Leserunde

Leserunde zu "Die Farbe von Milch" (Nell Leyshon)

Die Farbe von Milch
von Nell Leyshon

Bewerbungsphase: 01.01. - 15.01.

Beginn der Leserunde: 22.01. (Ende: 11.02.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir 20 Freiexemplare von "Die Farbe von Milch" (Nell Leyshon) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

ÜBER DAS BUCH:

Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

ÜBER DIE AUTORIN:

Nell Leyshons erster Roman, Black Dirt, stand auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Für ihren zweiten Roman, "Die Farbe von Milch", war sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt in Dorset.

12.02.2018

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
StephanieP kommentierte am 23. Januar 2018 um 19:58

Ich fang jetzt einfach mal mit meinen Eindrücken an:

Der Schreibstil hat es mir etwas schwer gemacht in die Handlung einzusteigen. Der einfache und grammatikalisch oftmals sehr falsche schreibstil spiegelt Marys fehlende Bildung wieder. Durch die viele Arbeit hat sie zudem nicht die Zeit auf Details oder bildliche Beschreibungen einzugehen. Dies ist zwar einerseits sehr gelungen, da beispielsweise die Gewaltszenen mit dem Vater dadurch unbeschönt in ihrer ganzen Brutalität gezeigt werden. Aber andererseits habe ich wirklich Probleme beim Lesen.

Marys Leben ist sehr hart, von vieler Arbeit und wenig Liebe durch die Familie geprägt. Sie ist dennoch ein starker Charakter. Sie spricht ihre Gedanken frei aus und findet trotz der harten Lebensbedingungen Freude in ihrem Leben. Ich bin ein Mary-Fan.
Die missus und auch der Pfarrer sind mir bisher sehr sympathisch. Sie scheinen Mary zu mögen und gut zu behandeln. Auch Edna kann ich bisher gut leiden. Sie scheint schon vieles durchgemacht zu haben in ihrem Leben.

Violet und ralph. Ich kann ihn irgendwie nicht leiden. Hoffentlich rührt ihre Übelkeit nicht von einer Schwangerschaft...

Wirklich interessant und gelungen dargestellt finde ich die Unterschiede zwischen den sozialen Schichten. Auch die Gewalt durch den Vater finde ich sehr authentisch beschrieben.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Hannelore Bayer kommentierte am 23. Januar 2018 um 20:47

Thema Lektüre Seite 1-96

Ich mag Mary, sie scheint eine ganz starke Persönlichkeit zu sein. Als vierte Kleinbauerntochter hat sie ein bißchen ein loses Mundwerk und äußert jederzeit ihre Meinung. So muß sie aber auch wahrscheinlich sein, sonst ginge sie ja unter.

Den Schreibstil finde ich etwas schwierig, aber man erfährt dadurch Mary sehr authentisch. Er ist genauso, wie man sich Mary vorstellen kann, einfach, ohne Bildung und Schnörkel. Gut finde ich die Abschnittabteilung in Jahreszeiten, paßt gut zu einer Bauernfamilie.

Mary hat ein hartes Leben, die Schwestern wälzen viel auf sie ab. Der Vater schlägt sie oft, sie ist zu langsam, sie hat ja auch nur ein gesundes Bein und zu vorlaut. Die Mutter hilft ihr auch nicht. Diese Mutter finde ich ja unmöglich, selbst als der Großvater aus dem Zimmer gezerrt wird sagt sie nichts.

Es ist, denke ich, ein großes Glück für Mary, daß sie beim Pfarrer unterkommt, obwohl sie das zu Anfang garnicht wahrhaben will. Der Pfarrer und seine Frau lieben sie, sie lernt von beiden in kürzester Zeit eine Menge. Vor allem biegen sie sie langsam um, ohne Druck. Schön ist die Szene, bei der sie die Pfarrers Frau zum essen bringt. Brot und Käse, herrlich, sie kennt es ja nicht anders. Eigentlich ist der Käse schon Luxus! Auch die Essensmenge des Pfarrers mit der Nahrungsaufnahme eines Schweines zu vergleichen ist typisch Mary.

Zu den anderen Charakteren:

Die Schwestern Hope, Beatrice und Violet werden sehr schön dargestellt, jede anders und man kann sie sich förmlich vorstellen. Ich glaube Violets Übelkeit kommt von einer Schwangerschaft und habe Ralph schwer in Verdacht.

Den Großvater mag ich auch, er hat es nicht leicht, ist ständig abhängig von seiner Familie. Vater und Mutter mag ich nicht, abeer sie sind wohl so, wie man sich Kleinbauern um 1830 vorstellen kann.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:39

Der Pfarrer und seine Frau ... lieben sie. Finde ich stark übertrieben. Zuerst nutzen sie sie aus, genau wie alle anderen. Nur auf einer anderen Ebene.

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Irmi_bennet kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:10

Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass dereb Pfarrer sie besonders mag, von Liebe gar nicht zu reden. Er findet sie erfrischend, aber behandelt sie doch eher wie eine Magd. Die Missus braucht jemanden um sich herum, sie lebt ja sehr zurückgezogen und einsam. Man hätte ihr auch einen Hund oder ein Kätzchen in den Schoß legen können. 

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:08

Nein, Liebe ist es für mich auch nicht. Wenn es Liebe wäre, würde man sie zurück zur Familie lassen. Die Pfarrersfrau ist froh, dass sie überhaupt Gesellschaft hat und der Pfarrer ist wohl in erster Linie erleichtert, die Last der Pflege los zu sein.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:26

Lieben kann ich auch nicht erkennen. Die Pfarrersfrau scheint von Mary sehr angetan. Sicherlich ist Mary eine schöne Abwechslung. Aber ob das alles ist? Mrs. Graham hat ein schwaches Herz; vielleicht ist das nur organisch, aber vielleicht fehlt es in ihrem Leben ja auch an Gefühlen. Ob sie wohl weiß, dass ihr Sohn so vielen Mädchen nachstellt? 

Der Pfarrer ist froh, dass er seine Frau zufriedengestellt hat und sich um seine Arbeit kümmern kann.

Ich frage mich, warum die bisherigen Hilfen gegangen sind. Wegen der Nachstellungen von Ralph?

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lex babbelte am 27. Januar 2018 um 12:07

Der Schreibstil ist wohl auch an die Bibel angelehnt... die ganzen "unds", oder dadurch erklärbar, dass das Leben ein einziger Ablauf von Arbeiten, die verrichtet werden mussten, war. Natürlich spielt in erster Linie die Bildung eine Rolle. Die fehlenden Anführungszeichen stören mich gar nicht mal, so richtig im Flow bin ich aber auch nicht. Authentisch wirkt es, ja.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:40

Der Stil ist überhaupt nicht an dem der Bibel ausgerichtet. Empfehle: mal einen Blick dort hinein zu werfen!

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 12:49

 "Und ein jegliches Häuflein im ganzen Israel soll's schlachten gegen Abend. Und sollt von seinem Blut nehmen und beide Pfosten der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, darin sie es essen. Und sollt also das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot, und sollt es mit bitteren Kräutern essen." (Aus Moses)  Nicht so verschwurbelt, aber der Satzbau mit den ganzen "unds" lässt schon aufhorchen...

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:09

Gut, du hast reingeguckt! Ich finde ja immer noch, dass der Stil der Bibel anders ist, viel mehr Hochsprache letztlich und vor allem authentisch der jeweiligen Zeit gemäß, aber vom Satzbau her, der lang ist und verschlungen und einfach (in dem Roman), verstehe ich deinen Eindruck natürlich.

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:13

Mir kam er mit Blick auf Marys Lektüre gegen Ende...

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:28

Die Bibel hat m.E. keinen einheitlichen Stil. Kein Wunder, ihre verschiedenen Bücher sind ja auch von zahlreichen Autoren über lange Jahre hinweg entstanden. 

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:11

Und strotzt trotzdem voller "unds" ... :-) Wie gesagt, nur ein Gedanke von mehreren zum Stil.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:38

Aber natürlich ist sie schwanger: die Autorin lässt kein Klischee aus!

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 12:52

Wenn das ein Klischee ist, dann war meine Oma auch noch ein wandelndes Klischee! :-)

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:11

Vom ersten Mal? *grins*. Kann natürlich passieren. Aber schau mal, die gute Nell schmeißt alle bösten Zutaten, die wir von dieser Zeit kennen, in diese Geschichte. Verführte Bauernmädchen. Von höhergestelltem Burschen. Der sich seiner Verantwortung nicht stellt. Alles abstreitet ... und es kommen noch sehr viel mehr Klischees.

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:16

Das Problem des Buches war für mich tatsächlich ein bisschen, dass man vieles so oder ähnlich schon gelesen hat. Wenn das dann ein Klischee ist, gebe ich dir Recht. Und da ist der Klappentext auch nur zum Teil dran Schuld. Das ist der eine Punkt, den ich auch abziehen musste.

Ja, die Oma... direkt beim ersten Mal... :-) Gott hab sie selig.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:21

@Stephanie: Den Schreibstil empfinde auch ich als einfach. Aber grammatikalisch sehr falsch? Das ist mir nicht aufgefallen. Mary setzt kaum Kommas (oder Kommata), aber sonst finde ich keine Fehler. 

Sie schreibt sehr konkret, benutzt kaum Abstrakta und Vergleiche. Darum fallen die wenigen Aspekte, die darüber hinausgehen, so deutlich auf: Wie z.B. gleich auf der Seite 9 der Hahn, der im Takt der Musik marschiert, obwohl  gar keine Musik spielte. Der Hahn stolziert; er ist der Chef im Hühnerhof, genau wie der Vater auf dem Bauernhof. Männer haben das Sagen!

Und ich bin überzeugt davon, dass Violet von Ralph schwanger ist. Der bandelt ja gleich darauf mit Hope an - und er äußert unverhohlen auch gleich Interesse an Mary, die sich aber zu helfen weiß. Was für ein schrecklicher Typ.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:13

Mary (in der Form von Nell) schreibt sehr schöne Naturlyrik!

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Garten_Fee_1958 kommentierte am 24. Januar 2018 um 08:22

Ein zu Beginn schwieriger Schreibstil hat mich doch recht schnell in seinen Bann gezogen, Mary, die Protagonistin sagt was sie denkt, ist gehandicapped mit nur einem gesunden Bein auf die Welt gekommen und kompensiert meines Erachtens mit ihrer sehr direkten Art ihr augenscheinliches körperliches Manko. Die Bauernfamilie, in die sie hineingeboren wurde, kämpft ihren Kampf ums tägliche Überleben, die Mädchen müssen schwer arbeiten und es scheint so, als sei sich jeder selbst der Nächste, ein schwieriges junges Leben, geprägt von der Brutalität des Vaters, ohne Bildung. Als der Vater sie an den Pfarrer gegen Bezahlung "verschachert", sieht es so aus, als könne ihr Leben eine Wendung nehmen, Pfarrer und Pfarrersgattin sind freundlich, gut geallen hat mir die Szene, wie sie die Pfarrersgattin mit Brot und Käse zum Essen bewegt, mit den Möglichkeiten, die sie kennt, einfach schlicht aber wirksam.

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Sonnentango kommentierte am 24. Januar 2018 um 15:09

Ich bin wirklich Ratz Fatz bei Seite 96 angekommen.

So schnell das ich verwundert war wie leicht ich durch die Zeilen geflogen bin.

Ich glaube es lag viel daran das ich schnell vertraut war mit dem Schreibstil.

Mary ist absolut echt sie könnte aus einem der schwarz-weiß Bilder meiner

Ur-Großmutter, aus dieser und deren noch früheren Zeiten auf dem Land, entsprungen sein.

Sie hat mir viele Geschichten aus dieser Zeit über Land und Leute und deren armes, schweres Leben erzählt.

Besonders wie viel Mut es damals gekostet hat sich gegen Regeln und das einfache, eintönige Leben aufzulehnen.

Mary ist so eine besondere mutige Kämpferin die mehr vom Leben möchte, auch wenn sie oft unlink und dümmlich wirkt.

Sie ist durch ihre körperliche Einschränkung für ihre sehr arme Bauernsfamilie eine eher unbrauchbare Arbeitskraft.

Sie versucht, trozt seelischer und körperlicher Misshandlungen, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen.

Selbst als sie von ihrer Familie getrennt wird, und in ein besseres Leben eintauchen kann, bleibt sie

sich selbst und ihren Wurzeln treu.

Die weiteren Hauptfiguren des Romans und ihre tragenden Rollen sind mir bis dahin noch nicht wirklich vollständig ersichtlich.

Was wird Ralph für eine weitere Rolle in ihrem Leben spielen, ist er wirklich ein verantwortungsloser Verführer der sich mit ihrer Schwester heimlich trifft und ist diese etwa schwanger?

Warum ist der Herr Pharrer so distanziert und so wenig beleuchtet?

Warum näht Edna Todeskleidchen, leidet sie an einem unbehandelten Trauma und/oder befürchtet sie schlimmes?

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lex kommentierte am 24. Januar 2018 um 15:39

"Was wird Ralph für eine weitere Rolle in ihrem Leben spielen, ist er wirklich ein verantwortungsloser Verführer der sich mit ihrer Schwester heimlich trifft und ist diese etwa schwanger?... Warum ist der Herr Pharrer so distanziert und so wenig beleuchtet?...Warum näht Edna Todeskleidchen, leidet sie an einem unbehandelten Trauma und/oder befürchtet sie schlimmes?"

Für mich war es eindeutig, dass Violet schwanger ist... vermutlich wohl von Ralph. Aber da es mit Vaterschaftstests nicht allzu weit her war zu damaliger Zeit, kann er natürlich schön etwas anderes behaupten. Den Pfarrer finde ich bisher ganz nett, erstaunlicherweise, denn der Klappentext suggeriert ja etwas anderes. Und die Todeskleidchen hab ich so verstanden, dass Edna mal schwanger war und das Kind verloren hat. Sie ist 32 Jahre, eine alte Jungfer in den Augen der anderen. Ich denke, das mit den Kleidchen symbolisiert einfach ihre Trauer um die Chance auf ein eigenes Leben, eine Familie, Kinder.

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StephanieP kommentierte am 24. Januar 2018 um 19:08

Ich fürchte auch, dass Ralph nicht zu Violet und dem Kind stehen und alles abstreiten wird. Schließlich haben Violet und Mary keinen Beweis dafür, dass es sein Kind ist. 

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Hannelore Bayer kommentierte am 25. Januar 2018 um 21:39

Der Meinung bin ich auch!

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Tanja81 kommentierte am 27. Januar 2018 um 09:24

Das denke ich auch.

Ralph interessiert sich dafür überhaupt nicht. Und beweisen können Mary und Violet nichts.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:47

@StepanieP und all: Ja, die Autorin zieht alle Klischeeregister, wo gibt ;-)). So wars natürlich. Die männliche Herrschaft hurte herum und die armen Bauersmädchen ertrugen die Schande, oder brachten ihre Kinder um oder gingen ins Wasser. Ich bin gespannt, ob die Autorin Violet ins Wasser gehen lässt. Falls ja, gibt es gleich 2 Punkte Abzug und einen üblen Verriss.

Die Schreibweise: nicht 19. Jhgerecht, ist dennoch unterhaltsam. Das ist ein Plus des Romans. Schwierig zu lesen ist es nicht.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:43

Ist Mary wirklich eine unbrauchbare Arbeitskraft für ihre Familie? Mir scheint nicht. Sie arbeitet nämlich ununterbrochen, kümmert sich nebenbei noch um den Großvater, zeigt als einzige ein wenig Menschlichkeit. Dass sie viel arbeitet, sieht man an ihrem ersten Tag im Pfarrhaus, da zeigt sie Edna was eine echte Bauerntochter zu leisten vermag und stellt die arme (faule) Edna in den Schatten.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:35

Sie ist sicherlich keine unbrauchbare Arbeitskraft. Aber sie duckt sich eben nicht nur, sondern hat auch eigene Gedanken. Dass sie Zeit beim Großvater verbringt, ist für die Eltern Verschwendung. Und morgens die Hühner herauszulassen, aber die Eier zu vergessen, zeigt auch, dass sie nicht einfach "funktioniert". Wenn der Vater eine seiner Töchter als Hilfskraft schicken soll, wundert es mich nicht, dass er Mary wählt: Manche Dinge kann sie tatsächlich nicht so schnell wie die drei anderen, und sie gehorcht nicht fraglos.

Abgesehen davon haben natürlich alle vier einen großen Fehler: Sie sind Mädchen und nicht der erwünschte Sohn und Erbe.

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lex kommentierte am 24. Januar 2018 um 15:30

So, auch mir hat es der Schreibstil zu Beginn nicht leicht gemacht. Im Grunde sind aber einfach nur zuviele "unds" im Text, was manchmal etwas hölzern wirkt und den Lesefluss verhindert. Bisweilen lese ich darüber hinweg, tue einfach so, als wären ein paar "unds" weniger drin. Und siehe da... plötzlich wirkt alles ganz klar und leicht. Inzwischen macht mir die Erzählweise aber ehrlich gesagt auch nicht mehr viel aus... wenn man nach 50 Seiten einen der Charaktere bereits abgrundtief hasst, muss es wohl ein gutes Buch sein. Marys Vater ist furchtbar. Dass die Verhältnisse noch dazu absolut authentisch wirken, macht es nicht besser.

Schon jetzt habe ich die Vorahnung, demnächst nicht mehr viel lachen zu können. Der Pfarrerssohn zeigt eindeutig zuviel Interesse an Mary, die ja gerade einmal 14 Jahre alt ist und damit noch ein halbes Kind, auch wenn das im historischen Kontext wohl relativ ist. Ich mag ihren Humor, ihre direkte Art und halte sie für eine starke Persönlichkeit. Sie ist auch alles andere als naiv. Und trotzdem spürt man, wie schwer es für sie ist, von zuhause weg zu müssen und wie wenig sie in der neuen Umgebung zurecht kommt. Am meisten Sorge bereitet mir aber ihre Abhängigkeit vom guten Willen ihrer Arbeitgeber.

Auch für die anderen Charaktere, für ihre jeweiligen Lebensbedingungen und die Standesunterschiede bekommt man ein gutes Gefühl. Ich fühle mich also insgesamt als Teil der Geschichte und bin neugierig, aber ängstlich, was nun kommt.

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Hannelore Bayer kommentierte am 25. Januar 2018 um 21:41

Mary ist klasse. Läßt sich nicht unterkriegen und auch nicht den Mund verbieten.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:48

Vorher war Mary abhängig vom Willen ihres gewalttätigen Vaters. Ein Plus des Romans: es zeigt, wie abhänig Frauen von allen möglichen Typen und Strukturen waren. Frauens: wehrt euch!

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:40

Wehrt euch ist gut gesagt. Aber wie? Mary versucht ja ihr Bestes und geht einfach zurück - aber sie wird im Nullkommanix zurückexpediert. Vater und Pfarrer sind sich da völlig einig, und sie kann nichts machen.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:15

Hey Firi: ich bin vom Roman mal kurz in die Gegenwart gesprungen!

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Katha Kraft kommentierte am 25. Januar 2018 um 16:46

Ich mach dann auch mal mit :D
Ich habe das Buch gestern bekommen und in einem rutsch durch gelesen und ich habe wirklich gemischte Gefühle.
Es wird öfters wiederholt dass die Geschichte im Jahr 1830 spielt. Diese Wiederholungen haben mich ab und an doch genervt, vor allem die Wiederholungen das sie nur die Wahrheit schreibt und diese dann mitten in einer laufenden Handlung kommt.
Der Schreibstil war für mich zu Anfang auch gewöhnungsbedürftig und die ersten seiten fielen mir nicht so leicht aber dan hat man den dreh doch raus.
Mary wirkte für mich manchmal kindlich, vor allem was der Anfang betrifft. Also für ein Mädchen mit 14 (oder war sie 15/16?? Ich weiß es nicht mehr so genau) verhielt sie sich doch kindlicher.
Das der Vater seine Töchter auch so behandelt war für mich nicht verständlich. Aber wahrscheinlich war das früher nun mal so, was man heute nicht mehr kennt, da die eigenen Kinder schlagen ja eine Straftat ist. Ich kann mir es mir gar nicht mal vorstellen, meinen eigenen Sohn zu schlagen. Das die Mutter da nichts unternommen hat.
Mich hat es auch verwundert, wie der Vater von Mary mit seinem Vater geredet hat, nur weil dieser Krank ist. Normal ist es doch so, das die Kinder Respekt vor den Eltern haben, selbst wen sie krank sind *kopfkratz*
Aber ich finde die Geschichte trotzdem sehr interessant und mitfühlend.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:50

Der Vater ist ein Schläger, der keinen Widerspruch verträgt. Das sind die Männer, deren Frauen heute im Frauenhaus landen.

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:55

Früher war sicherlich so manches anders. Und Autorität durfte nicht hinterfragt werden; notfalls wurde sie mit Gewalt durchgesetzt. Sehr erschreckt haben mich da so manche Geschichten von Johanna Spyri. Da gibt es z.B. eine, in der der Mann die Frau schlägt. Der Pfarrer sagt ihr, dass sie das alles ertragen muss, denn die Frau ist ihrem Mann untertan. Ich glaube, es endet damit, dass die Frau an den Misshandlungen stirbt - und nach ihrem Tod bereut er und wandelt sich. Das ist dann ein Happy End, weil ihr Tod nicht umsonst war? Mich schockiert so etwas.

Um auf Leyshon zurückzukommen:  Ich denke schon, dass das Verhalten des Vaters für die damalige Zeit normal war und akzeptiert wurde. "Wer sein Kind liebt, der züchtigt es." Dennoch gab es auch damals Väter, deren Autorität auch ohne Schlagen wirkte. Viele Frauen haben es hingenommen, wenn der Mann die Kinder schlug, aber auch damals gab es Frauen, die zumindest versucht haben, das zu verhindern - wenn nicht durch Eingreifen, dann vielleicht durch Bitten oder Ablenken oder indem sie sich selbst in die Schusslinie brachten. Hier ist nichts; die Mutter tröstet die Tochter noch nicht einmal oder verarztet sie und ihre Verletzungen.

Der Umgang des Vaters mit seinem eigenen Vater ist auch für mich verwunderlich: Respekt vor den Eltern gehörte eigentlich damals zu den  üblichen Werten, und er wird auch in  der Bibel verlangt ("Du sollst Vater und Mutter ehren"). Das zeigt, was für ein schrecklicher Charakter er ist. Der Vater ist körperlich gelähmt und hat keine Macht mehr, also wird er vernachlässigt, verhöhnt und missachtet.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:17

und geschlagen. Ich meine, das wird angedeutet. (Mary: tu was!).

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Katha Kraft kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:23

Wow das beschreibt alles natürlich genau :D ja das mit der Mutter war auch so eine Sache, aber ich schätze das sie selbst Angst vor ihrem Mann hatte. Aber im laufe der Geschichte merkt man dann trotzdem noch, das der Vater zu seinen Töchter hält .

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Samantha Roke kommentierte am 25. Januar 2018 um 19:53

Die triviale, einfache Sprache und die fast völlig fehlende Zeichensetzung unterstreichen den (zu dieser Zeit vorherrschenden) Bildungsgrad von Mary. Trotz der angenehm kurzen Absätze, die mich dazu verleiteten auch dann etwas zu lesen, wenn ich eigentlich mit anderem beschäftigt war, fiel es mir schwer in meinen gewohnten Lesefluss hinein zu finden und mich mit der naiven, auf liebenswerte Art vorlauten Mary zu identifizieren.

Mary gefällt mir wegen ihrer unverblümten Art, in jeder Situation z sagen, was sie denkt. Trotz ihrer natürlichen Intelligenz und ihrem guten Auffassungsvermögen wirkt sie sehr naiv und unbedarft. Dadurch erinnert sie mich in einigen Situationen an mich selbst.

Nachdem ich mit dem Erählstil der Geschichte warm geworden bin, fiel mir schnell auf, wie sehr dieser Marys Art zu reden entspricht, wodurch sie über ihre "gesprochenen" Sätze hinweg eine eigene Sprache bekommt. Auch der durch kleine, die Geschichte unterbrechende Absätze entstehende Tagebuchcharakter (Seite 24, 41 & 83) gefällt mir sehr gut, denn dies macht die Geschichte neben dem Schreibstil zu etwas Einzigartigem.

Doch habe ich mich beim Lesen auch immer wieder gefragt, weshalb bestimmte Dinge - wie Marys Name, Marys Haarfarbe und das Jahr, in dem Mary ihre Geschichte aufschreibt - so häufig wiederholt werden. Diese Fakten wirken für den Verlauf der eigentlichen Geschichte eher unbedeutend. Es ist eher, als  müsse Mary sich ihrer Selbst und ihrer Gegenwart vergewissern.

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Hannelore Bayer kommentierte am 25. Januar 2018 um 21:38

Das mit Mary, mit ihrer Haarfarbe und ihrem Namen beschäftigt mich auch. Wenn ihre Haare die Farbe von Milch hatten, war sie doch eigentlich ein Albino oder extrem weißblond!

Der Prolog wirkt auf mich sehr eindringlich, sie will unbedingt alles Wichtige erwähnt haben. Das schreiben scheint ihr nicht so leicht zu fallen, da sie für die paar Zeilen eine Ewigkeit braucht.Es ist ja auch etwas passiert, ich bin sehr gespannt was da noch kommt.

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Irmi_bennet kommentierte am 28. Januar 2018 um 17:31

Ich habe da noch eine andere These bezüglich der Haarfarbe - das habe ich aber im letzten Leseabschnitt geschrieben - möchte ja nicht spoilern. 

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Garten_Fee_1958 antwortete am 26. Januar 2018 um 07:48

"bestimmte Dinge - wie Marys Name, Marys Haarfarbe und das Jahr, in dem Mary ihre Geschichte aufschreibt - so häufig wiederholt werden"

Ich stimme dir da völlig zu, ich empfinde es als Ausdruck ihres persönlichen Schutzes, sie hat ein Trauma erlebt

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lex kommentierte am 26. Januar 2018 um 15:18

"Es ist eher, als  müsse Mary sich ihrer Selbst und ihrer Gegenwart vergewissern."

Das ist wunderbar ausgedrückt und ich glaube auch, dass es so ist. Mary hat außerdem nicht viel, worüber sie entscheiden könnte. Ihr Leben ist ja total vorgegeben. Aber da ist dieser Wunsch nach Selbstbestimmung in ihr, deshalb unterstreicht sie vielleicht einfach die Dinge, die sie ausmachen, die man ihr nicht nehmen kann: Ihr Haar, das etwas Besonderes ist, ihre Worte, in denen sie erzählt, das Jahr, das einfach ist.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:51

@Lex: sehr schön erkannt!

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FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:59

Das finde ich auch, Samantha, Lex und Gartenfee.

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:19

Ah ja, Samantha was it.

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Tanja81 kommentierte am 26. Januar 2018 um 21:13

Ich habe den ersten Abschnitt jetzt auch gelesen.

 

Anfangs kam ich nicht so richtig in das Buch rein, der Schreibstil ist doch mal etwas ganz anderes, aber es passt einfach perfekt zu Marys niedrigen Bildungsstand.

 

Mary hat es ihn ihrem leben wirklich nicht leicht. Sie muss sehr hart auf dem Elterlichen Bauernhof Arbeiten. Auch ihre 3 Schwestern müssen helfen. Zur Schule geht niemand von ihnen.

Mary hat es aber noch schwerer als die Schwstern, denn sie hat nur 1 gesundes Bein, aber darauf nimmt niemand in der Familie rücksicht.

Außerdem verteilt der Vater bei jeder gelegenheit schläge.

Es ist so traurig das die Mädchen ohne liebe, oder auch nur ein nettes Wort aufwachsen. Natürlich haben sie kein leichtes leben, aber so muss es ja noch schlimmer sein.

Mary wird dann auch noch aus ihrer gewohnten umgebung gerissen, um beim Pfarrer und dessen Frau zu Arbeiten. Das fällt ihr nicht leicht. Denn das leben was sie dort führen ist komplett neu für sie.

Mir gefällt Mary sehr gut. Sie ist ein einfaches Mädchen, aber sie lässt sich nicht unterkriegen.

 

Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht.

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Margit Bußmann kommentierte am 27. Januar 2018 um 13:17

Den Schreibstil finde ich ungewöhnlich. Aber ich komme gut damit klar.

Mary finde ich klasse. trotz ihrer Behinderung muss sie alles mitmachen. Niemand nimmt Rücksicht . Ihre Schwestern müssen selber zusehen, wie sie klar kommen. Der Vater schlägt die Mädchen, die Mutter greift nicht ein. Zu ihrem Goßvater hat Mary ein besonderes Verhältnis. Er  scheint der einzige zu sein, der sie nimmt so wie sie ist. Aber der alte Mann ist krank und gebrechlich und wir abgeschoben in die "Apfelkammer". Mary kümmert sich um ihn und versorgt ihn mit Essen. Als Mary zu der Familie des Pastors muss, wird der alte Herr nur noch schlecht versorg. Keiner fühlt sich verantwortlich.

Die 'Familie des Pastors nehmen Mary herzlich auf. Die Missus liebt ihr unkomplizierte Art., auch wenn sie am Anfalng lernen muss was ein Kissen oder ein Laken ist. Von zu Hause kennt sie es nicht.

Ralph, der Sohn des Pastors ist sehr unsymphatisch. Er scheint der Vater von Violets Kind zu sein, da Mary die Beiden beobachtet hat. Aber ihn interessiert das nicht. Er will weg..

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Was führt Ralph mit Mary im Schilde. Er stellt ihr irgendwie nach.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Sursulapitschi kommentierte am 27. Januar 2018 um 17:29

Also, an den Schreibstil muss man sich erstmal gewöhnen, aber wenn man drin ist, liest es sich wie Butter. Ich bin erstaunt, wie sehr es fesselt, obwohl nicht so wirklich viel passiert.

Die Einleitungstexte lassen vermuten, dass innerhalb des nächsten Jahres sich noch einiges ändert. Mary lernt schreiben und sie wirkt gehetzt. Für wen schreibt sie alles auf? Mysteriös.

Ich frage mich, wo sind wir überhaupt? War da eine Ortsangabe und ich habe sie überlesen? 

Bestimmt gibt es noch Ärger mit Ralph. Aber Mary scheint sich ja gut wehren zu können. Ich finde sehr originell, wie sie so freiweg sagt, was sie denkt. Und sie ist zwar ungebildet, aber gar nicht dumm.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Hannelore Bayer kommentierte am 27. Januar 2018 um 20:33

Mit der  nicht vorhandenen Ortsangabe hast du recht. Ich hätte auch gerne gewußt, wo die Geschichte handelt.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:57

Im ländlichen Raum in England vermutet man unwillkürlich.

Wenn man einen tieferen Sinn sucht in der Lektüre (was mir schwer fällt), könnte man die Frage rauslesen: Kann man eine Identität entwickeln, obwohl man in jeder Hinsicht unterprivilegiert ist?

Zwei Dinge sind mir aufgefallen:

1. Wie unwahrscheinlich Marys Rütteln an der göttlichen Autorität ist.

2. Wie unwahrscheinlich Beatrices Frömmelei ist (und wie äusserst PLUMP)

3. als Bonus: wie schade, dass niemand in der Bibel lesen kann. Das blosse Herumschleppen des Buches dient höchstens einer guten Haltung, wenn man das Buch auf dem Kopf balanciert ;-)).

 

 

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 16:12

Wanda, du scheinst so gar nicht mit dem Inhalt einverstanden zu sein...

Diese Gedanken habe ich mir nicht gemacht. Mary scheint mir in sich stimmig: Sie ordnet sich den Autoritäten unter, weil sie muss, nicht weil sie sie anerkennt. Das gilt sowohl für die weltlichen, Vater und Dienstherr, als auch für die göttliche. Ich unterstelle mal, dass sie als viertes unerwünschtes Mädchen, das dazu auch noch verkrüppelt war, nichts an Liebe oder zumindest Wertschätzung erlebt hat. Sie muss sich durchbeißen, trotz allem, und so behält sie auch eine gesunde Skepsis gegenüber ihren Obrigkeiten. Das liegt auch in der Familie, aber selbst der Großvater weist immer wieder darauf hin, dass er bestimmte Dinge sagen darf, als Mann und als Alter, die sie nicht äußern darf.

Beatrices Frömmelei: Nun ja. Die drei älteren Mädchen träumen von einem Ausweg aus ihrem trostlosen Leben. Violet wünscht sich Bildung, Hope materielle Sicherheit und Komfort. Beatrice denkt an himmlische Erlösung. Diese Gedanken sind auch mir völlig fremd - aber wie viele Frauen haben damals ein Leben mit und für Religion als Trost empfunden und sind z.B. in ein Kloster eingetreten?

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:23

Beatrice: nicht in diesem Stand, beim Adel dann. Aber das Herumschleppen des Buches scheint mir ein viel zu modernes Element zu sein. Ausserdem war zu dieser Zeit ein Buch sehr kostbar. Unwahrscheinlich, dass Bea eine Bibel besaß. Wenn überhaupt, ist sie Familienbesitz und darf nicht angefasst werden. Ich glaube aber auch das nicht.

Die Maryfigur ist das einzige, was in diesem LA gelungen ist. Sie ist ein Individuum, was sie sagt, ist erfrischend. Der Rest ist halt zusammengekloppt völlig ohne Rücksicht auf Logik und Zeit: aber trotzdem nett gemacht. Aber nett gemacht reicht nicht.

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lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:25

Ich stimme zu und glaube, dass es unheimlich schwer ist, bestimmte Dinge zu transportieren, indem man einfach nur beschreibt, ohne zu reflektieren, was ja dem Stil des Buches entspricht. Also werden die Schwestern im Zusammenhang mit bestimmten Dingen gezeigt, die für ihre Träume stehen, z.B. eben die Bibel...

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:36

Erster LA geschafft. Ich weiß nicht recht, was ich sagen soll.

Dass Mary von ihrem Vater geschlagen wird wegen jedem Dreck und er sich gebärdet wie ein Alleinherrscher und das jeder duldet, ist übelst. Sogar seinen Vater schlägt er. Aber damit waren wir schon mitten im Inhalt.

Der Stil ist gewollt kindlich. Und dennoch glaube ich, dass man in dieser Art nicht annähernd gesprochen hat im 19. Jahrhundert. Wenn wir an Jane Austen denken, haben wir da eine ganz andere Ausdrucksweise. Gewollt kindlich, gewollt derb. Nett zu lesen und unterhaltsam, aber unecht.

Dann ist Mary im Pfarrhaus. Wieder ist es unterhaltsam, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt, aber völlig unglaubwürdig. Niemand hätte sich je solche Respektlosigkeiten erlaubt im 19. Jh. gegenüber irgendeiner Art von Autorität. Auch nicht Mary.

Also: unterhaltsam, aber unglaubwürdig. Hm, wie soll man das nachher bewerten?

 

 

 

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Sursulapitschi kommentierte am 28. Januar 2018 um 12:24

Gar so unglaubwürdig fand ich es nicht. Ja, die Sprache ist etwas zu mordern, aber Jane Austen kannst du nicht zum Vergleich hernehmen. Die hat sich in der gehobenen Gesellschaft bewegt. 

Das ist der eigentlich interessante Punkt: Wie haben wohl Bauern zu der Zeit gesprochen? Alle außer Mary konnten nicht schreiben. :-)

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wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 12:35

Es ist nicht so sehr der Inhalt. Dumm waren die Menschen doch nicht. Aber die Grammatik war sicherlich ganz anders. Man muss nur mal einen mittelalterlichen Text oder einen spätmittelalterlichen Text lesen, da versteht man gar nix.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Sursulapitschi kommentierte am 28. Januar 2018 um 13:31

Na ja, der Logik folgend müsste jeder historische Roman in authentischer Sprache verfasst werden, um authentisch zu sein. Dann würde sie kaum jemand lesen. 

Allerdings hätte man tatsächlich ein paar altmodische Redewndungen einbauen können. Ganz sicher hätte Mary auch mehr Schreibfehler gemacht, aber hätten wir das lesen wollen? :-)

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 12:58

Warum nicht mal respektlos? Andersherum wäre es doch auch wieder ein Klischee, das herumhuschende Bauernmädchen. Noch dazu wäre es sehr langweilig. Und Konventionen hat Mary daheim ja auch nicht wirklich gelernt, da ist es ein Wunder, dass sie dem Ralph nicht direkt eine reinhaut, denn das ist ja die Sprache, die zuhause gesprochen wird. :-)

Was mir gefällt ist, dass die Autorin Mary eben diesen Fremdkörpercharakter gibt, der eigentlich nicht zu der Zeit passt.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:25

Ja, mir auch. Das macht das Buch gefällig. Aber es ist halt nicht authentisch.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
lex kommentierte am 28. Januar 2018 um 18:38

Das kommt dann auf die Auslegung des Wortes authentisch an. Für mich ist diese Geschichte sehr authentisch und zwar in dem Sinne, dass mir die Hauptfigur völlig plausibel erscheint, auch wenn beim Beiwerk und der Sprache viel künstlerische Freiheit im Spiel ist, was das Buch auch aus der Masse heraus hebt, denn thematisch entwickelt es sich zu glatt. Authentisch also eher im Sinne von wahrhaftig.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
wandagreen kommentierte am 28. Januar 2018 um 11:58

Und nun nach einigen bissigen Kommentaren - weiter zum 2. LA.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Irmi_bennet kommentierte am 28. Januar 2018 um 15:07

Mein erster Eindruck: Man merkt sehr schnell, dass hier ein Mädchen schreibt ( schreiben soll   ), das gerade erst schreiben und lesen gelernt hat. Mary schreibt, wie sie denkt, als purzeln die Worte ihr direkt aus dem Kopf. Bei wörtlicher Rede fehlt jede Zeichensetzung. Und doch hat die Beschreibung des Landlebens, der schweren Arbeit und der bitteren Armut etwas ungeheuer Poetisches. Der Roman lebt vom Charakter des Mädchens. Man kann sich bereits denken, was passieren wird. In kleinen Andeutungen wird dem Leser klar, dass die Geschichte kein gutes Ende nimmt.

Mary ist eigentlich zufrieden mit ihrem Leben, während sich ihre Schwestern ein anderes Leben wünschen, weiß sie nicht, was sie noch vom Leben erwartet. Dennoch ist sie es, die von ihrem Vater an den Dorfpfarrer verscherbelt wird, um dort als Hausmädchen zu arbeiten. Wahrscheinlich ist die deshlab vom Vater ausgewählt worden, weil sie eine angeborene Behinderung hat. Sie zieht ihr bein nach und kann wohl deshalb auch nicht so auf dem Hof mitarbeiten wie ihre drei Schwestern. Ob sie es beim Pfarrer besser angetroffen hat? Glücklich ist Mary nicht, sie vermisst den Hof und ihren geliebten Großvater.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
FIRIEL kommentierte am 28. Januar 2018 um 16:22

Der erste Leseabschnitt hat mich berührt; ich habe mit Mary mitgefühlt. 

Dass es ihr bei der Niederschrift ihrer Erlebnisse nicht gut geht, dürfte klar sein. Wenn sie auf Seite 83 schreibt, dass sie aufhören muss, das Papier nasszutropfen, dann wird sie wohl weinen. Was kann ein Grund dafür sein?

Das Thema Schwangerschaft ist von Anfang an präsent. Was soll es, dass die Mutter auf Seite 44 sagt, dass derjenige, der einen neuen Käse als Erster kostet, ein Baby bekommen wird? Glaubt sie daran? Aber warum fordert sie dann ihre jüngste vierzehnjährige Tochter dazu auf? Sorgen machen müsste sie sich um Violet - bei deren Übelkeit müssten doch bei einer Mutter alle Alarmglocken läuten. Hope wurde vom Vater nach Hause geschleift und er weiß, dass sie einem Jungen nachgestellt hat (sein Ausdruck). 

Ich vermute also, dass Mary ein uneheliches Kind bekommen wird, doch das allein wird es wohl nicht sein, denn das wäre alltäglich. Ich bin gespannt und lese ebenfalls gleich weiter.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Perle26 kommentierte am 28. Januar 2018 um 20:49

Ich hatte zu Beginn etwas Probleme mit dem Schreibstil, was sich aber ziemlich rasch gelegt hat und der erste Abschnitt war sehr interessant und auch spannend geschrieben. Mary hat es wirklich nicht leicht. Sie lebt mit ihrer Familie auf einem Bauernhof und ist seit ihrer Geburt gehandicapt, was sie durch ihre Art, wie sich Luft macht, gut kompenisiert. Der Großvater ist ein guter Mensch und hat stets ein offenes Ohr für sie. Er fühlt sich anscheinend selbst auf dem Hof nicht mehr wohl, wo alle unter der Fuchtel des tyrannischen Vaters stehen. Mary und ihre Geschwister müssen schon schwer arbeiten jeden Tag, damit die Familie versorgt ist, was nicht immer leicht ist. Doch dann verschachert sie der Vater an den Pfarrer, wo man meinen könnte, nun ginge es Mary besser. Doch ich glaube, der Schein trügt. Der Pfarrer und seine Frau sind zwar anfangs nett, doch nutzen sie Mary arg aus, was vermuten lässt, dass es Mary bald sogar schlechter geht, als auf dem Bauernhof, wo sie immer noch ihre Geschwister und ihren Geliebten Großvater um sich hatte.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Zeitverschwender kommentierte am 28. Januar 2018 um 21:03

So auch ich bin nun mit dem ersten Teil fertig.
Ich konnte mich sehr schnell an den sehr einfachen Schreibstil gewöhnen, spiegelt dieser meiner Meinung nach, Marys einfaches Denken und ihren Bildungsgrad wieder. Im Lesefluss hat mich dieser verwunderlicherweise auch nicht genervt. Mary finde ich toll. Ich liebe ihre direkten und trotzigen Charakter, da gerade zu dieser Zeit nur wenige Frauen solchen Schneid gehabt haben dürften. Ihre Schwester erfüllen da ja auch eher das übliche Klischee und Frauenbild zu dieser Zeit. Mary hingegen kommt mit ihrer Sonderstellung durch ihr Knie und die von den anderen gespiegelte Dummheit ganz einfach zurecht und akzeptiert sich so wie sie ist.

Die Gewaltszenen finde ich sehr krass. Obwohl diese nicht näher beschrieben werden, kann man sich das Ausmaß der Prügel vorstellen.

Ich finde den Einstieg echt gut und bin gespannt wie es weiter geht. Ein paar Tendenzen habe ich auch bereits im Kopf. Mal sehen welche Chatakterveränderungen und Handlungen sich da bewahrheiten.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
wbetty77 kommentierte am 31. Januar 2018 um 21:22

Da die Romankapitel sich nach den Jahreszeiten richten, umfasst der Teil bis Seite 96 den Frühling und Sommer.

Mary, die Hauptfigur des Romans, ist die jüngste von vier Schwestern auf einem Bauernhof im Jahr 1830. Der Roman spielt in England. Genauere Ortsangaben gibt es nicht. Der Bauernhof scheint kein kleiner zu sein, da einige Morgen Land sowie ausreichend Kühe und Hühner dazugehören. Umso härter wird es für den Vater sein, keinen Sohn zu haben. Auf dem Hof lebt zudem noch der Großvater väterlicherseits, zu ihm hat Mary eine besonders enge Bindung. Sie kümmert sich als einzige ehrlich um ihn. Der Großvater ist nach einem Unfall gelähmt und auf Hilfe angewiesen. Das Sagen auf dem Hof hat unumstritten der Vater, der auch nicht davor zurückschreckt gewaltätig zu werden.

Mary hat eine leichte Behinderung am Bein, dennoch ist sie fleissig und scheut die Arbeit nicht. Doch immer wieder sucht sie sich Freiräume, lässt ihren Gedanken freien Lauf. Als sie zum Pastor ins Dorf geschickt wird, um dessen kranke Frau zu versorgen und im Haushalt zu helfen, fällt es Mary sehr schwer ihre Familie zu verlassen. Obwohl das Haus des Pastors ihr viel mehr Komfort bietet und sie neue Kleider bekommt, sehnt sie sich nach ihrem zu Hause zurück.

Mary ist willensstark, sagt, was sie denkt und ist weit davon entfernt ein dummes Bauernmädchen zu sein. Obwohl sie erkennt, dass sie sich im Leben fügen muss, nutzt sie jeden kleinen Freiraum aus.

Dieser erste Teil bringt dem Leser sowohl die Zeit als auch die sozialen Verhältnisse der Geschichte näher. Man taucht in den Alltag des Bauernhofes ein. Marys Alltag, der sie 14 Jahre geprägt hat, bis sie ins Pastorenhaus zieht. Marys Leben ist bis dahin bestimmt von den Jahres- und von den Tageszeiten. Ein Leben nach der Uhr kennt sie nicht. Das ändert sich im Haus des Pastors.

Der Stil des Romans ist geprägt von kurzen, prägnanten Sätzen, die Wörter sind einfach gehalten. Die fehlende Kommas haben mich im ersten Drittel sehr gestört. Doch dann habe ich mich daran gewöhnt. Mir wurde im Laufe des Lesens klar, dass dieses Stilmittel sinnvoll gewählt ist, da Mary schreibt und ihr Wissen begrenzt ist. Die Beschreibungen der Lebenssitution sind sachlich. Mit dieser fast emotionslosen Erzählweise wirken manche Situationen eindrucksvoll und erschreckend. Dadurch wurde mir oftmals deutlich vor Augen gehalten, dass es eine andere Zeit ist und manche Dinge eben normal waren.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
julemaus94 kommentierte am 01. Februar 2018 um 11:08

Auch ich habe nun endlich den ersten Abschnitt geschafft.

Mir gefällt das Buch bisher sehr gut, auch wenn man sich an den schlichten Schreibstil erst einmal gewöhnen muss.

Mary mit ihrer direkten, unangepassten Art ist mir sehr sympatisch, auch wenn sie nicht bei allen damit gut ankommt. Mich wundert es nur ein bisschen, dass ihr schlagkräftiger Vater ihr das bisher noch nicht austreiben konnte.

Allgemein fehlt es mir in dieser Familie sehr an Zuneigung. Dass dieses harte, einfache Leben nicht viel Platz für große Gefühle lässt, ist mir schon klar, aber wenigstens ein wenig Verbundenheit könnten sie doch zeigen!

Besonders schlimm fand ich die Reaktionen ihrer Familie, als sie den Morgen frei bekommen hat und sie besuchen kam. Statt sich darüber zu freuen, haben sie ihr noch Vorwürfe gemacht und waren insgesamt nur misgünstig, dass sie sich verbessert hat und plötzlich hübschere Sachen anhatte als ihre Schwestern.

Einige von euch hatten das Gefühl, dass das Pfarrersehepaar Mary ausnutzen würde: Das sehe ich nicht so, schließlich wird sie für die Arbeit doch bezahlt (in Naturalien), bekommt sogar neue Kleider, mehr Essen als sie aus ihrem alten Leben kannte und vor allem ist sie dort nunmal als Hausmädchen angestellt.

 

Ich bin auf jeden Fall gespannt, welche tragödie sie noch erleben wird, denke aber das es bestimmt etwas mit Ralph zu tun haben wird!

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
wandagreen kommentierte am 02. Februar 2018 um 10:33

Mary bekommt gar nichts bezahlt. Sondern ihr Vater. Das merkt sie ja auch an und sie lässt keinen Zweifel daran, dass sie gegen ihren Willen bei den Pfarrersleuten ist. Insofern nutzen diese ihre Zwangslage, dass der Vater über sie verfügt, schamlos aus.

Ja, es stimmt dann auch wieder: im Rahmen ihrer Möglichkeiten sind sie menschlich. Dennoch ist Mary eine Sklavin. Die Sklavenhalter früher haben ihre Sklaven auch oft ordentlich "gehalten". Essen, Kleidung,etc. Der springende Punkt ist die fehlende Freiwilligkeit.

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
julemaus94 kommentierte am 02. Februar 2018 um 11:08

Nachdem ich nun weitergelesen habe, muss ich dir auch vollkommen rechtgeben. Vielleicht liegt es an dem schlichten Schreibstil, dass man doch auch viel zwischen den Zeilen lesen muss und sich seinen Teil denken.

Auf jeden Fall muss ich meinen ersten Eindruck definitiv revidieren!

Thema: Lektüre, Teil I; Seite 1 bis 96
Literaturliebe kommentierte am 07. Februar 2018 um 13:40

Mir pesönlich fiel es schwer in das Buch finden. Der Schreibstil war durch die fast vollständig fehlende Kommsetzung und der falschen Grammatik sehr anstrengend. Allerdings merkt man hier sehr gut, dass Mary halt doch nur ein einfaches Bauernmädchen ist. 

Mary an sich scheint sehr fleißig zu sein und ist nicht auf den Mund gefallen. In Anbetracht der Zeit, in der der das Buch spielt, dachte mir teilweise, dass sie ganz schön vorlaut ist und habe mich gewundert, dass es ihr bisher noch nicht zum Verhängnis geworden ist. Aber sie ist eine sehr starke Persönlichkeit und hat trotz der harten Umstände wirklich Freude an ihrem Leben. 

Vieles ist authentisch beschrieben, besonders die Unfreundlichkeit und Gewalt des Vaters an Mary und ihren Schwestern.