Rezension

Einfühlsam, humorvoller Roman mit Botschaft

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen - Petra Hülsmann

Wenn's einfach wär, würd's jeder machen
von Petra Hülsmann

Bewertet mit 5 Sternen

Zum Inhalt / Klappentext 

Damit hatte die beliebte Musiklehrerin Annika nicht gerechnet: Aus heiterem Himmel wird sie von ihrer Traumschule im Hamburger Elbvorort an eine Albtraumschule im absoluten Problembezirk versetzt. Nicht nur, dass die Schüler dort mehr an YouTube als an Hausaufgaben interessiert sind - die Musical-AG, die Annika gründet, stellt sich auch noch als völlig talentfrei heraus. Aber wenn's einfach wär, würd's schließlich jeder machen. Annika gibt nicht auf und wendet sich hilfesuchend an Tristan, ihre erste große Liebe und inzwischen Regisseur. Von nun an spielt sich das Theater jedoch mehr vor als auf der Bühne ab, und das Chaos geht erst richtig los.

(Quelle: Bastei Lübbe)

Meine Gedanken zum Buch

Das Cover:

Ein schönes Cover in aktuellen Farben. Die abgebildete Torte verweist auf die Backleidenschaft der Protagonistin und die kleinen verstreuten Herzen deuten auf die kleine Liebesgeschichte hin...

Inhalt:

Annika wird an die Astrid-Lindgren-Schule nach Hamburg-Ellerbrook versetzt. Sie ist geschockt, hatte sie sich ihr Lehrerleben doch am Werther-Gymnasium gemütlich eingerichtet. Zu gemütlich! Da sie die einzige Lehrerin ist, die sich neben dem Unterricht nicht bei anderen Aktivitäten einbringt, ist sie entbehrlich und wird versetzt. Die Zustände an der ALS in Ellerbrook sind für Annika unzumutbar und so fasst sie einen Plan. Sie gründet eine Musical-AG, um mit dem Stück einen Preis zu gewinnen und somit für das Werther-Gymnasium unentbehrlich zu werden und dorthin zurückzukehren. Das größte Problem bei der Geschichte sind allerdings die absolut talentfreien Schüler und es muss jemand her, der ihr hilft die Sache in die richtigen Bahnen zu lenken. Kurzerhand bittet sie ihren ehemaligen Schulschwarm Tristan um Hilfe, der in der Zwischenzeit als aufstrebender Theater-Regisseur sein Geld verdient. Die unerfüllte Liebe zu Tristan, lässt Annika nicht los und sie versucht ihn zu erobern, was sich allerdings als schwierig erweist. Weitere Hilfe bekommt sie von Ihrem Nachbarn Sebastian, der immer wieder dafür sorgt, dass ihr Herz Purzelbäume schlägt. Da sich Annika aber in ihren Jungmädchenträumen verrennt, kann sie Gefühle für Sebastian nicht zulassen.

Im Laufe der Musicalvorbereitungen lernt Annika ihre Schüler und Kollegen immer besser kennen. Die Menschen am ALS wachsen ihr ans Herz und sie vergisst fast, warum sie die ganze Arbeit auf sich nimmt. Die Schüler brauchen Zuwendung und Bestätigung und wachsen über sich hinaus, wenn sie sie bekommen. Annika muss einige Rückschläge in Kauf nehmen und das Musicalprojekt scheint gefährdet. Sie schafft es, die Schüler neu zu motivieren und führt das Stück für die Schüler auf nicht für den Preis. Auch ihr Herz findet seinen Weg und öffnet sich für ihren Traummann....

Schreibstil:

Der Schreibstil von Petra Hülsmann ist so einfühlsam und packend, dass es mir fast unmöglich war, das Buch aus der Hand zu legen. Beim Lesen habe ich mich gefragt, warum ich eigentlich nicht schon viel früher ein Buch der Autorin gelesen habe. Ich bin ab sofort Petra Hülsmann Fan! Sie zieht einen mit Worten in die Geschichte und lässt einen nicht mehr los, bevor nicht die letzte Seite gelesen ist.

Lieblingslesezeichen:

"Bisher habe ich am Werther-Gymnasium unterrichtet.... Boah ey, voll die Bonzenschule, rief die Blondine. Die kriegen da doch alles in den Arsch geblasen. Dad is aber 'n krasser Abstieg für Sie, wa?, fragte der Pickel-Junge."

Seite 49

Fazit

Ein toller Roman, der ein wenig eintaucht in eine Welt, der gesellschaftlichen Benachteiligung von Kindern, die in Problemfamilien und Bezirken aufwachsen. Lehrer, die auf verlorenem Posten kämpfen und hoffen, die Kinder ein wenig zu erreichen. Petra Hülsmann hat diese Thematik in einem leichten Roman einfühlsam verpackt, auch wenn hier sicher nicht die ganze Bandbreite beschrieben wird. Die Geschichte ist äußerst unterhaltsam, hinterlässt aber auch Eindrücke, die nachdenklich stimmen.

5 Sterne