Leserunde

Bonus-Leserunde zu "Leinsee" (Anne Reinecke)

Leinsee
von Anne Reinecke

Bewerbungsphase: 15.02. - 01.03.

Beginn der Leserunde: 08.03. (Ende: 29.03.)

Im Rahmen dieser Bonus-Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des Diogenes Verlags – 20 Freiexemplare von "Leinsee" (Anne Reinecke) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. Darüber hinaus erhaltet ihr zum Abschluss der Leserunde einen Link zu einem Online-Formular, das in Kurzform weiteres Feedback zum Roman abfragt. Für die Teilnahme daran, mit der ihr euch durch eure Bewerbung einverstanden erklärt, erhaltet ihr 1.000 Community-Punkte gutgeschrieben.

ÜBER DAS BUCH:

Karl ist noch nicht einmal 30 und hat sich schon als Künstler in Berlin einen Namen gemacht. Er ist der Sohn von August und Ada Stiegenhauer, ›dem‹ Glamourpaar der deutschen Kunstszene. Doch in der symbiotischen Beziehung seiner Eltern war kein Platz für ein Kind. Nun ist der Vater tot, die Mutter schwer erkrankt. Karls Kosmos beginnt zu schwanken und steht plötzlich still. Die einzige Konstante ist ausgerechnet das kleine Mädchen Tanja, das ihn mit kindlicher Unbekümmertheit zurück ins Leben lockt. Und es beginnt ein Roman, wild wie ein Gewitter, zart wie ein Hauch.

ÜBER DIE AUTORIN:

Anne Reinecke, geboren 1978, hat Kunstgeschichte und Neuere deutsche Literatur studiert und für verschiedene Theater-, Film- und Ausstellungsprojekte sowie als Stadtführerin gearbeitet. ›Leinsee‹ ist ihr erster Roman. Für das Manuskript wurde sie mit einem Stipendium der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin ausgezeichnet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berlin.

30.03.2018

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Magicsunset kommentierte am 12. März 2018 um 11:20

Karl spielt also das Spiel mit und verbringt Zeit mit seiner Mutter und gemeinsam mit Tanja gestalten sie eine völlig neue Skulptur. Interessant ist, dass Ada nun ihre eigenen Kunstwerke hinterfragt, welche immer mit zuvor zerstörten Dingen entstanden sind und die das Künstlerpaar August und Ada berühmt gemacht hatten. Sie sieht das nun so, wie ihr Sohn es immer schon gehen hatte und diesmal arbeiten sie mit Luftblasen. Der Tod seiner Mutter wirft ihn jedoch zurück in sein altes Leben. Es fehlt ihm wohl noch immer die innere Sicherheit. Er scheint nun wieder ein Suchender zu sein, ein von den Ereignissen Getriebener.

Ich bin noch immer nicht sicher, was ich von Torben Behning ("Buddy Holly") halten soll - war er tatsächlich von den beiden Künstlerpersönlichkeiten und ihrem Werk beeindruckt, oder  hatte er sich Hoffnungen gemacht, im Testament der Künstler vorzukommen. Vielleicht das für ihn auch anders verlaufen, wären nicht Adas Krankheit und Augusts Entscheidung überraschend und spontan eingetreten.

Tanja: auf Grund der Jahreszeit könnte ich mir vorstellen, dass die Schulferien begonnen hatten und Tanja deshalb mehr mit ihren Eltern unternommen hat. Aber daran dachte Karl wohl nicht, vor allem auf Grund seiner Schuldgefühle, Tanja nicht vor Mara beschützt zu haben.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Fasersprosse kommentierte am 12. März 2018 um 21:29

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich "Buddy Holly" Hoffnungen auf ein großes Stück Kuchen des Erbes gemacht hat. Wenn nicht materiell, dann als Stilftungsverwalter oder ähnliches.

 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
herrzett kommentierte am 13. März 2018 um 14:22

Ja, das habe ich mir auch gedacht. Andersrum ist er anscheinend auch ein sehr großer Fan von den beiden gewesen. Er möchte das ja schon alles so erhalten und ein Zentrum draus machen. Ich weiß auch nicht ob ich an seiner Stelle so ein Interview, nach dem Rausschmiss gefüht hätte. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:42

Ja, das glaube ich auch. Bestimmt hieng er irgendwie auch an Ada und August als Personen. Aber irgendwie scheint er doch mehr am Prestige zu hängen und findet es blöd, jetzt einfach ausgeklammert zu werden, ohne noch ein letztes Stück vom Kuchen abbekommen zu haben...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
gaby2707 kommentierte am 20. März 2018 um 10:12

Ich habe den Eindruck, dass sich Torben im Glanz der beiden Künstler gesonnt hat. Nachdem nun Karl da ist, bangt er um seine Existenzgrundlage. Mir war er von Anfang an nicht sympathisch, was sich bis zum Schluss nicht geändert hat.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 15:02

Stimmt, etwas von dem Glanz viel auf ihn ab - so hat er es zumindest aufgefasst. Aber ist das nicht bei Mara irgendwie ähnlich? Als sie erfuhr, wer Karl ist, hat sie es kommentarlos hingenommen und ihn dann getrieben. Auch sie sonnte sich in seinem Glanz.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 18:51

Geld + im Ruhm sonnen, das scheint Buddy Holly zu wollen. Zumindest sehe ich ihn so. Zumindest will er, dass möglichst jeder weiß, dass er so wichtig für das Paar war.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
MrsFraser kommentierte am 19. März 2018 um 16:23

Naja. Irgendwie wird's ihm aber wohl auch um seine ganz persönliche Zukunft gegangen sein. Das war schließlich sein Beruf und von heute auf morgen steht er buchstäblich auf der Straße. Auch wenn ich ihn selbst nicht sympathisch finde, dass er irgendwie versucht, da noch am Ball zu bleiben ist auch purer Überlebenskampf.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:05

Ja, das stimmt auch wieder... Vielleicht sollte man nachsichtig er sein ^^

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 14:59

Er nimmt sich viel zu wichtig. Wahrscheinlich hatte er Vorstellungen, was seine Zukunft betraf, die sich nun zerschlagen haben. Aber haben Ada und August ihm in der Beziehung jemals Hoffnungen gemacht? Ich denke nicht. Er hat ihn zugearbeitet.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Pocci kommentierte am 13. März 2018 um 12:10

Buddy Holly finde ich auch seltsam. Klar hat Karl lange keinen Kontakt zu den Eltern gehabt, aber dann zu sagen, er wüsste besser, was die Eltern gewollt hätten, als Karl und diesem vorzuwerfen, er würde nur Geld wollen, find ich dann doch sehr hart. Karl ist nunmal der legitime Erbe und auch, wenn er die Kunst seiner Eltern selbst nicht gut findet, wirkt er nicht so, als würde er die beiden und ihr Werk nun in Vergessenheit geraten lassen wollen.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:40

Das fand ich auch ziemlich hart von ihm. Er stellt sich so dar, als wäre ER der Sohn und gibt Karl damit erst Recht das Gefühl, dass er nie dazugehört hat. Ich finde es gut, wie endgültig Karl ihn rausschmeißt. Echt seltsamer Typ!

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 18:58

Buddy ist eigentlich nur ein armer, kleiner Wurm. Er muss Karl runterputzen, um selbst gut dazustehen. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 21:53

Torben, ich nenne ihn auch lieber wie Karl Polohemdenträger oder Buddy Holly, schätze ich auch eher negativ ein. Zum Schluss wirkte es echt so als hätte er sich Hoffnungen auf das Erbe gemacht. Keiner kenne angeblich das Künstlerpaar so gut wie er. Hallo? Der hat für die beiden 3 Jahre lang gearbeitet und nicht sein ganzes Leben lang. Und wenn ihm ehrlich an dessen letzten Willen gelegen hätte, dann hätte er Karl wohl auch nicht so sehr beeinflussen wollen.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 18. März 2018 um 23:33

Ich musste Buddy Holly erstmal googeln :D Fand den Vergleich dann aber echt witzig, man konnte sich den Typ dann sofort vorstellen! ^^

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 19. März 2018 um 15:19

Ja der Vergleich passt einfach, so fällt es einem nicht schwer sich den vorzustellen.

Ich hatte einen Kerl vor Augen mit knall weißen Zähnen, in denen man sich am besten noch spiegeln kann. Und vielleicht noch Pomade im Haar, damit an ihm noch mehr glänzt.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:06

Haha, ja genau :D ^^

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Buchhalterin kommentierte am 12. März 2018 um 18:34

Nach dem Tod seiner Mutter und seiner Rückkehr nach Berlin wird deutlich, dass es Karl nicht gelingen mag sein altes Leben wieder aufzunehmen. Er verbringt zwar sechs erfolgreiche Jahre als Künstler in der Hauptstadt, aber er selbst ist nicht überzeugt von seinen Arbeiten. Seine Beziehung zu Mara wird immer distanzierter bis es zur endgültigen Trennung kommt. Am Schwersten wiegt aber wohl, dass Karl die Begegnungen mit Tanja nicht vergessen kann und er sich sehnlichst wünscht, sie würde ihm bei den Verrichtungen seines täglichen Lebens beobachten, (damit er sich ihr nahe fühlen kann?). Außerdem macht Karl sich erhebliche Vorwürfe und bezeichnet es als "Fehler seines Lebens", dass er Tanja nicht verteidigt hat, als Mara sie bei der Gartenparty angegangen ist. Es bleibt weiterhin schleierhaft, wieso Tanja eine so ungeheure Anziehung auf Karl ausübt, dass er selbst weit weg in Berlin sich fortwährend Gedanken um ihren Aufenthalt macht...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 21:56

Die Teeparty war echt ein Vergnügen, beim Lesen hatte ich wirklich meinen Spaß. Da muss man doch irgendwie an "Alice im Wunderland" denken und auch sonst finde ich es schön, dass das ein oder andere Märchen zitiert wird.

Mein Bauchgefühl sagt mir, dass Karl fasziniert ist von Tanja, weil sie so unbeschwert und so offen ihm gegenüber ist. Karl ist ja ganz anders groß geworden und ich schätze mal, dass er als Kind gern mehr so wie Tanja gewesen wäre.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
MrsFraser kommentierte am 19. März 2018 um 17:56

Der Vergleich ist mir auch erst bewusst geworden, als jemand anders ihn erwähnte, dann aber war es der totale Aha-Effekt. Ich bin mir ganz sicher, dass die Autorin das auch irgendwie bewusst darauf angelegt hat. Schließlich kommt Tanja auch immer durch die Hecke (da soll es ja auch hin und wieder Kaninchenlöcher geben) und sogar ihr Styling zu diesem Anlass erinnert (ganz extrem) an Alice. Dazu der verrückte Hutmacher (die verwirrte, aber nette Mutter) der alberne Märzhase (Alexandra, die soviel lacht) und schließlich die böse Herzkönigin, die Alice vetreiben will. Grandios gemacht und für mich die beste Stelle im Buch.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:16

Jaaa! Du hast Recht, auch die anderen Figuren passen total! :D Bei Maria musste ich auch an die böse Herzkönigin denken! ;)

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 15:03

War auch nicht toll, dass er Tanja da so im Stich gelassen hat.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Buchhalterin kommentierte am 12. März 2018 um 18:48

Etwas schockierend fand ich die Stelle, in der Karl von seiner Mutter geküsst wird. Karl kommentiert dabei seine eigene Gefühlslage, reagiert aber gar nicht angewidert auf den Kuss, sondern bleibt dabei sehr sachlich und lässt es geschehen ohne sich zu wehren.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Fasersprosse kommentierte am 12. März 2018 um 21:31

Es war ja ein Zungenkuss. Das war für mich völlig abgedreht und unverständlich.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
MrsFraser kommentierte am 19. März 2018 um 17:57

Dass es tatsächlich ein Zungenkuss war, habe ich irgendwie überlesen. Wahrscheinlich Selbstschutz - das hätte mich nämlich auch extrem gestört und das finde ich auch überflüssig für die Geschichte.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Pocci kommentierte am 13. März 2018 um 12:13

Ja, die Stelle fand ich auch schockierend und unverständlich. Ich kann ja noch verstehen, dass er sich nicht heftig wehrt, um die Mutter in ihrem Zustand nicht zu beunruhigen (immerhin hatte der Arzt gesagt, Aufregung wäre das Schlimmste), aber zumiindest entziehen hätte er sich ja schon können, statt es einfach so geschehen zu lassen.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:33

Die Kussszene find ich ebenfalls seeeehr befremdlich und habe mich auch echt geekelt irgendwie.
Aber trotzdem fand ich sie sehr gut beschrieben! Auch die Hinführung zu dieser Szene ist mehr als gelungen... Man merkt gar nicht genau, was gerade passiert, liest weiter und schwupps! Schon ist es passiert und man steht staunend d und fragt sich, was hier gerade passiert ist ^^

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 19:03

Mich hat das auch schockiert. Dass Karl das mitmacht und so vor sich rechtfertigt, dass sie ihn küsst und nicht umgekehrt, äh mich schüttelt es gerade wieder.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Kochbuch-Junkie kommentierte am 18. März 2018 um 21:12

Das fand ich auch seltsam, andererseits wäre es auch eine schwierige Situation, das mit seiner Mutter zu klären, da sie es durch ihre Erkrankung nicht verstehen würde. Wahrscheinlich möchte er die restliche gemeinsame Zeit einfach genießen. Schwierige Situation insgesamt. 

Sehr schön fand ich auch, dass er sie für einzelne Tage nach Hause gebracht hat.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:19

Die Mutter lebt bedingt durch ihre Erkrankung komplett in ihrer eigenen Welt. Für sie ist es also REAL,dass Karl ihr Mann ist. Und mit dem Mann tauscht man Zungenküsse aus, in dem Sinne ganz normal...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
gaby2707 kommentierte am 20. März 2018 um 10:14

Das hat mich auch schockiert. Ich habe in mich hineingehört und mir vorgestellt, wenn mir das so mit meinem Vater gegangen wäre. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ich ihn in dem Glauben gelassen hätte, ich wäre seine Frau. Für mich etwas gruselig.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 15:04

Ich fand Karls Verhalten auf diese Situation auch sehr merkwürdig.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Fasersprosse kommentierte am 12. März 2018 um 21:26

Er hätte ihr wirklich beistehen müssen, der kleinen Tanja. Karl macht auf mich nicht den Eindruck, als ob er sein Leben selbst steuert. Das wäre eine Erklärung und vielleicht eine Entschuldigung. Auch dass er nach dem Tod seiner Mutter nach Berlin zurückgeht und weitere sechs Jahre in der Beziehung mit Mara festhängt zeigt mir, dass er etwas noch nicht verwunden hat, dass er vielleicht immer noch jemanden braucht, der ihn an die Hand nimmt, wie Eltern es bei ihren Kindern tun.

Seine Mutter hatte ihn ja für ihren Ehemann gehalten. Aber an einer Stelle kam ein Satz, der aussagte, dass sie es irgendwann nicht (mehr) tat. Da sie nun gestorben ist, und ein Erkennen Karls als ihren Sohn nicht stattgefunden hat, frage ich mich, ob darauf nochmal Bezug genommen wird.

Dass seine Mutter ihn küsste, war in ihrer Situation normal, dass er den Kuss zugelassen hat, fand ich ziemlich schräg.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 22:03

Irgendwie habe ich vorher nicht drüber nachgedacht, aber jetzt wo ich deine Zeilen zum 2. Abschnitt lese, fällt mir auf, dass Karl eigentlich gar kein selbstbestimmtes Leben führt. Er tut immer nur das, was andere von ihn  erwarten.

Die Mutter hält ihn für seinen Vater und damit es ihr gut geht, schlüpft er in diese Rolle. Mara stellt ihm ein vier Wochen Ultimatum und er hält sich daran und kehrt zu ihr zurück.

Ihm würde es gut tun, endlich mal nur das zu machen, was er selber möchte und ihn glücklich macht.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Fasersprosse kommentierte am 16. März 2018 um 11:06

"Ihm würde es gut tun, endlich mal nur das zu machen, was er selber möchte und ihn glücklich macht."

Ich denke auch, dass es ihm helfen würde, alles zu verarbeiten.

 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
daroe kommentierte am 13. März 2018 um 10:13

Puh. Den 2. Teil finde ich sehr abgedreht. Ich weiß immer noch nicht, was ich von der ganzen Sache halten soll. Und ich weiß auch gar nicht, wo ich jetzt anfangen soll. Karl schafft sich sein zu Hause, so wie er es immer gerne gehabt hätte. Die Beziehung zu seiner Mutter finde ich aber dann doch sehr komisch. Er wünschte sich eine Mutter - Sohn Beziehung, muss aber nun für seine Mutter in die Rolle seines Vaters schlüpfen. Der Kuß war für mich sehr erschreckend. Die Mutter ist komplett verwirrt, nichts ist mehr so wie vor ihrer Erkrankung, sie erkennt keine Personen mehr aus ihrer Vergangenheit und ihr Denken über die Kunstgegenstände und Kreationen hat sich verändert.  Warum tut ein Sohn das für seine Mutter, wenn er vorher nie geliebt wurde? Immer nur Enttäuschung erfahren musste. Jetzt wird er noch nicht mal als der Sohn erkannt? Warum spielt er mit?

Glaubhaft finde ich wiederrum, dass er das Bootshaus für Tanja so gestaltet, dass sie sich wohlfühlen würde. Im Prinzip so wie er es sich früher gewünscht hätte, dass für ihn jemand so etwas tut.

Was ich sehr befremdlich fand und der Autorin nicht abgenommen habe war, dass ein 8-jähriges Kind sich aus eigenen Stücken, Kleidung aus einer damaligen Zeit anzieht. Auf diese Idee kommt keine 8-jährige. Am Anfang des Kaffeetrinkens war ich versucht das Buch zur Seite zu legen, auch vorher passierte nichts, was mich als Leser fesselte und mich drängte weiter zu lesen. Beim Kaffeetrinken tauchen plötzlich Mara und Buddy Holly zusammen auf. In welcher Beziehung stehen die beiden zueinander? Warum haben die beiden Kontakt? Auch das Buddy Holly bei Gesprächen dabei bleibt, obwohl ihn der Inhalt dieser Gespräche definitiv nichts angeht, finde ich komisch und macht mich misstrauisch. Welche Rolle spielt Torben (Buddy Holly)? Das ganze Geschehen war so verrückt und überzogen, dass ich mich doch zum Weiterlesen bewogen gefühlt habe.

Jetzt ist die Mutter ganz plötzlich verstorben. Herzstillstand. Mein erster Gedanke war: hat der blonde Arzt nachgeholfen? Tanja bleibt verschwunden, Karl macht sich Sorgen. Ich gebe dem Buch noch eine Chance und lese mal weiter.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:30

Den Bau des Bootshauses fand ich auch sehr bewegend... da gebe ich dir Reht. Vermutlich wünschte er sich in seiner Kindheit auch immer so jemanden, der ihm etwas baut, sich kümmert, für ihn da ist.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Kochbuch-Junkie kommentierte am 15. März 2018 um 21:39

Das fand ichauch sehr schön, einfach zu bauen, auch wenn die Hoffnung geschwindend gering ist, möchte er es nicht unversucht lassen, ihr das Häuschen schön herzurichten. Ich hoffe auch noch sehr, dass sie wiederkommt...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:31

Der Tod der Mutter kam plötzlich und war sehr traurig fand ich. Gerade hatten sie eine Beziehung zueinander aufgebaut, auch wenn diese irgendwo "geschummelt" war. Aber trotzdem sehr schade. Und dennoch musste ich lauthals lachen bei der Todesanzeige. Soviel Witz auch noch in den traurigsten Momenten! :D

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
MrsFraser kommentierte am 19. März 2018 um 18:01

Kinder lieben es, sich zu verkleiden! Tanja ist 8 Jahre alt. Warum sollte sie sich für so einen 'klassischen' Anlass nicht auch entsprechend zurecht machen? Das finde ich überhaupt nicht seltsam. Ich habe zwei Töchter, die sich auch ständig verkleiden (auch mit Motto) und das kommt mir sehr bekannt vor. :)

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
gaby2707 kommentierte am 20. März 2018 um 10:19

Meine Beiden haben es auch geliebt sich zu verkleiden. Wir haben heute noch eine Kiste im Keller mit alten Sachen, die sie unbedingt behalten wollten. Bei Mottoparties wird dann gewühlt und gesucht und zumeist werden sie fündig.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:21

Da stimme ich dir ebenfalls zu! Ganz normales Verhalten bei einer 8-Jährigen :) Hab ich früher auch gern gemacht! :)

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 15:07

Warum Karl das für die Mutter tut? Weil er sie wahrscheinlich doch liebt. Vielleicht will er aber auch ein Stück Gemeinsamkeit mit ihr haben, das hat er ja früher nie bekommen. Das alles kann zwar nicht das ersetzen, was ihm gefehlt hat, aber er ist in so einem verwirrten Zustand, dass ihm das egal ist.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Pocci kommentierte am 13. März 2018 um 12:06

Im zweiten Teil passiert ganz schön viel. Karl kann die Erinnerung seiner Mutter nicht wecken und beschließt deshalb mitzuspielen, allerdings finde ich, dass dieses Mitspielen dann schließlich doch etwas zu weit geht, als es zum Kuss kommt. Klar, war er überrumpelt und macht selbst nicht mit, aber den Kuss einfach so geschehen lassen fühlte sich dann irgendwie auch nicht wie die richtige Reaktion an. Trotzdem freut es mich für Karl, dass er über das Atelier und die Ausflüge nach Hause doch noch einen Draht zu seiner Mutter gefunden hat, obwohl dieser leider auf der falschen Annahme ihrerseits beruht. Aber ich kann mir vorstellen, dass auch dieses Zusammensein ihm hilft, seine Mutter besser kennenzulernen und ein Stück weit zu verstehen.

Die Szene mit der Teeparty hat mir am Anfang richtig gut gefallen. Besonders wie Karl sich ins Zeug legt, um es für Tanja perfekt zu machen. Das Ganze erinnert wirklich ziemlich an Alice im Wunderland. Schade, dass die Stimmung dann so sehr kippt. Mara wirkt da wie die böse rote Königin und Karl hätte Tanja auf jeden Fall verteidigen müssen. Hier war ich tatsächlich fast enttäuscht von ihm.

Nach dem Abgang von Mara hatte ich eigentlich vermutet, dass Karl jetzt selbstständig wird und sich in Leinsee ein eigenes Leben aufbaut. Dass er nach dem plötzlichen Tod der Mutter und weil Tanja nicht mehr zurückkehrt in sein altes Leben zurück flüchtet, finde ich schade, aber auch nachvollziehbar. Ich finde hier zeigt sich aber auch, dass Mara ihn vor allem so formen möchte, wie es ihr gefällt und dass sie nicht damit umgehen kann, wenn Karl sich anders verhält, als sie es erwartet.

Ich bin gespannt, ob Karl nach der Trennung sein Leben noch einmal ändert.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 21:59

Hier bin ich ganz bei dir. Nachdem Karl in Leinsee langsam zu sich findet und das Leben scheinbar genießt und Tanjas Gegenwart sehr mag, hat es mich auch arg gewundert, dass er nach dem Tod von Ada Leinsee verlässt. Das hatte ich absolut nicht erwartet, denn ich war fest davon ausgegangen, dass Karl jetzt ausschließlich sein Ding macht.

Letztendlich hat er 6 Lebensjahre mit Mara verschwendet, denn es war absehbar, dass das am Ende für beide nicht gut ausgeht. Und bei mir bleibt ein fader Beigeschmack, dass Mara die Beziehung zum berühmten Karl genutzt hat, um selbst im Rampenlicht zu stehen. Vielleicht hat sie nur deswegen ihren coolen Job bekommen, weil sie die Frau von ... war. Ist doch bei Fußballerfrauen auch so, dass die was werden auch wenn sie nichts können...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 15:10

Er findet zwar langsam zu sich, ist aber immer noch nicht in sich gefestigt. Der Tod der Mutter ist wieder ein Schlag, der verkraftet werden muss. Das wäre einfacher, wenn Karl stark wäre.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:28

Jaaa, die Teepart hatte wirklich was von "Alice im Wunderland" beim verrückten Hutmacher ^^ Spannend fand ich auch, dass Tanja exakt so gekleidet kam, wie Alice im Disneyfilm aussieht (blaues, altmodisches Kleid, schwarzes Band im Haar wie ein Haarreifen - googelt das mal, ist echt witzig! ^^)

Dass Mara so mit Tanja umgeht, fand ich auch ganz schrecklich. Und alles nur deswegen, weil sie eifersüchtig war - eifersüchtig auf Tanja, auf Alexandra und insgesamt auf den Ort, an dem es Karl offensichtlich so viel besser zu gehen scheint als bei ihr in Berlin...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 14. März 2018 um 21:56

Ich denke genau deswegen hat sich Tanja so altmodisch angezogen, weil sie den Zeichentrickfilm oder aber das Buch kannte. Ich glaube den Kinofilm gab es zu der Zeit noch nicht in der das Buch spielt und Tanja 8 Jahre alt ist.

Es ist doch irgendwie erbärmlich, dass eine erwachsene Frau auf ein Kind eifersüchtig ist und dann so daneben reagiert. Das gehört sich einfach nicht. Sie hätte glücklich sein müssen, wenn ihr Karl glücklich ist.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Kochbuch-Junkie kommentierte am 14. März 2018 um 23:07

Ich fand das auch eine harte Situation. Man hat auch den Eindruck, Mara und Buddy zerren an Karl rum, wissen alles besser und was Karl selbst empfindet oder möchte, wir einfach ignoriert oder als nicht richtig erachtet. Auch die bildlichen Vergleiche sind wieder super, zum Beispiel ein Lachen wie überschäumende Milch fand ich toll.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
herrzett kommentierte am 13. März 2018 um 14:31

Dieser Abschnitt ist ja schon wieder recht vielschichtig, aber so langsm driftet die Geschichte für mich ins Blöde ab. 

Dass die Beziehung mit Mara nicht mehr allzu lange halten wird, war ja eigentlich schon recht früh deutlich. Ihr Ausraster auf der Teeparty war etwas sehr übertrieben und zeigte auch, dass sie Karl eher bevormundet und eigentlich auch ganz andere Ansichten hat as Karl. Er scheint hier auch wieder sehr schwach zu sein. Er hätte sich mal für seine eigene Meinung und das was er will einsetzen können, aber irgendwie passiert einfach immer nichts.

Dass seine Mutter nun auch verstorben ist finde ich sehr plötzlich und tragisch. Irgendwie mochte ich sie als kindliche Figur recht gern. Sie passte sich in ihrem Verhalten auch damit sehr Karl und Tanja an. Was ich dann allerdings gut fand ist, dass Karl dafür gesorgt hat, dass seine Eltern zusammenkommen und dn Wunsch somit erfüllt hat.

Aber sonst... die Geschichte mit Tanja driftet langsam ab. Die Beziehung zu Alexandra hab ich auch nicht so ganz verstanden. Fand in dem Punkt dann auch die Teeparty merkwürdig, da es ja dann quasi alles seine Frauen und Buddy war. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:22

Die Szene auf dem Boot mit der durchsichtigen Plastiktüte und der Asche fand ich auch sehr rührend. Irgendwie war das für mich wie eine Versöhnung mit seinen Eltern, indem er ihnen den letzten Wunsch erfüllt!

(Obwohl es ja eigentlich in Deutschland verboten ist, die Asche einfach irgendwo zu verstreuen...)

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:24

Alexandra war glaube ich einfach nur ein "Trostpflaster". Sie arbeitet im Krankenhaus und war immer direkt vor Ort, als es ihm wegen seiner Mutter schlecht ging. Vielleicht hat sie das auch ganz berechnend ausgenutzt, um ihn ins Bett zu kriegen, wer weiß?! Auf jeden Fall ist sie sehr unsympathisch geworden, als rauskam, dass sie auch noch was mit dem Schleimi-Arzt hat...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
vielleser18 kommentierte am 15. März 2018 um 20:02

Ja - mit Karl und seinen Frauen gebe ich dir recht. Was will Karl eigentlich ? Weiß er das selber ? Lässt er sich immer fremdbestimmen ? Nur bei Torben setzt er sich anscheinend durch. Mutterkomplex ? Dafür spricht, dass Mara doch einiges älter ist als er und ein eher dominantes Verhalten an den Tag legt.

Auch Alexandra ist eher eine dominante Frau. Aber symphatisch ist mir Karl auch nicht. Und verwunderlich ja, und auch ein schlechtes Bauchgefühl, hatte ich schon mit seinem Verhalten Tanja gegenüber. Mal ehrlich. Wenn ich Tanjas Mutter wäre und das mitbekommen hätte .....auch wenn (bisher) alles harmlos ist, bleibt doch ein unguter Beigeschmack.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 13. März 2018 um 21:51

Puh was für ein sensationelles Buch. Ich bin so hin und weg, dass ich auch noch den 2. Abschnitt verschlingen musste, bis morgen warten ging einfach nicht, erst recht nicht nachdem ich so lange auf dieses Buch warten musste.

Oh man, dass Ada nicht mal weiß, dass es Karl gibt, einfach weil sie sich nicht mehr daran erinnert, das ist echt hart. Zu lesen wie die beiden sich küssen, das fand ich sehr befremdlich, erst recht weil es Karl ja nicht mal unangenehm war.

Während Tanja immer mehr Raum in der Geschichte einnimmt, taucht Mara kaum noch auf. Die Tanjaschätze fand ich toll, die Unterhaltung zwischen Ada und Tanja absurd. Wie kann Ada nicht merken, dass Tanja ein Kind ist. Das hat mich sehr erschreckt und zeigt wie schlecht es eigentlich Ada geht.

Mara bekleckert sich echt nicht mit Ruhm. man spürt richtig wie sie eifersüchtig auf Tanja ist und das Mädchen deswegen vergreulen will. Die Aktion mit den Pusteblumen ging gar nicht.

Etwas verwirrt hat mich das mit den Kirschen. Haben Karl und Tanja daraus nun Marmelade gemacht oder das Obst eingekocht? Es klang mehr nach Marmelade, aber daraus macht man ja keinen Kirschkuchen mit Kernen. Das hat mich etwas verwirrt.

Alexandra hat es ja faustdick hinter den Ohren. Sie schläft mit Karl, ihr Freund ist der blonde VIP Arzt, der aber eigentlich verheiratet ist. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die reale Welt manchmal so verrückt ist.

Mit Adas Tod habe ich ehrlich gesagt nicht wirklich gerechnet gehabt.

Dass Tanja nicht mehr vorbeischaut, hat mich traurig gemacht. Sie hat Karl so glücklich gemacht und Mara hat es ihm versaut.

Der Zeitsprung von 6 Jahren hat mich verwirrt und auch, dass Karl zu Mara zurück gegangen ist. Froh macht mich nur, dass sie nun doch kein Paar mehr sind.

Es bleibt jetzt echt spannend, was da noch so kommt, denn derzeit habe ich absolut keine Ahnung. Ich würde mir sehr wünschen, dass Karl die liebe Tanja wiedersehen wird.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:20

Ich glaube, dass Mara nicht ganz uneigennützig handelt. Sie sagt, sie will nur das Beste für Karl, aber wenn es ihr so wichtig wäre, dass alles gut für Karl läuft, dann würde sie mehr Verständnis zeigen und die Dinge anders regeln/organisieren. Die Vernisage hätte man auch verschieben können. Immerhin ist der ganzen Welt ja klar, was für eine Tragödie gerade am Leinsee passiert ist, da hätte sich sicherlich keiner riesig beschwert. Karl braucht Zeit, damit zurecht zu kommen, will in Leinsee bleiben. Aber seine Wünsche interessieren sie kein Stück - das ist wahrlich nicht der Rückhalt, den ich mir in einer solchen Situation wünschen würde! Ich finde es absolut nicht richtig, dass er Mara mit Alexandra betrügt!! Aber intuitiv scheint sie besser zu ihm zu passen als Mara. Obwohl ich dann doch ein wenig "geschockt" war, dass Alexandra auch noch auf anderen Partys tanzt. Keine der beiden scheint die Richtige für Karl zu sein... bzw. keine der beiden kann ihm das geben, was er braucht. Alexandra war nur eine kurze Ablenkung und Mara ist viel zu fordernd und zu einnehmend. Gut, dass sie sich getrennt haben, sie hätten sich auf Dauer gegenseitig nicht gut getan. Er hat ihr schon 6 Jahre seines Lebens geopfert, mehr muss nicht sein. Einerseits habe ih verstanden, warum er zu ihr nach Berlin zurückgekehrt ist (in Leinsee ist nach einer glücklichen Phase alles zusammengebrochen und hat wieder Schutz und etwas "Bekanntes" um sich gebraucht), aber andererseits konnte ich nicht verstehen, warum er nun nicht einfach sein eigenes Ding macht. Irgendwie hat er ja ständig nur gemacht, was andere von ihm erwartet haben. Internat, seine Kunst irgendwo auch, seine Beziehung zu Mara, das Theater für seine Mutter... Die Freundschaft zu Tanja war der erste Befreiungsschlag, den er gewagt hat. Da hat er mal was fr sich getan - und kaum bricht das Band, ist er schon wieder der gebrochene Karl, der zurück zu Mara krabbelt... Ich bin gespannt, wie er sich nun nach der Trennung entwickeln wird!

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Pocci kommentierte am 13. März 2018 um 22:35

Am Ende des Abschnitts spielt Tanja persönlich ja eigentlich keine Rolle mehr, trotzdem habe ich jetzt noch eine Weile über sie gegrübelt. Hat von euch noch jemand das Gefühl, dass sie auch Zuhause vernachlässigt wird? 

Denn ich finde es schon sehr ungewöhnlich, dass sie so sehr Karls Nähe sucht und dass es auch niemanden zu wundern scheint, wenn sie so viel Zeit bei ihm verbringt und Geschenke von ihm bekommt. Ich hätte ja schon erwartet, dass ihre Eltern zumindest sicher gehen wollen, wo sie sich rumtreibt und von wem die Geschenke kommen. Zumal eine vakuumierte tote Taube auch nicht gerade ein Geschenk ist, dass für ein kleines Mädchen geeignet ist bzw als normales Geschenk betrachtet werden kann. Ich würde mir jedenfalls Gedanken über die geistige Gesundheit des Schenkenden machen.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:12

Ich habe mir auch schon viele Gedanken darüber gemacht, dass Karl sich niemals danach erkundigt, ob sich denn die Eltern von Tanja keine Sorgen machen, wenn sie so lange unterwegs ist? Bzw. dass er generell nicht nachfragt woher sie kommt o.ä. finde ich ein wenig merkwürdig. Also ich hätte mich sofort erkundigt, aber vielleicht bin ich da ja auch ein wenig überbesorgt?!

Ich weiß aber noch aus meiner eigenen Kindheit, dass ich auch ganze Nachmittag draußen gespielt habe und meinen Eltern auch nicht haarklein von meinen Erlebnissen berichtet habe. Also vielleicht sind wir einfach allgemein vieel vorsichtiger und überbehütender geworden, alamiert durch die ganzen Medienberichte und den ganzen neuen "Überwachungsquatsch" per Smartphone und ähnliches...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Sarotti kommentierte am 15. März 2018 um 19:11

Irgendwas kann bei Tanja nicht ganz in Ordnung sein. Freunde hat sie ja offenbar (zumindest muss sie nicht allein nach Hause laufen, sondern im Verbund), daher würde ich auch auf das Elernhaus tippen. Vielleicht benötigt das jüngere Geschwisterkind besondere Aufmerksamkeit und Tanja fühlt sich etwas vernachlässigt?

Dass die Eltern der Sache nicht nachgehen finde ich auch seltsam. Entweder werden sie von Tanja belogen oder sie interessiert es nicht. Hoffentlich erfahren wir mehr.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Kochbuch-Junkie kommentierte am 15. März 2018 um 21:42

Das wundert mich auch, als Eltern findet man das ja eigentlich auch ziemlich befremdend und würde ihn mal zur Rede stellen...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
MrsFraser kommentierte am 19. März 2018 um 18:06

Ich vermute, die Eltern gehen wirklich immer davon aus, dass Tanja mit Freunden oder alleine draußen spielt und wissen nichts von ihrer gemeinsamen Zeit mit Karl. Wenn sie das gewohnt sind und es feste Zeiten gibt, zu denen Tanja zuverlässig zu Hause ist, ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass sie nicht weiter nachforschen. In so einem Dorf gibt es (hoffentlich) genügend andere Kinder zum spontanen Spielen. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:28

Das habe ich mir auch so erklärt...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Kochbuch-Junkie kommentierte am 25. März 2018 um 15:55

Ja, aber irgendwie befremdlich wenn man überlegt wie viel Zeit sie bei Karl verbringt. Bisschen seltsam fand ich das schon...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 14. März 2018 um 16:06

Dieses Buch löst beim Lesen sehr viele Gefühle aus. Es fordert mich und stellt immer wieder meine bis dahin gefertigte Meinung auf den Kopf. Das ist irgendwie anstrengend, macht aber auch sehr viel Freude irgendwie ;) Ich finde es auch erstaunlich, wieviel Handlung sich vollzieht, obwohl der Roman eigentlich total ruhig dahinfließt beim Lesen. Man fliegt nur so durch die Seiten, es passiert total viel, aber trotzdem überschlagen sich die Ereignisse nicht und es entsteht keine Unruhe...faszinierend ^^

Bei der Beziehung zwischen Karl und Tanja stand meine Gefühlswelt irgendwie alle paar Seiten Kopf. Zu Beginn fand ich ihre Art der Kommunikation toll...sie hatte so etwas intuitives, basales. Ohne Worte, einfach nur durch Zeichen, Gesten, Mimik.. Ziwschenzeitlich wurde mir dann aber doch ganz anders, als ich die Szenen gelesen habe, in denen Karl dasitzt und beobachtet oder regelrecht durchs Dorf streift auf der Suche nach Tanja. Das hatte für mich kurzzeitig einen sehr seltsamen Beigeschmack. Irgendwie musste ich an "Der Tod in Venedig" denken, wo dieser alte Mann den jungen Knaben auch die ganze Zeit beobachtet usw. *schüttel* Hmmm... und dann wird das aber wieder positiv aufgebrochen, man merkt Karl sehr deutlich an, dass er keine böswilligen Absichten hegt und als sie gemeinsam an der Skulptur arbeiten und dann Kirschen einkochen - da hat mich diese kindliche Freude auch wieder erwischt und der Argwohn ist verflogen. Wobei ich zugeben muss, dass es für die Umwelt schon komisch aussehen könnte, wenn ein 26-jähriger Mann mit einer 8-jährigen "rumhängt"... Und da musste ich mich selbst wieder sehr von diesem blöden Vorurteil befreien!! Man denkt dann immer gleich das Schlimmste, aber wenn eine 26-Jährige junge Frau sich gerne mit einer 8-Jährige beschäftigt, die sie im Dorf getroffen hat, dann ist da viel weniger Vorurteil dabei... spannend und traurig irgendwie :-/

Ich glaube, dass die sich langsam entwickelnde Freundschaft zwischen Karl und Tanja eine sehr natürliche, kindliche Natur hat. Ich glaube, dass dieser "kindliche" Blick auf die Welt schon immer in Karl schlummerte (aufgrund seiner künstlerischen Ader) und Tanja ihn wieder aufweckt und zum Vorschein bringt. Die beiden entdecken zusammen kleine Details, Schönheiten in der Natur und im Zwischenmenschlichen, die bei Karl vielleicht schon so lange verschüttet sind.
Schade, dass Karl sie bei Maras Ekalation auf der Teeparty nicht verteidigt hat. Er fühlt sich auch Jahre danach noch schuldig deswegen.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, was noch aus dieser besonderen Freundschaft wird und ob die beiden sich wiedersehen werden...?! Für mich ist auch noch nicht so ganz klar, wohin die Autorin den Roman lenken wird...

Was ich an diesem Leseabschnitt besonders schön fand, war der Beginn einer "neuen" Kommunikation zwischen Karl und seiner Mutter.

Für mich sind da viele Parallelen zur Kommunikation zwischen Karl und Tanja. Ich denke, dass Karl - ohne es zu wissen - viel von Tanja gelernt hat in dieser Hinsicht und nun mit seiner Mutter viel offener und befreiter umgehen kann. Ebenso wie Karl und Tanja "reden" auch Karl und seine Mutter auf eine sehr intuitive, basale Art miteinander. Sieht zeigt auf Etwas, er zeigt auf Etwas. Sie lächeln, sie nicken, sie verstehen sich ohne Worte. Anfangs wirkte das alles noch holprig, aber Karl schein immer mehr Gefallen daran zu finden.
Ich finde es auch faszinierend, dass Ada nach ihrer OP einen anderen Blick auf ihre Kunst zu haben scheint. Da stellt sich mir die Frage, ob sie von ihrem Mann beeinflusst wurde früher?! Welche Kunst ist denn nun die "wahre"? Welche Ansicht gehört nun wirklich zu ihr? Auf jeden Fall wirkt ihr Umgang mit der Harzmasse natürlicher, liebevoller in der Atelier-Szene mit Karl und Tanja...
Diese nebensächlich eingeworfene Information, dass August ein Kind wollte und dass ihm die ungerade Zahl "drei" icht so viel Angst wie der Mutter zu bereiten schien, fand ich äußerst interessant. Vielleicht hat der Vater Karl doch mehr geliebt, als er ihm jemals zeigen konnte...

Also trotz meiner zwischenzeitlichen Skepsis bin ich im Moment wieder sehr angetan von diesem Roman und freue mich sehr auf das Weiterlesen! :) Der zweite Leseabschnitt hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er irgendwie auch viele sehr skurrile und verrückte Momente hatte ^^ Aber irgendwie macht das für mich den Charme dieses Romans aus...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Fasersprosse kommentierte am 16. März 2018 um 11:28

Ich fand auch, dass viele Informationen eingestreut wurden, die ein Boden für einige Spekulationen bei mir bereitet haben. Doch sie wurden in der Geschichte nicht aufgelöst und auch ich konnte mir im Verlauf der weiteren Handlungen nichts zusammenreimen.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
soulfire kommentierte am 14. März 2018 um 17:43

In diesem zweiten Leseabschnitt erfährt man wie sehr Karl die emotionale Nähe und die liebevollen Gefühle ihm gegenüber gefehlt haben! Er schlüpft sogar in die Rolle des Vaters um seiner Mutter endlich nahe sein zu können und entscheidet sogar die skurrile Situation des Kusses zu überstehen nur um die Zuneigung seiner Mutter zu spüren! Daher nutzt er noch die kurze Lebendigkeit die er noch mit seiner Mutter hat, um ihr nah zu sein, ihr zu begegnen und verlorene Zeit zurück zu gewinnen.

In der Beziehung zu Tanja finde ich, dass er endlich jemanden gefunden hat der ihn wirklich sieht! Tanja erkennt ihn mit seinen Wünschen und Bedürfnissen und lässt ihn sein so wie er ist! Meiner Meinung nach wird sie auch als Kind dargestellt, da er zu seinem kleinen Jungen endlich Bezug nehmen kann! Durch sie muss er nun auch lernen nicht nur gesehen zu werden sondern jemanden anderen zu sehen! Er hätte für Tanja einstehen müssen beim Konflikt mit Mara! Daher entfernt sich Tanja meiner Meinung nach erstmal!

Die Rollen von Mara und Buddy Holly spiegeln für mich die Personen wieder die Karls Vergangenheit angehören! Beziehungsmuster die er früher gelernt hat, ihm aber nicht gut tun! Daher hat es mich gefreut, zu lesen dass er mit beiden Personen bricht! Schade fand ich, dass es bei Mara 6 Jahre noch dauern musste!

Ich fand es sehr schön wie Karl von seinen Eltern Abschied genommen hat um Frieden mit Ihnen zu schließen, ihren Wunsch zu erfüllen und eine Situation zu finden, in der er ganz allein mit ihnen beiden ist! Ebenso war es sehr authentisch, wie Karl die Todesanzeige seiner Mutter geschrieben hat! Ich fand es sehr gut, denn so konnte man spüren, wie weit er schon bei sich selber isst!

Ich bin gespannt wie der innere Weg von Karl zu sich selbst weitergeht und was er weiterhin daraus macht! Ebenfalls bin ich gespannt wie sich die Rolle von Tanja entwickelt und welche Rolle sie in Wirklichkeit hat!

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
vielleser18 kommentierte am 15. März 2018 um 19:56

Im zweiten Abschnitt gibt es noch mehr Abschiede - und einen Zeitensprung.

Abschied von der Mutter, aber auch von Alexandra. Dann das Verschwinden, nicht mehr auftauchen von Tanja - Karl kehrt Leinsee den Rücken zu, feiert die nächsten Jahre Erfolge.Die Beziehung zu Mara bricht endgültig.

Was kommt ?

Als Karl das "Spiel" anfangs mit seiner Mutter mitspielt, hatte ich das Gefühl, dass seine Gefühle, die die Eltern so gekappt hatten, aufzutauen beginnen. Hat sein beruflicher Erfolg etwas damit zu tun, oder nur damit, dass der Öffentlichkeit seine Herkunft bekannt geworden ist.

Was hat Karl in Tanja gesehen ? Eine unbeschwerte Kindheit ? Immerhin hat sie bei ihm eine Schaffens- und Ideensphase ausgelöst.

Was erwartet uns im dritten Abschnitt ? Eine Rückkehr nach Leinsee ? Ein Wiederbegegnung mit der nun - 14 jährigen Tanja ?

 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
MrsFraser kommentierte am 19. März 2018 um 18:08

Der Zeitsprung hat mich total überrascht - euch auch? Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und ab da nahm das Buch dann auch eine komplett andere Wendung und bekam einen anderen Unterton. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Hermione kommentierte am 19. März 2018 um 19:30

Ja, das fand ich absolut irritierend. Mit so einer langen Zeitspanne hätte ich persönlich niemals gerechnet.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
gaby2707 kommentierte am 20. März 2018 um 10:22

Was hat Karl in Tanja gesehen ?

Ich denke, er hat in Tanja seine Kindheit gesehen, die er nie gehabt hat. Mit ihr war er ja auch teilweise wie ein Kind. Und wieder so anders zu sein, hat ihm den Weg zu neuen ideen geöffnet. Das fand ich sehr positiv. Tanja tut ihm einfach gut.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Kochbuch-Junkie kommentierte am 15. März 2018 um 21:46

Ich bin sehr froh über die Trennung von Mara. Nach der Flucht von Leinsee nach Berlin hatte ich schon die Befürchtung, er lässt sich vielleicht einlullen.

Aber langsam findet er wohl auch zu sich selbst und ich hoffe sehr auf eine Rückkehr nach Leinsee und auch ein Wiedersehen mit Tanja.

Das Verstreuen der Asche fand ich auch sehr schön in dem Segelboot. Wahrscheinlich fast der intimste Moment, den er je mit seinen Eltern hatte. Trotz allem aber sehr persönlich. Da merkt man auch, dass Karl diese Aufmerksamkeit der Presse etc. gar nicht möchte.

Bin schon gespannt, wie es weitergeht...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Fasersprosse kommentierte am 16. März 2018 um 11:28

So traurig es ist, ich finde auch, dass es der intimste Moment mit seinen Eltern war. Vielleicht hat es ihm auch geholfen, mit der Situation abzuschließen.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:30

Ja, das finde ich auch! Ein sehr intimer, schöner Moment...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 16. März 2018 um 12:59

Ja das Verstreuen der Asche war wirklich eine sehr schöne Geste und ein toller Moment. Und er geht ja auch ein Risiko ein, dass er seinen Vater heimlich wieder ausbuddeln lässt. Das ist nämlich Störung der Totenruhe und wird rechtlich auch verfolgt. Wenn jemand beerdigt ist, dann muss derjenige dort auch liegen bleiben.

Es ist echt schade, dass er keine schöneren Momente mit ihnen hatte zu deren Lebzeiten.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Cheekysassi kommentierte am 16. März 2018 um 12:59

 

Ich bin immer noch völlig hin und weg von dem Buch! Man fliegt förmlich durch jedes Kapitel und kann die Worte nur so aufsaugen, ohne dass es jemals anstrengend oder langweilig wird. 

In diesem Abschnitt fand ich gerade die Teepartyszene, als beinahe einer der Schlüsselszenen dieses Buchs. Sie zeigt perfekt das auf, was Tag täglich im Leben passiert. Das man irgendwann das Kind in sich selber verliert und daher alle wichtigen und wunderbaren Ansichten von Kindern und dem inneren Kind als naiv erachtet und angesehen werden (Mara). Dabei hat man gerade bei der Beziehung zwischen Karl, Tanja, Alexandra und Ada gemerkt wie schön es sein kann, wenn man eben nicht alles nur vernünftig und erwachsen betrachtet, sondern eben aus den Augen eines Kindes und weiterhin offen der Welt gegenüber tritt. Und Mara trat dann als DER Erwachsene, der Gegenspieler auf. Der Alltag, mit dem wir jeden Tag zu kämpfen haben und der uns unser Kind in uns selber verlieren lässt und nur noch vernünftig und rational, der Karriere fördernd, handeln lässt. 

Ich denke gerade deshalb war es auch wichtig, dass er wieder mit Mara zusammen gekommen ist, auch wenn ich diese Entscheidung eigentlich richtig schlimm gefunden habe. Weil es dieser typische Alttagstrott ist. Das nicht aus der routine heraus brechen. Das gemütliche. Nichts wagen. 

Ich bin sehr gespannt wie es weiter gehen wird, denn in meinen Augen ist es tatsächlich ein Buch, das sich nicht vorrausschauen lässt, was vermutlich arg dazu beiträgt, dass ich es so genieße es zu lesen. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
MrsFraser kommentierte am 19. März 2018 um 18:12

Sehr toll beobachtet und zusammen gefasst! 

"In diesem Abschnitt fand ich gerade die Teepartyszene, als beinahe einer der Schlüsselszenen dieses Buchs. Sie zeigt perfekt das auf, was Tag täglich im Leben passiert. Das man irgendwann das Kind in sich selber verliert und daher alle wichtigen und wunderbaren Ansichten von Kindern und dem inneren Kind als naiv erachtet und angesehen werden (Mara). Dabei hat man gerade bei der Beziehung zwischen Karl, Tanja, Alexandra und Ada gemerkt wie schön es sein kann, wenn man eben nicht alles nur vernünftig und erwachsen betrachtet, sondern eben aus den Augen eines Kindes und weiterhin offen der Welt gegenüber tritt."

Bzw. auch dass Alter einfach keine Rolle spielt, wenn man sich gut versteht.

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 20. März 2018 um 15:35

Das mit dem inneren Kind in uns hast du sehr schön gesagt! :) Da stimme ich dir zu!

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Ifernia kommentierte am 16. März 2018 um 22:19

Dieses Buch schafft etwas was ich selten habe, ich mag nachdem 2. Abschnitt kaum  weiterlesen, da ich nicht will das es vorbei ist... oder noch schlimmer, dass das Ende für mich nicht zu diesem zauberhaften Buch passt.

Ich sehe Buddy Holly weniger kritisch als viele anderen hier.. mir tut er fast leid, ich glaube das er Ada und August wirklich verehrt hat und jetzt mit ihrem Sohn ihr Andenken bewahren will und überhaubt nicht verstehen kann, wieso Karl das so gänzlich anders sieht.

Aus Karl Sicht find ich es allerdings sehr verständlich.

Die Teepartyszene fand ich großartig, traurig, befremdlich, lustig, komisch... und das alles gleichzeitig.

Seine Reaktion auf den Kuss seiner Mutter hat mich traurig gestimmt... ich hatte das Gefühl das er es zugelassen hat, da es Nähe zwischen ihm und ihr war.

Tanja und Karl... ich bin gespannt wie es weiter geht und die beziehung der beiden fazniert mich und ich habe aber auch etwas Sorge, dass es zum Schluss zu wendungen kommen könnte, die ich nicht mag....

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
genihaku kommentierte am 18. März 2018 um 11:55

Im Gegensatz zu gefühlt allen anderen schleppe ich mich langsam durch dieses Buch. Die Charaktere und der Schreibstil lassen mich fast vollständig kalt. Es gibt hier und da tolle Momente, Sätze oder Wörter, doch ich finde schlichtweg keinen Bezug. Es stört mich, dass Karl kein wirkliches Ziel und keine Vorstellung hat, wie sein Leben weitergehen soll. Erst geht er zurück nach Berlin, obwohl er das nicht will, er bleibt sechs Jahre (!) mit Mara zusammen, obwohl er das schon in Leinsee als letzten Kuss angesehen hat und Karl als Charakter kann sich dezidieren. 

Ich mochte die Szene, als Adas Hände beim Zeichnen zitterten. Der Kuss hat mich auch überrascht. Das Interview mit Ada und August fand ich interessant, weil der Vater zu Wort kam und durchschimmern ließ, dass er mehr ein Kind wollte als seine  Frau. Ich war froh, als Tanja endlich einen Dialog hatte, sie sagte etwas. Sonst kam sie mir immer wie das unrealistischste Kind der Literatur vor. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
LySch kommentierte am 18. März 2018 um 23:38

Oh, das ist echt schade! Gerade die Sprache finde ich so wahnsinnig gelungen an dem Buch! Die Vergleiche und Bilder sind noch so völlig "unverbraucht", sind neu und kreativ...
Aber Geschmäcker sind neunmal verschieden!
Bei dem Buch " Und jetzt lass uns tanzen" war ich auch gefühlt alleine mit meiner schlechten Meinung ^^

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
genihaku kommentierte am 19. März 2018 um 16:33

Ich hatte wirklich große Hoffnung in die Geschichte. Wieso die Sprache mit mir nicht klickt, weiß ich auch nicht. Wenn Reinecke jedoch kleine Szenen beschreibt, (wie das Haarekämmen) finde ich das schön geschrieben. 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
nicigirl85 kommentierte am 21. März 2018 um 14:09

Das ist wirklich sehr schade für dich, dass du dich so quälen musst, das tut mir echt Leid.

Wenn du jetzt bei der LR nicht dabei wärst, sondern es von dir aus lesen würdest, hättest du dann abgebrochen?

Ich finde ja, man sollte sich durch kein Buch quälen.

Mir ging es mal so mit Alex Capus Roman "Leon und Louise". Ich kam einfach nicht rein in das Buch, während andere Leser nur so geschwärmt haben. Habe dann ca. 3 Jahre danach nochmal einen Anlauf mit dem Roman genommen und fand ihn dann wirklich klasse. Manchmal kommt ein Buch eben zur falschen Zeit für einen...

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
buecherwurm1310 kommentierte am 25. März 2018 um 14:56

Karl verbringt viel Zeit mit seiner Mutter und geht auf sie ein. Beide scheinen das Zusammensein zu genießen. Aber er ist immer noch nicht der Sohn, sondern in der Rolle des Ehemanns.

Was geht in Adas Kopf vor? Sie stellt das, was sie mit August an Kunst geschaffen hat, in Frage. Wurde sie von August dominiert?

Torben taucht auch immer wieder auf. Er glaubt Ada und August verstanden zu haben und wirf Karl vor, dass er nur auf Geld aus wäre. Aber das könnte man ihm genauso gut unterstellen. Warum hat er Kontakt zu Mara?

Nach Adas Tod geht Karl zurück nach Berlin. Aber irgendwie hat er den Boden unter den Füßen verloren. Die Beziehung zu Mara geht in die Brüche. Mich wundert das nicht. Von Anfang an habe ich die beiden nicht als Paar gesehen, eher als Geschäftspartner.

Immer noch schwirrt Tanja in Karls Kopf herum, ob wohl Karl doch schon so lange wieder in Berlin ist.

 

Thema: Lektüre, Teil II; Seite 123 bis 241
Hailie kommentierte am 31. März 2018 um 21:34

Auch nach dem zweiten Teil weiß ich noch nicht, wohin die Geschichte führen soll. Mir gefällt der Schreibstil, aber mit der Erzählung kann ich nichts anfangen. Ich finde alles einfach irgendwie merkwürdig. Dass die Mutter verwirrt ist, kann ich nachvollziehen, aber den Sohn küssen?! Und sich vor allem küssen lassen und mitspielen?! Tanja finde ich sympathisch, aber auch hier ist alles merkwürdig und für mich nicht nachvollziehbar. Ich bin jetzt auf das Ende gespannt. Aber bisher hat mich das Buch leider nicht gepackt.

Themen dieser Leserunde

Rezensionen zu diesem Buch