Rezension

Deutsches Ultimatum

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 08 - Jonas Maas

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 08
von Jonas Maas

Bewertet mit 2 Sternen

Im Dezember 1895 kommt es zu einem internationalen Eklat: Deutschland bezichtigt England, einen ihrer berühmtesten Forscher entführt zu haben und stellt ein siebentägiges Ultimatum, ihn wieder herauszugeben, oder es käme zum Krieg. Es geht um Wilhelm Conrad Röntgen, der soeben seine X-Strahlen dem wissenschaftlichen Publikum vorgestellt hat. Mycroft Holmes ist schnell klar, dass es sich um den Zirkel der Sieben handeln muss, der seine Finger im Spiel hat, und er schickt sein bestes (einziges) Pferd im Stall los, um den Wissenschaftler zu retten und zwei Völker vor einem grauenhaften Krieg zu bewahren. In den Schweizer Bergen kommt es daraufhin zwischen Oscar Wilde (dem betreffenden besten/einzigen Pferd), zweien Begleitern und den Männern des Zirkels zu einem Kampf auf Leben und Tod - und das mitten im tiefsten, kältesten Winter.

Ich denke, die Talfahrt, die diese Serie genommen hat, ist (hoffentlich :/ ) endlich erreicht. Das war mit Abstand die schlechteste Folge, die in den bisher erschienenen acht Folgen möglich war. Es war eine ziemlich lächerlich zusammengestöpselte Geschichte, die vorne und hinten nicht viel Sinn ergab und ich hatte das Gefühl, das zum ersten Mal selbst die Sprecher keinen großen Bock mehr auf diesen Teil hatten. Mycroft Holmes, der ältere Bruder des berühmten Detektivs, wird nur noch als Lachfigur dargestellt, der sich in die Hosen macht, wenn er vom Premierminister aufgesucht wird. Warum? Warum macht ihr diese anfangs so viel versprechende Serie so kaputt? Was hat euch Conan Doyle getan, oder Oscar Wilde, der in dieser Folge so blass wie eine uralte weiße Milkaschokolade wirkte? Das macht echt keinen Spaß mehr - und ich bin nicht sicher, ob ich mir die nächsten Folgen echt noch antun werde.