Rezension

Bluescreen

Bluescreen - Dan Wells

Bluescreen
von Dan Wells

Bewertet mit 5 Sternen

Klappentext:

Nach den Bestsellern um den Serienkiller John Cleaver führt Dan Wells in eine Zukunft, die erschreckend schnell Realität werden kann: Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte ...
Quelle: Piper

Meine Meinung:

Woah, okay. Ich weiß hier gerade gar nicht so richtig wo ich anfangen soll/kann/möchte. Zunächst einmal: Dieses Buch ist sehr technisch, wer sich dafür überhaupt gar nicht interessiert, wird es wahrscheinlich schwerer haben in die Geschichte rein zu finden. Dan Wells erschafft ein komplexes Zukunftsszenario, das ich euch nicht in allen Bestandteilen erklären möchte, weil man während des Lesens wahnsinnig viel entdecken kann, wenn man sich gut drauf einlässt. Deshalb halte ich mich gleich eeetwas allgemeiner, aber ich hoffe, dass ihr mir trotzdem noch gut folgen könnt! =)
Die Protagonistin Marisa hat mir auf Anhieb gefallen und ich finde ihren Charakter einfach klasse. Sie ist „Gamerin“ (in einer virtuellen Realität, ist das nicht ultra cool? *____*) und hat wahnsinnig viel Wissen was die technische Welt im Jahr 2050 betrifft. Sie kann hacken und versteht die Sprache der Programmierung, bleibt dabei aber noch so weiblich, dass man sie einfach als toughe junge Fraubezeichnen muss, sie ist definitiv kein Kerl im Inneren, was man bei einigen Technikfreaks ja manchmal vermutet. =)
Mir gefällt Marisas Temperament und ihre Art Dinge anzugehen. Sie ist auf der einen Seite zwar ein absoluter Kopfmensch, aber auf der anderen ist sie sehr impulsiv und handelt aus dem Bauch heraus, besonders wenn es ihre Freunde betrifft, wenn diese beispielsweise in Gefahr schweben.
Ich konnte mich sehr gut in sie einfühlen und habe ihr Abenteuer absolut inhaliert.
Marisa hat einige Freunde, die ich auch alle auf ihre Art ganz besonders fand und ich mochte sie allesamt auch wirklich gerne.
Zum einen gibt es da Sahara, die am Anfang zwar etwas oberflächlich wirkt, aber sie ist einfach nur eine wunderbare Freundin, die man ins Herz schließen muss. Zumindest ich habe es gerne getan! =D Sie ist etwas flippiger als Marisa, aber das ist absolut nicht negativ gemeint. =)
Anja gehört zu den reichen Einwohnern von Mirador, aber da sie nichts darauf gibt, wurde auch sie mir ziemlich schnell sympathisch. Tatsächlich blieb sie für mich aber immer ein wenig… verschlossener, beziehungsweise habe ich ihr… Dinge zugetraut. Hmhm. =)
Mein Lieblingscharakter neben Marisa ist allerdings ihr Freund Bao. Er ist tatsächlich der einzige in der Geschichte, der nicht vernetzt ist. Alle anderen haben Implantate im Kopf, sogenannte Djinnis, mit denen sie nonstop online sein können und es auch sind. Bao hingegen greift noch zum alten Handy und ist in seinem Kopf einfach nicht zu erreichen. Das hat mir direkt imponiert und da er auch so wahnsinnig sympathisch auf mich wirkte, landete er gleich ganz weit oben auf meiner Beliebtheitsskala in diesem Buch. =)
Insgesamt gibt es wahnsinnig viele interessante Charaktere, die alle sehr gut aufgebaut sind und mich von ihren Eigenheiten total überzeugen konnten. Allerdings würde es hier definitiv den Rahmen sprengen, wenn ich alle aufzähle. 
Vielleicht noch erwähnenswert ist Omar, der sehr an Anja interessiert ist. Er ist ebenfalls ein seeehr reicher Sohn und seine Familie liegt mit der Familie von Marisa im Clinch. Ihn konnte ich ähnlich wie Anja nicht so ganz einschätzen am Anfang, aber das lag natürlich auch stark an Marisas sehr negativen Haltung ihm gegenüber.

Puuuuh, ich versuche mal was zur Geschichte zu schreiben. Also: Ich liebe sie! Aber ich weiß nicht so recht was ich euch verraten möchte, da es wirklich spannend für mich war alles rauszufinden.
Es geht um Technik, das ist schon mal wichtig. Es geht um Bandenkriege, es geht um Geld (haha, wo nicht, oder? ^^), es geht um Familie, um Freundschaft, es geht ums Überleben. Das trifft es wohl so ungefähr. Marisa und ihre Freunde kämpfen gegen einen virtuellen Feind, der wahnsinnig komplex ist und den sie erst verstehen müssen, bevor sie überhaupt etwas tun können. Auf der einen Seite sitzt ihnen die Zeit im Nacken und auf der anderen Seite versuchen sie die Menschen zu beschützen, die ihnen einfach wichtig sind.
Es wird viel überlegt, aber auch Action findet man in diesem Buch definitiv nicht zu knapp, dieSpannung ist so stark greifbar, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen wollte. Es gibt einige Überraschungen, manchmal möchte man sich verkriechen und manchmal auch einfach mitkämpfen.
Grundsätzlich ist dieses Buch nicht so gefühlsbetont, wie ich es immer gerne mag und wisst ihr was – es hat mich nicht im Geringsten gestört! Ja, es gibt Gefühle, allerdings anders als ich sie normalerweise gerne lese (große Liebe-Schnulz-Heul). Was nicht heißt, dass dieses Buch total kalt ist, überhaupt nicht. Es ist nur anders, als ich es gewohnt bin und es konnte mich tatsächlich positiv überraschen. =)
Der Schreibstil von Dan Wells hat mir wirklich gut gefallen. Es war mein erstes Buch von ihm und obwohl alles so technisch und „unbekannt“ ist, konnte ich mir alles richtig gut vorstellen und ich hatte einfach Spaß beim Lesen.
Aber bevor das hier jetzt echt noch ein Roman wird… =)

 

Fazit:

Ein klasse Buch, das mich mitreißen konnte in seine tiefsten Tiefen und mich erst wieder entlassen hat, nachdem ich es an einem Tag durchgelesen habe. Rundum gelungen, ich kann es wirklich nur empfehlen.
Natürlich 5 von 5 Pfotenherzen von mir