Rezension

Das Thriller-Highlight des Jahres!

Engelsgleich
von Martin Krist

Bewertet mit 5 Sternen

Meine Meinung

Mittlerweile habe ich doch schon einige Bücher von Martin Krist / Marcel Feige gelesen und auch mit seinem neuesten Thriller konnte er mich wieder überzeugen.
Er ist ein Meister der Handlungsstränge! Dieser Thriller hat eine genial konzipierte Handlung, so dass es einem schwerfällt ihn aus der Hand zu legen, denn man möchte von jedem Handlungsstrang wissen, wie er weitergeht.
Die Kapitel bzw. Abschnitte werden aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt:
1. Juliane Kluge lebt zusammen mit ihrer Freundin und ihren drei Pflegekindern in einem beschaulichen Berliner Wohnviertel. Plötzlich ist ihre älteste Pflegetochter Merle verschwunden und Juli macht sich auf eigene Faust auf die Suche. Sie ist anscheinend die Einzige, die weiß, dass Merle nicht weggelaufen ist, sondern dass ihr etwas passiert sein muss. Im Gegensatz zu den anderen Erzählperspektiven, werden ihre Kapitel aus der Ich-Perspektive erzählt.
2. Paul Kalkbrenner wird zu einem Mordfall auf einem verlassenen Fabrikgelände gerufen. Nicht nur, dass der Frau regelrecht der Kopf weggeschossen wurde, seine Kollegen finden in den Kloakebecken auch noch mehrere Leichen. Schnell wird klar, dass sie es nicht nur mit einem einfachen Serienmörder zu tun haben.
3. Anezka hat sich das Leben in Deutschland anders vorgestellt. Besser. Jetzt ist sie auf der Flucht.
4. Markus muss sich nicht nur mit deinen Kunden, sondern auch mit seinem Boss rumschlagen. Die Drogenszene ist eben knallhart und gefährlich, vor allem wenn man seine Familie nicht mit reinziehen will.

Durch einen recht schnellen Wechsel zwischen den einzelnen Handlungssträngen und dem genialen Schreibstil, entwickelt das Buch eine große Dynamik. Ständig rätselt man, wann und vor allem wie die Stränge zusammenfinden werden. So kann das Buch noch mehr an Spannung gewinnen, obwohl die Stränge an sich schon richtig spannend sind. 576 Seiten lesen sich da weg wie nichts! Und gerade zum Ende hin sollte man sich auf die eine oder andere Überraschung gefasst machen…
Durch die schnellen Wechsel, könnte der ein oder andere vielleicht Probleme bekommen in das Buch reinzufinden. Klar, wenn man direkt am Anfang mit vielen Charakteren und Handlungssträngen konfrontiert wird, ist das natürlich nicht so leicht zu ordnen und zu merken. Ich habe die ersten 50 Seiten an einem Tag gelesen und dann ist das gar kein Problem! Wer genau das vielleicht beim “Drecksspiel” gemängelt hatte, den kann ich beruhigen. “Engelsgleich” ist diesbezüglich einfacher gestrickt und ich persönlich finde 4 Handlungssträngen nicht zu komplex, denn dies findet man öfters auch in anderen Büchern.

Juli ging mir irgendwann ziemlich auf den Keks. Natürlich ist es bewundernswert, wie sie sich um Merle sorgt und nach ihr sucht, allerdings übertreibt sie das ganze ziemlich. Sie lebt eigentlich in ihrer ganz eigenen Welt und bekommt gar nichts anderes mehr mit.
Umso besser haben mir die anderen Charaktere gefallen, allen voran Paul Kalkbrenner. Der Kommissar ist zurück und ermittelt wieder in einem neuen Fall. Gleichzeitig geht auch seine private Geschichte weiter und er fährt zu seiner Tochter ins Krankenhaus, diese ist nämlich zusammengebrochen.
Er lebt für seinen Job und vernachlässigt deswegen oft seine Familie, trotzdem finde ich ihn wahnsinnig interessant und sympathisch. Dieses Mal ermittelt er nicht mit seinem Kollegen Sebastian Berger (er macht die Arbeit im Hintergrund), sondern ist mit Sera Muth unterwegs, der türkischen Kollegin, die man schon in “Kalte Haut” kennengelernt hat. Meiner Meinung nach das ideale Ermittlerduo.
Von Markus erfährt man erst mal nicht so viel und weiß eigentlich nur, dass er in der Drogenszene unterwegs ist. Nach und nach lernt man ihn besser kennen und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass ich ihn von irgendwoher kenne. Er hat mir wirklich gut gefallen, obwohl er recht hart rüberkommt, aber die Abschnitte mit seiner Familie zeigen, dass er eigentlich ein sehr gutes Herz hat.

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf weitere Thriller von Martin Krist, wobei ich jetzt erst mal warten muss, denn ich habe (leider) schon alle gelesen. Bitte ganz schnell Nachschub!

Fazit

Der Meister der Handlungsstränge ist zurück! “Engelsgleich” ist rasant, packend und knallhart – das Thriller-Highlight des Jahres!