Leserunde

Leserunde zu "Die Farbe von Milch" (Nell Leyshon)

Die Farbe von Milch
von Nell Leyshon

Bewerbungsphase: 01.01. - 15.01.

Beginn der Leserunde: 22.01. (Ende: 11.02.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir 20 Freiexemplare von "Die Farbe von Milch" (Nell Leyshon) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch. 

ÜBER DAS BUCH:

Mary ist harte Arbeit gewöhnt. Sie kennt es nicht anders, denn ihr Leben auf dem Bauernhof der Eltern verläuft karg und entbehrungsreich. Doch dann ändert sich alles. Als sie fünfzehn wird, zieht Mary in den Haushalt des örtlichen Dorfpfarrers, um dessen Ehefrau zu pflegen und ihr Gesellschaft zu leisten – einer zarten, mitfühlenden Kranken. Bei ihr erfährt sie erstmals Wohlwollen und Anteilnahme. Mary eröffnet sich eine neue Welt. In ihrer einfachen, unverblümten Sprache erzählt sie, wie ihr Schicksal eine dramatische Wendung nimmt, als die Pfarrersfrau stirbt und sie plötzlich mit dem Hausherrn alleine zurückbleibt.

ÜBER DIE AUTORIN:

Nell Leyshons erster Roman, Black Dirt, stand auf der Longlist des Orange Prize und auf der Shortlist des Commonwealth Prize. Ihre Theaterstücke und Hörspiele erhielten ebenfalls zahlreiche Auszeichnungen. Für ihren zweiten Roman, "Die Farbe von Milch", war sie neben James Salter und Zeruya Shalev für den Prix Femina nominiert. Nell Leyshon wurde in Glastonbury geboren und lebt in Dorset.

12.02.2018

Thema: Lieblingsstellen

Hier könnt ihr eure Lieblingszitate sammeln und euch über Absätze austauschen, die euch besonders gut gefallen haben.

Thema: Lieblingsstellen
StephanieP kommentierte am 25. Januar 2018 um 11:29

Meine Lieblingsstelle ist jene, als Mary nach dem Mord nach Hause geht. Aber nicht um unterzutauchen sondern um ihr Versprechen dem Opa vorzulesen einzulösen. Als ihrgewalttätiger Vater sie da im Stroh findet und sein Kind durch die Lüge schützt, merkt man das einzige Mal im Buch, dass ihm seine Tochter nicht egal ist und er Gefühle für sie hat.

Thema: Lieblingsstellen
lex kommentierte am 25. Januar 2018 um 16:35

Ein Zitat: "Ich sagte nichts. Ich stand auf und ging zum Fenster. Schaute hinaus auf die Wiese die mit toten Blättern und Tau bedeckt war. Die Samenhülsen vertrockneten auf den Blumenstängeln.

Mary?

Ich drehte mich zu ihm um. Ich hab gar keine andere Wahl, oder?" S. 133

Dieses Gefühl, keine Wahl zu haben, einfach irgendwo hingepflanzt zu werden, egal, ob man dort Wurzeln schlagen kann oder nicht, egal, was mit einem geschieht, egal, was man selbst will. Das wird hier ausgesprochen und - unabhängig vom Ende, das in diesem Zusammenhang die Spitze bildet - fand ich das einfach ziemlich übel und traurig.

Thema: Lieblingsstellen
Garten_Fee_1958 kommentierte am 26. Januar 2018 um 07:45

Meine Lieblingsstelle ist die Passage als Mary nach dem Totschlag ihres Peiniger ihr Versprechen bei ihrem Großvater einlöst und ihm vorliest, das war sehr emotional und hat mir ein wenig von der Bedrückung, die die letzte Passage hinterlassen hat, genommen

Thema: Lieblingsstellen
Margit Bußmann kommentierte am 28. Januar 2018 um 10:38

Und nun werde ich diesen allerletzten Satz zu Ende schreiben und mit dem Löschblatt die Feuchtigkeit aufsaugen wo sich die Tinte am Ende der Buchstaben in kleinen Pfützchen gesammelt hat.

Und dann werde ich frei sein.

bei diesem Ende fehlen mir die Worte. Der Tod ist Mary´s Freiheit.

Thema: Lieblingsstellen
Irmi_bennet kommentierte am 28. Januar 2018 um 19:42

Da gibt es so viele. Es sind aber ganz eindeutig die Naturbeschreibungen, sie sind voller Metaphern. So z.B. der Beginn des Herbstes, den man nicht kommen sieht, weil niemals jemand das erste Blatt vom Baum fallen sieht. So entwickelt sich auch Marys Leben langsam aber sicher zu einem Albtraum  Ich werde bezeiten mal ein paar Stellen herausschreiben, die ich besonders schön oder beeindruckend fand.

Thema: Lieblingsstellen
Samantha Roke kommentierte am 29. Januar 2018 um 21:10

Ich habe nich nur eine, sondern gleich fünf Lieblingsstellen:

1) Seite 10:

"Mary, sagte sie, Was machst du da?

nach was sieht es denn aus? fragte ich.

Sieht so aus als würdest du die Hühner rauslassen, sagte sie.

Ach wirklich? sagte ich. Das ist ja komisch, denn in Wahrheit hab ich ja mit dem jungen Hahn getanzt und dann haben wir zusammen ein Festmahl gegessen und dann kam das Schwein dazu und hat sich auf den Stuhl am Kopfende der Tafel gesetzt und uns ein Lied vorgesungen.

Bei dir ist auch keine Besserung in Sicht, sagte sie.

Wie auch? fragte ich. Ich bin ja nicht krank"

2) Seite 31:

"Bist du manchmal unglücklich? fragte ich.

Nie lange.

Ich auch nicht, sagte ich. Manchmal muss ich mich selbst daran erinnern dass ich über irgendwas traurig bin. Sonst werd ich einfach wieder fröhlich."

3) Seite 133:

"Und so kam es dass ich nicht nach Hause ging wie ich immer gedacht hatte.

Und so kam es dass ich blieb."

4) Seite 136:

"Ah, da bist du, sagte er. Was machst du da?

Ich glaube, sagte ich, dass Sie mit ihrem gebildeten Hirn ganz gut sehen können, was ich hier tue."

5) Seite 148:

"Warum willst du das denn lernen?

Weil ich die Möglichkeit dazu habe. Weil andere Leute es auch können"

Thema: Lieblingsstellen
Hannelore Bayer kommentierte am 29. Januar 2018 um 21:20

Diese Stellen gefallen mir alle, siesind so echt Mary!!!

Thema: Lieblingsstellen
Hannelore Bayer kommentierte am 29. Januar 2018 um 21:26

Ich habe einige Lieblingstellen:

Seite 186:

Wo früher ein Burheinander aus schwarzen Zeilen gewesen war waren etzt Buchstaben. Und Wörter. Und Sätze. Und dann schlug ich das Buch zu. Und in dem Moment wusste ich dass ich fertig war.

Seite 185:

Denk nach über die Worte die du gerade gelesen hast, sagte er. Die Bibel dagt die dass du dein Herzöffnen und geben musst.

Aber ich habe nichts mehr zu geben, sagte ich zu ihm. Denn ich habe schon alles gegeben was ich habe.

Die anderen habe ich entsprechend bei den Mitleserinnen kommentiert.

 

Thema: Lieblingsstellen
Hannelore Bayer kommentierte am 31. Januar 2018 um 05:41

Ich merke leider erst jetzt die Fehler!

Muß natürlich Durcheinander und jetzt heißen im ersten Satz.

Die Bibel sagt.. im zweiten Satz.

 

Thema: Lieblingsstellen
Sonnentango kommentierte am 30. Januar 2018 um 09:47

"Und dann werde ich frei sein"

 

Thema: Lieblingsstellen
wbetty77 kommentierte am 02. Februar 2018 um 22:35

Die Seiten 33-36, als die Schwestern gemeinsam am frühen Morgen auf den Gipfel sitzen, den Sonnenaufgang beobachten und sich über ihre Träume unterhalten. In diesem Augenblick sind sie Schwestern und frei in ihren Gedanken. Diese Stelle im Buch enthält eine Leichtigkeit, die es in der Erzählung kaum gibt.