Ole R. Börgdahl fragte am 11.01.2018 | Lesegewohnheiten

Wer kennt Émile Zola?

Wer hat schon von Anna Coupeau gehört?

Wer war schon im Bauch von Paris?

Oder im Paradies der Damen?

 

 

Kommentare

schwadronius erwähnte am 11. Januar 2018 um 19:59

aaaaaalptraum, französisch leistungskurs. :D.

sollten wir zu guy de maupassant, arthur rimbaud oder gustave flaubert kommen, "kenne" ich - mit.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 11. Januar 2018 um 21:41

Bitte schlechte Kindheitserfahrungen ausblenden.

Ira kommentierte am 12. Januar 2018 um 18:16

Warum? Sowas gehört doch genauso dazu wie meine positiven Erinnerungen. Beweis ihr doch lieber, dass es sich lohnt, sich diesen Erinnerungen zum Trotz auf Zola einzulassen.

schwadronius meinte am 12. Januar 2018 um 19:06

es gibt lehrer, die ihren lieblingsautor bis zum erbrechen durchkauen. und noch ein werk, und noch ein werk ... und noch eins. das meinte ich mit alptraum. sowas kenne ich von einem freund mit brecht. dessen deutschlehrerin ließ ihn viele brecht - werke lesen.

émile läse ich freiwillig garantiert nicht mehr auf französisch. auf deutsch vielleicht. rein subjektiv. es steht außer frage, daß er gute werke lieferte.

von guy jedoch könntest du mir jedes buch hinlegen. :).

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 19:55

Das ist ein Plädoyer... Bel Ami... Lies Klemperers Übersetzung bzw. Ritas...

 

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 19:53

Meinst Du, das sollte ich tun? Gut, Du hast recht.

Doch zunächst eine Weisheit: "Es wir der Tag kommen, da ist die Erinnerung mehr als das Leben.​" Warum Zola? Du öffnest die Augen nur, um die Worte zu lesen... Dann kommen die Bilder und die anderen Sinne werden geweckt. Das alles nur durch die Worte die zu Sätzen, zu Abschnitte, ganzen Seiten und zu einem wunderbaren Werk werden.

Pocci kommentierte am 11. Januar 2018 um 20:14

Ich habe Germinal und Nana gelesen - soweit ich mich erinnere, waren die auch ganz okay.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 11. Januar 2018 um 21:42

Band 9 und Band 13 und was ist mit den anderen und warum nicht in der richtigen Reihefolge gelesen?

Pocci kommentierte am 12. Januar 2018 um 17:15

Beide Bücher waren jeweils Teil einer größeren Kiste mit "Klassikern" bzw. "Meisterwerken" der Weltliteratur (gab es vor Jahren mal bei Weltbild). Zu dem Zeitpunkt wusste ich gar nicht, dass es davon mehrere Bände gibt. In welcher Reihenfolge ich die beiden Bände gelesen habe, kann ich auch gar nicht mehr sagen. Sie sind mir allerdings auch nicht als so herausragend in Erinnerung geblieben, dass ich später dann das Bedürfnis hatte, die übrigen Bände zu besorgen.

Ira kommentierte am 12. Januar 2018 um 18:42

Ein sehr logischer Grund, wobei sowieso nicht alle Bände so populär waren, so weit ich das erinnere.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 19:58

Das mag sein. Ich hatte jedenfalls den Anspruch alles von A-Z zu lesen. Es war natürlich eine Mammutaufgabe, mal vom Vergnügen abgesehen.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 19:57

Warum macht Weltbild das. Gut, nan kann jeden Band unabhängig lesen, aber...

Nana ist wirklich so nana, aber Germinal hat mir persönlich sehr gut gefallen.

Ira kommentierte am 11. Januar 2018 um 20:36

Ich habe französische Literatur studiert, da gehört das dazu, allerdings hatten wir die Bücher auch zuhause, bei uns wurden auch viele Klassiker gelesen.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 11. Januar 2018 um 21:44

Das finde ich toll. Ich bin über Dreyfus auf Zola gekommen, habe aber nicht das Original, sondern die Übersetzung aus der Klemperer-Schule gelesen.

Zieherweide kommentierte am 11. Januar 2018 um 21:22

Ich habe "Nana" gelesen. Und wie auch die anderen beiden französischen Bücher, war ich nicht wirklich davon begeistert. Aber es muss einem ja auch nicht alles gefallen.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 11. Januar 2018 um 21:45

Wie gesagt, Nana ist Band 9. Sie wird in Band 7 (Der Totschläger) geboren. Alles hängt irgendwie zusammen.

Zieherweide kommentierte am 12. Januar 2018 um 07:01

Das hat nicht wirklich was damit zu tun, dass es ein reihenbuch ist. Mir lag der schreibstil nicht besonders und der Inhalt war einfach nicht meins. Ich hätte nie im Leben 8 Bücher vorher gelesen.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:00

Und wohl auch nicht 11 danach, was doch in Ordnung ist.

Genau das will ich hier hören, eine Meinung und kein Lobgesang und wer Zola noch nicht kennt, soll angeregt werden, es wenigstens zu probieren.

Brocéliande kommentierte am 11. Januar 2018 um 22:48

Nun ja; dem Namen nach ja, aber gelesen habe ich noch nichts von ihm...

Ole R. Börgdahl kommentierte am 11. Januar 2018 um 23:10

Solltest Du probieren, wenn Du Dich ein wenig für Klassiker interessierst und wenn Dir dieser Schreibstil zusagt: 

Inmitten der tiefen Stille zogen durch die menschenleere, ansteigende Allee die Karren der Gemüsegärtner nach Paris mit dem gleichmäßigen Kreischen ihrer Räder, dessen Widerhall an die Mauern der Häuser schlug, die zu beiden Seiten der Straße hinter den verschwommenen Linien der Ulmen in nächtlicher Ruhe dalagen. An der Brücke von Neuilly waren ein Karren Kohl und ein Karren Bohnen zu den acht Karren weißer und gelber Rüben gestoßen, die von Nanterre kamen; die Pferde gingen allein gesenkten Kopfes mit ihrem ausdauernden, trägen Schritt, den der ansteigende Weg noch verlangsamte. Auf ihrer Gemüseladung oben, zugedeckt mit ihren schwarz und grau gestreiften Mänteln, schlummerten die Kärrner mit den Zügeln in der Faust. Trat ein Wagen aus einem in Schatten liegenden Straßenabschnitt heraus, dann beleuchtete das Gaslicht die Nägel eines Schuhes, den blauen Ärmel einer Bluse, die Spitze einer Mütze mitten unter den riesigen Bündeln roter und weißer Rüben, dem überquellenden Grün der Bohnen und der Kohlköpfe. Und auf der Straße wie auf den benachbarten Wegen, vorwärts und rückwärts kündigte das ferne Knarren von Fuhrwerken gleiche Züge an, einen ganzen Markt, der durch die Dunkelheit und den Schlaf der zweiten Morgenstunde sich bewegte und die im Schatten liegende Stadt in dem Geräusch dieses Zuges von Nahrungsmitteln wiegte.

 

LySch kommentierte am 11. Januar 2018 um 23:06

Ich kenne nur die Serie "The Paradise", die auf dem " Paradies der Frauen"-Roman von ihr beruht.
Die Serie konnte mich jedoch nicht begeistern; ist nämlich von der Handlung her wie GZSZ im 19.Jahrhundert xD

florinda kommentierte am 12. Januar 2018 um 06:47

"...die auf dem " Paradies der Frauen"-Roman von ihr beruht"

von IHM, nicht von ihr! Ich zitiere "Tante Wiki":

Émile Édouard Charles Antoine Zola (* 2. April 1840 in Paris; † 29. September 1902 in Paris) war ein französischer Schriftsteller, Maler und Journalist.;-)

Bei mir subt Germinal, zu dem kam ich über die Verfilmung von Irving Stones "Lust for Life"-"Ein Leben in Leidenschaft-Vincent van Gogh", worin es um das Leben in der Borinage ging.

LySch kommentierte am 12. Januar 2018 um 10:54

Oh danke! Wieder was gelernt! ;)
Haha, ich dachte echt immer, dass das eine Dame ist xD

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:04

Hätte ja auch sein können. Ich muss demnächst mal sehen, welche "Damen" zu Zolas Kolleginnen gehörten.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:03

Gut aufgepasst. Was Filme betrifft, gibt es ganz neu einen mit Zola und und einen mit Gauguin.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:01

Kannte ich jetzt nicht, also die Serie. Das Buch ist vielleicht besser. Mir hat es gefallen.

 

marsupij kommentierte am 12. Januar 2018 um 07:27

Ich habe L'Assomoir, Nana und Germinal gelesen, weitere Werke in Auszügen. Und natürlich sein J'accuse!

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:06

Der Totschläger und Nana passen zusammen, obwohl da noch etwas zwischen liegt.

Germinal finde ich toll.

Bei J'accuse​ denke ich an Dreyfus. Kennst Du die Einzelheiten?

Bibliomarie kommentierte am 12. Januar 2018 um 09:36

War im Literaturuntericht auf der Leseliste. Ich habe Germinal und Nana gelesen.

Sollte man vielleicht mal wieder rausholen - aber es wartet auch soviel Neues.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:08

Die beiden Titel werden häufig genannt, interessant. Das ist sowieso ein Problem. der hier so häufig zutierte "SUB" wird bei niemandem je abgebaut, behaupte ich. Darum spart man vielleicht etwas, wenn man die Klassiker weglässt.

Bibliomarie kommentierte am 13. Januar 2018 um 09:37

Ich bin auch gar nicht der Meinung, dass man jedes Buch eines Autors gelesen haben muss. Die Rougon-Macquarts  umfasst immerhin 20 Bände und nicht jedes interessiert gleich. Ich kenne z.B.auch kaum jemanden der bei Proust über die ersten 2-3 Bücher der Verlorenen Zeit hinausgekommen ist.

Klassiker habe ich nicht auf dem SUB - wie überhaupt der Begriff nicht ganz zutrifft. Ich habe eine Liste und mancher Titel darauf erledigt sich im Lauf der Zeit selbst.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 13. Januar 2018 um 11:43

Das stimmt natürlich, das schafft man gar nicht, wenn man sie "breit" aufstellen möchte. Bei den Rougon-Macquarts​ war es bei mir so, dass ich es eben ganz gerne von 1 bis 20 lesen wollte. Da habe ich natürlich auch die "Bestseller" der Reihe gelesen, die hier genannt wurden. Insgesamt hat mir alles recht gut gefallen, hat mich sogar beeindruckt. Meine Ansicht...

Und ich tue mich ansonsten auch schwer, einen Klassiker zwischen meine aktuellen Bücher einzufügen. Oft mache ich es für Recherchen zu meinen eigene Büchern. Mein SUB, wenn ich den überhaupt habe reicht nur zwei, drei Bücher weit. Oft entscheide ich kurzfristig, was ich als nächstes lesen werden.

Tom22 kommentierte am 12. Januar 2018 um 10:15

Kenne das Buch "Paradies der Damen;" hat mir vor ca. 30 Jahren bei Erstlesung gut gefallen!

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:08

Dann liegen noch 19 Bände vor Dir.

Arietta kommentierte am 12. Januar 2018 um 12:53

Ich habe von ihm Nana, gelesen....aber das ist schon eine ewigkeit her.....

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:09

Dann sind es bei Dir auch noch 19...

Gittenen kommentierte am 12. Januar 2018 um 19:20

Ich habe von Zola ,Therese Raquin gelesen zwar auf deutsch aber freiwillig. Hat mir gut gefallen wahrscheinlich weil ich nicht gezwungen war ,da sind  Bücher meistens besser. 

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 20:11

So, und da muss ich jetzt passen. Therese Raquin​ liegt noch bei mir herum, sogar doppelt, aus dem Antiquariat. Ist auf meinem "SUB", wenn ich einen hätte. Ich habe keinen, weil ich auch viel für Recherchen lese und da richtet sich meine Literatur oft nach dem jeweiligen Buchprojekt, an dem ich arbeite.

Ira kommentierte am 12. Januar 2018 um 22:02

Gegenfrage - warum so ein starkes Plädoyer für Zola?  Hast Du eine besondere Bindung zu ihm oder sind es die Klassiker an sich? Meine Mutter hat Zola geliebt, ich fand ihn auch gut, aber Sartre, Jean Anouilh  oder Montesquieus Lettres Persanes mochte ich viel lieber. Ebenso Hemingway und Graham Greene oder  Charles Dickens, Tolstoi, Böll oder auch ein Jules Verne.

schwadronius erwähnte am 12. Januar 2018 um 22:08

jules vernes sprachrhythmus klingt schon wie eine reise. :).

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 23:06

Nellie Bly alias Elizabeth Jane Cochran hat Jules Verne getroffen und danach die "Reise um die Welt in 80 Tagen" selbst ausprobiert...

Ole R. Börgdahl kommentierte am 12. Januar 2018 um 23:04

Es ist kein Plädoyer für Zola.

Ich habe gar keinen Lieblingsautor und ich habe auch kein Lieblingsbuch. Es gibt nur Bücher, die mich beeindruckt haben. Ein Buch das mich nicht beeindruckt hat, ist aber nicht automatisch schlecht.

Ich habe noch nie ein schlechtes Buch gelesen. Warum? Wenn mich ein Buch erreicht, dann ist es ein fertiger Roman, eine fertige Geschichte. Der Autor hat sich Gedanken gemacht und diese Gedanken umgesetzt. Ich respektiere die Umsetzung. Ich lese das Ergebnis. Ich entscheide dabei nicht, ob ich die Protagonisten anders beschrieben oder in anderen Rollen besetzt hätte oder ob ich einen anderen Anfang besser finden würde oder ob am Ende noch Fragen offen geblieben sind oder ob ich es überhaupt anders gemacht hätte. 

Alles soll so sein, weil ich als Leser nicht entscheide, wie etwas auszusehen hat, sondern ganz allein der Autor. Das ist der imaginäre Vertrag, den ich unterschreibe, wenn ich das Buch eines anderen lese. Ich darf aber sehr wohl entscheiden, ob mich ein Thema, ein Genre interessiert. Ich darf auch entscheiden, ob ich Themen oder Genres, die mich eigentlich nicht interessieren, doch lese. Habe ich diese Entscheidung getroffen, gilt wieder das, was ich oben erwähnt habe. Ich habe noch nie ein schlechtes Buch gelesen.Und ich lese jedes Buch zu Ende, wenn ich es einmal begonnen habe.

Kopfzeile kommentierte am 16. Januar 2018 um 08:40

Bislang las ich noch kein Werk von Zola, möchte dies jedoch im Laufe des Jahres ändern, da ich auf einem Flohmarkt 'Das Tier im Menschen' erwarb. Nun stellte ich nach dem Kauf fest, dass die Geschichte der vierzehnte Teil des Rougon-Macquart-Zyklus darstellt. Können denn die Teile quasi unabhängig voneinander gelesen werden oder ist das Wissen um die andere Teile essentiell, um die Handlung(en) verstehen zu können? Vielleicht mag mich ja ein Zola-Leser aufklären. :)

Ole R. Börgdahl kommentierte am 16. Januar 2018 um 17:26

Du kannst „DasTier im Menschen“ oder „Bestie Mensch“ in jedem Fall unabhängig vom Rest des Zyklus lesen. Diesen Band fand ich übrigens auch sehr gut. Ich habe nur deswegen in der richtigen Reihenfolge gelesen, weil ich mir gleich das Gesamtwerk gekauft habe. Es war natürlich eine Mammutaufgabe, aber am Ende war ich glücklich, es gelesen zu haben. Was ich aus dem Zyklus noch empfehlen kann: „Der Bauch von Paris“ und „Germinal“. Aber auch die anderen Bände haben das gewisse Extra...

Viel Spaß mit Deinem Buch.

Gruß

Ole

Kopfzeile kommentierte am 16. Januar 2018 um 19:22

Oh super! Vielen Dank für die Antwort. Dann steht meinem diesjährigen Vorhaben nichts mehr im Wege. Deine Empfehlungen notierte ich mir sogleich. Sollte mir Zolas Schreibstil zusagen, weiß ich somit, wozu ich als nächstes greifen könnte. :)

 

Ole R. Börgdahl kommentierte am 16. Januar 2018 um 21:22

Hier kannst Du mal online in die anderen Bücher hineinlesen. 

http://gutenberg.spiegel.de/autor/emile-zola-663

Hier finden sich sogar die Gesamtausgaben.