Rezension

Althea & Oliver

Zwillingssterne - Cristina Moracho

Zwillingssterne
von Cristina Moracho

Ein wahres Schmuckstück im Regal, nicht nur wegen des wundervollem Cover, sondern auch wegen der Geschichte zwischen den Seiten. Es war ein Abenteuer sich auf Althea und Oliver einzulassen. Eine Geschichte die mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigen wird.

Meine Meinung:
Althea und Oliver sind unzertrennlich, sie wirken wie ein perfektes Öko-System, denn der eine kann ohne den anderen nicht, sie stellen eine Symbiose her. Doch dann meint es das Leben nicht gut mit Oliver und er wird krank. Was zunächst wie ein Drogenrausch wirkt ist in Wirklichkeit die Krankheit KLS, welche Mitte der 90er Jahre, zu der Zeit spielt das Buch, noch vollkommen unerforscht ist. Dieser Riss in der Zeit der für Oliver entsteht gibt Althea plötzlich ungewollten Freiraum, und sie kann mit dieser Situation noch schlechter umgehen als Oliver. Und so kommt, was nicht hätte passieren dürfen, während Oliver schläft ändert sich seine ganze Welt, den Althea driftet immer mehr ab.

Nur diese zwei, inmitten der anderen Sterne, untrennbar miteinander verbunden.

Oliver tritt recht souverän auf, er ist ein Harmoniemensch und sucht die Normalität. Während seiner Schlafphasen ändert sich die Welt und er möchte einfach nur wieder die Zeit  zurück drehen um den Normalzustand herzustellen. Ganz anders ist da Althea, sie wirkt innerlich unausgeglichen und ist oft impulsiv. Sie ist ein reiner Gefühlsmensch und lebt von dem Moment, oftmals auch ohne Rücksicht auf die Gefühle der Anderen.
Sowohl Althea als auch Oliver waren mir als Protagonisten symphatisch, vor allem dadurch, dass sie eben nicht perfekt sind sondern ihre kleine oder größeren Fehler haben und deshalb menschlich wirken. Ihre Gedanken und Gefühle haben mich immer erreicht und berührt, etwas was mir nicht sehr oft passiert beim Lesen. Besonders Althea's Verlorenheit ohne Oliver war so toll und emotional beschrieben.
Durch den Schreibstil der Autorin fiel es mir schwer das Buch aus der Hand zu legen, denn sie schafft es mit einer schonungslosen Schreibweise, den Leser zu fesseln. Wir erleben die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Oliver oder Althea, was für eine schöne Abwechslung sorgt.
Nach dem Beenden des Buches hat man einen leicht bitter-süßen Geschmack auf der Zunge, wie wenn man eine zu bittere Schokolade isst, man hofft auf die verführerische Süße, aber es mischt sich doch ein bittere Geschmack bei. Genau so lässt sich das Ende beschreiben, denn ich kann mich bis jetzt nicht entscheiden, ob ich es grandios oder einfach nur unbefriedigend finden soll, aber auf jeden Fall lässt es mich nicht mehr los.

Fazit:
Ein wahres Schmuckstück im Regal, nicht nur wegen des wundervollem Cover, sondern auch wegen der Geschichte zwischen den Seiten. Es war ein Abenteuer sich auf Althea und Oliver einzulassen. Eine Geschichte die mich auch nach dem Lesen noch lange beschäftigen wird.