Scylla fragte am 03.03.2017 | Ich suche

Erzählung gesucht

Hallo liebe Wld'ler,

ich suche eine Erzählung, die wir damals in der Schule im Unterricht behandelt haben. Ich habe mir schon die Finger blutig gegoogelt, aber bin nicht fündig geworden. Kann mir jemand mit einem Titel und / oder dem Autoren helfen?

Die Handlung: Es ist Weihnachten. Während andere mit ihren Familien im warmen an reich gedeckten Tischen sitzen, sitzt ein alter Mann einsam draußen in der Kälte. Er fasst den Plan, sich verhaften zu lassen, um wenigstens für den Rest des Winters ein Dach über dem Kopf und etwas warmes im Magen zu haben. Trotz größter Anstrengungen, gelingt es ihm jedoch einfach nicht, sich festnehmen zu lassen. Z. B. schmeißt er mit einem Stein ein Schaufenster ein und bleibt am Tatort stehen. Doch niemand will ihm glauben, dass er es gewesen ist. Als er schließlich zu einer Kirche kommt und kurz stehen bleibt, um dem Gesang zu lauschen, tauchen Polizisten auf und nehmen ihn fest, weil sie denken, er führe etwas im Schilde.

Danke im Voraus.

Kommentare

Susi kommentierte am 03. März 2017 um 17:38

Hatten wir auch in der Schule, aber ich glaube im Religionsunterricht oder als wir Kurzgeschichten durchgenommen haben. Gibt es das nicht auch als schwarzweiß Film ? Evtl. mit Charlie Chaplin, der hat doch auch kurzfilme gemacht.

Hast Du mal unter weihnachtliche Kurzgeschichten geguckt ? Vielleicht ist es auch von Erich Kästner. Zu seinem Humor würde die Geschichte passen.

Viel Erfolg bei Deiner Suche. Falls Du fündig wirst, kannst Du es uns ja wissen lassen, denn jetzt hast Du mich neugierig gemacht. 

Scylla kommentierte am 04. März 2017 um 14:23

Da wir hier leider nicht wirklich zu einem Ergebnis kommen und thematisch inzwischen bereits beim Versagen des deutschen Schulsystems sind, gebe ich meine Suche hier auf und versuche anderweitig etwas herauszufinden. Sollte ich fündig werden, gebe ich mein Ergebnis an dich weiter.;)

Scylla kommentierte am 04. März 2017 um 16:27

Ich bin fündig geworden! Tatsächlich wurde die Geschichte bereits vor Rühmann verfilmt, mit Charles Laughton und Marilyn Monroe (in s/w). Ich habe jemanden gefunden, der die ältere Verfilmung und sogar die Kurzgeschichte kannte. Sie wurde verfasst von O. Henry mit dem originalen Titel "The Cop and the Anthem". In Deutschland unter dem Titel "Der Vagabund und die Gerechtigkeit" in dem Sammelband "Die Stimme der Stadt" erschienen.

Steve Kaminski kommentierte am 03. März 2017 um 18:14

Oder von Borchert?

lesesafari kommentierte am 03. März 2017 um 20:27

Der fiel mir auch ein. Das erinnerte mich so an die Geschichte mit dem Ehepaar am Tisch (wie auch immer das weiter ging) und irgendeine 3 Königs-Geschichte. Nachkriegs-Kurzgeschichten.

Steve Kaminski kommentierte am 03. März 2017 um 23:14

Genau, es gibt was mit drei Männern, die u.a. ein Stück Holz oder so da lassen, als Hl. drei Könige nach dem Krieg.

lesesafari kommentierte am 04. März 2017 um 17:23

Irgendwas mit Zigarren :D Ich glaube, es ging darum, dass es in der Nachkriegszeit so mies war und an Weihnachten oder so, kommen die 3 Männer mit einer Zigarre, die das absolute Luxusgut ist und alle sind megaglücklich.

Steve Kaminski kommentierte am 06. März 2017 um 08:56

"Die drei dunklen Könige" heißt die Erzählung. - Ich habe gerade mal gegoogelt:

In den Trümmern einer durch Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs zerstörten Stadt sucht ein Mann nach Holz. Er kehrt zurück zu seiner Frau, die vor einer Stunde ein Kind geboren hat. Während die Mutter erleichtert ist, dass ihr Kind lebt, und das schlafende Neugeborene im Schein des Holzofens von einem Heiligenscheinumgeben sieht, ist der Vater von tiefem Zorn über die Kälte und die elenden Umstände erfüllt, unter denen die Geburt stattfinden musste. Vergeblich sucht er nach jemandem, den er dafür verantwortlich machen und an dem er seine Wut auslassen kann.

Drei Männer in alten Soldatenuniformen werden vom Feuerschein angelockt und treten ins Haus, um sich aufzuwärmen. Der erste Soldat hat nur noch Armstümpfe, weil ihm seine Hände erfroren sind. Er schenkt dem Vater Tabak. Der zweite Soldat hat Ödeme an den bandagierten Füßen. Er schenkt dem Kind einen Esel aus Holz, an dem er sieben Monate geschnitzt hat. Der dritte Soldat hat ein Nervenleiden und zittert ununterbrochen. Er habe im Krieg zu viel Angst gehabt, erklären seine Kameraden. Er schenkt der Mutter zwei Bonbons.

Als sich die drei Soldaten über das Kind beugen, schreit es aus Leibeskräften. Daraufhin gehen sie wieder. Der Mann sinniert, sie wären sonderbare Heilige gewesen, doch die Frau verweist auf das Kind, das jetzt ganz lebendig sei, so schreie es. Sie erinnert daran, dass Weihnachten sei. Am Ende wird das schlafende Kind vom Feuerschein erleuchtet.

Leia Walsh kommentierte am 03. März 2017 um 18:19

Ich kenn das aus "Diener und andere Herren" mit Heinz Rühmann. Diese Story war "Obdachlos im People's Park", Ende der 70er Jahre.

Scylla kommentierte am 03. März 2017 um 19:04

Danke Leia! Dabei handelt es sich scheinbar wirklich um die Verfilmung der gesuchten Erzählung. Jetzt suchen wir nur noch nach der Vorlage.^^

sphere klugscheißerte am 03. März 2017 um 20:42

Nur mal so:

"Dabei handelt es sich anscheinend wirklich um..."

Scylla kommentierte am 03. März 2017 um 21:02

Danke für diesen aufschlussreichen Kommentar, sphere. Und in wie fern hilft mir das nun weiter? Auch wenn Leias Hinweis wirklich hilfreich war, hat es mich bei meiner Suche nach Autor und Titel bisher nicht wirklich weiter gebracht. Google spuckt keine Informationen dazu aus. Gerne darfst du dich aber an der Suche danach beteiligen.;)

sphere kommentierte am 03. März 2017 um 22:12

Ich habe gar nicht kommentiert...ich habe kluggescheißert :D

Dennoch sehe ich meinen Post als hiflreich: so kannst du zukünftig richtig zwischen scheinbar und anscheinend unterscheiden :)

Lilli33 kommentierte am 04. März 2017 um 16:46

Ich schätze, der Sinn deines Beitrags geht unter, weil leider nur noch den wenigsten Menschen der Unterschied zwischen "scheinbar" und "anscheinend" geläufig ist.

wandagreen kommentierte am 05. März 2017 um 08:24

Ja, man wird immer ungebildeter in den hiesigen Gefielden (und ist auch noch stolz drauf), man wäre versucht, dumm zu sagen, tut es aber nicht ;-).

Leia Walsh kommentierte am 04. März 2017 um 10:37

Nicht zu jedem Film gibt es ein Buch als Vorlage. Ich gehe stark davon aus, dass es einfach nur ein Film ist, ganz ohne Vorlage (bzw. mit Drehbuch, aber eben nicht Buch oder Kurzgeschichte),

Vielleicht habt Ihr in der Schule den Film gesehen oder Du erinnerst Dich "falsch" an die Sache zurück.

Sphere - eine meiner engsten Freundinnen ist Lehrerin und verwechselt "anscheinend" und "scheinbar" auch immer. Noch dazu feiert sie "Sylvester" und ist ein "Frack". Mich wundert inzwischen nicht mehr, woher die PISA-Ergebnisse kommen. Aber da man von mir verlangt, auf meinen Fingern sitzen zu bleiben, solltest Du das wohl auch.

Susi kommentierte am 04. März 2017 um 15:29

Nein, Leia, es ist definitiv eine Geschichte, denn wir hatten sie auch in der Schule. Habe mir das Filmchen aus den 70gern angeguckt, nachdem ich es hier gelesen habe. Den Film kannte ich nicht, aber ich gleube, ich habe mal einen Schwarzweißfilm davon gesehen.  Aber wie gesagt, gelesen habe ich die Geschichte auch mal. Vermute immer noch Kästner oder wie jemand sagte, Borchert.

Leia Walsh kommentierte am 04. März 2017 um 15:55

Für Borchert ist es nicht düster genug, meine ich. Da ich den gern lese, wäre mir bestimmt die passende Geschichte eingefallen.

Und für Kästner ist es zu wenig lustig, wie ich finde.

Brocéliande kommentierte am 04. März 2017 um 19:36

Ich wüsste zu gerne, welche literarische Vorlage zu dem o.g. Film Du meinst - aber leider kenne ich die Geschichte nicht: Allerdings bin ich mal über ein Film-Forum zu dem Originaltitel gekommen, den ich damals suchte (auch ein sehr alter engl. Film in s/w) - in diesen Foren gibt es sehr hilfreiche Leute :-)

Ich hoffe, Du wirst fündig - und denke, dass die Unterscheidung zwischen 'anscheinend' und 'scheinbar' hier eine zweitrangige Rolle spielen dürfte :)) Viel Glück jedenfalls!