin Heidegger wäre mit einem Buch von jedem Autoren der heute in einer Bestsellerliste zu finden ist gleichzusetzen? Natürlich geht es mir auch um das Gefühl ein Buch zu berühren, zu riechen etc. pp. aber der Inhalt macht eben doch einen Unterschied, wer das nicht akzeptiert, ist mMn sehr zu bemitleiden - um es nett auszudrücken.

Steve Kaminski kommentierte am 23. August 2014 um 13:13

Ja - und das gilt auch für die Belletristik (nicht nur philosophische Bücher): Man sollte auch nicht behaupten, Heinrich oder Thomas Mann oder Dostojewski etc. etc. mit Ini Lorentz etc. etc. gleichsetzen zu können.

sphere kommentierte am 23. August 2014 um 20:16

Ja, und das gilt auch für jedes andere Medium. Oder möchte jemand behaupten, jeder Film ist wertvoll? Ist also der unsägliche“Barb Wire“ ebenso wertvoll wie...“Rain Man“? (um mal beim populärem Film zu bleiben)

storycircus kommentierte am 24. August 2014 um 19:00

naja, aber für den einen ist halt die Liebesschmonzette mehr wert als irgend ein Klassiker der ein gesellschaftliches Thema zum Inhalt hat. Wer will denn das beurteilen. Das ist IMMER individuell. Und wenn jemand sagt Iny Lorentz ist für ihn wichtiger und interessanter als Charles Dickens dann ist es eben so. Ich finde da kann sich keiner drüber stellen und sagen, das was er liest ist intelligenter. Das ist einfach nur sehr egoistisch gedacht.

Leia Walsh kommentierte am 24. August 2014 um 19:07

Genau das ist es, was ich die ganze Zeit versuche zu sagen! Danke!

Steve Kaminski kommentierte am 24. August 2014 um 19:42

@skeyyy: Wenn Du vom Wert (oder von der Bedeutung) FÜR jemanden sprichst, stimme ich Dir ganz zu. Aber es gibt dennoch Niveauunterschiede, die hier schon in verschiedenen Beiträgen gezeigt worden sind. Das ist nicht egoistisch, sondern lässt sich, mit subjektiven Spielräumen, auch zeigen. Und diejenigen, die das hier vertreten haben, sagen auch, dass sie selber auch reine "Unterhaltungsliteratur" lesen.

storycircus kommentierte am 24. August 2014 um 19:52

ja, aber niemand kann so richtig sagen, was genau dieses Niveau steigert.

Klar es wurde gesagt, dass dies zB Bücher seinen, die gesellschaftliche Themen anreißen, oder einen zum Nachdenken bringen. Aber letztlich ist es doch nur wieder individuell gedacht, OB diese Dinge das Niveau steigern. Denn keiner kann sagen welche Güter wichtiger im Leben sind. Ist es Glück, Liebe, Wissen, Macht,...? Ich denke für jeden ist es etwas anderes. Für den die Liebe das wichtigste auf der Welt ist, für den ist möglicherweise auch der Liebesroman wertvoller als die Vertreter der "höheren" Literatur. Und was niveauvoll ist und was nicht, haben sich auch nur Menschen wie du und ich ausgedacht und bestimmt und keine höhere Macht oder dergleichen. Demnach kann man darüber zwar diskuttieren, wird aber nie zu einem befriedigendem Ergebnis kommen, weil einfach JEDER recht hat. Für sich genommen halt. Nur manche denken, dass das was sie für richtig halten automatisch Allgemeingültigkeit bekommt.

Eine ähnliche Diskussion hatten wir hier auch schon über die Bibel und die Religion: letztlich kannst du nicht jeden auf einen Nenner bringen und ich bin der Meinung, dass jeder ein stückweit Recht oder Unrecht hat und eben ALLES individuell ist.

Steve Kaminski kommentierte am 24. August 2014 um 20:05

Liebe skeyyy: "Alles ist individuell" - das sehe ich anders, aber das ist "ein weites Feld" und kriegen wir hier nicht gelöst. Viele Grüße

storycircus kommentierte am 24. August 2014 um 20:12

sicherlich :) "alles" war natürlich zu weitgegriffen. Bozogen war das auch nur auf Geschmackssachen und da bin ich nun mal der Meinung, dass diese Diskussion hier rein um den Geschmack geht.

Aber das ist ja auch nur meine Meinung. (=

sphere kommentierte am 24. August 2014 um 20:32

Liebe skeyyy, um dir in aller kürze zu antworten, ohne ein neues, weites Feld zu öffnen: deswegen gibt es die Begriffe subjektiv und objektiv. Natürlich ist FÜR mich, wie auch trecier geschrieben hat, etwas individuelles. Für mich ist zb Jurassic Park einer meiner absoluten Lieblings Filme, weil ich persönlich etwas damit verbinde, dennoch kann ich objektiv urteilen, dass der Film reine Unterhaltung bietet und qualitativ durchschnittlich ist.

Schade, dass in einer sachlichen Diskussion die persönliche Ebene nicht ausgelassen werden kann...denn egoistisch ist nicht sachlich :(

storycircus kommentierte am 24. August 2014 um 20:48

Naja, hier liegt aber doch genau der Knackpunkt. Wer kann denn objektiv betrachtet sagen, was von guter Qualität ist und was nicht? Und hier möchte ich nur vom Inhalt reden, nicht, wie eventuell der Schreibstil oder im Film diese oder jene Effekte gemacht sind.

Wer bestimmt den Qualitätsmaßstab objektiv? Ich sage, dass sich hinter allem Qualitätsgerede auch nur Menschen mit Gefühlen verbergen, die wiederum auch nur subjektiv entscheiden. (Hier bitte nicht auf die Qualität einer Bauart eines Hauses beziehen oder dergleichen, sondern nur auf Bücher, Filme etc)

Wie ich schon in anderen Post gesagt habe, müsste man erst mal bestimmen welches das Höchste Gut auf dieser Welt ist. Daran könnte man dan Qualität messen, denn dieses höchste Gut möchte man ja erreichen. Da man das aber nicht kann, kann das Gerede über Qualität von Büchern auch immer nur subjektiv sein.

Gerne höre ich mir die Meinung von Literaturwissenschaftlern oder Buchhändern oder sonstigen Professionen an. Ich denke, dass diese Leute klar eine andere Meinung haben. Aber begründet sie doch auch mal. Dass etwas Nachdenkliches wertvoller als etwas Humorvolles oder Liebevolles ist, das kann ich jedenfalls nicht unterschreiben.

Und was meine Sachlichkeit angeht: Ich bemühe mich natürlich darum. Aber da ich ja von etwas Subjektivem ausgehe, kann meine Meinung nicht ganz sachlich und losgelöst von Emotionen sein. Und von meiner Theorie aus, ist sachliche Diskussion hier nicht möglich, da eben alles eine Frage des Geschmacks. Ich hoffe das ist verständlich :-)

wandagreen kommentierte am 24. August 2014 um 21:52

"alles ist individuell"

Wissenschaft auch? Mathematik? Ich wollte, ich hätte deine Argumentation früher verinnerlicht, das wären nette Diskussionen mit meinem Mathelehrer geworden ;-)

"Meine Lösung ist nicht falsch, sie ist individuell".

Und wie die Miss ja immer sagt, es gibt durchaus so was wie LiteraturWISSENschaft. . Mehrere Jahre Studium. Du musst das aber nicht glauben, allerdings handelt es sich dabei, bei dem nicht glauben, lediglich um eine Weltanschauung, nicht um ein Argument. Denn, das, was du sagst, glaubst du einfach. Ungeprüft, nehme ich mal an. 

storycircus kommentierte am 25. August 2014 um 09:02

Das mit "alles" habe ich ja wie gesagt schon zurückgezogen. Aber die Aufgabe der Wissenschaft ist es doch auch, Belege für ihre Argumente zu finden. Außerdem glaube ich nicht, sondern ich Argumentiere anhand dessen, was ich zu wissen denke. Und ich denke, dass meine Argumente nicht so "falsch" falsch sind. Da ich hier aber nur von mir persönlich spreche, muss ich auch nichts beweisen.

Wie gesagt, ich höre mir gerne die Beweise der Literaturwissenschaft an, wenn denn was kommt. Weil immer nur zu behaupten, dass es sie gibt und dass sie das Monopol auf die Antwort dieser Eingangsfrage hat, bietet halt keine Stichhaltigkeit.

sphere kommentierte am 25. August 2014 um 09:10

Skeyyy, Gegenargument: die Physik behauptet, das Licht bewegt sich mit 300 tsd km pro Sekunde. Ich selbst kann es dir nicht beweisen, und ich denke nicht, dass du das bezweifeln würdest, denn die Wissenschaft hat es ja bewiesen. Bei Zweifel würdest du wahrscheinlich nachschlagen, oder? Hier ist es nicht anders, Literatur zu den Aussagen von miss gibt es genügend...

storycircus kommentierte am 25. August 2014 um 09:28

Ok, da hast du wohl recht :) Aber da hier gegen meine Aussagen gewettert wird, müsste doch auch mal was dagegen kommen und nicht nur Behauptungen. Oder nicht?

Steve Kaminski kommentierte am 25. August 2014 um 09:33

Miss.m... hat ja einiges genannt. Aber es richtig zeigen, das kann man eigentlich nur, wenn man die Kategorien auf Literatur anwendet - man müsste ein Buch hier entsprechend analysieren, aber das wäre hier zu aufwendig und zeitraubend. Aber Miss.m hatte ja, glaube ich, ein Buch zur Thematik genannt: das kannst du Dir jederzeit besorgen und die Stichhaltigkeit ihrer Aussagen überprüfen. Viele Grüße

lesesafari kommentierte am 23. August 2014 um 21:10

Ich fragte mich gerade, ob man diese großartigen Autoren und einige ihrer Werke nicht auch als "Schmozetten" bezeichnen kann? Ich finde eindeutig ja, wenn ich da spontan an "Tonio Kröger" oder "Der Idiot" denke. Und dabei hatte ersteres Buch für mich persönlich mehr Wert als das andere, obwohl das auch schwierig einzuschätzen ist. Der Genuss bzw. Geschmack des Lesers spielt eben auch eine große Rolle. Und Bücher sind ja auch nie einseitig! Was ja das Tolle ist.

( Der Beitrag passt jetzt wohl eher mittel zu deinem, aber kann ja nicht schaden :-D )

Steve Kaminski kommentierte am 23. August 2014 um 21:16

Ooooch - passt doch. (Oder ist es keine Antwort an mich? Manchmal geht das irgendwie durcheinander und man kriegt Benachrichtigungen über Kommentare, die einen gar nicht betreffen.)

Einiges ist sicher subjektiv, aber nicht alles. "Der Idiot" habe ich nicht gelesen, aber "Tonio Kröger", und die Erzählung empfand ich damals nicht als Schmonzette (der Widerstreit von Geist und Leben bei Thomas Mann...). Ich mag z.B. "Tod in Venedig" überhaupt nicht, und sie sagte mir garnix, dabei ist die Erzählung vermutlich große Kunst.

Steve Kaminski kommentierte am 23. August 2014 um 13:09

Ich stimme weitgehend dem Statement von Miss.mesmerized (s.o.) zu: Wenn jemand Freude am Lesen hat, ist das gut. Und wenn er oder sie rein unterhaltende Literatur liest, ist das in Ordnung. Aber natürlich gibt es unterschiedliche Niveaus in der Literatur! Und Literatur kann, je nachdem, wie sie geschrieben ist, die Leserin und den Leser unterschiedlich ansprechen und auch fordern. Dabei geht es nicht nur um den Kopf, sondern auch Gefühle können unterschiedlich angesprochen werden. Und Literatur kann weitgehend Klischees bedienen oder sie kann versuchen, in der Art der Vermittlung, durch die individuelle Stimme des Schriftstellers/der Schritstellerin etwas neu, in eigener Weise zu zeigen.

Mixmax54 kommentierte am 23. August 2014 um 13:39

Ich denke, dass jeder seine individuelle Meinung hat, welches Buch für einen selbst von großem Wert ist und welches nicht. Es ist wie bei jedem anderen Medium auch, der eine schaut lieber Actionfilme, der andere Liebesfilme und wieder ein Anderer bevorzugt Dokumentationen.

Die Geschmäcker und Charaktere sind verschieden.

Es wäre doch auch zunehmend langweilig, wenn alle das selbe Genre bevorzugen. Wo wäre die Vielfalt und bunte Mischung, die doch das ein oder andere Buch erst inspiriert und zu dem macht was es ist?

Der Wert eines Buches oder eines anderen Mediums kann nicht im allgemeinen festgelegt werden, so kann einem Unterhaltungsroman oder einer Komödie ein großer individueller Wert zugemessen werden, wenn er einem hilft aus einer traurigen Zeit zu entfliehen. Sie geben Hoffnung, trösten, geben einem das Gefühl nicht allein zu sein.

Bücher werden von unterschiedlichen Personen in unterschiedlichen Situationen und Gegebenheiten unterschiedlich wahrgenommen.

Jeder muss selber entscheiden was er liest und was nicht. Keinem steht zu darüber zu urteilen. 'Mein Buch ist mehr Wert als deins.' Dies erzählt viel mehr über den Urteilenden als über denjenigen der das Buch liest, denn er kennt den Menschen und seine Situation und Intention nicht aus derer heraus er das Buch liest.

 

Steve Kaminski kommentierte am 23. August 2014 um 14:05

Ich finde, Du nennst einen wichtigen Gesichtspunkt: "...so kann einem Unterhaltungsroman oder einer Komödie ein großer individueller Wert zugemessen werden, wenn er einem hilft aus einer traurigen Zeit zu entfliehen". Dem stimme ich voll zu! Das sind aber zwei Sachen: die Bedeutung, die etwas für einen Menschen hat, in einer bestimmten Situation, und das Niveau oder die literarische Qualität oder wie auch immer man es nennen mag; "Wert" ist vielleicht kein glücklicher Audruck.

Jemandem mag in einer bestimmten Situation ein Lied meinetwegen der Volksmusik gerade sehr helfen; dennoch hat ein Stück von Bach, das der Person vielleicht gar nichts sagt, mehr Kunst oder hat ein anderes musikalisches Niveau oder wie auch immer man es nennen mag.

JeannyMeyer kommentierte am 23. August 2014 um 14:06

Zumindest lernt man Rechtschreibung etc, sofern das Buch gut lektoriert wurde ;)

heike_e kommentierte am 23. August 2014 um 16:40

Ein wichtiger "Mehrwert" der Bücher, die ich lese (ich lese querbeet, viele Thriller, etwas Sience Fiction, ab und zu ein Sachbuch, immer mal wieder ein Klassiker, Kinder- und Jugendbücher....) sind der Austausch darüber und die vielen witzigen und interessanten Disskussionen, die sich daraus ergeben. Dies gilt natürlich nicht nur für Bücher sondern auch für Filme und youtube videos. Ich fand es z.B.  sehr interssant und lustig mich mit meiner damals ca. 14 jährigen Tochter über die "Biss"- Bücher auszutauschen, über Mangas und die Gänsehautserie. Es macht auch Spaß mit meinem Mann gemeinsam über die Don Camillobücher zu schmunzeln oder bei Asterix laut zu lachen. Es macht auch Spaß mir von ihm interessante Details aus seinen Geschichtsbüchern vorlesen zu lassen und ihm im Gegenzug den einen oder anderen Satz aus "meinen" Klassikern vorzulesen.  

wandagreen kommentierte am 23. August 2014 um 18:15

Schmonzetten haben keinerlei Mehrwert gegenüber anderen Medien, abgesehen von der Übung in Orthographie und Satzbau. (Hoffentlich. Heute wird ja nicht mehr so richtig Druckfahne gelesen, habe ich den Eindruck). Immerhin können Leser flüssig lesen und gemeinhin sogar schreiben. Ihre Aufmerksamkeitspanne dürfte auch besser ausgeprägt sein als bei einem Fern-Seher.

Grds gibt es natürlich einen Unterschied zwischen Geschriebenem. Wie in jeder Kunstsparte. Natürlich ist die Definition von dem, was Kunst ist und was Kitsch ist bzw. Unsinn umstritten. Aber nicht unmöglich (Abbildende Kunst). Ebenso bei Literatur.

Schmonzetten sind in der Regel Kitsch. Und befriedigen das Bedürfnis nach dem Abtauchen in eine heile Welt. Happy End einprogrammiert! (Ist ja gut, das ist ja ok). Gehobene Literatur hat eine andere Zielsetzung: sie will zum Auseinandersetzen mit der Realität auffordern, ggf sogar erst die Werkzeuge dafür zur Verfügung stellen und dazu fähig machen und dgl. mehr. Ist oft gesellschaftskritisch und pflegt die jeweilige Muttersprache in gehobenem Stil.

Oder ist experimentell angelegt. Oder geht neue Wege irgend einer Art.

Während Schmonzette ausgelatschte Wege geht, jegliches Klischee bedient und mit Vertrautem arbeitet, damit der Leser sich "zuhause" fühlt. Gutes Beispiel momentan: Ein Buchladen zum Verlieben. Schmonzette erster Güte.

 

bundc kommentierte am 23. August 2014 um 18:37

Während Schmonzette ausgelatschte Wege geht, jegliches Klischee bedient und mit Vertrautem arbeitet, damit der Leser sich "zuhause" fühlt. Gutes Beispiel momentan: Ein Buchladen zum Verlieben. Schmonzette erster Güte.

 

Das würde ich unterschreiben und trotzdem war es für mich über weite Strecken ein schönes Buch. Ich lese, um mich unterhalten zu fühlen und da ist ab und an eine "Schmonzette" (der Begriff war mir im Übrigen neu) genau richtig. Gelernt habe ich bei dem Buch zwar nichts, es wird auch in meinem Alltag keinen wahren bzw. messbaren Wert haben, aber es hat mich über einige Stunden in eine andere Welt gezogen und das macht für mich auch das Lesen aus. 

storycircus kommentierte am 24. August 2014 um 19:11

Aber nur diejenigen, die sich für intelligenter als andere Leute halten oder es sein wollen unterscheiden doch zwischen höherwertiger Literatur und niederer Literatur. Dabei ist es doch für jeden einzelnen ganz anders. Kann doch sein, dass jemand auch aus einer Schmonzette für sich etwas mitnimmt. Ich finde sowieso, dass Liebe ein höchst gesellschaftliches Thema ist. Nur weil ein - angeblich so literarisch wertvolles - Buch neue Wege geht, heißt das noch lange nicht, dass Unterhaltungsromane dagegen abstinken. Ich würde dann fast sagen, dass diese die intelligenteren Bücher sind, da sie es verstehen mehr Leute zum Lesen zu bringen als irgend son Kram, den keiner versteht. In der Wissenschaft ist es genau dergleiche Humbug. Die denken, umso komplizierter sie schreiben, desto intelligenter ist das Buch. Ja genau.

Generell bi nich ja auch dafür, dass man sich mit seiner Gesellschaft auseinander setzt. Aber wenn jemand mit seinen Thrillern, Horrorbüchern bzw Liebesschnulzen glücklich ist sein kann, dann ist das doch auch gar nicht so doof.

Übrigens das gleiche Problem bei Musik: wieso wird Klassik immer über alles gestellt? Wieso meinen Musiker, die auf manuellen Instrumenten spielen immer, sie müssten sich über solche stellen, die elektronische Musik machen? Ist euch das auch schonmal aufgefallen? Letztlich ist das doch immer Geschmackssache und darüber sollte man nicht streiten oder sich was drauf einbilden.

Miss.mesmerized kommentierte am 24. August 2014 um 19:15

Der Unterschied zwischen einer individuellen, rein auf persönlichem Geschmack basierten Meinung und einer objektiven, auf fachwissenschaftlichen Grundlagen basierenden Beurteilung scheint wohl nicht zu verstehen zu sein. Dabei ist es egal, ob es um Literatur, Musik, Kunst oder Önologie oder sonstwas geht.

storycircus kommentierte am 24. August 2014 um 19:42

wie gesagt, du bist hier die Expertin. Solange du es nicht belegst, ist es auch nur deine individuelle Meinung.

also erkläre mir doch auf einfache Weise, wie sich die Qualität von einem Buch im Gegensatz zu der eines anderen messen lässt. Wer hat die Maßstäbe festgelegt?

Miss.mesmerized kommentierte am 24. August 2014 um 21:03

Du hast ja in einem anderen Posting klar dargelegt, dass du keine andere Meinung als Deine gelten lassen willst und du Litertur rein subjektiv nach Geschmack beurteilen willst und nichts anderem (allein die Tatsache, dass du Sprachstil als kein Kriterium genannt hast, ist so absurd, dass sich alles andere erübrigt). Auf der Basis ist jedes Posting verschwendete Mühe. Ich habe hier im Thread bereits ein Grund,agenwerk genannt, du kannst auch gerne aus die Poetik von Aristoteles zurückgreifen, um eine Grundidee zu bekommen (dann wirst du vielleicht auch erkennen, das hohe Literatur mitnichten ernsthaft sein muss, nicht umsonst gibt es Tragödie UND Komödie). In zwei einfachen Sätzen eine komplette Wissenschaft zusammenzufassen geht einfach nicht, auch wenn das scheinbar nicht einzusehen ist und dann als Beleg genommen wird, dass die eigene Sicht die weltumfassend alleingültige ist. 

storycircus kommentierte am 25. August 2014 um 09:14

Nö ich bin nur anderer Meinung und das darf ich auch sein. Allerdings habe ich nirgens behauptet, dass meine Meinung Allgemeingültigkeit hat, nur bisher hat mich auch niemand vom Gegenteil überzeugt. Und ich habe in diesem Moment gerade den Stil ausgeklammert, da ich irgendwo dachte gelesen zu haben, dass wir gerade nur vom Inhalt sprechen. Kann mich natürlich auch getäuscht haben.

Und mir ist auch klar, dass man ein ganzes Studium nicht kurz zusammenfassen kann. Aber nehmen wir die Poetik des Arestoteles. Klaro war der ein großartiger Denker. Wie er das alles niedergeschrieben hat, kann ich natürlich jetzt nicht sagen. Aber wer hebt ihn auf eine höhere Stufe der Literatur? Das ist eine Gruppe von Menschen. Und wieso sollte die Meinung DIESER Menschen die richtige sein? Versteht ihr was ich meine? Auch wenn sie die Mehrheit darstellen sollte, gibt es vielleicht noch immer eine Person da, für die der Liebesroman von Cecilia Ahern über allem steht. Und somit kann weder ich noch die Literaturwissenschaftler allgemeingültige Aussagen über das Niveau und die Wertigkeit von Literatur bringen. Und wie sphere es so treffend formuliert hat: "Es schadet nicht nur nicht, Sachen zu hinterfragen, es ist sogar Pflicht jedes mündigen Menschen!" Und dass muss auch jede Wissenschaft tun.

Bewusst habe ich mich übrigens von anderen Wissenschaften distanziert, weil ich mich in diesem Moment nicht damit auseinander setze. Mit Mathematik und dergleichen hat unsere Diskussion nichts zu tun.

Arbutus kommentierte am 23. August 2014 um 18:30

Liebe sphere,

ich habe die Kommentare der anderen noch nicht gelesen, vermute aber, dass Dich einige in der Luft zerreißen werden, da Du Deinen Beitrag mitten in einer Hochburg von Krimi- und Dark-Fantasy-Fans platziert hast. Ja was soll ich dazu sagen? Ich lese auch lieber anderes. Wie aber soll man den Wert des Lesens messen? Geht es beim Lesen überhaupt um einen messbaren Gewinn? Da müsste man ja schon fast aus Protest mit dem Lesen aufhören...

Stattdessen probiere ich es jetzt mal mit der egoistischen "leben und leben-lassen"-Sichtweise (wenn diese überhaupt egoistisch ist): Ich glaube, dass die ganze Krimi- und Fantasy-Mode den Buchhandlungen einen gewissen Auftrieb gegeben hat; zumindest hat es für mich den Anschein. Was gut ist für die Buchhandlungen, ist auch gut für mich, da die Buchhandlungen dadurch vielleicht leichter überleben und mich langfristig weiterhin auch mit der Literatur versorgen können, die mir gefällt (und sei diese auch nur eine Randerscheinung). Außerdem kann ich mir vorstellen, dass ein jüngeres Publikum, das auf Grund einer bestimmten anziehenden Thematik immernhin noch den Weg in Buchhandlungen findet, dort leichter auch mal nach etwas "Niveauvollem" greift, als wenn es die Läden gar nicht betreten würde.

Leia Walsh kommentierte am 23. August 2014 um 18:31

Hier wurde soooo viel gesagt, das auch ich unterschreibe.

Quintessenz ist doch: JEDES Buch ist GUT. Ob MIR ein Buch gefällt, ist völlig unwichtig - irgendjemandem gefällt es eben!

Und auch wenn Dhalang darauf pocht, qualitative Unterschiede festmachen zu können - das ist IMMER subjektiv. Übrigens, Dhalang: ich vergleiche ja auch nicht Tomaten mit Orangen!

Ich persönlich lese, weil ich eben gern lese. Nicht, um "besser" zu sein. Besser als was denn auch? Ich wäre ja immer noch ich, wenn ich lieber fernsehen würde oder stepptanzen oder was auch immer. Ich esse z.B. auch kein Schweinefleisch, aber das juckt doch auch keinen. Ist halt nicht mein Geschmack.

Für mich persönlich ist fernsehen einfach langweilig. Es ist passiv für mich. Lesen ist für mich aktiv. Da geht mein Kopfkino an und mit dem hält einfach ein Film mit. Ob Schmonzette oder Klassiker, das ist doch völlig egal.

In meinem Freundeskreis hat es massig Nicht-Leser. Die sind mir trotzdem wichtig. Ich will sie auch nicht bekehren. Und ich fühle mich nicht "besser" als sie. Lesen ist ein Hobby, eine Freizeitbeschäftigung. Der eine zieht aus einer Schmonzette etwas, das sein Leben verändert, bereichert. Der andere zieht das aus irgendeinem Schinken, den Dhalang als wertvoll erachtet. Das alles ist doch völlig okay.

Wieso muss immer alles gewertet werden?

bundc kommentierte am 23. August 2014 um 18:39

Wieso muss immer alles gewertet werden?

 

Das frage ich mich auch so oft - im Allgemeinen, nicht im Speziellen auf diesen Thread bezogen. Natürlich schadet es nicht Sachen zu hinterfragen, aber dieses Sch...vergleichspielchen immer und überall nervt manchmal ganz schön...

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