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Stephan Staats "Staats' Geheimnisse" - eine Buchvorstellung

Der gebürtige Solinger Stephan Staats fährt seit vielen Jahren auf Jachten bei den Reichen dieser Welt mit - als Koch. Nun hat er in seiner Heimatstadt sein Buch vorgestellt.

Anfang der Woche legte meine Mutter mir eine Eintrittskarte hin. Sie hatte mitbekommen, dass ich mich für das Buch "Staats' Geheimnisse" von Stephan Staat interessiere, und mir darum eine Karte für seine Buchvorstellung in seiner (und meiner) Heimatstadt Solingen geschenkt. Die Ankündigung versprach die Buchvorstellung inklusive Snacks vom Autor. Als Location war die örtliche Discothek "Getaway" vorgesehen, die sich in einer ehemaligen Brauerei befindet.

Bei der Ankunft konnte man schon sagen: "Zum Einlass immer der Nase nach!" Die angekündigte Speise mit Zitrone war schon aus einiger Entfernung zu riechen, und vor dem Eingang war Autor und Koch Stephan Staats bereits dabei, die angekündigten Snacks zuzubereiten. Offenbar gut gelaunt, hatte er da schon nette Worte für die eintreffenden Leute.

Im Raum, in dem die Buchvorstellung stattfinden sollte, waren neben den Barhockern an den Bars - es ist eben eigentlich eine Disco - einige Bänke aufgestellt. Auf einer Leinwand war ein Bild des Autors zu sehen mit dem Spruch " 91 Länder -  und ein Biss-chen Wahnsinn". Eine Bar war zu einer Art Buchshop umfunktioniert, und dort wurden neben dem Buch des Autors auch andere Bücher zum Thema Kochen und Reisen ausgelegt. Über Lautsprecher wurde Meeresrauschen und Möwengeschrei eingespielt.

Kurz nach 20 Uhr ertönte ein Nebelhorn und der Organisator der Veranstalter sprach einige einleitende Worte über das zu Stande kommen der Veranstaltung. Die bot sich an, nachdem ein Solinger Autor ein Buch in einem Hildener Verlag ein Buch herausbrachte. Dann kam der Autor selber, der sich vorher schon unter den 180 Zuschauern tummelte und Bekannte und Freunde begrüßte, zum Zug.

Stephan Staats hatte bereits als Kind beschlossen Koch zu werden, nachdem er zu seinem Bedauern feststellte, dass sein Wunschberuf "Pirat" kein Lehrberuf war. Seit 22 Jahren ist er nun auf der ganzen Welt unterwegs und hat 91 Länder bereist. 13 Jahre hat er auf Jachten gearbeitet, seit 17 Jahren lebt er in Neuseeland. Er hat viele Dias mitgebracht, die er nutzte, um über sein Leben und seinen Beruf zu sprechen.

Nach Ländern geordnet gab es Fotos. Viele zeigten Märkte auf der ganzen Welt, denn das sei die eigentliche Herausforderung für einen Koch auf einer Jacht: Dort kochen kann jeder - aber die Logistik, das Beschaffen der Waren, das sei manchmal ein wirkliches Problem. Neben den Fotos, die den Autor auch bei der Arbeit zeigten gab es auch wunderbare Aufnahmen von Land und Leuten, die einen tollen Einblick in die teilweise sehr fremden Kulturen gaben. Über seine Arbeitgeber sprach er wenig. Da gäbe es genug Leute, die über diese Leute berichten. Es gehe ihm um seine Erlebnisse als Koch überall auf der Welt.

Wichtig waren dem Autor auch die Begegnungen mit Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Nationalitäten. Es war ihm anzumerken, dass diese Erfahrungen für ihn wichtiger waren, als die Begegnungen mit den Reichen, denen die Schiffe gehörten, auf denen er arbeiten dürfte. Er habe sich immer mit jedem verstanden, auch wenn man sich eben (sprachlich) nicht verstanden habe: "Mit einem Lächeln kann man um die ganze Welt ziehen!"

Das Buch selber wurde übrigens nur gelegentlich erwähnt. Wie Stephan Staats selber erzählte, wollte er nie ein Kochbuch schreiben, da es davon schon so viele gibt. Der Verlag war an ihn herangetreten, als man dort erfuhr, dass er ein Buch schreibt. Allerdings erwartete der Verlag ein Kochbuch. Als Kompromiss wurde ein "Lesekochbuch" geschrieben - was man laut Stephan Staats daran erkennt, dass es im Gegensatz zu einem reinen Kochbuch ein Lesebändchen hat.

Um 21:10 Uhr gab es eine Pause. Der Autor hatte einen Zitronenschaum mit Biscotta gemacht, außerdem gemeinsam mit der "Bergischen Feldküche" eine Linsensuppe vorbereitet, und das einstimmige Urteil war so kurz wie überzeugend: "Lecker!" In der Pause hatte ich auch kurz die Gelegenheit ein paar Worte mit dem Autor zu wechseln, und ein Foto mit ihm zu machen - das ebenso wie alle ander Fotos leider Dank der - nur mangelhaften - Beleuchtung nichts geworden ist.

Um 21:50 Uhr ging es weiter.  Auch hier gab es wieder wunderbare Dias und tolle Erzählungen. Auch schwirige Theme wie die Überfishcung oder das Müllproblem auf den Weltmeeren sprach er an. Dass er selber auf vielen Dias zu sehen war, hatte laut Stephan Staats einen guten Grund: er habe viele Rezensionen gelesen, in denen angezweifelt wurde, dass er an den Orten war und die Geschichten erlebt habe. So wolle er zeigen, dass er wirklich dort war.

Beendet wurde der Vortrag dadurch, dass Stephan Staats von der Organisation "MOAS" (Migrant Offshore Aid Station) berichtete, die sich auf die Seenotrettung von Flüchtlingen spezialisiert hat, und denen sich der Autor angeschlossen hat. Die BIlder und Erzählungen dazu waren ein bewegender Abschluss der Buchvorstellung, die gegen 22:45 Uhr endete.

Danach nahm sich der Autor noch Zeit um Bücher zu signieren, und ein wenig mit den Leuten zu reden. Insgesamt war es ein wirklich toller Abend, und ich auch wenn das Buch an sich kaum erwähnt wurde, war es eine tolle Veranstaltung mit tollen Bildern und Geschichten, die sicher nicht nur mir gefallen haben.

Staats' Geheimnisse

Kommentare

Nadine B. kommentierte am 28. Oktober 2016 um 20:30

Ein toller Bericht, der viel Informationen gibt. So lange hätte ich wahrscheinlich nicht bei der einer Lesung durchgehalten, es sei denn, sie hätte am Wochenende stattgefunden.

micluvsds kommentierte am 28. Oktober 2016 um 21:10

Danke!
Stephan Staats hat direkt vorgewarnt, dass er gerne überzieht. Geplant war das Ende für 22 Uhr. Aber jede Minute hat sich gelohnt.