Rezension

Die Höhepunkte fehlen

Eragon - Die Weisheit des Feuers, 4 MP3-CDs - Christopher Paolini

Eragon - Die Weisheit des Feuers, 4 MP3-CDs
von Christopher Paolini

Bewertet mit 3 Sternen

"Die Weisheit des Feuers" ist der dritte Band in der Geschichte um den jungen Drachenreiter Eragon. Die Bücher bauen aufeinander auf, sodass sie in der vorgesehenen Reihenfolge gelesen werden sollten.

Wie in den beiden vorhergehenden Bänden wird die Geschichte in der dritten Person in der Vergangenheit abwechslungsweise aus der Sicht eines der Protagonisten erzählt. Neben Eragon sind das hier sein Cousin Roran und die Vardenführerin Nasuada. Leider gewinnen auch im dritten Band der Reihe die Figuren keine wirkliche Tiefe, sie sind wie bisher ohne Fehl und Tadel und erleiden zum Wohl der freien Menschheit die übelsten Schmerzen, ohne sich zu beklagen. Manchen Leser mag das ansprechen, aber ich finde solche "Ritter in schimmernder Rüstung" eher langweilig. Als weitere Protagonistin, die nun aus eigener Sicht erzählen darf, zeigt sich die Drachendame Saphira, deren Kapitel mich jedoch gar nicht angesprochen haben. Der Autor wählte für sie eine Babysprache mit Ausdrücken wie hart-Knochen-schmerzen-Boden oder Rundohr-Zweibeiber, die überhaupt nicht zu Saphira, wie ich sie in den letzten beiden Bänden der Reihe kennengelernt habe, passen will.

Die Handlung besteht eher aus einer Aneinanderreihung einzelner Szenen, als einer durchgehenden Geschichte. Einen wirklichen Höhepunkt hat die Erzählung nicht. Viele der Kapitel sind zudem übermässig lang geraten. Es mag ja schon interessant sein, wie Eragon sein eigenes Schwert schmiedet, aber eine halbe Stunde dabei zuhören muss ich dann doch nicht. Viele Rückblicke auf die Geschehnisse in den beiden Vorgängern ziehen das Buch ebenfalls unnötig in die Länge. Mit etwas Straffung hätte wohl rund ein Drittel bis die Hälfte der Seiten "eingespart" werden können, ohne dabei die Handlung zu kürzen. Bei den Dialogen lässt der Autor Christopher Paolini seine Figuren oft mittelalterlich-schwülstig deklamieren, was zwar ins Fantasy-Setting passt, aber sich mit der saloppen Umgangssprache beisst, die er seinen Charakteren an anderer Stelle in den Mund legt.

"Die Weisheit des Feuers" wird, wie seine beiden Vorgänger, von "Bob Andrews" Andreas Fröhlich gesprochen. Mit seiner jahrelangen Erfahrung weiss der Sprecher natürlich genau, wie er ein Buch vorlesen muss, um für den Hörer spannend zu bleiben. Allerdings hat mich auch in diesem Band die sehr deutsche Aussprache der Namen gestört. Der Autor Christopher Paolini ist Amerikaner, der hat wohl kaum geplant, dass die Hexe Angela (ausgesprochen wie Frau Merkel) auf den Drachenreiter Murr-Tak (Murtagh) trifft… Ebenfalls störend fand ich die langen Pausen zwischen den Kapiteln, bei denen ich mehrfach nachschaute, ob mein MP3-Player den Geist aufgegeben hat, weil mehrere Sekunden lang kein Ton mehr kam…

Trotz all dieser Kritikpunkte hat mich das Hörbuch doch einigermassen gut unterhalten, sodass ich die Reihe sicher weiterhören respektive mit Band 4 beenden werde.

 

Mein Fazit

Keine durchgehende Handlung, keine Höhepunkte, aber dennoch einigermassen unterhaltsam.