Leserunde

Leserunde zu "Die Geschichte der Bienen" (Maja Lunde)

Die Geschichte der Bienen - Maja Lunde

Die Geschichte der Bienen
von Maja Lunde

Bewerbungsphase: 27.03. - 10.04.

Beginn der Leserunde: 17.04. (Ende: 07.05.)

Im Rahmen dieser Leserunde stellen wir – mit freundlicher Unterstützung des btb Verlags – 20 Freiexemplare von "Die Geschichte der Bienen" (Maja Lunde) zur Verfügung.

Wenn ihr eines der Freiexemplare gewinnt, diskutiert ihr in der Leserunde mit, tauscht euch über eure Leseerfahrungen aus und veröffentlicht am Ende eine Rezension zum Buch.

ÜBER DAS BUCH:

England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte - die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.

Wie alles mit allem zusammenhängt: Mitreißend und ergreifend erzählt Maja Lunde von Verlust und Hoffnung, vom Miteinander der Generationen und dem unsichtbaren Band zwischen der Geschichte der Menschen und der Geschichte der Bienen. Sie stellt einige der drängendsten Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir um mit der Natur und ihren Geschöpfen? Welche Zukunft hinterlassen wir unseren Kindern? Wofür sind wir bereit zu kämpfen?

ÜBER DIE AUTORIN:

Maja Lunde wurde 1975 in Oslo geboren, wo sie auch heute noch mit ihrer Familie lebt. Sie ist eine bekannte Drehbuch- sowie Kinder- und Jugendbuchautorin. Die Geschichte der Bienen ist ihr erster Roman für Erwachsene, der zunächst national und schließlich auch international für Furore sorgte. Er stand monatelang auf der norwegischen Bestsellerliste und wurde mit dem Norwegischen Buchhändlerpreis ausgezeichnet.

07.05.2017

Thema: Lektüre, Teil III (Seite 354 - 508)

Thema: Lektüre, Teil III (Seite 354 - 508)
Susi kommentierte am 17. April 2017 um 17:22

Besonders gut hat mir gefallen, wie am Schluß alle 3 Geschichten wieder zusammenlaufen. Die Zusammenhänge sind gut gelungen. Schön finde ich auch die Rolle der Frauen und wie diese letztendlich dazu beigetragen haben, die Welt zu retten. Charlotte, die die entscheidende Idee hatte und mit ihrer Leidenschaft und Beharrlichkeit das Feuer des Vaters wieder entfachte und die Skizzen in die Staaten brachte, Emma, die diese Skizzen vom Dachboden holte und gut sichtbar aufhängte, sodass Tom sie auswendig kannte. Sonst hätte er sie nicht in seinem Buch verwenden können, nachdem sein Vater sie zu Klopapier verarbeitet hatte oder wie es in Taos Geschichte ausgedrückt wurde, "die im Laufe der Geschichte verschwunden waren". Tao, die klug genug war, die Bedeutung von Toms Buch zu erkennen und darauf bestand, dass die Staatschefin es liest und letzlich die Staaatschefin selbst, die sich darauf einlässt und entsprechend handelt.

Die Geschichte von William fand ich traurig. Der Rückfall wegen fehlender Anerkennung seiner Arbeit nach einem kurzen Aufflackern von Betriebsankeit und Leidenschaft, die Enttäuschung durch den Sohn (aber hat er wirklich erwartet, dass dieser merkt, wie er ihn liebt, wenn er ihn den Rücken mit dem Gürtel blutig schlägt ? Dieser Gedankengang, "wenn ich ihn nicht lieben würde, dann wäre mir seine Erziehung egal, das muß er doch merken" ist so abstrus, wenn er auch damals weit verbreitet war.) und der fehlende Blick dafür, dass er das, was der Sohn ihm nicht gibt, von seiner Tochter Charlotte erhält, all das ist sehr traurig. Fast möchte man ihm dies zum Vorwurf machen, die Eitelkeit, etwas besonderes schaffen zu wollen und der gekränkte Rückzug von der Welt, als ihm dies nicht gelingt, die fehlende Freude über seine Kinder, besonders Charlotte, das mangelnde Pflichtgefühl, die Familie zu versorgen usw. Aber da er depressiv ist, kann man ihm keine Schuld geben. Für Charlotte jedoch gibt es Hoffnung und wie man in Georges Geschichte erfährt, ist sie ihren Weg gegangen, ist ausgewandert, hat Edmunds Kind großgezogen, hat ihre Liebe zu Büchern und ihren Wissensdurst als Lehrerin und Schuldirektorin zum Beruf machen können und auch weiter mit Bienen gearbeitet.

Auch Georges Geschichte ist zunächst traurig. Mich bedrückt die Unfähigkeit mit dem Sohn und später auch mit seiner Frau zu reden fast noch mehr, als der Ruin durch das Bienensterben. Aber auch hier gibt es Hoffnung durch den Sohn. Damit meine ich nicht seine tatkräftige Unterstützung und wie er Seite an Seite mit dem Vater arbeitet, was diesem gut tut, sondern, dass er sich fragt, wie es zu dem Kollaps der Bienen kommen konnte, was der Mensch dazu beigetragen hat und was man ändern muß. Es macht einfach Hoffnung, dass es junge Leute gibt, die sich Gedanken um die Umwelt machen und wie man die Erde vor weiterer Ausbeutung schützen kann. Etwas traurig, dass er - wie man in Taos Geschichte erfährt- nur ein einziges Buch geschrieben hat, wo er doch so voller Talent und Leidenschaft war.

In Taos Geschichte wird dann noch einmal zusammengefasst, wie es zu dem Bienensterben gekommen ist, bzw. was als Ursache vermutet wurde : Pestizide, deren Verbot aber zu spät kam und welches wieder eine Nahrungsknappheit zur Folge hatte, Klimaveränderungen, Monokulturen usw. also alles menschengemacht. Auch die gescheiterten Lösungen werden erwähnt, das Bestäuben per Hand, mit dem Problem, dass die Arbeiter aber mehr Essen brauchen, als sie produzieren oder die Aussaat von genmanipulierten Pflanzen. Etwas irritiert hat mich die wilde Vegetation im Tierpark oder auf dem Golfplatz, aber es gibt ja auch Pflanzen, die sich ohne Bienen vermehren mittels Saatverbreitung durch Wind.

Dass Tao dem Staatsoberhaupt Chinas begegnet fand ich sehr überraschend. Aber auch hier wieder die alte Forderung, sich anzupassen und das zu tun, was von ihr erwartet wird (die Parallele zum Bienenvolk, wo jeder seine Aufgabe zu erfüllen hat und es keine individuelle Selbstverwirklichung gibt, ist nicht zu übersehen--sehr gut gemacht). "...trauernde Mutter, die es schafft,...ihre eigenen Bedürfnisse dem Wohl der Gemeinschaft unterzuordnen" S. 473. Das ist wie gehabt, nur jetzt hat Toa eine andere Aufgabe.

Das Buch hat mir gut gefallen und die Geschichte der Bienen so dargestellt, war wirklich interessant. Da sieht man auch gerne drüber hinweg, dass eine allergische Reaktion durch einen Stich nicht möglich ist, wenn der Körper nicht schon vorher Bienengift ausgesetzt gewesen ist, sodass er Antikörper bilden konnte, die beim 2. mal dann den anaphylaktischen Schock auslösen würden.

Alles in allem ein schönes Buch, das mir gut gefallen hat, wobei ich sehr viel mehr Freude daran hatte, als ich jede Geschichte für sich las ohne dauernd ausgebremst zu werden.

Thema: Lektüre, Teil III (Seite 354 - 508)
Sabine_AC kommentierte am 19. April 2017 um 20:54

Mir hat ebenfalls gut gefallen, wie sich der Kreis am Ende schließt und alle Geschichten zusammenlaufen. Meine während der Lektüre entstandenen Vermutungen (dass Charlotte Georges Vorfahrin war, dass Wei-Wen gestochen wurde) haben sich bewahrheitet - auf die Verbindung zwischen Tom und Tao wäre ich jedoch nie gekommen... gefiel mir aber.

Im Verlaufe des Buches haben sich meine Ansichten zu den Personen durchaus entwickelt... George wurde mir letztlich doch etwas sympathischer (wobei ich seinen trotzigen Wutanfall, in dem er die historischen Skizzen zu Klopapier verarbeitet, total daneben fand - um diese Zeichnungen, Charlottes Vermächtnis, tat es mir leid), aber wirklich warm bin ich mit ihm nicht geworden.

William ging mir zunehmend auf die Nerven (samt Sohn und Frau), während sich Charlotte - wie bereits in Teil 2 erwähnt - zu meiner Lieblingsperson entwickelt hat.

Mit Tao konnte ich leider bis zum Ende wenig anfangen, sie und ihr Schicksal konnten mich nicht berühren, blieb mir einfach fremd... daß am Schluß die Bienen eine neue Chance bekommen (oder die Natur anhand der Bienen dem Menschen noch eine Chance gibt) gefiel mir aber ganz gut.

Thema: Lektüre, Teil III (Seite 354 - 508)
Diamondgirl kommentierte am 20. April 2017 um 11:49

Ich konnte mein Buch gestern Abend auch beenden. Insgesamt war ich sehr angetan von diesem Roman. Sehr gut gefiel mir, dass William letztlich doch begriff, dass alleine seine Tochter immer auf seiner Seite war und seine Leidenschaft für Forschung und Lehren geteilt hat - auch wenn er sich am Ende wieder seinem Elend hingab, nur weil er wieder nicht der Erste war, der Bienenbeuten seines Stils baute. 

Diese Enttäuschung kann ich durchaus nachvollziehen, aber nicht, dass er wegen seiner persönlichen Enttäuschung seine komplette Familie vergisst und ihm egal ist, wovon sie leben und was sie tun. Zum Glück war Charlotte stark genug, irgendwann ihren eigenen Weg zu gehen - ohne Mann aber mit dem Sohn ihres Bruders, der es nicht einmal schaffte, diese Verantwortung zu übernehmen.

Georges Geschichte fand ich eigentlich am bedrückendsten, vielleicht auch deshalb, weil sie am aktuellsten war. Ich habe 2 Hobby-Imker im Freundeskreis und bekomme des öfteren von den Problemen mit, wie sie sich um ihre Völker sorgen oder auch herbe Verluste einstecken müssen. Mich bedrückte hier extrem die Hilflosigkeit, mit der Imker solchen Katastrophen ausgesetzt sind. Sie können nur daneben stehen und machtlos zusehen, wie ihre Völker sterben oder einfach verschwinden.

In der Geschichte hat sich Tom offenbar letztlich doch seiner familiären Verantwortung gestellt und auf seine eigenen Träume verzichtet, weil er merkte, dass sein Vater alleine am Ende seiner Kräfte war. Er brauchte seine Unterstützung, um nicht unterzugehen, was besonders deutlich wurde in den letzten Absätzen, als er sich fast mithilfe seiner Bienen umgebracht hätte, wenn Tom nicht gerade noch rechtzeitig erschienen wäre. Sehr schön die Idee, Tom ein prägnantes Buch zum Thema Bienentod schreiben zu lassen, das in der Zukunft vielleicht den rettenden Einfluss auf Chinas Staatsoberhaupt ausübt. So vereinen sich die Handlungsstränge am Ende des Buches hervorragend. 

Taos Story bringt zum Schluss noch den erforderlichen Funken Hoffnung in den Roman, ohne den doch alles mehr als traurig enden würde. Dass Wei Wen nun als der große Hoffnungsbringer verehrt wird auf Transparenten und Fahnen ist wohl typisch für China, auch wenn es wenig Sinn macht. Schließlich war es ja nicht sein Verdienst, dass er gestochen wurde und dass er allergisch reagierte war schließlich eher sein Pech. Auch ohne diesen Zwischenfall wären die Bienen irgendwann von alleine auf die Obstplantage mit den tausenden Blüten gestoßen, denn das lässt sich keine Biene lange entgehen. Aber so wurde natürlich eine schöne Story daraus. 

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qwertzy kommentierte am 21. April 2017 um 12:28

Nachdem ich von Teil 1 begeistert war und mich Teil 2 irgendwie nervte kam ich in Teil 3 wieder gut rein. Nach wie vor haben mir die Sprünge sehr gut gefallen, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht und so weiterlesen musste. Außerdem waren manchmal einzelne Kapitel nicht so spannend, hätte sich das dann noch länger gezogen, dann hätte ich vermutlich das Buch weggelegt.

Alles in allem fand ich den Roman okay. Leider war die Geschichte extrem vorhersehbar(bzw. alle drei Handlungsstränge), auch durch viele vorherige Andeutungen. Das finde ich schade, denn es hat letztendlich ein wenig an Spannung rausgenommen.

An vielen Stellen verlor sich die Autorin in Belanglosigkeiten (beispielsweise die Lust von William), da war ich manches Mal kurz davor den Strang zu überfliegen.

Mit Tao wurde ich nicht wirklich warm, die Geschichte gab zwar am meisten Gas, aber mir fehlte es hier an Gefühl. Ich konnte mich in sie nicht reinversetzen.

George und sein Sohn, das hat mich gut mitgenommen. Hier konnte ich die Motive und Handlungen verstehen, mich in beide reinversetzen. Auch die Klopapier-Handlung kann ich irgendwie verstehen.

William tut mir leid, die Rückschläge waren sicher hart. Aber hier hat mich die Beharrlichkeit von Charlotte sehr berührt. Ein tolles Mädchen. William und seine Frau nervten mich aber letztendlich nur noch

 

Wie am Ende alles zusammenlief war okay, allerdings war das irgendwie bereits im ersten Teil schon zu vermuten. Irgendetwas an der Geschichte fehlte mir aber, so richtig konnte ich mich nicht auf die Gefühle einlassen, mich da eindenken, konnte nicht mitfiebern, wenngleich die einzelnen Stränge zumindest so spannend waren, dass ich weiterlesen wollte. Ich muss das nochmal sacken lassen, ehe ich es abschließend bewerte

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Federfee kommentierte am 21. April 2017 um 13:14

Mich konnte das Buch leider nicht überzeugen. Es heißt 'Die Geschichte der Bienen', aber es geht doch viel mehr um die Sprachlosigkeit in allen Familien und um die zu hohen Erwartungshaltungen an die Kinder. Die Problematik, die mit Bienen, Umwelt etc. zu tun hat, die wurde doch nur in dürren Worten erwähnt. Auf Seite 441 steht noch, dass es keine Bienen mehr auf der Welt gab. Wo kommen sie dann plötzlich wieder her? Und als ob es so einfach wäre, einfach nur ein bisschen Wald wachsen und die Bienen in Ruhe lassen und alles wird gut.

Die Hauptpersonen muss man nicht mögen (was für alle Romane gilt), aber die William-Handlung hängt ja nur ganz dünn mit den anderen zwei Handlungssträngen zusammen. Das klingt schon ein bisschen sehr konstruiert am Ende.

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Diamondgirl kommentierte am 21. April 2017 um 20:17

Da hast du irgendwie Recht. Insgesamt drehte sich das Buch eigentlich zu wenig um die Bienen an sich. Als ob das nur am Rande stattfand. Die innerfamiliären Probleme wogen schwerer als das Schicksal der Bienen bzw. der Menschheit insgesamt durch deren Verschwinden. Das war ein wenig schwach, vor allem wenn man den Titel des Buches liest.

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Sabine_AC kommentierte am 21. April 2017 um 20:33

Gut auf den Punkt gebracht, dem schließe ich mich an.

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cosmea kommentierte am 23. April 2017 um 13:29

Am dritten Teil gefällt mir vor allem, dass die Autorin eine Verbindung zwischen den drei Erzählsträngen herstellt, die immerhin einen Zeitraum von fast 250 Jahren abdecken. Zum anderen bin ich erleichtert, dass die Geschichte nicht in absoluter Hoffnungslosigkeit oder gar dem Untergang der Menschheit endet. Es gibt am Schluss einen Hoffnungsschimmer, die Andeutung einer möglichen Lösung, die vielleicht nicht besonders realistisch ist, aber immerhin... Dass ein anderer Umgang mit der Umwelt überlebenswichtig ist, ist inzwischen sowieso jedem klar. 

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Susi kommentierte am 23. April 2017 um 19:39

Stört sich eigentlich niemand daran, dass eine allergische Reaktion durch einen Stich nicht möglich ist, wenn der Körper nicht schon vorher Bienengift ausgesetzt gewesen ist, sodass er Antikörper bilden konnte, die beim 2. mal dann den anaphylaktischen Schock auslösen würden ?

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Federfee kommentierte am 24. April 2017 um 08:48

Das hatte ich mir gar nicht klar gemacht. Du hast Recht. Das ginge also gar nicht. Vielleicht ist er vorher schon mal gestochen worden? Vielleicht sind das besondere Bienen,bei denen einmal stechen reicht? (Das meine ich jetzt alles nicht Ernst.) ;-)

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Diamondgirl kommentierte am 24. April 2017 um 16:48

Tja... Ich kenne zwar 2 Bienenallergiker, aber mir ist nicht bekannt, ob die erst beim 2. Stich reagiert haben oder doch schon beim ersten. Im net habe ich dazu auch nicht auf die Schnelle was finden können dazu, jedenfalls nichts, was ich als absolut zuverlässig empfinde. 

Für die Story ist es m. E. aber einigermaßen unwichtig. Ich nenne es mal künstlerische Freiheit  ;-)

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westeraccum kommentierte am 25. April 2017 um 08:21

Das sehe ich auch so. Ich bin kein Mediziner und kenne mich damit nicht aus, kann aber gut damit leben.

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Stefanie Schultz kommentierte am 25. April 2017 um 08:46

Wenn man genauer darüber nachdenkt macht leider einiges nicht so viel Sinn. Das zum Beispiel ist mir jetzt gar nicht aufgefallen, viel mehr beschäftigt mich das 70 Jahre lange Undergroundleben der Bienen. :D

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kleineHexe kommentierte am 28. April 2017 um 17:20

Mir ist das beim Lesen auch nicht aufgefallen; klar, Du hast Recht. Aber genaugenommen finde ich es gar nicht so wichtig für die Geschichte.

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MrsFraser kommentierte am 29. April 2017 um 19:49

Wenn das so ist (wusste ich jetzt auch nicht, aber ist ja auch nicht mein Fachgebiet), ist das tatsächlich ein ärgerlicher Logikfehler! Danke für den Hinweis!

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westeraccum kommentierte am 25. April 2017 um 08:20

Den Schluss fand ich sehr interessant, weil er alle drei Handlungsstränge zusammengeführt hat. Ich hatte mich schon gefragt, wie und ob überhaupt die drei Geschichten zusammenhängen und nun weiß ich es. Zum Glück war das Buch am Ende nicht mehr so dunkel und doch noch etwas hoffnungsvoll. Allerdings fand ich den Schluss auch etwas kitschig - Friede, Freude, Eierkuchen vor allem bei Tao.

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Susi kommentierte am 27. April 2017 um 11:41

seine eigenen Bedürfnisse dem Wohl der Gemeinschaft unterordnen zu müssen (wie die Bienen) hat für mich nichts von Friede, Freude, Eierkuchen. Sie versucht mit der Trauer fertig zu werden und das Gute zu sehen, wie eine Mutter, die die Organe ihres toten Kindes für Transplantationen freigibt, damit sie einen Sinn /Trost finden kann in dem Schrecklichen.

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Stefanie Schultz kommentierte am 25. April 2017 um 08:38

Der Schluss hat dann doch nochmal alles wett gemacht. Ich finde hier haben die Sprünge zwischen den Protagonisten zunehmend Sinn gemacht, da alles nun seine Verknüpfung fand. Irgendwie fand ich es auch sehr schön umgesetzt, dass die Kinder Charlotte, Tom und Wei-Wen die "Hoffnungsträger" der einzelnen Familien waren. Generell war das Ende gefühlvoller und jeder trat dem anderen empathischer gegenüber. Ein typisches Happy End halt. :)

Jedoch machen für mich einige Sachen kein Sinn. Circa 70 Jahre lang sollen sich die Bienen "versteckt" haben? In einem Waldstück, wo rundherum doch so viel Obstbäume standen? Also ich möchte die Bienen ja nicht unterschätzen, aber ich denke nicht, dass sie sich heimlich einen Plan zurechtgelegt haben um mal eben 70 Jahre im Untergrund zu leben... :D

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aimée kommentierte am 25. April 2017 um 09:42

Ja, der Teil wirkt schon sehr konstruiert! Wobei sie ja auch schreibt, dass diese Stoffe, die letzten Endes zum Verschwinden der Bienen geführt haben, sämtliche Arten von Insekten von den Bäumen fern halten sollten - vielleicht haben sie sich deshalb von den Obstplantagen ferngehalten. Aber auch dann stellt sich die Frage, warum ein verhungerndes Volk nicht auf die Idee kommt, im Wald nach Essbarem zu suchen.

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aimée kommentierte am 25. April 2017 um 09:43

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aimée kommentierte am 25. April 2017 um 09:00

Der dritte Teil hat mich dann doch wieder mit dem Buch versöhnt, die Geschichten werden alle auf eine gelungene Art zusammengeführt - und auch über "die Geschichten der Bienen" erfährt man endlich ein wenig. 

Taos Abschnitte fand ich am spannendsten, die Beschreibung von Tokio, wie es im sterben liegt sehr erdrückend aber vielleicht gar nicht so unrealistisch. Und trotzdem hat dieser Teil für mich den größten logischen Bruch. Ich kenne mich zu wenig mit Alergien aus um darüber etwas sagen zu können, aber was Susi schreibt klingt logisch. Was mich aber wesentlich mehr gestört hat, war das plötzliche Wiederauftauchen der Bienen von jetzt auf gleich, auch wenn dem Buch damit ein "Happy End" beschert werden konnte.

Dass William sich freut durch seinen Enkel in der Pflege verdrängt worden zu sein, heißt doch nur, dass Charlotte endlich eine "weibliche" Aufgabe für sich gefunden hat und sich endlich mit Dingen beschäftigt die für Frauen vorgesehen war, oder sehe ich das zu kritisch?

In Georges Teil wird seine Verzweiflung greifbar und sein Selbstmordversuch ist sehr eindrücklich beschrieben. Tom kommt meines Erachtens zurück, weil ihm wohl klar wird, was ein flächendeckendes Binensterben nicht nur für seinen Vater bedeuten könnte - wenn das einzige Buch, das man je geschrieben hat das Potenzial besitzt, die Menschheit zu retten, dann ist das doch auch für ihn ein erfolgreiches Leben, wenn auch etwas anders als gedacht.

Vielleicht hätte dem Buch ein vierter Erzählstrang gut getan, aus Sicht der Bienen.

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Diamondgirl kommentierte am 25. April 2017 um 19:41

Vor allem aus Sicht der geheimnisvollen Untergrund-Bienen.  ;-) 

Ich habe mir aber was ähnliches zusammen gereimt, da irgendwann erwähnt wurde, dass der Schädlingsvertreiber in den Boden überging und dass das Zeug nicht nur die Schädlinge vertrieb sondern auch die nützlichen Insekten nicht mehr an die Blüten wollten. Vielleicht war der Wald urig genug, dass einige Bienen darin ihr Auskommen finden konnten mit Wildblumen im Wald und ja auch den zahllosen Baumblüten. Das war dann eben alles interessanter als die abschreckenden Zuchtpflanzen mit ihrer Insektenabwehr. 

Du schreibst von Tokio... meinst du nicht Peking?

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Susi kommentierte am 27. April 2017 um 11:45

Tokio, Peking, jetzt sei nicht so kleinlich, Du weißt doch, dass Peking gemeint ist. 

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Diamondgirl kommentierte am 27. April 2017 um 16:35

@Susi

Jawoll Chef!  

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aimée kommentierte am 27. April 2017 um 15:29

Jaha, da sieht man mal, wie aufmerksam ich das Buch gelesen hab :-P

Mailand, Madrid... hauptsache Italien!

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Diamondgirl kommentierte am 27. April 2017 um 16:38

;-D  

Ich dachte schon, ich hätte was überlesen - schließlich war ja auch von Europa zwischendrin die Rede - Gesamt-Europa und nicht nur GB.   

 

 

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kleineHexe kommentierte am 28. April 2017 um 17:17

Die Erzählstränge laufen zusammen, waren jeweils eigentlich zum größten Teil vorhersehbar.

 

George Wutanfälle finde ich übertrieben und seinen Selbstmordversuch eher unglaubwürdig.

William, der sich ständig hat gehen lassen hat mich mit seiner mit Leidenschaft ausgelebten Schwäche immer mehr abgestoßen. Wie er bei dem, was er seiner Familie vorlebt, überhaupt in Erwägung ziehen kann, dass sein Sohn ihn achten und respektieren könnte und ausschließlich in seine „forschenden, neugierigen“ Fußstapfen treten könnte, kann ich nicht nachvollziehen, egal, ob er zwischendurch depressiv ist oder nicht.

 

Warum Tao den Restaurantbetreiber samt Sohn mit nach Hause nimmt und ihnen dort eine bessere Zukunft verspricht, verstehe ich nicht. Zum einen weiß sie, dass es wieder eine Bienenpopulation gibt, die Arbeitsplätze der Obstbestäuber also nicht mehr lange bestehen werden, es dafür aber in absehbarer Zukunft wieder genug Nahrung für alle geben kann.

 

Und auch das Auftretetn der Bienen am Schluß war doch zu erwarten, schließlich soll das Buch doch gerade noch rechtzeitig auf eine nötige Verhaltensänderung hinweisen

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MrsFraser kommentierte am 29. April 2017 um 19:54

Ah nun, naja, so flott wird das mit der Aufzucht der Bienen und der Überflüssigkeit der menschlichen Bestäuber sicher auch nicht gehen. Ein paar Hahre würde das sicherlich auch noch dauern, in denen sich in Peking nichts für den Restaurantbesitzer und seinen Sohn ändern würde. Ich denke auch, dass Tao aufgrund Wei-Wens Verlust den Jungen irgendwie als Ersatzsohn sieht.

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Fasersprosse kommentierte am 29. April 2017 um 14:32

Die Verbindungen zu den jeweiligen Geschichten haben sich nun ergeben. Sie haben mich vom Inhalt sehr überzeugt.

William hatte mich zu Beginn des Buches am meisten interessiert, zum Ende hin ist er mir ziemlich unsympathisch geworden. Georg ist mir der neutralste geblieben. Seine Gedanken und Reaktionen konnte ich aber gut nachvollziehen. Tao, die mir am Anfang ziemlich fremd war, hat mich schlussendlich am meisten überzeugt. Ich finde es genial, wie es die Autorin geschafft hat, die Charaktere sanft aber nachhaltig auszuarbeiten.

Wir sind ja alle nicht blind und sehen was wir mit unserer lieben Erde anstellen und welche Auswirkungen das hat. Aber es, wie in diesem Buch, rückblickend zu betrachten, hat für mich eine besondere und erschreckende Qualität. Meiner Meinung nach hätte Maja Lunde gerne den Aspekt weiter ausbauen können, den sie uns in der unterschiedlichen Sichtweise von William und Arkadieff zeigte: Sich nicht die Bienen (die Natur) untertan machen, sie zähmen, sondern deren erhaltender Helfer sein.

Das Buch hat mich begeistert. Ob der Titel des Buches „Die Geschichte der Bienen“, „Imkerfamilen“ oder anders lautet, ist für mich nicht ausschlaggebend, denn ich habe kein Sachbuch erwartet und bin doch sehr überrascht, wie viele Informationen in dem Buch stehen. Es ist für mich ein  Roman, der mir viele Einblicke verschafft hat, in Familien, deren Strukturen in verschiedenen Jahrhunderten, der Entwicklung der Bienenhaltung von einem Zubrot hin zur Massenhaltung als Nahrungsmittelindustriezweig bis hin zu der Thematik, dass das Fehlen einer einzigen Art – der Bienen - der Untergang der Menschheit bedeuten kann. Für mich hat das die Autorin wunderbar in Geschichten verpackt ohne ein einziges Mal den Wertenden Zeigefinger zu erheben.

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MrsFraser kommentierte am 29. April 2017 um 20:41

Juchu! Meine Vermutung aus dem ersten Abschnitt, dass Tom 'Der blinde Imker' schreiben wird/geschrieben hat, hat gestimmt. :)

Die Geschichte um Tao erinnert mich stark an so typische Endzeitszenarien wie in 'I Legend' oder so. Nicht mein Ding. Die Handlung um George hat mich am meisten berührt und ich finde ihn irgendwie am normalsten. Das Telefonat zwischen ihm und Lee fand ich 'wunderschön traurig'. William war mir zu gestört, obwohl es mich ein bisschen versöhnt hat, dass er zuletzt Charlotte doch noch wahrgenommen hat. 

Vom Gesamteindruck her bin ich auch ein bisschen enttäuscht. Ich hatte mir auch mehr Konzentration auf die Bienen und weniger auf die Menschen, irgendwie etwas 'nüchterneres' gewünscht, was mehr durch schockierende Wahrheit bewegt als durch erfundene Emotionen.

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