Rezension

Drei auf Reisen oder wie ich meine Familie kennen lernte

Drei auf Reisen - David Nicholls

Drei auf Reisen
von David Nicholls

Bewertet mit 5 Sternen

Eine Ehe, die vor dem Scheitern steht. Ein Vater, der seinen Sohn nicht versteht und eine Reise, die nicht das verspricht, was der Reisekatalog hergibt.

Cover:

Das Buchcover ist meiner Meinung nach sehr einfach gestaltet und trotzdem finde ich es sehr ansprechend. Der Hintergrund ist vollständig orange und wird nur durch wenig Farbe unterbrochen. Da wären einmal Titel und Autor in weißer Serifenschrift deutlich hervorgehoben, sodass man sie auch aus ein paar Metern erkennen kann und drei Personenumrisse in etwas dunkleren Blau, die beim näheren Betrachten gut die in der Geschichte vorkommende Familie darstellen kann. Eine Frau sitzt mit dem Gesicht zum Mann in einer erhöhten Position, während er stehend zu ihr aufschaut. Etwas abseits am unteren linken Rand findet man einen jungen Mann sitzen, die beiden anderen Personen im Blickfeld.
Gut finde ich auch, dass man mit diesem Cover mehrere Personengruppen anspricht.

Worum geht es:

Grob umrissen kann ich sagen, dass es um eine Familie geht.
Während Douglas sein Leben lebt und glücklich ist, bis ans Ende seiner Tage so leben könnte, ist seine Frau Connie ganz anderer Meinung. Das teilt sie ihm auch mit. Sie spricht von Tapetenwechsel und Neuanfang. Er ist am Boden zerstört. Dass er seinem Sohn Albie nie nahe war, das weiß er, aber er hatte gedacht, dass er seine Frau kennen würde.
Doch trotz dieser Ansage, wird die Grand Tour, eine Reise quer durch Europa, nicht abgesagt. Gemeinsam machen sie sich auf die Reise, jeder mit einem völlig anderen Gefühl.
Dass dabei nicht alles so läuft wie geplant, ist nahezu vorprogrammiert. Dass Douglas sich vorgenommen hat, seine Familie zusammen zu halten, ist eigentlich schon von Beginn zum Scheitern verurteilt und trotzdem wird man mehrmals überrascht. Denn es geht viel mehr, als um eine Trennung. Es geht um eine Ehe, mit ihren Höhen und Tiefen. Es geht um einen Vater, der seinen Sohn liebt und doch nicht kennt. Und es geht um Fragen, die sich wohl fast jeder schon mal in seinen Leben gestellt hat und die einem in diesem Buch auf den Kopf zugesagt werden, wodurch man von neuen ins Grübeln kommt.

Einschätzung:

Der Schreibstil ist wunderbar. Der Leser erfährt alles in kurzen Kapiteln aus Douglas Sicht. Dabei wandelt er in der Gegenwart wie auch in der Vergangenheit. Man bekommt einen Rundumblick von der Ehe, von den Personen und wie sich alles entwickelt hat. Ich will nichts verraten und doch habe ich die Meinung zu einer Person nicht lange vor dem Ende nochmal völlig verändert. Die Charaktere sind so verschieden und doch hat jeder seinen Reiz.
Ich mochte die Art und Weise, wie Douglas von seinem Leben erzählte und manches leise Schmunzeln bei mir hervorlockte.
Es ist eine schöne Geschichte, die viel Wahrheit offenbart und gar nicht so weit von der Realität entfernt ist. Sie könnte glatt wahr sein, wenn sie nicht erfunden wäre.

Fazit:

Eine interessante Geschichte, unterstützt von einem sehr guten Schreibstil, der die Seiten nur davon fliegen lässt. Unterhaltung und Ernsthaftigkeit wechseln sich ab und nehmen den Leser mit. Für viele Altersgruppen (meiner Ansicht nach) geeignet.

Für mich ein deutlicher Favorit unter meinen in diesem Jahr gelesenen Büchern.

Kommentare

naibenak kommentierte am 26. November 2014 um 10:32

Schön!!! Ich war auch so begeistert! Ein wunderbares Buch!!! :-)