Rezension

Ein Kleinod! Sehr eindringlich, bewegend und schockierend!

Schatten ohne Licht
von Marcus S. Theis

Bewertet mit 5 Sternen

 Auf dem Weg in ein besseres Leben?

Der Wunsch nach Freiheit und einer besseren Zukunft wächst  bei den Geschwistern Seonghan und Jeongha  und sie wollen dem entbehrungsreichen Leben unter Zwang, der Angst vor Gewalt  und der Ausbeutung der Menschen in Nordkorea entfliehen. Mit dem Mut  und der Hoffnung im Gepäck machen sie sich auf den Weg auf eine abenteuerliche Flucht, die so ganz anders verläuft, als sie es sich erhofft haben.

„Schatten ohne Licht“ ist der fiktive Debütroman von Marcus S. Theis,  der sehr eindringlich, bedrückend und schockierend ist.  Mit Einbindung eines brandaktuellen Themas und seinem fesselnden und bildhaften Schreibstil schafft es der Autor direkt den Leser in seinen Bann zu ziehen. Das Leben in einem kommunistisch geführten Staat kommt sehr realitätsnah rüber und man spürt die Macht der Propaganda, den Zwang und die Unterdrückung, den Hunger und die Ausbeutung, den geringen Wert eines Menschen und den Willen und Mut  von Einzelnen, diesem zu entfliehen. Die Atmosphäre im Buch ist unglaublich stark und man schwankt bei  den zwei verschiedenen Erzählsträngen immer zwischen Hoffen, Bangen und Entsetzen.  Über allem steht der Wunsch nach Menschlichkeit und Anerkennung!

Seonghan und Jeongha werden bei ihrer Flucht getrennt und man erlebt zwei sehr unterschiedliche Schicksale, die einen tief berühren und Mitleid und Anteilnahme erzeugen. Man fiebert mit ihnen mit und hofft bis zum Schluss mit ihnen auf einen guten Ausgang ihrer Geschichte. Ihre Charaktere sind sehr sympathisch, lebensecht und menschlich dargestellt und mich hat ein Satz von Seonghan sehr berührt in dem er sich die Frage stellt: „War es das wert?“ Nach dem Beenden des Romans ist man sich erst richtig bewusst geworden, welch aussagekräftiger Titel dieses Buch hat! Es macht einen traurig und sehr nachdenklich.

Mein Fazit:

Marcus S. Theis hat mich mit seinem Buch in den Bann gezogen und begeistert. Ein bedrückendes Thema wurde hier sehr gut umgesetzt und hat einem nochmal vor Augen geführt, dass man sich glücklich schätzen kann, in einem freien Land aufgewachsen zu sein und dort leben zu können.

Ich bin sehr froh, dass ich dieses besondere Buch während einer Leserunde kennenlerne durfte und werde es sehr gerne weiterempfehlen.

Verdient vergebe ich 5 Sterne.