Giselle74 fragte am 09.04.2017 | Ich suche

Literatur aus aller Welt

Da die Kinderbuchfrage ja ganz wunderbare Ergebnisse gebracht hat, versuche ich es gleich mit dem nächsten Thema:

Literaturtipps aus anderen Ländern. Welche Bücher und Autoren könnt ihr empfehlen, die hier vielleicht nicht so gängig sind, es aber verdienen, entdeckt zu werden?

Kommentare

Wolly kommentierte am 09. April 2017 um 13:45

Mir hat "Und jetzt lass uns tanzen" von Karine Lambert sehr gut gefallen. Ein ruhiger, aber sehr schöner Roman der in Frankreich spielt, von einer belgischen Autorin.

Giselle74 kommentierte am 09. April 2017 um 13:50

Erst habe ich ehrlicherweise gedacht, dass es eine weitere dieser typischen Liebesschmonzetten ist, dann hab ich aber nochmal genauer hingesehen und danke Dir nun für den Tip!

Wolly kommentierte am 09. April 2017 um 13:58

Ich fands schön das es allein duch das Alter der Protagonisten kein typischer Liebesroman ist. Die sind mein Ding nämlich auch nicht.

Giselle74 kommentierte am 09. April 2017 um 14:04

Hin und wieder,mit Vorliebe in stressigen Zeiten lese ich auch mal Liebeskitsch, aber meistens frage ich mich ganz schnell,ob ich wirklich so viel Stress habe... :-D

LySch kommentierte am 13. April 2017 um 14:41

Hihi - da geht es mir ähnlich ;)

LySch kommentierte am 13. April 2017 um 14:41

Oh, das liegt auch auf meinem SuB und ist als nächstes dran! :)

aimée kommentierte am 09. April 2017 um 13:52

Vielleicht Brice Courtenay mit "The Power of One"?

Es gab irgendwann glaub ich mal ne deutsche Übersetzung, konnte die damals aber nicht auftreiben - und er liest sich auch recht gut in englisch.

Der Autor ist in Südafrika geboren (irgendwann nach Australien ausgewandert) und schreibt sehr eindrückliche Geschichten aus den frühen Jahren der Apartheid.

Giselle74 kommentierte am 09. April 2017 um 14:02

Heisst auf deutsch seltsamerweise "Der Glanz der Sonne". Klingt sehr spannend, danke!

mesu kommentierte am 09. April 2017 um 14:43

Ich könnte empfehlen: Rohinton Mystry- das Gleichgewicht der Welt. Da geht es um vier Protagonisten aus Bombay deren Geschichte erzählt wird. Sehr interessant geschrieben und so bekommt man einen Einblick in das Leben in Indien. Hat mir sehr gut gefallen.

Giselle74 kommentierte am 09. April 2017 um 20:51

Gelesen habe ich es leider noch nicht, aber es ist auf meiner To do-Liste. Jetzt noch ein bisschen weiter oben als vorher, danke!

yokioooo kommentierte am 09. April 2017 um 15:16

„Drachenläufer“ von Khaled Hosseini.
Ist eigentlich ein recht bekannter Autor. Das Buch spielt in Afghanistan und begleitet das Leben eines Mannes, der sich mit seiner Vergangenheit auseinandersetzten muss. Und diese Vergangenheit hat es in sich.
Ein ganz, ganz, ganz tolles Buch über Freundschaft, Liebe, Treue, Schuld, Unterdrückung, und vieles, vieles mehr.

Steve Kaminski kommentierte am 09. April 2017 um 19:09

Den Drachenläufer habe ich vor vielen Jahren gelesen - ich fand es damals auch sehr gut. Die Verfilmung war auch gut, wenn auch nicht so gut wie das Buch.

sphere kommentierte am 09. April 2017 um 23:00

Ich finde beides, Film und Buch, grandios.

Steve Kaminski kommentierte am 09. April 2017 um 23:32

@Sphere: Ist bei mir lange her - den Film fand ich auch gut, aber ich habe im Kopf, dass ich irgendwas (den Schluss?) etwas verkitscht fand. Kann es aber nicht mehr genauer sagen.

naibenak kommentierte am 09. April 2017 um 19:27

Gehört zu meinen Lieblingsbüchern!!! Wahnsinnig bewegend, großartig erzählt!

Giselle74 kommentierte am 09. April 2017 um 20:53

Ich kenne es natürlich dem Namen nach,habe es aber noch nicht gelesen. Das werde ich jetzt ändern- herzlichen Dank daher an euch alle!

Steve Kaminski kommentierte am 09. April 2017 um 23:34

@Bi: Bei manchen Büchern weiß ich schon nach einigen Sätzen, dass ich das Buch weiterlesen will - der Drachenläufer gehörte dazu.

Steve Kaminski kommentierte am 09. April 2017 um 19:14

Tadunos Lied von Odafe Atogun (Nigeria)

Familienlexikon von Natalia Ginzburg (Italien)

Kommt ein Pferd in die Bar von David Grossman (Israel)

Im Bereich der Krimis die Bücher von Fred Vargas (Frankreich)

Adam Hundesohn von Yoram Kaniuk (Israel)

Giselle74 kommentierte am 09. April 2017 um 20:55

Bis auf Yoram Kaniuk, kenne ich zumindest alle Autoren. Und Fred Vargas liebe ich... Danke für die spannende Auswahl!

Steve Kaminski kommentierte am 09. April 2017 um 23:43

@Giselle: Gerne! - Kaniuk hat auch einen Roman über eine Familie und ihren singenden Hund geschrieben (Wasserman), auch für ältere Kinder oder eher Jugendliche; dauert aber für Deinen Sohn sicher noch ein paar Jährchen :-) http://www.zeit.de/1992/16/mit-liebe-gefuettert

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 09:12

Das klingt ganz, ganz wunderbar! Schon allein deshalb, weil wir mit unseren Hunden sehr eng zusammenleben, aber auch weil es einfach ein Buch zu sein scheint, dass man Lesen muss!

Steve Kaminski kommentierte am 10. April 2017 um 09:35

Es würde mich freuen, wenn Du das Buch magst! Ich habe "Wasserman" vor vielen Jahren auch als Erwachsener gerne gelesen. - "Adam Hundesohn" ist die Geschichte eines Holocaust-Überlebenden, der in Israel in einer psychiatrischen Einrichtung mit einem Jungen konfrontiert wird, der sich für einen Hund hält, also "Hund" in einem anderen Sinn. Es erzählt einiges vom Holocaust und erzählt auch vom Versuch eines Psychiaters, Adam Stein, die Hauptfigur, wieder ins Leben zurückzuholen.

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 11:01

@ Steve: Das ist ein Thema, das mich immer wieder stark beschäftigt. Vorallem auch, wie weit das Grauen von damals in die Zukunft reicht, das Leben von Enkeln und Urenkeln von Überlebenden, aber eben auch Nichüberlebenden beeinflusst. Und was man tun kann, um Kindern zu vermitteln, dass eine bunte Welt zwar bisweilen anstrengend und auch gefährlich ist, aber immer, immer besser als eine von Vorurteilen und Verurteilungen beherrschte...

Steve Kaminski kommentierte am 10. April 2017 um 18:00

@Giselle: Auf dieses Thema kam ich zufällig gerade am Wochenende auch mit Freunden. Auf die deutschen Nichtjuden bezogen: Ich glaube, dass in den Generationen vor uns das Geschehen weiterwirkt - was sie im Krieg erlebt haben, was sie vielleicht in Bezug auf Juden, auch Sinti und Roma, aus politischen Gründen etc. Verfolgten getan oder unterlassen haben. Und insofern haben sie es auch an die folgenden Generationen weitergegeben, schon durch die Art, wie sie sich ihren Kindern gegenüber verhalten haben.

Was die Überlebenden betrifft, so weiß man ja, dass viele ihren Kindern nichts erzählen wollten, auch um sie zu schonen, dass die Kinder aber gespürt haben, dass da etwas war. Vor vielen Jahren habe ich Erzählungen von Nava Semel (https://de.wikipedia.org/wiki/Nava_Semel) zu diesem Thema gelesen, Gläserne Facetten, die ich damals sehr gut fand (genaue Erinnerungen habe ich nicht mehr).

Dein letzter Satz gefällt mir sehr - wobei ich (ohne Kinder) nicht wirklich darauf antworten kann. Vielleicht durch das, was Eltern in ihrer Haltung vermitteln, was sie leben? Was sie Kindern zeigen und an Vielfalt zugänglich machen?

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 19:52

Meine Großmutter starb in Hadamar und ist wohl Labormensch von Mengele gewesen. Mein Vater redet fast gar nicht über seine Jugend und man kann nur ahnen, was das mit ihm gemacht hat. Mein Großvater dagegen war Gewehrträger von Göring und lebenslang stolz darauf. Ich bin mehr oder weniger am Theater groß geworden und reagiere äußerst allergisch auf Diskriminierungen jeglicher Art. Und ich dachte, ich hätte das so auch weitergegeben. Bis die farbige Erzieherin kam,mit der mein Sohn nicht reden wollte, weil sie "anders" aussieht. Und der man angemerkt hat, dass sie nicht glauben konnte, das käme nicht von den Eltern. Und seitdem frage ich mich noch mehr, was geben wir wirklich weiter und vorallem, wie gibt man etwas nachhaltig weiter, was doch so wichtig ist? Und sind Menschen in der Grundidee wirklich erstmal allem Unbekannten gegenüber ablehnend oder ist das nur ein ausgeprägter Charakterzug meines Sohnes?

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 10:54

an mich selbst: das man lesen muss. Ohne Kaffee nicht kommentieren... ;-)

B. Lesen kommentierte am 10. April 2017 um 08:48

Ich kann dir zwei meiner Lieblingsbücher von Hanif Kureishi empfehlen. Der Buddha aus der Vorstadt erzählt vom Leben eines Sohns eines pakistanischen Einwanderers und eine Engländerin in Londons Suburbs und Das schwarze Album thematisiert die Radikalisierung eines jungen Mannes mit pakistanischen Wurzeln. 

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 09:21

Das klingt beides hochspannend! Wenn man nur die Zeit hätte, all das zu lesen, was einem lesenswert erscheint.Ich bräuchte noch ein zweites, ausschließlich lesendes Ich... ;-)

LySch kommentierte am 13. April 2017 um 14:45

Ohjaaa, dieses zweite Ich hätte ich auch gerne! :D

kingofmusic kommentierte am 10. April 2017 um 12:09

"Der Baum der Erkenntnis" von Pio Baroja (spanischer Autor) - großartiges Werk!!!

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 13:33

Kannst Du ein bisschen dazu erzählen? Die Lebensgeschichte eines Arztes, soweit bin ich nun. Aber was macht das Buch für Dich aus? Warum ist es großartig?

kingofmusic kommentierte am 10. April 2017 um 15:04

http://wasliestdu.de/magazin/2015/rezension-zu-der-baum-der-erkenntnis-v...

Liest Du hier :-)

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 15:32

Klasse, danke!

LESERIN kommentierte am 10. April 2017 um 12:54

Ismael Kadare aus Albanien

Zeruya Shalev aus Israel

Britta Bolt aus den Niederlanden

Roger Smith aus Südafrika (sehr brutale Schreibe, teilweise, Obacht!= 

Giselle74 kommentierte am 10. April 2017 um 13:41

Ismael Kadare ist für mich in dieser Liste am interessantesten. Mit Zeruya Shalev werde ich auch nach mehreren Versuchen nicht warm. Ich finde einfach keinen Zugang zu ihren Büchern. Die Bücher von Britta Bolt klingen nach netten, gut geschriebenen Krimis, nicht zu blutig, in guter Britischer Tradition? Und Roger Smith ist mir persönlich tatsächlich zu heftig. Aber ich bin da auch eine echte Mimose...

Dir ganz lieben Dank für diese spannende Liste!

LySch kommentierte am 13. April 2017 um 14:52

"Tief in den Wald hinein" von Robert William kann ich seeehr empfehlen!

Hier meine Rezi dazu: http://wasliestdu.de/rezension/beeindruckender-und-spannender-roman-mit-leisen-zwischentoenen

Der Autor kommt aus Großbritannien und sollte meiner Meinung nach mehr Beachtung finden!

Ich habe sein Debüt "Luke und Jon" auch schon weit oben auf meiner WuLi stehen...:)

Giselle74 kommentierte am 13. April 2017 um 21:15

Oh ja, das klingt wirklich spannend und ist gleich auf der Liste gelandet! Danke!

Brocéliande kommentierte am 13. April 2017 um 22:10

Krimis aus Frankreich (wurde hier schon genannt) u.a. und ganz oben immer wieder FRED VARGAS - meine absolute Lieblingsschriftstellerin!

Für RAFIK SCHAMI möchte ich hier auch eine Lanze brechen; er hat wunderschöne Bücher geschrieben (das allerbeste für mich ERZÄHLER DER NACHT) - aber auch Kinder- u Jugendbücher, bei einer seiner Geschichte geht es um einen Zirkus - zauberhaft geschrieben!

(syrischer Schriftsteller, der seit 1972 in Deutschland lebt, geboren in Damaskus)

 

Giselle74 kommentierte am 13. April 2017 um 23:55

Oh ja, ich liebe beide sehr! Rafik Schami schon bestimmt seit zwanzig Jahren...

LySch kommentierte am 20. April 2017 um 13:07

Mir ist noch "Nachts ist es leise in Teheran" von Shida Bazyar eingefallen :)
Ich habs noch nicht gelesen, aber ich war auf der Lesung von ihr und es war seeehr vielversprechend! ♥

Giselle74 kommentierte am 20. April 2017 um 18:57

Ich liebe Lesungen! Leider habe ich vielzu selten Zeit dazu...