Rezension

Ein düsteres Familiengeheimnis

Sommernachtstod - Anders de la Motte

Sommernachtstod
von Anders de la Motte

Bewertet mit 5 Sternen

Bei Sommernachtstod von Anders de la Motte erschienen im Mai 2018 im Droemer Verlag, handelt es sich um einen Kriminalroman, der in Schweden spielt. 

Vor 20 Jahren verschwand der kleine Billy spurlos. Seit dieser Zeit liegt ein Schatten über dem Dorf in Südschweden. Seine Schwester Vera, die inzwischen in einer anderen Stadt als Therapeutin arbeitet kehrt in ihr Heimatort zurück. 
Einer ihrer Patienten, Isak, hat ihr eine beunruhigende Geschichte über einen verschwundenen Jungen erzählt und Vera möchte nun endlich wissen, was mit ihrem Bruder geschehen ist. 
Ihre hartnäckigen Fragen gefallen der Dorfgemeinschaft ganz und gar nicht. 

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. Einmal das Jahr 1983 als Billy verschwand und in der Jetztzeit. Diese Ebenen wechseln sich immer ab und so bleibt man als Leser nach jedem Kapitel mit sehr vielen Fragen zurück und ist gespannt wie der Erzählstrang weitergeht. 
Wäre dies nicht schon spannend genug, werden auch noch Briefe von einem anonymen Schreiber dazwischen gepackt. 

Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt. Bis zum Schluss weiß man als Leser nicht, ob Billy noch lebt, was ist mit ihm 1983 geschehen, wer ist Isak wirklich. 
Anders de la Motte schickt den Leser immer wieder auf falsche Fährten. Die vielen Wendungen und das miträtseln haben mir sehr gefallen. 

Die Charaktere kommen sehr menschlich und plausibel rüber. Man lernt Vera, ihre Verwandtschaft, die Bewohner des Dorfes und die Familie des mutmaßlichen Täters sehr gut kennen und verstehen. Ich konnte , vorallem , mit Vera richtig mitfühlen. 
Wie ihre Familie nach dem Verschwinden von Billy zerbrach. Ihre Kindheit mit dem Ungewissen. 

Der Schreibstil ist sehr gut. Die Sätze sind sehr gut formuliert, man fühlt sich während dem Lesen so , als ob man live dabei sei. Die Landschaft, die Gebäude und den Wald alles kann man sich sehr gut vorstellen. 

Sehr gefallen hat mir, dass es sich nicht um einen klassischen Krimi gehandelt hat. Man weiß als Leser, dass mit Billy etwas passiert ist und dass Vera dieses Geheimnis lüften möchte. Die Schritte und Befragungen wie sie am Ende auf die Wahrheit kommt, haben mir sehr gefallen. 

Ich empfehle dieses Buch weiter. Eine "unblutige" Geschichte, bei der es um die Auflösung von Billy´s Verschwinden geht. Keine weiteren Morde geschehen.