Ole R. Börgdahl fragte am 03.05.2018 | Sonstiges

Welche Bedeutung hat "Zeit" als (ein) Thema in einem Roman?

Beispiele: 

"…siehst Du die Sekunden gehen, die Minuten auch. Die Stunden ziehen, die Tage, die Wochen. Doch mir wiegt die Zeit nicht schwer. Denn ich bin der, der aus der Unendlichkeit kam und in die Ewigkeit geht. Und die Väter und die Väter der Väter und hunderte von Generationen davor, sind gegangen und ich war. Und die Kinder und die Kinder der Kinder und hunderte von Generationen danach werden kommen und ich bin…" (unbekannt)

"Die Zeit tickt dir Falten auf die Stirn
Manche Pläne aus dem Hirn
Tickt dich wund und tickt dich zynisch
Die Zeit tickt dein Leben schnell vorbei
Tickt dich fest und tickt dich frei" (van Veen)

 

Kommentare

katzenminze kommentierte am 03. Mai 2018 um 10:12

Oh, da kommen unangenehme Erinnerungen am "Cox oder Der Lauf der Zeit" hoch.... Sie bauen da Uhren, die die Zeit eines Kindes oder eines Sterbenden messen. Es war leider ziemlich langweilig. ;)

naibenak kommentierte am 03. Mai 2018 um 11:19

Schöne Beispiele!!! Zeit ist ja ein Thema, über das sich prima und gern philosophieren lässt ;) Manchmal mag ich's, aber nicht immer. Kommt natürlich - wie bei allem - darauf an. Es sollte nicht allzu sehr ausgeholt werden, das könnte dann vielleicht irgendwann langweilen. Aber in netten Portionen an den richtigen Stellen ist es echt spannend und schön!

Wenn es aber Richtung Zeitreisen geht, bin ich bis auf wenige Ausnahmen weitgehend raus. Ist nicht so meine Ecke.

 

Ole R. Börgdahl kommentierte am 21. Mai 2018 um 12:44

Zeitreisen ist auch nicht so mein Ding.

wandagreen kommentierte am 03. Mai 2018 um 11:39

Eine sehr große, sonst geht es ja nicht voran. Es ward Morgen, Mittag und Abend. Dann Nacht. Dann wieder ein Morgen, Mittag und Abend. Zeit. Zeit. Zeit. Auch die Rückblenden und Erinnerungen erfordern den Zeitfaktor, erstaunlicherweise. Damals, gestern, vorgestern und wieder damals. Weißt du noch? Anno 1848? Da gings rund! Oder vor zehn Minuten, schon wieder der Zeitfaktor! Ohne ihn gehts halt nicht.

naibenak kommentierte am 03. Mai 2018 um 11:44

Ha stimmt! Die Bedeutung im Allgemeinen war ja eigentlich gefragt *hüstel* ;) Hast du super zusammengefasst!!! :)

Michael H. kommentierte am 03. Mai 2018 um 12:00

Leider keine Zeit hierauf einzugehen.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 21. Mai 2018 um 12:42

Keine Zeit zum ..., keine Zeit zum Leben...

Diana Pegasus kommentierte am 03. Mai 2018 um 16:57

Sorry, aber gibt es für Fragen stellen eigentlich noch Punkte??????

Ole R. Börgdahl kommentierte am 21. Mai 2018 um 12:41

Ich will gar keine Punkte, wobei das hier wohl der Sinn von "Was liest Du" ist. Das vergesse ich leider immer wieder...

FIRIEL kommentierte am 03. Mai 2018 um 18:17

Bei deiner Überschrift dachte ich, du spielst auf Proust an. Aber nun weiß ich mal wieder gar nicht, wohin deine Frage zielt. 

Ich gehe dann mal in Wandas Richtung: Sobald du eine Handlung hast, gibt es auch den Zeitfaktor.

bootedkat kommentierte am 03. Mai 2018 um 20:07

Deine Beispiele klingen eher nach Lyrik als nach einem Roman.

Ansonsten kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen: um die Bedeutung von Zeit näher zu definieren, braucht man schon den Kontext bzw. bei Gedichten das vollständige Gedicht.

Im Allgemeinen kann Zeit als Thema dabei aber auch über die Geschichte hinausgehen und sich in der erzählten Zeit, also wie Zeit erzählt wird, widerspiegeln. Wird chronologisch erzählt? Oder gibt es Vorgriffe in die Zukunft, Rückgriffe in die Vergangenheit?

Die Bedeutung von Zeit in verschiedenen Literaturgattungen ist eine ganze Forschungsrichtung in der Literaturwissenschaft, die sich wahrscheinlich unmöglich in einer Forumsdiskusion hinreichend erklären lässt.
Wenn du dich gerne mal in das Thema Zeit im Roman einlesen willst, kann ich dir "Zeit und Roman: Zeiterfahrung im historischen Wandel und ästhetischer Paradigmenwechsel vom sechzehnten Jahrhundert bis zur Postmoderne" von Martin Middeke empfehlen. Da findest du verschiedene Texte dazu, wie Zeit im Roman ausgedrückt werden kann und welche Bedeutung sie dabei jeweils einnimmt.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 03. Mai 2018 um 20:19

Ein kleine Frist Songtext (Herman van Veen)

Die Zeit tickt dir eine kleine Frist
Tickt die Schärfe aus dem Zwist
Tickt dich hierhin, tickt dich dahin

Die Zeit tickt dir Falten auf die Stirn
Manche Pläne aus dem Hirn
Tickt dich wund und tickt dich zynisch

Die Zeit tickt dein Leben schnell vorbei
Tickt dich fest und tickt dich frei
Und der Hahn kräht "Guten Morgen"

Die Zeit tickt die Ecken rund
Und tickt dich gesund
Tickt die Dornen von den Rosen

Die Zeit tickt die Lüge wahr
Tickt das Trübe klar
Und macht die Dummen klüger

Die Zeit tickt die Sonne auf die Welt
Und wenn sie herunterfällt
Dann ist die Uhr kaputt... 

https://youtu.be/P731J-J12VM

Ole R. Börgdahl kommentierte am 03. Mai 2018 um 20:29

"…siehst Du die Sekunden gehen, die Minuten auch. Die Stunden ziehen, die Tage, die Wochen. Doch mir wiegt die Zeit nicht schwer..." 

https://youtu.be/96gaQ52kiVY

FIRIEL kommentierte am 03. Mai 2018 um 20:32

???

Ole R. Börgdahl kommentierte am 03. Mai 2018 um 20:39

      

Ole R. Börgdahl kommentierte am 21. Mai 2018 um 12:39

Hat der Link nicht funktioniert? Oder verstehst Du den Text im Video (in den Untertiteln) nicht?

lesesafari kommentierte am 03. Mai 2018 um 22:34

In den zitierten Texten ist die Zeit ja direkt als Thema/Motiv, direkt als Zeit/Stunde/Minute/Sekunde genannt. Ich weiß gar nicht, wie ich es ausdrücken soll, aber in diesem Fall finde ich "Zeit" oberflächlich und tiefgründig, dass man noch etwas daraus ziehen kann. Hier wird Zeit einfach nur als Zeiteinteilung beschrieben. Bei solchen Fragen nach direkten Stichworten gucke ich ja immer als erstes in mein Lieblingsbuch "Themen und Motive der Literaturwissenschaft", da wird alles schön beschrieben und mit Beispieltexten belegt.

Ole R. Börgdahl kommentierte am 21. Mai 2018 um 12:37

Leider sind die "Literaturwissenschaften" keine exakten Wissenschaften. Spielraum für Interpretationen können sich Physik und Mathematik nicht leisten, es sei denn wir sprechen über Chaostheorie. Aber das führt hier zu weit. Literatur ist Kunst, Kunst erfindet sich immer wieder neu. Ist Dein Lieblingsbuch eine Online-Ausgabe, die stetig aktualisiert wird?