Leserunde

Leserunde zu „1984" (George Orwell)

1984
von George Orwell

Bewerbungsphase: 30.01. - 13.02.

Beginn der Leserunde: 20.02. (Ende: 12.03.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir 20 Freiexemplare von „1984" (George Orwell) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

... leider aktueller denn je: Big Brother is watching you.
George Orwells 1984 ist längst zu einer scheinbar nicht mehr erklärungsbedürftigen Metapher für totalitäre Verhältnisse geworden. Mit atemberaubender Unerbittlichkeit zeichnet der Autor das erschreckende Bild einer durch und durch totalitären Gesellschaft, die bis ins letzte Detail durchorganisierte Tyrannei einer absolute autoritären Staatsmacht. Seine düstere Vision hat einen beklemmenden Wirklichkeitsbezug, dem sich auch der Leser von heute nur schwer entziehen kann.

ÜBER DEN AUTOR:

George Orwell, geboren 1903 in Motihari, Indien, verdingte sich zunächst bei der indischen Polizei in Birma. Er gab den Dienst aber 1927 aus Protest gegen die britischen Kolonialherren auf. Danach lebte er in London und Paris, und schlug sich als Tellerwäscher, Vagabund und Lehrer durchs Leben. Er schriebe zahlreiche Romane, Erzählungen, Essays und Gedichte. Orwell starb 1950.

13.03.2017

Thema: Lektüre, Teil I (Seite 1 - 128)

Thema: Lektüre, Teil I (Seite 1 - 128)
Nora Lee kommentierte am 24. Februar 2017 um 18:13

Gestern das Buch erhalten und schon durch mit dem ersten Teil.

Das Thema ist aber auch fesselnd und innerlich hat es leicht gebrodelt in mit, während des Lesens.

Solche Unterdrückung und Lügen gehen mir immer gegen den Strich. Mal davon abgesehen bin ich super reingekommen und obwohl das Buch fast 70 Jahre alt ist, ist es immer noch erschreckend aktuell.

Ich mag Winston, er ist einer der wenigen, der noch selbstständig denkt und immerhin ein wenig rebelliert. Ich schätze mal, wenn er Wind von einer Rebellengruppe bekommen würde, ich meine einen echten Beweis, er würde sich ihnen anschließen.

Und langsam fängt er ja an, nach ein bisschen echter Wahrheit zu suchen. Obwohl ihn das den Kopf kosten kann.

Freue mich auf den zweiten Teil und auf eure Meinungen. :)

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Gwendolyn22 kommentierte am 24. Februar 2017 um 20:16

Ich finde es auch ziemlich fesselnd, jedoch muss ich mich auch echt konzentrieren, da man es "nicht mal so eben wegliest". Dafür ist der Inhalt viel zu gewichtig und jedes Detail des totalitären Systems so eindringlich und fesselnd beschrieben; die furchtbar drückend-graue Stimmung lässt sich fast in jeder Zeile spüren.

Was ich mich bisher die ganze Zeit frage ist, ob die Signale (Blicke etc.) der Mitmenschen von Winston nicht richtig gedeutet werden oder ob in der Beobachtung die Angst siegt, einen Kontakt einzugehen, weil es zu verdächtig wäre und jeder um sein Leben bangt? Denn Winston ist ja nicht doof - im Gegenteil, wenn er so weit denkt, muss ihm doch jederzeit klar sein, dass er nicht der einzige ist, der meint, dass das System/die Partei falsch liegt und Freiheit sehr wohl ein Recht der Menschen ist. Ein bisschen scheint gegen Ende des ersten Teils ja durch (da zweifelt er, ob er jetzt noch richtig denkt oder nicht), dass ihm bewusst ist, da etwas falsch läuft...

 

Ich bin gespannt auf Eure Meinung.

 

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Federfee kommentierte am 25. Februar 2017 um 11:14

Ich empfinde das auch alles als sehr bedrückend und finde auch, dass man das nicht so schnell hintereinander weglesen kann. Hin und wieder muss man innehalten und über Sätze nachdenken.

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Nora Lee kommentierte am 25. Februar 2017 um 18:05

Sicherlich ist es schwere Lektüre und es bleibt einem viel im Kopf hängen. Und doch möchte ich Winston auf seinem Weg begleiten und hoffe wirklich für ihn, dass er weitere Menschen findet, die so denken wie er. Denn die gibt es immer, wenn man in einer solchen Umgebung leben muss.

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digra kommentierte am 26. Februar 2017 um 12:57

@gwendolyn

Die Frage ist ja, wie machen sich die Leute untereinander bemerkbar. Wenn wirklich alles beobachtet (oder sagen wir, analysiert) wird, dann ist es schwierig sich zu erkennen zu geben. Es ist echt verzwickt. Aber bestimmt gibt es noch andere. Nur kommen Minderheiten ja auch nicht immer gut weg und es ist schwer zu seinem Standpunkt zu stehen. Wer kennt das nicht?

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 18:42

@Gwendolyn:

Ich denke, es ist schwer, die Signale der Mitmenschen in diesem Umfeld zu deuten. Vielleicht sind es ja auch Spitzel, die einen hereinlegen wollen?

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Gwendolyn22 kommentierte am 26. Februar 2017 um 20:35

@Hermione: Ja, das kann natürlich gut sein. Winston ist nie wirklich sicher, auch wenn er jemanden für vertraulich hält - er kann es aber nie zu hundert Prozent wissen. Dies wird im zweiten Teil noch deutlicher.

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crazy_julchen kommentierte am 05. März 2017 um 15:11

Die Signale der Mitmenschen zu deuten ist definitiv schwer. Und ich weiß nicht, ob es wirklich ein Spitzel ist. Vielleicht ist es auch eine Art "Hilfe" eine, die ihm helfen will.

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westeraccum kommentierte am 25. Februar 2017 um 09:36

Anfangs hatte ich einige Problem in das Buch reinzukommen. Der Stil ist schon etwas gewöhnungsbedürftig und es geht nicht so richtig voran, wie man das bei heutigen Büchern gewohnt ist. Aber inzwischen fasziniert es mich immer mehr.

Wenn man bedenkt, dass Orwell das Buch 1949 auf den Markt gebracht hat, dann hat er vermutlich auf die Erfahrungen der Nazizeit und des Stalin-Regimes zurückgegriffen. Einige Elemente sind ganz deutlich, z.b. die Erziehung der Kinder zu Denunzianten (In der Nazizeit hießen die Pimpfe oder Hitlerjungen). Erschreckend finde ich aber auch, dass er viele Elemente voraussieht, die in späteren Diktaturen zum Tragen kamen, z.B. in der DDR oder in Nordkorea. Die Mechanismen sind ja immer gleich: die freie Meinungsäußerung wird unterdrückt, man kann niemandem trauen, dadurch können sich oppositionelle Kräfte nur schwer finden und zusammenschließen.

Interessant finde ich auch die Technik, die Orwell beschreibt. Diese immer laufenden Bildschirme, die "Diktaphone", in die die Angestellten ihre Texte sprechen..., da war Orwell seiner Zeit ziemlich voraus.

Inzwischen hat mich das Buch wirklich gepackt und ich werde heute den zweiten Teil lesen.

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Federfee kommentierte am 25. Februar 2017 um 11:17

Ich hatte da auch so meine Schwierigkeiten und empfinde das Buch als deprimierend. Aber es ist schon wichtig, über diese Unterdrückungsmechanismen Bescheid zu wissen. Es scheinen tatsächlich immer die gleichen zu sein, was es vielleicht leichter macht, sie zu identifizieren.

Was würde Orwell wohl sagen oder schreiben, wenn er von den heutigen technischen Überwachungsmöglichkeiten wüsste?

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BücherwurmNZ kommentierte am 25. Februar 2017 um 11:31

Ich musste auch einige Male an die Ähnlichkeit mit der Nazizeit denken. Zum Beispiel auch, als von den Proles die Rede war. Sie werden auch als minderwertig angesehen und auf eine Stufe mit den Tieren gestellt.

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westeraccum kommentierte am 25. Februar 2017 um 14:11

Ja, das ist serh deutlich. Jede Diktatur braucht ein Feindbild, egal ob es die Juden, der "Westen" oder die "Proles" oder die Muslims sind. Und die Menschen fallen immer wieder darauf herein.

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Federfee kommentierte am 26. Februar 2017 um 09:38

Das ist anscheinend ein soziologisches Phänomen: "Wir gegen die anderen." Wenn man einen gemeinsamen Feind hat, versteht man sich gleich besser und fühlt sich in der Gruppe geborgen. ERschreckend, dass das immer wieder so vorkommt.

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westeraccum kommentierte am 26. Februar 2017 um 16:38

Ja leider! Man muss sich ja nur die Fußballfans anschauen...

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 11:51

Mich erinnert es auch sehr an die DDR - Sozialismus ist gut, Dreijahrepläne... übererfüllt, es gibt keine Auswahl an Produkten, der Tagesablauf ist vorgegeben, Kirchen werden umgewidmet...

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Eulalia kommentierte am 02. März 2017 um 13:55

Ja, daran musste ich auch denken

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digra kommentierte am 26. Februar 2017 um 12:59

Die Technik ist, finde ich, sowas wie Hirnwäsche. Wenn man jemandem nur lange genug etwas sagt, dann wird das zur Wahrheit. Man zweifelt dann sogar an seiner eigenen Meinung. Das ist sehr manipulativ.

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Eulalia kommentierte am 02. März 2017 um 13:57

Diese Teleschirme, die auch noch mithören, da ging doch vor gar nicht langer Zeit etwas durch die Medien, erinnerst Du Dich?

In dieser Hinsicht ist Orwell mehr als prophetisch.

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Federfee kommentierte am 25. Februar 2017 um 11:11

Ich musste mich zuerst ein wenig zwingen, in dieses Buch einzusteigen bzw. weiter zu lesen: diese schreckliche Überwachung – jedes Mimikdetail kann gesehen, jeder Furz gehört werden – diese Einsamkeit und diese erbärmlichen Lebensumstände. Und so vieles erinnert an Vergangenes – die Indoktrinierung der Kinder – und an Gegenwärtiges: Doppeldenk, heute eher 'alternative Fakten' genannt. Und dann dieses Bespitzeln, dieses Denunziantentum, wie zu Hitlers Zeiten. Hat Orwell da Anleihen genommen, vielleicht auch bei Stalin? Sieht der 'Big Brother' vielleicht Stalin ähnlich?

Ich denke, es ist ein wichtiges Buch wegen all' dem, was sich heutzutage tut ...

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westeraccum kommentierte am 25. Februar 2017 um 14:12

Stasi...

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Federfee kommentierte am 25. Februar 2017 um 14:25

Ja, das passt auch, kam aber später.

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 11:51

Ja - alternative Fakten - es kommt tatsächlich schon "post-faktisch" vor!

Ich stimme Dir zu und bin auch schon gespannt auf den 2. Teil.

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digra kommentierte am 26. Februar 2017 um 13:01

Ich denke schon, dass bewusst Parallelen gezogen wurden.

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wandagreen kommentierte am 26. Februar 2017 um 19:34

Doppeldenk mit Alternativen Fakten zusammenzubringen ... ich schmeiss mich weg - ist nicht ganz abwegig.

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Benne kommentierte am 27. Februar 2017 um 22:48

Doppeldenk kann man aber nicht wirklich mit alternativen Fakten vergleichen. Doppeldenk bezeichnet eher das gleichzeitige Existieren von Tatsachen, die sich gegenseitig ausschliessen. So ist immer eine Variante davon korrekt (ganz nach Belieben der Regierung). Das was die Bürger dann glauben ist nichts halbes und nichts ganzes - wie man heute sagen würde.
Alternative Fakten hingegen ist ein - zugegebenermaßen schlauer - Ausdruck für falsche Tatsachen. Ein Euphemismus für Lügen, würde ich sagen.

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Federfee kommentierte am 28. Februar 2017 um 09:12

Gut gesagt, besonders der letzte Satz. Vergleiche hinken eben immer, besonders wenn man das näher anschaut. Es war mir nur spontan so eingefallen.

Allerdings finde ich dieses 'Doppeldenk' eine ganz komplizierte oder kompliziert erklärte Angelegenheit.

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BücherwurmNZ kommentierte am 25. Februar 2017 um 11:37

Ich bin sehr gut in das Buch hineingekommen, da der Schreibstil sehr flüssig und vor allem anschaulich ist. Das Buch liest sich erstaunlich schnell.

Mir war bewusst, dass es in diesem Buch über die Überwachung geht, aber als in den ersten Seiten erzählt wurde, dass der gesamte Wohnraum überwacht wird und alles bestimmt wird, war ich doch ein paar mal geschockt, da die Menschen überhaupt keine Freiheit mehr haben.

Als ich das gelesen habe, war ich auch froh, nicht in einer Welt zu Leben, in der alles fremdbestimmt ist. Die Partei kann so einfach Menschen verschwinden lassen, vaporisieren, andere erfinden und die Vergangenheit verändern. Und zwar so, als ob sie echt und nicht erfunden wäre und keiner kann den Unterschied mehr erkennen. Das ist echt erschreckend.
"Die Vergangenheit war ausradiert, und dann war sogar die Tatsache des Radierens vergessen, die Lüge war zur Wahrheit geworden."

Was ich nicht so ganz verstehe, ist einer der Wahlsprüche "Krieg bedeutet Frieden". Auch in dieser neu konstruierten Welt ist Krieg nichts gutes, sondern etwas schlechtes und bedeutet nicht Frieden. Das hat man ja auch gemerkt, als Winston bei den Proles war und die Bombe eingeschlagen ist.

Ich glaube, Winston ist nicht der einzige, der sich über das System kritische Gedanken macht. Nur hat jeder Angst, aus der Reihe zu tanzen und erwischt zu werden und eine Anlaufstelle für Andersdenkende scheint es nicht zu geben.

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westeraccum kommentierte am 25. Februar 2017 um 14:15

Solche Parolen braucht man in einer Diktatur. Oder hat jemand verstanden, was die ganzen Sprüche in der DDR sollten, die immer wieder bei Paraden etc. plakatiert wurden? Das Perverse ist ja, dass Krieg gerade keinen Frieden bedeutet, aber es wird den Menschen immer wieder suggeriert. Entweder nimmt man die Parolen irgendwann nicht mehr wahr oder man denkt darüber nicht mehr nach. Ist schon ziemlich erschreckend.

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BücherwurmNZ kommentierte am 25. Februar 2017 um 21:49

Danke! Dann verstehe ich aber noch weniger, wieso die Menschen alles schlucken und nicht mal selbst nachdenken. Ich hoffe mal, dass die Menschen das kritisch sehen und sich nur nicht trauen, sich zu erkennen zu geben.

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Federfee kommentierte am 26. Februar 2017 um 09:39

Das verstehe ich auch nicht, aber in der Gegenwart kann man ja gerade das gleiche Phänomen beobachten.

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 18:37

Die meisten haben sicherlich einfach Angst wie Winston, weil immer wieder Andersdenkende einfach verschwinden.

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Benne kommentierte am 27. Februar 2017 um 22:53

Zu dem Punkt fällt mir "Brave New World" von Aldous Huxley ein (Anfang der 1930er verfasst). Dort ist der Protagonist jemand, der sich als einziger traut, sich gegen das totalitäre Regime zu stellen. Ich denke, Winston verhält sich hier ähnlich. Die meisten Bürger akzeptieren ihr Leben unter der Regierung und haben viel mehr Angst vor Strafen, falls sie rebellieren, als dass ihr Drang zur Veränderung überwiegt.

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Federfee kommentierte am 25. Februar 2017 um 11:25

Was Orwell Winston auf S. 46 über 'Doppeldenk' sagen oder denken lässt, ist nicht einfach zu verstehen, aber sicher eine wichtige Passage.

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mesu kommentierte am 25. Februar 2017 um 14:59

Ich finde auch, es ist keine leichte Lektüre aber eine wichtige, für die man sich Zeit nehmen sollte. Es ist wirklich faszinierend was der Autor vor so vielen Jahren schon mutmaßte und nicht alles ist ja wirklich Fiktion. Schlimm finde ich auch die Hassminuten, in denen sich die Menschen so reinsteigern und Wut aufbauen können. Die Gedankenkontrolle und die ständige Überwachung können schon Angst machen. Und die Sache mit dem Gin- erscheint mir fast wie eine Droge, die die Menschen gefügig macht. Ich hoffe Winston geht den Weg des "kleinen" Widerstands stetig weiter... Vielleicht bekommt er ja noch Hilfe von den Prols.

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Gwendolyn22 kommentierte am 25. Februar 2017 um 21:01

Gerade die inneren Monologe, das Schreiben des Tagebuchs zeigen ja, in welchem inneren Zwiespalt er sich befindet - als vernünftig denkender, freiheitsliebender Mensch, der sich Gedanken macht und trotzdem zwischendurch an sich zweifelt..  Oder auch überlegt, dass er alleine gar nichts ausrichten kann.

Wirklich beklemmend bis ins kleinste Detail finde ich alles beschrieben - und das macht den Sog des Buches für mich aus. Es ist sehr stimmig; mir ist auch aufgefallen, dass Orwell bezüglich der Technik voraus gedacht hat - und die Spitzel, klar, da kommt mir auch die spätere Stasi in den Sinn.

Das systematische Umschreiben der Vergangenheit, so dass sogar Winston verwirrt ist, der ja daran aktiv mitwirkt, ist sehr befremdlich, wirkt natürlich in diesem Zusammenhang logisch.

 

 

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westeraccum kommentierte am 26. Februar 2017 um 10:50

Interessant fand ich ja, dass ziemlich am Anfang schon das Wort "post factum" vorkam, das war ja letztens das Wort des Jahres. Im zweiten Teil taucht der Ausdruck noch einmal auf.

Interessant finde ich auch die Entwicklung der Sprache hin zum Neusprech. Wenige Worte, wenig Verben, man kann sich nicht mehr differenziert ausdrücken und alles verkommt zu einem sprachlichen Einheitsbrei.

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 12:01

Die Hassminuten erscheinen leider auch bedrückend aktuell.

Wahnsinn, wie weitsichtig das Buch schon war.

Und der Gin - und den gibt es ja nur für Parteimitglieder - ist auch sehr befremdlich.

Ja, ich hoffe auch, dass Winston weitermacht und weiter reflektiert und vielleicht noch Verbündete bekommt.

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Eulalia kommentierte am 02. März 2017 um 14:00

Der Gin erinnert mich an die Rumrationen der alten Seefahrer. Der hielt sie ruhig und vom Meutern ab.

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 11:49

Wow.

Was für eine Lektüre!

Sicherlich keine leichte Kost. Aber ich finde das Buch so fesselnd, dass ich den ersten Teil auch in einem halben Tag verschlungen habe.

Die bedrückende graue Stimmung kommt in jeder Zeile sehr gut rüber. Alles ist gleichgeschaltet - Kleidung, Tagesablauf, Produkte, Sprache (!), Gedanken...! Die Überwachung ist allgegenwärtig. Wer anders denkt, wird ausradiert. Die Vergangenheit wird "korrigiert". Nur das, was die Regierung - die "Partei" sagt und denkt, ist real.

Kinder werden von kleinauf zu Spitzeln erzogen. Feindbilder sind andere Staaten - sowie auch die "Proles" (von Proletariat?) - 85 % der Bevölkerung!!! - die keine Parteimitglieder sind.

Die Mitbegründer der Revolution sind heute ihre Feinde (siehe Robespierre in der Französischen Revolution und seine einstigen Weggefährten - "Die Revolution frisst ihre Kinder"...) und werden eliminiert.

Alles irgendwie Schöne oder jegliches Gefühl wird verfolgt und nicht toleriert, weil es "gefährlich" sein könnte, weil es irgendeine Art von Individualität fördern könnte.

Schlimm, wie aktuell das Thema ist - auch wenn der Roman schon 1949 erschienen ist! Man sieht, dass die Unterdrückung von Freiheit, von Pluralität und von Individualität dazu führt, dass die Menschen in einer Umgebung leben ohne schöne Dinge, im Mangel (Es gibt keine Rasierklingen mehr, die Schokoladenrationen werden gekürzt...) und im Elend. Alles ist grau, niemand kennt mehr Freude.

Das einfache Volk wird dumm gehalten und kann sich nur an Lotterien erfreuen. Die Parteimitglieder selbst gehen sinnlosen Arbeiten nach und werden rund um die Uhr kontrolliert.

Das "Neusprech" erinnert leider verstörend an Donald Trump - wie sage ich etwas möglichst in 140 Zeichen mit möglichst kleinem Wortschatz...?!

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westeraccum kommentierte am 26. Februar 2017 um 16:38

Der Gedanke an Trump kan mir auch, besonders nach seiner Journalistenschelte. Er hätte die Presse ja auch gern gleichgeschaltet, nur wer ihm zu Füßen liegt zählt.

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Eulalia kommentierte am 02. März 2017 um 14:05

Überhaupt diese Spracharmut! Ich liebe es mit Sprache und Wörtern zu spielen, aber hier geht es ja nur darum, diese Vielfalt der Bedeutungen zu eliminieren. Das finde ich grauenvoll

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westeraccum kommentierte am 05. März 2017 um 15:06

Ja, dann gäbe es keine wirklich guten Bücher merh und das wäre schrecklich!

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 11:59

Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil - wenn ich es denn schaffe, meinem Mann das Buch zu entreissen. Er wollte nur mal reinschauen und hat dann die ersten Kapitel in einem Rutsch gelesen.

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Gwendolyn22 kommentierte am 26. Februar 2017 um 13:02

Nimm es ihm weg, schnell! ;-) Wer weiß, ob er es noch mal hergibt. ;-)

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 18:38

Zum Glück hab ich es noch... ! ;-)

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wandagreen kommentierte am 26. Februar 2017 um 19:38

Wenn ein Buch so etwas bewirkt, dann ist es ein gutes Buch ;-).

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digra kommentierte am 26. Februar 2017 um 12:54

Irgendwie erinnert mich das Buch an ein anderes. Nämlich an Schöne neue Welt.

Winston hinterfragt das System und das ist ja ähnlich. Es gibt einen, der nicht alles schluckt und aus dem System aubrechen würde, wenn es ginge.

 

Das Szenario ist irgenwie bitter. Man mag sich auch gar nicht vorstellen wie es in so einem System wäre. Man guckt sich ja schon in der eigenen Wohnung um, ob da nicht irgendwo ein winziges Kameraauge steckt. Wuah. Da wird man ja paranoid. :-)

Sicherlich hat der Autor auf seine unmittelbare Vergangenheit zurückgegriffen und einiges zeitgeschichtliche einfließen lassen.

Das wird sehr deutlich.

Ich bin gespannt welche Entwicklung dieses Buch nimmt.

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Hermione kommentierte am 26. Februar 2017 um 18:40

Ja, Du hast Recht. Es hat viele Ähnlichkeiten zu Brave New World.

Schreckliche Vorstellung, rund um die Uhr überwacht zu werden!

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wandagreen kommentierte am 27. Februar 2017 um 07:54

Wie schnell ihr alle seid!

Ich finde den Stil schon ein wenig ermüdend, will ich mal vorausschicken. So detailreich und ... ich finde keine rechten Worte dafür. Die Lektüre ist also anstrengender als ich dachte. Deshalb mochte ich es früher wohl auch nicht.

Bedrückend ist es, weil einiges davon bereits verwirklicht wurde oder sogar momentan wird oder im werden ist.

* Zweiteilung der Gesellschaft: Die Proles und die Oberschicht: Die sogenannte Oberschicht, sprich die Parteigenossen haben es auch nicht gerade leicht. Scheinbar privilegiert werden sie mit unmenschlichen Mitteln auf Linie getrimmt.

++ der Zwei Minuten Haß: den finde ich ja wunderschön und schrecklich zugleich! Erinnert an Hooligans, erinnert an die SSSchergen, ist absurd und komisch und doch so furchtbar. Man muss die Empathie töten, sonst kann man andere Menschen nicht wie Gegenstände vernichten.

++ Hinrichtungen als Massenunterhaltung: Gabs in der Franz. Revolution tatsächlich. War eine bestialische Sache.

++ Die Mangelwirtschaft erinnert doch sehr an die DDR. Erlebt wahrscheinlich in Russland ??? Oder Kriegsgefangenenschaft ?

++ Geschichtsfälschungen: Das ist der Punkt, der mich mich am meisten zusammenzucken lässt, im Zeitalter, wo die Freie Presse vorsorglich schon mal "Lügenpresse" genannt wird und Gelbhaar unbequeme Journalisten erst gar nicht mehr an sich heranlässt oder sie einfach in den Kerker geworfen werden wie in der Türkei.

++ Sprachumwandlung: Das ist ja ganz raffiniert. Neusprech. Ist zum Kreischen. Aber genau so geht es: Man muss das Denken von Grund an ausradieren, sonst funktioniert die Diktatur nicht.

++ Sex. Enthaltsamkeit: Für seine Zeit hat Orwell das gut gelöst, da es noch keine Pille gab, heute würde man das Gegenteil propagieren.

 

Ich bin mal gespannt, wo die Reise hingeht. Genre wüsste ich mehr über den Hintergrund von Orwells Buch. Hat es seinerzeit Interviews gegeben, warum hat er es geschrieben, was trieb ihn um, was hat er für Erfahrungen gemacht, die dem Buch zugrunde liegen?!

++ Gehirnwäsche schon im Kleinkindalter: Die Zelle Familie wird zerstört, man kann keinem mehr vertrauen.

++ Dagegen ist man im Proletariat frei. Doch man ist sich seiner Macht nicht bewusst. Man kann sich mangels Fähigkeit und mangels Information nicht organisieren.

Wie ist die medizinische Versorgung der Parteimitglieder? /M.a.W. Wieso kann man das Krampfadergeflecht nicht operieren. Wird man entsorgt, wenn man krank wird? Vllt erfahren wir darüber noch etwas.

Einiges ist ja ganz gut: so die tägliche Gymnastik vor dem Teledingens. Das ist gar nicht so übel.

Thema: Lektüre, Teil I (Seite 1 - 128)
westeraccum kommentierte am 27. Februar 2017 um 10:33

Morde als Unterhaltung gab es ja auch reichlich im Mittelalter, Ketzer, Hexen und andere missliebige Personen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt - zur Unterhaltung der einfachen Leute.

Und was ist heute bei diesen Castingsshows? Die Leute werden zwar nicht hingerichtet, aber die werden oft genug seelisch fertig gemacht. Und das auch allein zur Unterhaltung der "einfachen" Leute.

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wandagreen kommentierte am 27. Februar 2017 um 19:57

Seelisch hingerichtet! Gar kein schlechter Vergleich! (Wenigstens gehen sie freiwillig zur Schlachtbank).

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Eulalia kommentierte am 02. März 2017 um 14:07

Du sagst es!

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Gwendolyn22 kommentierte am 27. Februar 2017 um 13:24

Ich habe schon mal im Nachwort gelünkert und dort erfahren, dass Orwell aufgrund seiner Krankheit (Tuberkulose) wohl recht hinfällig war und zum Ende seines Lebens recht düstere Gedanken hatte. Er hatte sich aber noch das Ziel gesetzt, diesen Roman fertigzustellen und ist kurz darauf gestorben.

Während seiner Zeit in Indien (Kolonialherrschaft) hat er sicherlich Erfahrungen gemacht, die er im Roman verarbeiten konnte.

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westeraccum kommentierte am 27. Februar 2017 um 14:44

Gut zu wissen!

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wandagreen kommentierte am 27. Februar 2017 um 19:58

Oh, danke, Gwendolyn22 (wieso habt ihr so komplizierte Namen?).

Thema: Lektüre, Teil I (Seite 1 - 128)
Gwendolyn22 kommentierte am 28. Februar 2017 um 12:54

Sorry, als ich mich angemeldet habe, hat die Seite alleine "Gwendolyn" nicht akzeptiert und da dachte ich, der Name sei schon vergeben. Gwendolyn einfach nur aufgrund Kerstin Giers Edelstein-Trilogie. ;-)

Thema: Lektüre, Teil I (Seite 1 - 128)
wandagreen kommentierte am 02. März 2017 um 11:02

Ah, so, verstehe. Kenne das Buch nicht, aber wenn es einem zu einem Nick inspiriert, ist es super!

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crazy_julchen kommentierte am 05. März 2017 um 15:16

Ich würde sagen, du hast es richtig gut zusammen gefasst.
Und mir geht es auch so. Hab mir den Schreibstil anders vorgestellt. Man kann es nicht mal so schnell runterrattern und ich brauch auch meine Zeit, die Seiten zu lesen. Auch die Detailtreue ist manchmal ein wenig zu viel.. Aber es ist krass, was man alles erfährt und die Parallen von Damals zu Heute. Wenn man bedenkt, wann das Buch geschrieben wurde, ist es doch beängstigend, dass wir nicht wirklich klüger, reifer und aus der Vergangenheit lernen. Er greift vieles auf, was heute noch Aktuell ist. Nur allein die Gehrinwäsche. Schaut man unsere heutigen "Nachrichten" an, ist es doch wie eine Art "Gehirnwäsche". Wenn man in die USA blickt, in machen Staaten, wo die Enthaltsamkeit von Sex so kravierend is, dass man mit 16-18 heiratet, damit man Sex haben darf, ist es doch krank.

George Orwell war ein echt intelligenter Mann und ich bin gespannt, was für Parallelen uns noch begegnen.

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Benne kommentierte am 27. Februar 2017 um 23:06

Der erste Teil des Romans ist wirklich gelungen. Der Beginn hat mich mitgerissen, ohne zu viel zu verraten, aber grundlegend einzuführen. Sofort war klar in was für einer Welt Winston lebt: ständige Überwachung durch Telescreens, Unterdrückung der freien Meinung, Aufspaltung der Gesellschaft etc.
Ich fand es erschreckend wie leicht und wie oft die Vergangenheit geändert wird. Schnell verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und reiner Fiktion.

George Orwell hat bereits 1949 Visionen niedergeschrieben, die mit Methoden, Personen u.Ä. Jahrzehnte danach und sogar heute noch verglichen werden können (DDR, russisches Regime, Nazi-Ideologien, möglicherweise sogar Trump?).

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Federfee kommentierte am 28. Februar 2017 um 09:01

So empfand ich den ersten Teil auch, besonders jetzt, nachdem ich den zweiten Teil beendet habe: Einführung in die Lebensumstände und die Welt von Ozeanien. Es ist unglaublich, dass Orwell schon 1948 beschreibt, was sich Jahre später so entwickelt hat. Das lässt vermuten, dass es Mechanismen sind, die sich durch die ganze Geschichte der Menschheit ziehen.

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UJac kommentierte am 28. Februar 2017 um 11:48

Ich hab das Buch zwar nicht gewonnen, lese es aber auch gerade. Wollte ich längst schon wieder mal machen, denn ich hab es vor Jahrzehnten schon gelesen und auch den Film gesehen.

Und ich erinnere mich, wie unvorstellbar ich es damals fand, dass jeder in der Wohnung so einen Bildschirm an der Wand hat, der einen beobachtet und kommunizieren kann. Wenn man dann an die heutigen TV-Flatscreens denkt, die teilweise auch mit Mikros und Kameras ausgestattet sind. So schnell holt die Science Fiction die Wirklichkeit ein...

Den ersten Abschnitt habe ich noch nicht komplett gelesen, aber ich finde es bisher auch sehr bedrückend, wobei ich erstaunt bin, wie gut es sich lesen läßt. Ich hätte erwartet, dass der Schreibstil noch "altmodischer" wäre und es schwieriger sein würde, sich daran zu gewöhnen.

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Eulalia kommentierte am 02. März 2017 um 16:25

Nachdem ich jetzt endlich mal etwas Zeit hatte, bin ich mit dem ersten Teil durch.

Wie schon angemerkt ist vieles erschreckend aktuell. Die flachen Bildschime, die auch alles beobachten, die Änderung/Manipulation der Geschichte, das blinde Nachplappern von Parolen...

Ganz schlimm finde ich die Verstümmelung der Sprache und die damit verbundene "Neuübersetzung" klasssischer Werke, die eigentlich eine Vernichtung ist.

Dass das Kriegsministerium "Liebe" genannt wird und die Mangelverwaltung "Überfluss" ist schon eigenartig, scheint die Leute aber nicht weiter zu wundern. Und wahre Liebe soll es ja gar nicht geben. Wer will so leben? Das Kinder ohne Gefühle gezeugt werden, ist mir schon mal in einem Buch begegnet, die Erzählung der Magd (oder so ähnlich, wir haben es damals auf englisch gelesen.)  Kennt das jemand von Euch?

Noch nicht ganz verstanden habe ich, wer denn die Proles sind. Meint Orwell damit eine bestimmte Gruppe, oder stehen sie allgemein für eine Gruppe von Menschen, die aus irgendeinem Grund abgelehnt werden,  wie die Juden im sog. Dritten Reich, Flüchtlinge, "Zigeuner", etc...

Ich bin sehr gespannt, wie es weiter geht.

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UJac kommentierte am 03. März 2017 um 14:05

Schau mal am Anfang von Kapitel VII: da steht, dass die "Proles" 85% der Bevölkerung Ozeaniens ausmachen. Das ist die Unterschicht, das "Proletariat", die hart arbeitende oder sehr arme Bevölkerungsschicht.

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Eulalia kommentierte am 05. März 2017 um 21:06

Danke

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westeraccum kommentierte am 05. März 2017 um 15:09

Das Buch war "Der Report der Magd" von Margaret Atwood. Ich habe es auch gelesen und fand auch, dass es Parallelen gibt.

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Eulalia kommentierte am 05. März 2017 um 21:04

Richtig, "A Handmaid´s Tale".Das wurde auch verfilmt. Wenn das Buch Report "der Magd" hieß, dann muss der Film "die Geschichte der Dienerin" gewesen sein, das habe ich mir nicht gemerkt. Eine der wenigen Schullektüren, die sogar weitergegeben und freiwillig gelesen wurden.

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Chaoskeks kommentierte am 02. März 2017 um 23:55

So, jetzt bin ich auch endlich mit dem ersten teil durch. Es hat etwas länger gedauert als geplant, aber jetzt habe ich auch die Zusatzprüfung hinter mir und kann wieder im nomalen Tempo weiterlesen.^^

Ein bisschen hat es gedauert, bis ich in das Buch reingekommen bin, da es sich doch von dem unterscheidet was ich sonst so lese. Aber dennoch finde ich die Thematik bisher wirklich interessant.

Einige Ausdrücke kannte ich schon, obwohl ich tatsächlich noch nie voher von dem Buch gehört habe und somit früher nie die Zitate und Verweise einordnen konnte ("Big brother is watching you". Oder das Miniprod und das Prodreg aus "Das Känguru Manifest zum Beispiel). Das geht jetzt schon besser.^^

Die Stimmung bisher ist recht düster und ich finde die Vorstellung der permanenten Überwachung schon recht beängstigend irgendwie. Umso besser finde ich es, dass Winston gegen dieses System rebelliert, selbst wenn er das nur in seinen Gedanken tun kann.

Allein die Tatsache, dass dieses Buch, obwohl es ja schon alt ist, so aktuell ist, finde ich ein bisschen beängstigend. Gerade da durch wird es meiner Meinung nach umso realistischer. Wie hier auch schon erwähnt fanden/ finden einige Ereignisse ja auch tatsächlich so statt wenn man mal Vergleiche mit der Vergangenheit zieht. (Öffentliche Hinrichtungen als Unterhaltung, Hassreden, ...)

Morgen gucke ich dann mal wie es so weitergeht. Mal schauen wie weit Winston mit seinen revolutionären Gedanken so kommt.

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wandagreen kommentierte am 03. März 2017 um 16:54

Möglicherweise hat sich nie etwas geändert ! Sehr erhellend, wenn man mal das Nachwort liest. Was ich empfehle, es vorweg oder "unterwegs" zu lesen!

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Chaoskeks kommentierte am 11. März 2017 um 19:21

Ich habe das Nachwort jetzt auch mal so zwischendurch gelesen und muss dir da zustimmen. Vielleicht hat sich nichts geändert.

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l03w3nz4hn kommentierte am 03. März 2017 um 20:47

Ich habe etwas gebraucht um den ersten Leseabschnitt zu beenden. Definitiv lese ich dieses Buch nicht so schnell weg wie zB einen Roman. Ich muss mich teilweise sehr konzentrieren. Trotzdem ist es gut zu lesen und nach wie vor erschreckend aktuell. Das Leben wie es in 1985 beschrieben wird empfinde ich als sehr bedrückend und einfach nur schrecklich. Totale Überwachung,niemand darf eine eigene Meinung haben und keiner kennt mehr die Wahrheit.Erschreckend ist, dass so viele anscheinend noch nicht einmal merken, wie sehr sie beeinflusst werden. Kann das heute auch noch passieren oder passiert es sogar? Ist die Berichterstattung wirklich immer objektiv oder werden auch wir von den Medien beeinflusst und zu dem gemacht was wir sind ohne es zu merken?

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crazy_julchen kommentierte am 05. März 2017 um 15:19

Der 1. Teil habe ich jetzt abgeschlossen. Der Schreibstil ist anders als erwartet, bedrückend, erschreckend und so in Details verstrickt, das ich manchmal mühe habe dran zu bleiben. Es ist kein Buch, wo man einfach mal so runter lesen kann. Man muss Wort für Wort lesen und das ist teilweise echt anstrengend. Nichtdestotrotz ist es ein krasses Buch mit so vielen parallelen zu unserer heutigen Zeit. Die Gehirnwäsche, das "Zwei-Schichte-Leben". Und das Neusprech, das ist mal krass. Ein dämlicher Mensch kommt daher und will ALLES verändern. Das ist echt fast wie bei Trump gerade. Mich wundert es gerade nicht, das das Buch so aktuell ist, das es viele Lesen wollen. Vielleicht merken sie dann auch mal was sie gewählt haben....

Ich bin mal gespannt, wie es weiter geht.

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Owlsome Books kommentierte am 05. März 2017 um 21:34

Nun hab auch ich es endlich geschafft den ersten Teil des Buchs zu lesen. Ich hatte extreme Probleme reinzukommen. Mag vielleicht daran liegen, dass dies mein erster Klassiker ist (abgesehen von der Schullektüre natürlich, das liegt allerdings schon ein paar Jährchen zurück *hust*). Ich hatte gehofft, dass mich das Buch von Anfang an fesseln würde und ich nur so durch die Seiten fliegen würde. Leider ist das nicht der Fall. Ich finde den Schreibstil teilweise anstrengend und muss mich echt konzentrieren, um auch wirkliche alle Informationen aufzunehmen. Ja, ok, das Buch ist vor gut 70 Jahren erschienen, da ist es natürlich verständlich, dass man gegebenenfalls Probleme damit haben könnte.

Ich finde die Stimmung in dem Buch sehr bedrückend und düster. In solch einer Welt zu leben ist garantiert kein Zuckerschlecken. Umso mehr mag ich Winston, er scheint einer von wenigen zu sein, die noch selbstständig denken können und nicht einfach alles glauben, was ihnen die Partei auftischt. Ich finde es faszinierend, dass sich Orwell vor so langer Zeit solche Technologien ausgedacht hat. Er war seiner Zeit echt weit voraus. 

Die Menschen nehmen es einfach so hin, dass Menschen einfach so mitten in der Nacht verschwinden und man nie wieder was von ihnen hört. Die Geschichte wird einfach so geändert und jeder nimmt es hin. Das kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Das klingt für mich so, als würden die Menschen einer Art Gehirnwäsche unterzogen. 

Ich denke mal, dass das schwarzhaarige Mädchen noch eine größere Rolle spielen wird. Wer weis, vielleicht gehört sie ja zu einer Rebellengruppe oder so. 

Ich bin trotz allem sehr gespannt auf den Rest des Buches und hoffe, dass ich schneller vorankomme als im ersten Teil.
 

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Monika Schabert kommentierte am 06. März 2017 um 15:43

Eigentlich schon 'schwere' Lektüre die sich aber, trotzdem es ja schon ein älteres Machwerk ist, gut lesen lässt. Ich bin leider nicht so der Schnellleser, aber ich kann mich der Atmosphäre des Buches nur schwer entziehen und versuche in jeder freien Minute ein paar Seiten zu lesen. Auf jeden Fall leide ich mit Winston, der ja in der ständigen Angst lebt entdeckt zu werden und trotzdem auf seine Art versucht die Wahrheit hinter Big Brothers zu erkennen und vor allem nicht zu vergessen.

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daroe kommentierte am 08. März 2017 um 11:39

Sorry mich hat eine Erkältung echt niedergehauen, jetzt bin ich aber wieder fit und steige sehr verspätet in die Diskussion ein. Wie auch meine Vorschreiber finde ich die Stimmung in diesem Buch sehr düster. Ich weiß gar nicht, ob ein Leben in so einer Tristess, ohne einen eigenen Gedanken fassen zu dürfen und ohne eigene Ideen verwiklichen zu können, lebenswert ist. Man lebt, um zu überleben, ohne groß aufzufallen oder aus der Reihe zu tanzen. Alles ist auf das Notwendigste reduziert. Es gibt keine schönen Dinge mehr. Immer die Angst im Nacken, das irgend jemandem meine Nase nicht passt. Erstaunlich finde ich auch, wie vor mir viele andere auch schon, wenn man bedenkt wann dieses Buch geschrieben wurde. Ich finde es beängstigend wie aktuell manche Dinge sind, Gott sei Dank nicht alle, aber manche. Vor allem wenn man über unsere Landesgrenzen hinausschaut. Da läuft es mir eiskalt den Rücken runter ...

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Schneeweißchen kommentierte am 09. März 2017 um 13:19

Ich habe ein bisschen gebraucht um mich einzulesen, weil es natürlich keine leichte Kost ist. Nichtsdestotrotz finde ich den Schreibstil klasse, er passt zur Story...

Immer wieder habe ich schon zu Beginn gemerkt, wie mich Dinge aufregen und man wirklich einfach negativ verblüfft ist. Den Bezug zur Nazizeit fand ich auch recht stark.Allerdings nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, von wann das Buch stammt.
Mit Winston bin ich relativ schnell warm geworden, immerhin scheint er nicht ganz so blind und naiv zu sein, wie der Rest... Mal sehen, wie es weitergeht!