Rezension

Eine Liebesgeschichte für die Kinoleinwand ...

New York Diaries 03 - Phoebe - Ally Taylor

New York Diaries 03 - Phoebe
von Ally Taylor

Bewertet mit 5 Sternen

Phoebe kann es kaum erwarten nach dieser langen Dienstreise nach Hause zu kommen, in ihr New York. Deshalb ist sie auch total glücklich, dass ihr Koffer einer der Ersten ist. Zu Hause trifft sie beim Öffnen aber der Schlag, kein chaotisch zusammengewürfelter Inhalt quilt ihr entgegen, sondern perfekt zusammengelegte Männersachen starren sie an. Phoebe wird ganz anders, wie kann ihr nur so was passieren, ihre Klamotten sind weg, aber das ist nicht das Schlimmste, als ihr, ihr Tagebuch einfällt, läuft es ihr kalt den Rücken runter. Sie will ihren Koffer wieder haben! Zur gleichen Zeit sitzt David mit seinem Lektor zusammen und bespricht sein neustes Werk, natürlich möchte er das fertige Manuskript auch übergeben und öffnet seinen Koffer, woraus ihn Unterwäsche und Chaos entgegenquellen. Total sprachlos schaut er auf den Inhalt und ist, absolut fassungslos das sein Buch weg ist, die ganze harte Arbeit. So stehen zwei Personen mitten in New York vor einem fremden Leben und je mehr sie vom anderen entdecken, umso größer ist, der Wunsch den anderen zu finden. Wird Phoebe etwa das Manuskript lesen? Kann David die Finger vom Tagebuch lassen? Und werden sie sich jemals wirklich begegnen?

Hier haben wir also den dritten New York Diaries Roman und ich bin fast schon wehmütig, dass mir nur noch eine Geschichte übrig bleibt. Denn diese Reihe steht für witzige, romantische und lebendige Liebesgeschichten und mit Phoebe und David gibt es hier auch noch ganz großes Kino. Eine absolut hinreißende Begegnung mit dem Schicksal. Ihr könnt es schon erahnen, und ja, ich bin absolut schockverliebt und warum erzähle ich euch jetzt.

Phoebe ist eine toughe Frau, die ihren Lebensweg gefunden hat. Als Journalisten ist sie beruflich sehr zufrieden und kann ihren Erkundungsdrang voll ausleben. Was allerdings gar nicht in ihrm Leben vorkommt, ist die Liebe, daran glaubt sie nämlich nicht. Ihr Motto ist, lieber allein glücklich, als zusammen einsam. Allerdings passiert es ihr immer, das sie sich in ihre Romanhelden verliebt und da kommt doch so ein Manuskript gerade recht. Ich mochte Phoebe total gern, sie versprüht Leben, ist sympathisch chaotisch und hat ganz oft verrückte, aber liebenswerte Ideen. Witzig fand ich wirklich, dass sie in ihrem Tagebuch nicht nur einfach Einträge macht, sondern es als Briefe an einem Leo schreibt, und zwar nicht irgendeinen, sondern, ach, das lest ihr lieber selbst. Die Skrupel in einem fremden Koffer zu kramen und dann auch noch ein sehr persönliches Manuskript zu lesen, waren groß, aber je mehr sie lass, umso ergriffen fühlte sie sich, es entstand nicht nur diese typische Verliebtheit, sondern es berührte sie so sehr, das der Wunsch einfach da war auch diese Person zu treffen und da hat sich Phoebe einiges vorgenommen, aber ich hätte es auch so gemacht.

David ist Autor und schreibt unter einem Pseudonym, selten tritt er in der Öffentlichkeit auf und so ist er zwar ein gefeierter Autor, der sich aber gern im Hintergrund hält. Er liebt die Großstadt, ist aber gern anonym unter den Menschen, was ihn oft eher zum Beobachter macht, als zum Akteur. So ist er ein stiller, melancholischer Typ, der sich von der Welt zurückgezogen hat und doch es versteht, über diese zu schreiben. Seine schlechtes Gewissen hält sich beim Lesen des fremden Tagebuches in Grenzen, da er ahnt, dass diese Chaotin auch in seinem neusten sehr persönlichen Werk stöbern wird. Durch ihre Augen sieht er die Welt anders und spürt innerlich, das sich, was in ihm rührt und aufbrechen möchte. So wird jede Seite intensiver für ihn und bringt mehr zum Vorschein, als er sich im eigenen Leben eingesteht und so möchte er als Erstes die Besitzerin vom Tagebuch finden. Zu David sage ich nicht mehr, nur, ich bin total hingerissen von ihm.

Für mich stimmte hier wirklich alles, beide Figuren haben eine Stimme bekommen, die abwechselnd von ihren Erkenntnissen erzählen. Dann wird die Geschichte im Rahmen von einer Woche berichtet und wir erleben jeden Wochentag des Entdeckens und Suchens mit. Dabei entwickeln sich wirklich witzige Szenen, erst mal die Überwindung in fremden Sachen zu wühlen, obwohl David da eindeutig mehr Spaß bei hatte und seine Fantasie bei einigen Stücken wirklich mit ihm durchging. Während Phoebe zu erst Panik vor einen Kontrollfreak vom Militär hatte. Dann fand ich ihre Verbindung zum Schreiben ganz interessant, beide lieben Worte, aber beide drücken sich dabei so unterschiedlich aus und legen so verschiedene Schwerpunkte und trotzdem fühlen sie sich vom anderen verstanden und angezogen. Diese Mischung aus, total fremd füreinander sein und doch sich nahe fühlend, fand ich total großartig, es war so wunderbar zu sehen, was Worte mit einem Anfangen können, wie sich beide Protagonisten darin verliebten und wie sich bei beiden der Wunsch festigte, den anderen zu finden, obwohl sie total gegensätzlich erscheinen. Für mich absolut gelungen und ich habe mein Herz verschenkt.

Wirklich ein ganz großes Kompliment an Ally Taylor, hier hat sie für mich eine perfekt berührende Liebesgeschichte geschrieben, und zwar so gut, dass man mitfiebert, unruhig beim Lesen wird und genau das gleiche Problem hat wie Phoebe und David, nämlich Angst zur letzten Seite zukommen und los zu lassen. Für mich wirklich ganz zauberhaft in Szene gesetzt und genau an den richtigen Stellen ausgeblendet, diese beiden haben mir wirklich zuckersüße Lesestunden geschenkt, ganz ohne Kitsch und rosa Wolken, sondern lebensecht und vom Schicksal geküsst, so müssen große Liebesgeschichten sein. Und, noch was, Ally Taylor schafft es perfekt ihre Diaries in ihre Geschichten mit einzuflechten, hier ist wirklich der Titel auch Programm.

Vergesst Carrie Bradshaw und ihren Mr. Big, hier, kommen Phoebe und David mit einer großartigen Geschichte und einer Stadt, die niemals schläft und Schicksale auf ganz eigene Wege zusammenführt, denn Träume werden wahr.