Magazin

Engelhorn – Ein Roman von Stephan Rossmann

Das Glaubensbekenntnis der 90er

«Sex, Drogen und böse Mädchen. Eine gefährliche Mischung, die Stephan Rossmann meistert wie kein Zweiter.»

Eines vorneweg: Ich bin wahrlich keine Leseratte. Und wenn ich dann doch einmal etwas lese, dann meist in Etappen über einige Wochen. Hier war das allerdings anders. Ein Freund hatte mir das Buch empfohlen und so war ich neugierig geworden.
"Für Außenseiter, Träumer und Realitätsverweigerer" wird das Buch beworben, und da ich mich in allen drei Punkten wiedererkannte, habe ich mir das Buch dann schicken lassen.

Der sensible, aber auch smarte Rossi scheitert hartnäckig an der letzten Hürde vorm ersten Sex. Was er auch versucht, probiert oder sein lässt mit 17 ist er weiterhin Jungfrau. Unterstützung erhält Rossi von seinem Freund Stoffel, der für seinen unersättlichen Appetit nach Leben Verständnis zeigt, einfach weil er noch verfressener ist. Irakkrieg, Fall der Mauer, erste Liebe und die Feier des Jahres. Geschickt wandeln die beiden Freunde zwischen Proletariat, Bourgeoisie und Gosse, wobei die unterste Niveaugrenze ganz klar die Dorfdisco Engelhorn markiert.

«Mein bisheriges Dasein löste sich auf, als hätte es nie existiert. Diese unvorstellbar lange Zeit des Erwachsenwerdens war nicht nur vorbei, jegliche Erinnerung daran war verschwunden. Fortan bildeten wir ein Zwei-Mann-Sonderkommando ohne Befehlshaber, dafür mit klarer Mission. Wir schmeißen den Laden, sind tonangebend und halten die Stimmung oben. Manche bewunderten uns, vielen gingen wir auf die Eier. Unermüdlich hielten wir den Leuten einen Spiegel vors Gesicht und deckten schonungslos die Wahrheit auf.»

Gerne mal reinschauen: https://terencehorn.com/2017/04/05/engelhorn-roman-autor-schriftsteller/