Chantal fragte am 30.10.2017 | Ich suche

Kinderbuch gesucht!

Hallo Zusammen,

meine Nichte hat bald Geburtstag (7) und interessiert sich zunehmend mehr für Bücher, weshalb ich ihr gerne eines schenken würde.

Leider habe ich etwas Schwierigkeiten eines nach meinen Vorstellungen zu finden, denn ich suche nach Illustrationen die Vielfältig sind und nicht nur weiße Kinder zeigen. Zudem haben viele Kinderbücher auch einen unterschwelligen Unterton, den ich gerne vermeiden würde.

Hat jemand einen Tipp?

Danke und liebe Grüße!

Kommentare

Susi kommentierte am 30. Oktober 2017 um 20:03

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer von Michael Ende. Jim ist Afrikaner, Li Sing (?) Chinesin und es kommen noch andere Kinder vor.

Chantal kommentierte am 30. Oktober 2017 um 20:24

Ja, daran hatte ich auch schon gedacht, aber das ist sprachlich ziemlich veraltet (N-Wort) und ich weiß nicht, ob sie nicht davon schokiert ist, dass Jim ja in einem Paket ankommt... :/ Vielleicht durchdenke ich das auch zu viel...

Susi kommentierte am 30. Oktober 2017 um 20:28

es ist immer noch bezaubernd und gerade, wenn man einem Kind vermitteln will, dass Hautfarbe und Herkunft keine Rolle spielen, ist es ideal.

Giselle74 kommentierte am 30. Oktober 2017 um 21:37

Das N-Wort? Pack Deine Nichte nicht in Watte.Wie wunderbar, die Gelegenheit zu haben, zu erklären, dass man früher einige Menschen Neger genannt hat und warum man das heute nicht mehr tut. Früher war so einiges anders, Kinder verstehen das meistens recht schnell und sehr gut. Und im Endeffekt sollte es auch nicht darum gehen, ob jede Hautfarbe vorkommt, sondern darum,ob die Geschichte gut ist oder nicht, ob sie verzaubert, Welten öffnet, Abenteuer erleben lässt.

Mein Sohn mochte in dem Alter schon die Zeitdetektive. Das ist dann ein bißchen Geschichtsunterricht. Was ich gerne empfehle ist "Der schwarze Hund" von Levi Pinfold. Da geht es um Vorurteile und den sinnvollen Umgang damit. Dann die Reihe um Komissar Gordon von Ulf Nilsson, da lösen eine Kröte und eine Maus im Wald Fälle, bei denen Kinder durchaus etwas über Miteinander und Sozialverhalten lernen. Und die Muskeltiere von Ute Krause über den Wert von Freundschaft.

FIRIEL kommentierte am 31. Oktober 2017 um 07:29

Und wenn man sehr kritisch ist, ist auch Jim Knopf in manchen Punkten fragwürdig. Auch dieses Buch bestätigt Vorurteile - denkt an den Unterricht bei Frau Mahlzahn in der Drachenstadt: Jim kann nicht lesen, und Li Si kann alle Fragen beantworten. Dummer Neger, kluger Chinese??

(Hat mich auch nicht davon abgehalten, es meinen Jungen vorzulesen...)

wandagreen kommentierte am 31. Oktober 2017 um 08:03

Müssen Kinderbücher politisch korrekt sein? Dann schlage ich die Kinderbibel vor.

Giselle74 kommentierte am 31. Oktober 2017 um 09:45

Die ist politisch korrekt? Das fängt ja schon bei Adam und Eva an. Wenn ich einen Teller mit Keksen auf den Tisch stelle und verkünde, die darfst Du nicht essen und gehe dann aus dem Zimmer und Du probierst sie doch - dann darf ich Dich nackt vor die Tür setzen?

Chantal kommentierte am 31. Oktober 2017 um 12:17

Meine Nichte ist farbig und fängt an zu fragen, warum in den Büchern nie Kinder sind die so aussehen wie sie und ihre Geschwister. Als ich dann nachgeforscht habe ist mir aufgefallen, dass das im deutschsprachigen Raum tatsächlich eine Lücke zu sein scheint. Daher auch meine Bedenken was Pippi und Jim angeht. Ich möchte ihr kein Buch schenken, bei dem sie sich dann bestärkt darin fühlt, anders als andere zu sein... hätte ich vielleicht oben schon erwähnen sollen...

Giselle74 kommentierte am 31. Oktober 2017 um 12:34

Stimmt, das ist kein Thema hierzulande. Das ist mir auch schon aufgefallen. Meine Vorschläge oben gelten aber weiterhin, weil da hauptsächlich Tiere agieren und Hautfarbe somit kein Thema ist. Wohl aber das Anderssein. In "Der schwarze Hund" geht es zum Beispiel um die Angst vor dem Unbekannten, die den schwarzen Hund in der Vorstellung immer größer und böser erscheinen lässt. Bis einer hingeht und feststellt, daß er erstens nicht groß und zweitens ganz lieb ist. Bei der Kommissar-Gordon-Reihe lösen junge Maus und alte Kröte gemeindam Fälle im Wald. Thema ist auch, wie jung und alt unterschiedlich und doch gemeinsam arbeiten können. Mein Sohn liebt diese Reihe, die definitiv nicht nur für Jungs ist. Und bei den Muskeltieren geht es um Freundschaft und Abenteuer und Käse. Alles Bücher, die ganz sicher keine Gefühle von Andersartigkeit aufkommen lassen.

Wie ist es eigentlich mit Kirsten Boies Reihe über Thabo, einen farbigen Jungen, der Kriminalfälle löst? Ich habe sie noch nicht gelesen, kann also nicht sagen,ob passend oder nicht....

Chantal kommentierte am 31. Oktober 2017 um 18:51

Thabo habe ich auch gesehen, das ist aber ab 10 Jahre empfohlen und sie wird ja erst 7. Dazu kommt dass ihr wenig vorgelesen wird und da wollte ich mit etwas einfachem anfangen...

Arbutus kommentierte am 30. Oktober 2017 um 20:37

Dieses könnte Dir gefallen. Leider ist es nur noch antiquarisch erhältlich.

"Die Märchen der vier Winde"  von Ludvik Askenazy und Jutta Bauer

https://www.amazon.de/dp/340780069X/ref=olp_product_details?_encoding=UT...

 

gaby2707 kommentierte am 30. Oktober 2017 um 21:03

Schau Dir mal die Münsterland-Detektive von Anja Stroot an. Mein kleiner Nachbar ist auch 7 und er liebt die Geschichten. Sind auch noch Bastelanleitungen drin.

Steve Kaminski kommentierte am 30. Oktober 2017 um 21:36

Also - weiße/schwarze Kinder ist nicht das Thema, aber kennst Du "Olaf der Elch" von Volker Kriegel, witzig und mit tollen Illustrationen?

Giselle74 kommentierte am 30. Oktober 2017 um 21:39

Wird Zeit für den Pfau, immer nur Elch oder Biene ist ungesund... ;-)

Steve Kaminski kommentierte am 30. Oktober 2017 um 21:54

Ach, der Hund Locke war auch nett! Oder der Wassermann... Ich werde sehn!

wandagreen kommentierte am 30. Oktober 2017 um 22:10

Der Olaf ist pure Verschwendung für ein Siebenjähriges! Er ist zu gut!

Giselle74 kommentierte am 30. Oktober 2017 um 23:55

Ich finde ja, das Must-read für Kinder ist 'Mathilda' von Dahl.

Steve Kaminski kommentierte am 31. Oktober 2017 um 09:17

@Wändy: Vielleicht - aber wenn er sich ein bisschen dran freut, hat es sich dennoch gelohnt.

Borgel62 kommentierte am 31. Oktober 2017 um 07:29

Von Carolin Philipps gibt es das Buch "Milchkaffe und Streuselkuchen" aus dem Jahr 1996. Wurde 2000 ausgezeichnet mit dem Unesco Kinderliteraturpreis für Toleranz.

Aus dem Jahre 2015 "Linkslesestärke" von Anja Janotta, mittlerweile ist auch ein zweiter Band erschienen.

Dann gäbe es da noch mit einem zwinkern "Shakespeare für Kinder" von Peter Härtling.

FIRIEL kommentierte am 31. Oktober 2017 um 07:33

Für ein siebenjähriges Mädchen würde ich zu Astrid Lindgren greifen. Unterschiedliche Hautfarben spielen da zwar keine Rolle (außer bei Pippi Langstrumpf, und da auch bedenklich), aber die sonstige Botschaft ist ja nun eindeutig wertschätzend, auch bei Außenseitern.

lesebrille kommentierte am 31. Oktober 2017 um 07:50

Eigentlch sind alle Bücher von Astrid Lindgren zu empfehlen. 

FIRIEL kommentierte am 31. Oktober 2017 um 17:35

Mir fällt noch ein Kinderbuch ein: "Paule ist ein Glücksgriff". Paul ist ein farbiges Adoptivkind. Die Hautfarbe wird da häufig thematisiert, aber vor allem wird beschrieben, dass Paul eben ein Kind ist, wie die anderen Kinder auch.

Sarahklein kommentierte am 31. Oktober 2017 um 17:37

Puh das ist echt schwer. Hätte spontan auch Astrid Lindgren gesagt. Oder den Räuber Hotzenplotz.

In dem Alter habe ich unheimlich gerne Hanni und Nanni gelesen. Ist aber auch wieder das Problem, dass die beiden weiß sind.

Denkst du aber es wird besser wenn sie Bücher liest mit farbigen Kindern? Ja sie sind hier in Deutschland zwar anders mit ihrer Hautfarbe aber das ist nichts schlimmes. Das ist denke ich wichtig der Kleinen zu vermitteln. Schwieriges Thema..

Chantal kommentierte am 31. Oktober 2017 um 18:53

Danke für eure Vorschläge und Meinungen! Denke ich werde zu Lindgren greifen und eins mit einem starken Mädchen nehmen!

FIRIEL kommentierte am 31. Oktober 2017 um 20:31

Mir ist noch etwas eingefallen: Die Lola-Serie von Isabel Abedi. Lola hat einen brasilianischen Vater und eine deutsche Mutter - und ist ein sehr starkes Mädchen. Ich weiß aber nicht, ob die Bücher schon ab sieben geeignet sind. Vielleicht guckst du mal rein?

Naoki kommentierte am 01. November 2017 um 18:16

Die Serie ist offiziell ab 8 - klasse Idee, ich mag Abedi sehr gerne.

wandagreen kommentierte am 31. Oktober 2017 um 22:45

Meine Freundin hat Schokokinder. Wir haben da lektüremässig nie Rücksichten genommen, aber immer alles gut erklärt und alles dafür getan, dass die Kinder ein tolles Selbstvertrauen aufbauen. Ich denke, wenn man in dieser Richtung gut arbeitet, muss man keine Angst vor "weißem Buchmaterial" haben. Und dass die Kinder in Westeuropa eine Minderheit sind, sehen sie ja täglich, also muss man das auch thematisieren. Trotzdem könnte sich da im Kinderbuchsektor langsam mal was ändern!!

 

Hermione kommentierte am 01. November 2017 um 16:58

Für welche Themen interessiert sich denn Deine Nichte?

Es gibt so tolle Piratengeschichten, z.B. vom Lesebären (?) oder von Leselöwen....

SommerMond kommentierte am 16. November 2017 um 13:59

Ich finde die Olchis sind klasse Illustriert und Witzig geschrieben.
Von den Olchis gibt es sowohl vorlese Geschichten als auch erstlese Geschichten.