Rezension

Der reparierte Mann

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß - Radek Knapp

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß
von Radek Knapp

Bewertet mit 5 Sternen

Der Mann der Luft zum Frühstück aß

Nie war ein Buch aktueller in der Thematik als dieser nette Kurzroman.
Es ist mein erster Roman von Radek Knapp und die bisher erschienenen Kritiken zu diesem Buch sind keinesfalls überzogen.

Hr.Knapp entführt uns in seinem Roman von Polen nach Wien, eine genaue Zeitangabe gibt es nicht aber man kann daraus schließen dass das Handy noch kein Statussymbol war und daher der Roman in den späten 80er oder frühen 90er angesiedelt ist eventuell auch früher. Unser Protagonist der unglücklich nach einem polnischen Schmerzmittel auf den Namen Walerian hört, wird von seiner Mutter aus dem ländlichen polnischen Bilderbuch Idyll gezerrt und ins "betonwüstenreiche" Wien versetzt. Hier fristet er der Sprache und den Gewohnheiten nicht mächtig, anfangs ein "Schulschwänzerdasein". Aber schon nach kurzer Zeit verwandelt sich sein Leben nach seinen nicht all zu hochgesteckten Vorstellungen in ein normales kleinbürgerliches Leben. Natürlich muss er bis dahin viele Widrigkeiten und Hindernisse überwinden und den ein oder anderen merkwürdigen Job ausüben. Am Ende aber wird er "repariert".

Ich gestehe angesprochen hat mich der Roman durch den ungewöhnlichen Titel und genauso ungewöhnlich liest sich auch dann dieses wunderbare schonungslos ehrliche Buch, das zum Teil tief in die gemütliche Wiener Seele einblicken lässt. Als gebürtige Österreicherin sind mir natürlich auch dies ganzen Schauplätze bekannt und da der Roman stellen weise sehr witzig geschrieben ist bleibt es oft nicht aus, dass man sich oft beim Schmunzeln erwischt.

Der Hauptkarakter wächst einen sofort ans Herz, nicht auch deshalb weil wir ihn von frühester Kindheit an begleiten dürfen. Beeindruckt die Figur anfangs durch seinen Ehrgeiz und Arbeitsfleiß, ist es gegen Ende des Romans dann sein Charme und seine Intelligenz.

Das Thema das dieser Roman anspricht ist gerade in heutigen Zeiten überall so Präsent und dass der Autor dann auch noch mit allseits bekannten Klischees sehr humorvoll umgeht beeindruckte mich beim Lesen zu tiefst. Vielleicht wäre es gut diesen Roman in Schulen aufzunehmen und in den fixen Literatur Stoff einzubinden könnte er doch ohne weiteres dazu beitragen dass Fremdenhass damit untergraben wird. Denn es ist so wichtig sich die Geschichte eines jeden einzelnen Menschen anzuhören, denn so wie unser Walerian sind doch sicher einige nicht ganz freiwillig aus ihrem Heimatland geflüchtet oder weggezogen.

Fazit ein sehr humorvoller ,wunderbarer Roman mit viel Charme der anregt über das Leben und die Menschen nach zudenken. Pflichtlektüre!

Kommentare

naibenak kommentierte am 21. Februar 2017 um 09:15

Toll Susi! Danke für die schöne Rezi, das klingt ja echt nach mir! :-) Kommt auf die WuLi :-)