Rezension

Enttäuscht auf der ganzen Linie

Mein bester letzter Sommer
von Anne Freytag

Dieses Buch wird so hoch gelobt, dass ich es mit viel Interesse zur Hand genommen habe, obwohl der Inhalt laut Klappentext mich nicht ansprach. Leider wurde meine Skepsis bestätigt. Mal wieder ein Mädchen, das bald sterben muss und in seiner letzten Lebenszeit die große Liebe erleben möchte - und, oh Wunder, das gelingt ihr auch. Glaubwürdig ist das nicht. Die Siebzehnjährige hat vor Wochen einen Jungen in der U-Bahn gesehen, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt hat. Hm; auch wenn sie bisher noch nicht viel in ihrem Leben erlebt hat, ist diese Liebe auf den ersten Blick nicht überzeugend. Sie begegnet ihm wieder - ein bisschen zu viel Zufall für meinen Geschmack. Er entspricht nicht nur äußerlich ganz ihren Vorstellungen, sondern auch charakterlich - ach ja? Überhaupt ist er ein Idealtyp. Ein junger Mann mit einer so gefestigten Persönlichkeit? Ist das realistisch? Und natürlich verliebt auch er sich; wäre die Liebe nicht wechselseitig, ergäbe es ja kein Buch. Italien ist zwar heiß, aber ansonsten wunderschön... Die bisherigen Herzattacken mit Atemstillstand waren äußerst schmerzhaft, aber im Glücksrausch sieht das anders aus. Und so weiter...

Das Buch war mir auf der ganzen Linie zu unrealistisch, zu vorhersehbar, zu kitschig. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für den Zauber, den dieses Buch angeblich in sich birgt.