Rezension

Ein tolles Buch, wenn auch nicht sein Bestes

Turtles All the Way Down
von John Green

Bewertet mit 4 Sternen

Der Milliardär Russel Pickett verschwindet und wer ihn findet oder weiß, wo er sich aufhält bekommt 100000 Dollar. Aza hat nicht vor, sich an dieser Suche zu beteiligen, doch ihre Freundin Daisy überredet sie, wieder Kontakt zu ihrem alten Freund Davis aufzunehmen. Denn er ist Russel Picketts Sohn. Mit diesem Wiedersehen muss Aza sich ganz neu ihren Ängsten und ihrer Gedankenspirale stellen und mit beidem hat sie immer eine Menge zu tun.

 

Ich habe ein etwas anderes Buch erwartet. Die Suche nach dem Milliardär gerät eigentlich nach und nach in den Hintergrund der Geschichte. Im Vordergrund stehen mehr Azas Angstzustände und ihre daraus resultierende Gedankenspirale aus der sie nicht entkommen kann.

John Green schildert sehr sensibel und anschaulich, wie es Aza ergeht und wie sie jede Minute mit ihren Problemen kämpfen muss.

Es geht in dieser Geschichte mehr darum, wie Aza versucht, ihre Probleme mit ihrer aufkeimenden Beziehung zu Davis in Einklang zu bringen und wie ihre langjährige Freundschaft zu Daisy doch mehr darunter leidet, als es scheint.

Dieser ganze zwischenmenschliche Konflikt, ausgelöst durch Azas Probleme, beherrscht das Buch auf eine gefühlvolle und teilweise beklemmende Weise. John Green lässt den Leser miterleben, was in Azas Kopf los ist und womit sie kämpft.

Die Suche nach dem Milliardär ist zwar immer wieder mal Thema aber meiner Meinung nach, hätte dieser Teil der Geschichte komplett wegfallen können. Die wenigen Schlüsselszenen die dadurch entstanden sind, hätten auch anders eingeleitet werden können. Die Suche war für mich wirklich etwas überflüssig.

Alles in Allem ist dieses Buch ein typischer John Green. Gefühlvoll, mit Humor und einem tollen Schreibstil. Doch leider hat es mich nicht so gepackt wie z.B. „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und leider fand ich einen Zweig der Story echt unnötig. Trotzdem eine Empfehlung!