Rezension

Eine Liebesgeschichte, über die man sich seine eigene Meinung bilden muss

Bis zum nächsten Sommer - Katharina Brinckmann

Bis zum nächsten Sommer
von Katharina Brinckmann

Bewertet mit 4 Sternen

Melli möchte endlich ausziehen und auf eigenen Beinen stehen, am liebsten in Italien. Doch ihre Eltern wollen, dass sie eine Ausbildung im eigenen Betrieb macht, um diesen später zu übernehmen. Als Kompromiss darf Melli als Au-Pair nach England. Kaum dort angelangt, trifft sie auf George Duncan und niemand hätte voraussagen können, wie sehr dieses Zusammentreffen ihre Welt erschüttern wird.

 

Vorweg – Das Buch hat mir sehr gefallen. Es hat mich mitgerissen und mich Seite um Seite lesen lassen, weil ich Melli unbedingt auf ihrem Weg begleiten wollte.

Doch war es für mich keine sommerliche Liebesgeschichte oder romantische Beziehung. Ich konnte dieser Liebesbeziehung nicht immer Gutes abgewinnen. Ich hatte die ganze Zeit eine leichte Warnleuchte im Hinterkopf blinken, wodurch die Geschichte für mich ganz anders wurde, als ich es erwartet hätte. Was definitiv nicht negativ gemeint ist. Ich kann hier leider nicht erklären, warum es mir so erging, ohne zu viel zu der Geschichte zu erzählen. Nur so viel:

George ist etwas älter als Melli und auch sein Bild von Partnerschaft und Beziehung ist anders als ihres. Er ist ein hohes Tier in seinem Beruf und auch privat fällt es ihm schwer, diese Eigenschaft abzulegen. Melli ist noch sehr unerfahren und muss viel lernen, um ihre Selbstständigkeit und ihre eigene Stimme zu entdecken. Beide kommen aus unterschiedlichen Welten, was manchmal nicht so gut funktioniert.

Für mich war weniger Romantik und mehr Spannung ein Teil dieser Geschichte.

Der Schreibstil ist sehr flüssig. Das Buch war für mich ein wahrer Page Turner.

Die Nebenfiguren fand ich alle irgendwie klasse. Einige sympathisch, einige nicht so sehr und alle hatten ihren eigenen Charakter.

George und Melli dominieren das Buch. Es ist absolut ihre Geschichte die dort erzählt wird. Die Autorin bedient sich dabei an Perspektivenwechseln. Die meiste Zeit erleben wir Mellis Sicht und zwischendurch die von George. Was wirklich hilft, ihn besser zu verstehen.

Die Autorin hat es sehr gut geschafft, Mellis Gefühle rüber zu bringen. Ich habe immer mit Melli mitfühlen können und konnte alle ihre Gedanken und Emotionen nachvollziehen.

Dieses Buch war wirklich eine Überraschung für mich. Einerseits, weil die Geschichte so ganz anders war, als ich es erwartet habe und andererseits, weil sie mich so gefesselt hat.

Einen kleinen Abzug gibt es nur, weil es zwischendurch ein bisschen langatmig war und ich mir ein geschlossenes Ende erhofft hatte.

Ich gebe vier Sterne, um für den zweiten Teil Platz nach oben zu lassen (den ich auf jeden Fall lesen werde).