Rezension

Beinahe eine Komödie!

The Chemist - Die Spezialistin - Stephenie Meyer

The Chemist - Die Spezialistin
von Stephenie Meyer

Bewertet mit 4 Sternen

Fällt eigentlich nicht in mein Beuteschema: ABER: lest, warum "The Chemist" trotzdem Gnade vor meinen Augen fand!

Für mein erstes Hörbuch in englischer Sprache, habe ich mir bewusst etwas Leichtes, Triviales ausgesucht. Wie gerne würde ich ausgiebig spoilern, um mit euch gemeinsam über manchen Handlungszug der Autorin zu lachen. “The Chemist“ ist für mich eher eine Art Theaterstück als ein Prosading, weil ich alles lebhaft vor mir sah, was den hervorragenden Sprechern geschuldet ist. In der englischen Fassung ist jedoch nur die Sprecherin Ellen Archer als Stimme der Hauptprotagonistin gelistet.

Es ist wahrscheinlich nicht beabsichtigt gewesen, dass das Stück so erheitert! Ist doch „The Chemist“, die junge Allie, eigentlich eine blutdrünstige junge Frau, die in den Diensten der amerikanischen Regierung jedes Opfer, das man ihr auf den Labortisch legt, mit Drogen und geheimnisvollen Essenzen „behandelt“, bis es seine Geheimnisse preis gibt. Folterungen sind eine wohlbekannte amerikanische Spezialität, weswegen der deutsche Untertitel „Die Spezialistin“ zutreffend ist ;-).

Wie es so ist, gerät Allie, auch Alex oder Oleander genannt, eines Tages selber ins Fadenkreuz der Regierung. Seit Jahren ist sie auf der Flucht, nachdem ihr unmittelbarer Vorgesetzter und Mentor Bernie umgebracht wurde. Carston, ihr ärgster Feind, stellt ihr schließlich eine Falle, die ihr Leben verändern wird.

Die stärksten Szenen liegen am Anfang, wenn Allie schildert, wie sie ihren jeweiligen Aufenthaltsort sichert, das hat mich wirklich beeindruckt. Heiter wird es als die Hunde ins Spiel kommen, allen voran Einstein. Die sozialen Interaktionen von Daniel, Kevin, Val und Alex haben mir Lachtränen in die Augen getrieben. Es ist einfach so gut gelesen!! Natürlich ist das Buch ein Thriller, es fließt furchtbar viel Blut, aber die Nebencharaktere sind nicht mehr als Stoffpuppen, man schießt ihnen in den Hinterkopf und gut ist.

Ich habe auch gelernt, wie man als Autor um unangenehme Klippen herumschifft. Man macht einen Zeitsprung. Und schon hat man Probleme verlagert, wenn nicht gar gelöst. Und die Liebe … die Liebe erwischt einen hinterrücks, gerade wird man noch gefoltert, dann verliebt man sich.

Mir hat „The Chemist“ aus den unterschiedlichsten Gründen gut gefallen, obwohl es so trivial ist. Oder gerade deshalb? Es hat mich erheitert, nicht gegruselt.

Manchmal habe ich in der Buchhandlung ins englische Buch hineingelesen, um zu überprüfen, ob ich wirklich alles verstanden habe und in die deutsche Übersetzung habe ich auch gesehen. Diese Übersetzung hat mir allerdings überhaupt nicht zugesagt: sie ist einfach nur platt. Schließlich trieft das Buch auch von meiner Lieblingsphrase „she took a deep breath“, das kam so oft vor, dass man damit bestimmt drei oder fünf Seiten füllen könnte und hat den fünften Stern gekostet, den ich sonst gegeben hätte. Dessen ungeachtet: ich habe mich amüsiert. Und mehr wollte ich von dem Buch nicht.

Fazit: Erfüllte seine Zwecke voll und ganz, ist oft unfreiwillig komisch.  Den Thrillercharakter sollte man nicht zu Ernst nehmen. Kann man auch gar nicht.

Kategorie: Hörbuch, Unterhaltung
Hachette Audio, Uk

Kommentare

LySch kommentierte am 01. Februar 2018 um 21:59

Das klingt wirklich sehr spaßig! ^^

Steve Kaminski kommentierte am 06. Februar 2018 um 18:11

Ob sich die Autorin verstanden fühlen würde? Jedenfalls eine amüsante Rezi. (Den Hund Einstein kenn ich, den treff ich gelegentlich an der Greve.)

wandagreen kommentierte am 06. Februar 2018 um 18:15

Er ist ziemlich groß. Wenn er groß ist, ist er es.

Steve Kaminski kommentierte am 06. Februar 2018 um 18:54

Aber kleiner als ein Schäferhund und sehr flauschig. Wenn es im Buch nicht so ist, hat die Autorin ihn falsch beschrieben!