Rezension

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Ein etwas anderes Krebsbuch

Auf Null - Catharina Junk

Auf Null
von Catharina Junk

Bewertet mit 4.5 Sternen

 

Nina wurde vor kurzem aus der Klinik entlassen. Geheilt. Sagte man ihr. Doch irgendwie ist es nicht so einfach nach einem Jahr Klinikaufenthalt, überstandener Lungenentzündung und vor allem überstandener Leukämie von jetzt auf gleich mit dem Leben weiterzumachen. Vor allem nicht, da sie sich mit ihrer besten Freundin Bahar währenddessen zerstritten hat. Also geht Nina zurück in die Kleinstadt, lebt in ihrem alten Kinderzimmer und  versucht sich so durchzuschlagen, lebt mit der ständigen Angst, einen Rückfall zu erleiden. Theo, ihr Bruder, ist in dem Jahr sehr gläubig geworden. Als "das Kind das keinen Krebs hatte" musste er viel zurückstecken und hinnehmen. Dann sind da auch noch Isabell, eine Freundin die dies einfach nur noch aus Gewohnheit und alter Zeiten Wegen ist. Und natürlich Erik, in den sich Nina nicht verlieben kann, falls sie doch wieder Leukämie bekomt und stirbt.

Allgemein ist dieses Nuch wirklich, wirklich toll zu lesen. Es geht flüssig voran und man kann das Buch nicht wirklich aus der Hand legen. Die Autorin schreibt Ninas Sarkasmus, mit dem sie mit ihrer Situation umgeht, super amüsant und nachvollziehbar. Anfangs abwechselnd, später unregelmäßiger, erfährt man von Ninas Krankheitsgeschichte und ihrem jetzigen Leben danach. Beides ist interessant geschrieben, auch wenn man weiß, dass sie überleben wird, fiebert man bei jeder Komplikation mit. Das Umfeld der Kleinstadt mochte ich sehr, das hat der Geschichte um Erik und seinen Vater und auch der von Ninas Eltern einen passenden Rahmen gegeben. Knut, Eriks Vater, hat eine tolle Charakterentwicklung im Buch gemacht, gemeinsam mit Nina. Auch das letztendlich offene Gespräch zwischen Nina und Isabell hat mir sehr gut gefallen und diese komische Freundschaft relativiert. Dafür gibt es die tolle Freundschaft mit Sarah, die kein Auge trocken lässt-

Die Story um Ninas Bruder hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Eltern der beiden noch eine größere Rolle spielen. Das hätte aber vermutlich die Grenzen dieses Romans überschritten. 

Das Cover ist schön, die kräftigen Farben passen zum Sommer, in dem das Buch spielt. Auch der Fallschirm, scheinbar ein willkürliches Motiv, erschließt sich am Ende.Dass der EInband komplett gelb ist, hat mir sehr gut gefallen, das war mal etwas anderes. 

Meiner Meinung nach ein rundum gelungenes Buch, auch wenn man es schnell liest so beschäftigt die Story auch im Nachhinein. 

Danke, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte!