Magazin

Ein Erlebnis

Clausen und Bosse - Der Besuch einer Buchdruckerei

Einmal hinter die Kulissen schauen. Einmal das Rattern der Maschinen vernehmen. Die Blätter fließen auf den Bändern an dir vorbei. Es ist ein Genuss, in den jeder Bücherfreund einmal kommen sollte.

Ich hatte das Glück und war mit meiner Berufschulklasse in einer der größten Druckereien Deutschlands. Es ist schon eine Weile her, aber wenn ich daran zurück denke, dann kann ich mich sehr gut an die Gebäude, die Maschinen und die vielen Bücher erinnern.Mit dem Bus ging es von Bad Malente aus los. Fast zwei Stunden waren wir unterwegs, als wir unser Ziel in Leck endlich erreichten. Der Eingang wirkte gelinde gesagt klein und unscheinbar. Als wir aber die Eingangshalle durchquerten bekamen wir einen ersten Einblick von der Größe des Unternehmens. Herr Kabierske, ein netter älterer Herr begrüßte uns. Der erste Anlaufpunkt war ein Beratungssaal, wo uns die Geschichte des Unternehmens näher gebracht wurde. Eh wir aber dort ankamen, machten wir einen längeren Weg durch Korridore, vorbei an geschlossenen und offenen Türen. Außerdem kamen wir auch an den verschiedenen Archiven vorbei, in denen es von jedem gedruckten Buch ein Exemplar gab. Wir sahen die vollen Regale und es juckte uns in den Händen, aber leider war dort der Zutritt für uns verboten. Wir mussten uns mit schmachtenden Blicken durch die großen Fenster begnügen. Nachdem wir ausreichend über die Firmengeschichte gehört hatten (ein wichtiger Teil nimmt eine Rotationsmaschine, mit der die ersten Rororo-Taschenbücher entstanden sind, ein), durften wir bei der Produktion über diverse Schultern schauen.Es fing natürlich mit den Maschinen an, die den vorgefertigten Schriftsatz auf riesige Blätter druckte. Dabei kamen Seiten zustande, die später nur gestanzt und dann in der richtigen Reihenfolge geordnet werden mussten. Wir sahen Schnittmaschinen, viele Laufbänder, an denen die Seiten an uns vorbei sausten, verschiedene Farbdrucker und natürlich schon fast vollständige Bücher, die auf Paletten auf ihren Einband warteten. Es war großartig zu sehen, wie ein Buch in eine Maschine verschwand und plötzlich fertiggestellt am Ende herauskam. Natürlich war es bis dahin ein langer Weg. So viel musste beachtet werden, so viel flog unterwegs weg, weil etwas falsch geschnitten oder gedruckt wurde. Wir hatten ein wenig Pech, da manche Maschinen bei unseren Besuch gerade gewartet wurden und wir deshalb nicht das ganze Ausmaß an regem Treiben erlebten, das sonst herrschte. Trotzdem war es ein besonderer Tag, der damit endete, dass wir in der Eingangshalle aus einem Regal für Besucher plündern durften, was uns gefiel. Ich ergatterte eine Manga und zwei Bücher.Mir ist nicht mehr in Erinnerung, wie lange wir dort waren und doch wünschte ich, es wäre noch viel länger weiter so gegangen. Wenn man einmal so eine Druckerei besucht, dann bekommt man auch das Gefühl dafür, warum dieser wunderbare Gegenstand, den wir alle so lieben, seinen Preis hat. Noch heute schlage ich gerne ein Buch auf und schaue als erstes, wo es entstanden ist. Nicht selten lese ich die Worte „CPI-Books, Clausen und Bosse“.Jeden Buchliebhaber kann ich nur empfehlen, mal hinter die Kulissen zu schauen, wenn er die Möglichkeit dazu hat. Es ist ein Erlebnis, dass man nicht so schnell vergisst.

Hatte denn jemand anderes auch die Gelegenheit dazu? Würdet ihr gerne mal so einen Ausflug machen? Ich kann nur immer wieder sagen, es lohnt sich.

Kommentare

nonchalance kommentierte am 27. Februar 2014 um 16:13

In einer Buchdruckerei war ich noch nie, nur in der Druckerei der Tageszeitung. War aber auch ganz interessant.

Fornika kommentierte am 27. Februar 2014 um 16:25

Oh da wäre ich auch gerne mitgefahren, stelle ich mir sehr spannend vor.

doppelgaenger kommentierte am 27. Februar 2014 um 17:46

Das fände ich auch super interessant!

Tallianna kommentierte am 28. Februar 2014 um 09:00

Ich habe ebenfalls mal eine Zeitungsdruckerei besucht. In Erinnerung ist mir vor allem der Lärm geblieben und die langen Papierbahnen, die auf den Maschinen liefen. Für mich ist es immer noch ein kleines Wunder, dass eine Maschine es am Ende schafft, alle Seiten - ob Buch oder Zeitung - in die richtige Reihenfolge zu bringen XD!

Borkum kommentierte am 01. März 2014 um 11:04

Ich war bis jetzt auch nur in einer Zeitungsdruckerei und fand das schon recht spannend, aber eine Buchdruckerei wäre natürlich die Krönung.

fraencisdaencis kommentierte am 27. März 2014 um 11:40

Oh, das stelle ich mir wirklich sehr spannend vor!

Galladan kommentierte am 05. April 2014 um 18:39

Ich bin mal in der Bibeldruckerei der Zeugen Jehovas gewesen. Auch ein ganz spannender Tag. Vor allem da ich in einer Druckerei gearbeitet habe. Da wurden aber keine Bücher oder Zeitungen gedruckt. Einen Buchbinder hatten wir trotzdem. Man glaubt gar nicht was für Buchleichen der reparieren konnte.