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Viva la Cultura! – Das Jahr, in dem Italien 550.000 Kulturgutscheine über je 500,- Euro verschenkte

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Viva la Cultura! – Das Jahr, in dem Italien 550.000 Kulturgutscheine über je 500,- Euro verschenkte

Es klingt beinahe zu schön, um wahr zu sein, aber es ist tatsächlich so geschehen: Die italienische Regierung gewährte in diesem Jahr die Vergabe von über einer halben Million Kulturgutscheinen … übrigens nicht als erstes Land.

Gleich zu Beginn dieses Artikels muss ich aber erst einmal auf die Euphoriebremse treten: Natürlich wurden und werden diese Kulturgutscheine nicht ohne Grund vergeben … und zumeist handelt es sich dabei um einen ziemlich ernsten.

2013 beschloss man in Brasilien zum Beispiel – unter der Leitung der damaligen Kulturministerin Marta Suplicy – die Einführung eines monatlichen Kulturgutscheins.
Landesweit konnten Arbeiter, die pro Monat umgerechnet weniger als 300 Euro verdienten, diesen sogenannten "Vale Cultura" beantragen. Anfang 2014, zum offiziellen Start des Projekts, hatten sich rund 24.000 Arbeitnehmer für dieses Förderprogramm registriert, wodurch ihnen pro Monat 50 Brasilianische Real für kulturelle Investitionen zur Verfügung standen (zum Beispiel Bücherkauf, Besuch eines Museums, eines Theaters etc.). Hintergrund der Aktion: Eine Umfrage belegte zuletzt, dass 85% der Brasilianer "Fernsehen" als Lieblings-Freizeitbeschäftigung angaben; 92% der Bevölkerung gaben an, noch nie in einem Museum gewesen zu sein.

In Italien beschloss man in diesem Jahr gar die Vergabe von bis zu 550.000 Kulturgutscheinen à 500,- Euro! Alle Bürger des Landes, die im laufenden Jahr ihren 18. Geburtstag feierten, hatten Anspruch auf diesen besonderen Bonus, der sich ebenfalls für den Kauf von Büchern, Museums-, Theater- und/oder Konzerttickets einsetzen lässt.
Der zum Jahresende aus seinem Amt als italienischer Premier scheidende Matteo Renzi möchte mit dem "bonus cultura", einem "symbolischen Willkommensgruß in der Gemeinschaft der Volljährigen", die gesellschaftliche und kulturelle Bindung innerhalb des Landes stärken und dazu beitragen, dass man sich "der größten Kulturerbschaft der Welt" bewusst(er) wird.

Und auch die EU möchte die kulturelle Identität und das gemeinsame Miteinander perspektivisch fördern. Im ersten Schritt wurde das Bildungsprogramm Erasmus plus für 2017 um 50 Millionen Euro aufgestockt, womit man jungen EU-Bürgern das Interrail-Reisen ermöglichen möchte. Das Vergabeverfahren ist noch nicht abschließend geklärt; im Gespräch ist aber u.a. eine Art Ticket-Lotterie für alle interessierten 18-Jährigen (siehe heute.de).

Was haltet ihr von dieser Art der Kulturförderung (v.a. in Form der o.g. Kulturgutscheine)?
Ich vermute, ihr würdet diese in erster Linie für Bücher einsetzen?! Und was haltet ihr von der Idee, dass wir im Januar auch einen kleinen Kulturgutschein verlosen könnten? ;-)

Kommentare

Leia Walsh kommentierte am 22. Dezember 2016 um 12:10

Die Grundidee ist nicht schlecht, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass es ausgerechnet zum 18. Geburtstag sein muss. Da geschieht sowieso besonders viel im Leben eines Menschen, da kommen so viele Eindrücke. Erst etwas später hat man ein wenig mehr "festen Boden unter den Füßen". Da wäre ein kleiner Anstoß meiner Meinung nach sinnvoller.

Das mit den Tickets ... hmmmm ... also so wirklich gut finde ich die nicht. Reisen bildet. Ja. Aber nicht jeden und nicht immer. Die überzeugen mich also weniger.

Übrigens - sag bescheid, wenn Du einen Korrekturleser brauchst. ;o)

Lrvtcb kommentierte am 22. Dezember 2016 um 13:01

Den Idee des Kulturgutscheins finde ich interessant. Aber wie lässt sich nachhalten, dass das Geld wirklich für kulturelle Zwecke ausgegeben wird? Ich hätte mich über 500 Euro zum 18. Geburtstag für Bücher auf jeden Fall sehr gefreut. Ich würde mich auch jetzt immer noch über so einen Gutschein freuen. :D

Die Interrail Tickets finde ich nicht so gut. Das fördert nicht unbedingt die kulturelle Weiterbildung. Man kann hier zwar viel von Europa sehen und sich weiterbilden. Man kann so eine Reise jedoch auch nutzen, um international Party zu machen. Glaube wird das Geld nicht ganz so sinnvoll investiert.

katzenminze kommentierte am 22. Dezember 2016 um 13:13

Ich finde die Idee duchweg gut! Und WENN ein Interrailticket dazu genutzt wird um international Party zu machen - hätte ich mit 18 im übrigen auch getan - dann ist es trotzdem noch eine super Sache! Es geht ja darum Europa positiv als Einheit zu erleben und den eigenen Horizont zu erweitern. Und das geht per Zug und per Party beides wunderbar. Auch die Kulturgutscheine sin klasse. Wäre halt jeweils die Frage wie oft das genutzt wird und ob auch alle mitbekommen, dass es sowas gibt. Aber ich hätte mich über sowas definitiv sehr sehr gefreut.

Leseratz_8 kommentierte am 22. Dezember 2016 um 13:31

Diese italienische Kulturgutscheingeschichte gefällt mir eher nicht, denn wieder ist es das Prinzip Gießkanne... ich finde gezielte Förderung besser, aber da steckt natürlich mehr Arbeit drin... und es liest sich in der Zeitung nicht so toll...

Die "Erasmus plus-Förderung" finde ich allerdings nicht schlecht - ob ein solches Reisen bildet... in einigen Fällen sicher, aber zumindest wird der Horizont erweitert und manchmal auch in Alkohol ertränkt ;-)) 

 

micluvsds kommentierte am 22. Dezember 2016 um 13:51

Ich finde solche Kulturgurscheine prinzipiell gut. Und ich würde es evtl sogar auch für andere Sachen als Bücher nutzen, da ich gerne ins Theater und in die Oper gehe.
Ich finde es auch nicht schlecht, Interrailtickets zu vergeben, denn Reisen bildet auch.
Prinzipiell sollte Kultur gefördert werden, das betrifft nicht nur das Lesen. Ich würde mich freuen, wenn ich einmal im Jahr einen Gutschein bekäme, den ich für irgendeine kulturelle Veranstaltung nutzen könnte.

Torsten Woywod kommentierte am 22. Dezember 2016 um 14:11

Ich finde die Interrail-Idee auch ziemlich spannend ... ich bin mir zwar nicht sicher, ob 18 Jahre das beste Alter ist, aber grundsätzlich ist das - m.E. - absolut unterstützenswert.
Eine Abfrage der Motivation wäre wahrscheinlich hilfreich, würde aber nochmals Prüfungen zwischenschalten und das ganze Konstrukt teurer werden lassen.

Von daher: Vielleicht schreiben wir gemeinsam einen Kulturreiseführer für Europa, der die Jugendlichen dann inspiriert. ;-)

micluvsds kommentierte am 22. Dezember 2016 um 14:23

Ich hab mit 18 schon Kulturreisen gemacht wenn man es so nennen kann: Astrid Lindgrens Geburtsort besichtigt, nach Bullerby und Katthult gefahren, Carl Larssons Haus besichtigt, Selma Lagerlöfs Haus besichtigt.... Aber so einen Kulturführer fände ich persönlich gut, ich bastel mir so etwas für jede meiner (Kurz-)Reisen immer selber zusammen

blessed kommentierte am 22. Dezember 2016 um 15:37

Die Idee mit dem Kulturreiseführer finde ich gar nicht mal so schlecht. ;)

 

Und die Verlosung eines Kulturgutscheins hier im Januar gefällt mir natürlich auch. 

Weebo1846 kommentierte am 23. Dezember 2016 um 09:24

Ich finde beide Ideen sehr gut. Solang gewährleistet ist, das der Kulturgutschein auch für kulturelle Ereignisse eingesetzt wird, ist das doch eine super Sache. Würde vielen deutschen Jugendlichen auch nicht schaden, mal ein Museum/Theater/Bibliothek von innen zu sehen.

Die Argumente gegen Interrail sind natürlich richtig. Aber wenn man sagt Europa soll zusammen wachsen und man möchte Jugendlichen ja auch die Chance geben, ihren Horizont zu erweitern, dann hilft das defintiv. Ich habe auf jeder Reise viel gelernt, über mich, über andere Kulturen, darüber Schwierigkeiten zu meistern etc. Dafür muss man sich nicht unbedingt den Eifelturm anschauen oder im Prado gewesen sein. 

Aber ein Reiseführer dafür würde bestimmt nicht schaden *g*! 

buchina kommentierte am 22. Dezember 2016 um 14:22

An sich finde ich die Idee ganz nett, besonders wenn man am Existensminimum lebt. In Deutschland gibt es meiner Meinung nach viele Möglichkeiten sehr günstig oder kostenlos an "Kultur" zu kommen. Es gibt Bücherreien, günstige Theatertickets für Hartz4 Empfänger, kostenlose Museen. Leider ist es nicht immer das Geld, was Menschen davon abhält zu lesen oder ins Museum zu gehen. Statt einzelne Verlosungen sollten allgemein die Kultur weiterhin durch die öffentliche Hand gefördert werden, besonders wenn die breite Masse angesprochen wird.

micluvsds kommentierte am 22. Dezember 2016 um 14:26

Das stimmt sicher. Hier in NRW gibt es unzählige kostenlose kulturelle Angebote, und die sind (zum größten Teil) durchaus hochwertig. Aber wenn man als Kind oder Jugendlicher nie ins Theater oder (klassische) Konzert geht und es auch von zu Hause aus nicht kennt, bringt einem das beste Kulturangebot nichts.

blessed kommentierte am 22. Dezember 2016 um 15:36

Das sehe ich auch so. Es ist nicht immer das mangelnde Geld, dass Leute davon abhält Theater, Museen, Büchereien etc. zu besuchen. Prinzipiell finde ich die Idee des Kulturgutscheins gut. Nur kann man eben kein Interesse an Theater oder Lesen kaufen. Es wäre interessant zu erfahren, wofür die Mehrheit der jungen Leute, die solch einen Gutschein erhalten haben, damit gemacht hat und ob die Bereitstellung des Gutscheins etwas an ihrer Haltung gegenüber Theater, Museen, etc. geändert hat. 

 

 

wandagreen kommentierte am 22. Dezember 2016 um 17:59

Erst vorgestern war auf Deutschlandfunk eine ähnliche Diskussion zu verfolgen, da ging es um Kultur für Geringverdienende. Und nur in diesem Rahmen fände ich es politisch auch bei uns gut.

Jugend allein ist schon ein Geschenk an sich und muss nicht zusätzlich belohnt werden, fürs Reisen Geld geschenkt zu bekommen ist übertriebener Luxus - zumal zahlreiche Bücher und Menschen es vormachen, dass man quasi ohne Geld durchs Land kommt - doch als Teilhabe an der Kultur für alle, die z.B. Harz IV beziehen oder eine geringe Rente bekommen, finde ich es sehr gut. Notwendig sogar.

Kulturgutscheine bei wld ... sind genau so gut wie Bücher zu verlosen. Im Prinzip eine gute Idee.

Wenn es mein Geld wäre, würde ich damit jedoch zu den Tafeln gehen und dort welche verlosen lassen. Dort würde ich sogar mal mit einem Bücherstand hingehen, wenn ich die Mayersche wäre.

 

Susi kommentierte am 22. Dezember 2016 um 21:11

Die Idee vom Bücherstand von der Mayerschen bei den Tafeln finde ich toll ! Vielleicht sogar mal Restposten dort verschenken anstatt zu entsorgen (was passiert eigentlich mit den Büchern, die auch als Billigangebot nicht weggehen ?).

lesebrille kommentierte am 22. Dezember 2016 um 18:40

Die Ideen gefallen mir alle sehr gut. Das Interesse an Kultur wird so geweckt werden.Die Verlosung eines Kulturgutscheins hier würde mir sehr gut gefallen.

Borkum kommentierte am 22. Dezember 2016 um 19:18

Die Idee von Kulturgutscheinen an sich finde ich nicht schlecht. Es gibt sicherlich genügend Menschen, die am oder unter dem Existenzminimum leben und sich "Kultur" nicht leisten können. Eine Verteilung der Gutscheine an einem Alter festzumachen finde ich daher nicht so gut; besser fände ich es sie Einkommensschwachen zu gute kommen zu lassen. Aber bevor gar nichts gemacht wird lieber Interrail-Tickets an 18-jährige.

Hier einen Kulturgutschein zu bekommen, finde ich aber auch eine gute Idee  ;-)

digra kommentierte am 22. Dezember 2016 um 19:24

Ein Interrail Ticket finde ich äußerst fragwürdig.

Aber wenn ein Gutschein nur für Theaterbesuche oder Museumsbesuche festgelegt wäre, dann würde der Kulturgutschein so ziehen, wie er gedacht ist.

Selbst Bücher dafür zu kaufen finde ich grenzwertig. Sicher, wenn jemand überhaupt keine Möglichkeit hätte ansonsten an Geld für Bücher zu kommen, dann wäre es ok. Aber ist das wirklich gelebte Kultur, wenn man sich dann einen Comic oder eine Liebesschnulze dafür holt? Und wo zieht man da die Grenze?

Mir gefällt das Fördern von Kultur - weg vom Fernsehen - sehr gut. Aber es müste ganz strenge Regelungen geben.

Vor Allem sollte der Gutschein für sozial Schwache gelten.

Und wenn man das Lesen fördern möchte, dann könnte man kostenlose Bücherei Gutscheine ausgeben. Das wäre vielleicht sogar günstiger als einen Gutschein mit fixem Betrag, den man wo immer ausgeben könnte.

UJac kommentierte am 22. Dezember 2016 um 19:50

Ich finde die Idee auch klasse, würde aber auch vor allem sog. "Bedürftige" damit fördern. Es ist ja bekannt, dass die Armut z.B. auch in Deutschland immer größer wird. Und Menschen (Kinder, Erwachsene, Rentner), die von Hartz4, Niedriglöhnen und zu geringen Renten leben müssen, sind leider von vielen gesellschaftlichen und kulturellen Dingen ausgeschlossen, können sich kaum mal einen Kinobesuch o.ä. erlauben.

Im Januar so einen Gutschein hier bei WLD zu verlosen, finde ich eine tolle Idee, ist mal was Neues! Und damit könnte man dann ja auch ein soziales Projekt unterstützen, wenn man mag :-)

 

Susi kommentierte am 22. Dezember 2016 um 21:06

Ich finde Kulturgutscheine klasse. Oder auch Sportgutscheine, die es Kindern aus finanziell schwachen Familien ermöglichen ins Museum, Theater aber auch ins Schwimmbad oder auf die Eisbahn zu gehen. Nicht jeder wird es so nutzen, wie es gedacht ist und schwarze Schafe, die das irgendwie ausnutzen wird es auch immer geben, aber das sollte so eine prima Idee nicht aufhalten. Es gibt sicher noch viele anderen gute Ideen, wie man Menschen Kultur näher bringen kann, aber das macht diese Idee nicht schlechter.

Ich finde das Klasse.

Traumfängerin kommentierte am 22. Dezember 2016 um 21:09

Also ich fände das toll! Ich wünsche mir so viele Bücher, dass mein kleines Studentenbuget garnicht hinterher kommt. Von Konzerttickets (die werden auch immer teurer...) und Zoo- und Museumsbesuchen mal ganz zu schweigen (zum Glück gibts da wenigstens Studentenrabatt).
ABER ich bezweifle, dass solche Aktionen mehr Personen zur Kultur führt. Ich denke die, die "fernsehen" als Lieblingsbeschäftigung angeben (und ich verurteile sie nicht, ich gucke auch gern fern) werden nicht plötzlich zum Leser oder Museumsgänger, nur weil sie solche Gutscheine haben. Ich glaube eher, dass sie diese einfach verfallen lassen.

lesesafari kommentierte am 22. Dezember 2016 um 22:27

Ich find die Idee super, die "Benachteiligteren" mehr an der Kultur teilhaben zu lassen. Es muss ja kein so großer Betrag sein wie in Italien. Es ist doch schön zu sehen, wenn jemand der wenig Geld verdient, auch die Möglichkeit hat, mal ein tolles Konzert zu erleben, in ein Musical gehen zu dürfen etc. Und wenn der Gutschein nur ermöglich ein Museum kennenlernen zu dürfen, wo man sonst gar nicht erst reinkäme. Bücher kämen dann noch oben drauf, wobei ich mir nicht sicher bin, ob so ein Gutschein das Lesen bei Leuten fördert, die sonst auch nie gelesen haben. Es stellt sich dann auch die Frage, inwiefern die Menschen des Lesens mächtig sind. Da wäre eine spezielle Leseförderung auch was Schönes.

Bei diesem Interrail-Ticket weiß ich nicht, ob das sein muss. Die Frage wäre dann ja auch immer, wo sollen die Jugendlichen übernachten und wovon sollen sie den Aufenthalt bezahlen. Bei der Jugend fänd ich es viel wichtiger, dass sie ihr eigenen Land erstmal richtig kennen lernen. Ich fand diese Ferien-Tickets für Bus und Bahn immer sehr schön. Sowas könnte ich mir eher vorstellen.

Meinen Gutschein würde ich dann wohl für Städtereisen, Konzerte und Buchmessen/Festivals ausgeben, vielleicht auch für ein schönes Museum. Von dem Rest kommen dann noch Bücher hinzu.

Sowas wäre ein traumhafter Monatsgewinn. :)

Brocéliande kommentierte am 23. Dezember 2016 um 00:50

Ich hatte im Radio davon gehört und finde das beispielhaft und vor allem nachahmenswert... Auch gegen einen Kulturgutschein im Januar hätte ich mal partout nix einzuwenden ;)

Danke für den informativen Bericht, Torsten!

hobble kommentierte am 23. Dezember 2016 um 05:26

Gute Idee

janinanas kommentierte am 23. Dezember 2016 um 08:45

Ich hätte auf jeden Fall nichts dagegen, ich kenne das ja von mir: ich liebe Bücher und wenn ich mal extra Geld habe, gebe ich es immer für Bücher aus - dabei würde ich grundsätzlich auch gerne mal ins Museum und vor allem Theater gehen, aber setze halt immer die Priorität 'Bücher!' für mich. Hätte ich einen Kulturgutschein, der nur für 'Kulturelles' ausgegeben werden kann, wäre das super! Ich würde mich super darüber freuen und mich würde es der Kultur 100% näher bringen, da bin ich mir sicher. Ich würde meinen Gutschein für ein zwei Bücher, einen Besuch ins Museum, zwei ins Theater und vielleicht eine Buchmesse ausgeben? Je nachdem wie hoch die Menge an Geld ist. Wenn der Betrag so hoch wie in Italien ist, dann könnte man ja noch sehr viel mehr damit machen. 

westeraccum kommentierte am 23. Dezember 2016 um 11:23

Das finde ich super! Ich würde davon aber auch mal ins Theater und in Konzerte gehen, genug Ideen hätte ich!

Chaoskeks kommentierte am 24. Dezember 2016 um 00:24

Ich finde die Idee ganz gut. Es gibt soo viele Leute (gerade jüngere), die sich wirlich gar nichts aus Kultur machen, sei es Lesen, Theater, Museen,... Da ist es doch eine schöne Sache wenn man die mal ein bisschen motvieren möchte.

Und was da Interrail Ticket angeht... Ist doch super, wenn sie das nehmen und irgendwo hin zum Feiern zu fahren. Das ist auch eine Art von Kutur.^^ Da lernt man super schnell andere Leute und Bräuche kennen :D

StefanieFreigericht kommentierte am 24. Dezember 2016 um 09:15

Kultur und Bildung zu fördern, finde ich gut - den beschriebenen Weg halte ich hingegen nicht für sonderlich zielführend.

Erst mit 18 an Bücher, Theater und Museen heranzuführen, ist zu spät. Das gilt vor allem, da in der Schule sowohl Bücher gelesen werden als auch im Rahmen von Ausflügen und Klassenfahrten praktisch immer eine Besichtigung dabei ist - und die Schüler das entweder hassen oder nie zugeben würden, irgendwas daran zu mögen, um nicht als Streber zu gelten. Dazu kommt, das viele Lehrer "Kultur" auch zerreden können: ich habe immer gerne gelesen, aber die Art, wie Bücher im Unterricht teils zerredet wurden, absolut gehasst. Einzig mein Lehrer für Englisch konnte das gut: wir haben Macbeth gelesen - und dazu sowohl die Polanski-Verfilmung gesehen als auch ein anderes Stück von Shakespeare im Theater. Wir haben zu Landeskunde Südafrika gewählt und Nadine Gordimer gelesen, dazu Kurzgeschichten verschiedener Autoren. Der Lehrer hatte auch immer Kino-Tipps parat.

Wessen Eltern das Lesen nicht fördern - nicht vorlesen, nicht gemeinsam lesen, nicht helfen, das richtige Genre zu finden - dem wird mit 18 der Gutschein nicht mehr nützen (und der kommt auch wohl eher selten bs zum Englisch-Leistungskurs zu einem begeisterten Lehrer).

Aktionen zu fördern wie "Lesepaten" halte ich für besser. Gutscheine für Theater und Museen nützen wenig, wenn man ländlich wohnt, da dort zwar die Preise meist niedriger sind - aber die Auswahl auch recht gering. In Großstädten gibt es häufig ohnehin günstige Möglichkeiten, wie Gratis-Konzerte oder Probenbesuche oder Sozialtickets.

Da fände ich Aktionen sinnvoller, die Kindern vermitteln, dass Museen Spaß machen können, wie Besuche im "Begehbaren Ohr" oder in Mitmach-Museen.

Interrail zu fördern, halte ich für sinnbefreit: wer eine Ausbildung beginnt mit 16, wird das wenig nutzen können. Wer mit 18/19 die Zeit hat, will oft erst einmal eher Party machen - wo wird da die Bildung gefördert? Wer ins Ausland will, aber kein eigenes Geld zur Verfügung hat, wird als Aupair mehr von Land und Sprache haben.

 

Ach ja: ob Buchverlosung, Büchergutschein oder wld-Kulturgutschein: Daaaas ist natürlich etwas gaaaaanz anderes ;-)

Johanna Nachspiel kommentierte am 25. Dezember 2016 um 11:04

Auf nach Italien, würde ich sagen! Allen eine Frohe Weihnachten!

Susanne König kommentierte am 26. Dezember 2016 um 08:20

Das wäre so toll dann könnte ich jetzt in meiner Babyzeit auch mehr Kultur erleben.:-)

biadia kommentierte am 26. Dezember 2016 um 21:04

Das Prinzip der Kulturgutscheine finde ich eine gute Idee. Ich würde nur viel früher ansetzten. Kinder sind sehr empfänglich für jede Art von Kultur, Bücher, Theater, Museum...

Die Verlosung eines Kulturgutscheins hier bei WLD, fände ich super.

evafl kommentierte am 04. Januar 2017 um 13:44

Wow, tolle Idee. Fände ich auch schön, wenn es sowas bei uns gibt - und wenn man es dann mal schaffen würde, dass z.B. Heranwachsende wieder öfter ein Buch statt dem blöden Smartphone (sorry, ich bin da allergisch... ;) ) in der Hand halten, mal wieder ins Theater gehen.

Ich bin froh, dass ich auch als Kind schon mal im Theater gewesen bin, ich fand das immer sehr beeindruckend. :)