Rezension

Die Attentäter

Die Attentäter
von Antonia Michaelis

Ich habe aus verschiedenen Richtungen gehört und gelesen, dass dieses Buch großartig sein soll. So toll geschrieben und unglaublich spannend. Obwohl es ein sehr schwieriges Thema behandelt. Schwierig ist noch untertrieben finde ich.
Da das Buch auf meinem SuB (Stapel ungelesener Bücher) lag und mich dieses Thema schon irgendwie interessiert, habe ich danach gegriffen. Ich war der Meinung, dass ich nichts damit falsch machen kann.

Leider bin ich enttäuscht. Vielleicht habe ich auch zu viel Erwartung in das Buch gelegt, wo es doch so angepriesen wurde.

Das Thema ist wirklich schwierig und ich kann mir gut vorstellen, dass es für die Autorin nicht einfach war sich in diese Thematik und dem Denken eines Attentäters hinein zu versetzen. Ich habe dafür Verständnis. Ich habe auch dafür Verständnis, dass man keine falschen Emotionen einbringen darf bzw. möchte. Es kann schnell falsch verstanden werden. Aber es dann völlig emotionslos nieder zuschreiben in einer bedrückenden Stimmung. Puh. Das die Autorin schreiben kann, das merkt man von der ersten Seite an. Ich halte ihr zu Gute, dass sie den Schreibstil bis zum Ende durchsetzt. Kurze Sätze machen meinen Lesefluss leider alles andere als flüssig. Mir persönlich ist das zu abgehackt.

Obwohl die Stimmung gedrückt ist und es mir zu emotionslos ist, ist es alles in allem zu viel. Zu viel von allem. Es ist schwierig auszudrücken.

Das Buch hat viele, viele Zeitsprünge und Perspektivenwechsel. Dadurch, dass es so gut wie keine Emotionen auslöst, ist es manchmal schwer zu erkennen, wer da gerade erzählt. Einer der drei Kids ist es immer. Aber erst während des Lesens kristallisiert sich raus, wer es denn wirklich ist gerade.

Großartig finde ich allerdings die Charaktere. Die sind sehr durchdacht und haben eine extreme Tiefe. Sowas liest man selten und ich finde es hier toll.

Ich weiß nicht wie ich das Buch einordnen soll. Das Buch wird viel als sehr emotional beschrieben, aber für mich ist es emotionslos. Vielleicht hat mich die Situation in der Welt abstumpfen lassen. Ich finde es schade, denn ich möchte da Buch mögen. Aber dadurch, dass die Sätze so kurz waren und emotionslos für mich, war es unglaublich schwer für mich das Buch zu lesen.
Ich habe immer im Hinterkopf, dass dieses Buch ein Jugendbuch ist.

Leseempfehlung? Wenn sich jemand mit dem Thema auseinander setzen möchte, dann ja. Auf jeden Fall.

Das Cover: Einem Jugendbuch entsprechend schlicht, aber auffällig. Schön finde ich das Detail mit dem Flügel. Das hat eine besondere Bedeutung in der Geschichte.

Fazit: Ein schwieriges Buch zu einem schwierigen Thema.
Die Charaktere sind unglaublich tief und gut ausgearbeitet. Aber für mich sehr schwer zu lesen.