Rezension

Ganz wunderbarer Roman

Muchachas - Katherine Pancol

Muchachas
von Katherine Pancol

Bewertet mit 4.5 Sternen

Hortense möchte in New York richtig durchstarten und strebt eine Karriere in der Modebranche an, ihre Mutter Josephine pendelt zwischen Paris, ihrer Heimat und der Ort an dem ihre jüngste Tochter Zoé gerade ihre erste Liebe erlebt und London, der Ort an dem Josephines Liebe lebt, hin und her.
Geplagt von Zweifeln ob sie ihrer Beziehung gerecht werden kann und der Frage ob Philippe sie auch wirklich liebt.
Und dann ist da noch Leonie die ihr Leben mit einem Tyrannen verbringt und ihrer Tochter Stella, die nur eines im Sinn hat ihren eigenen Sohn vor diesem Tyrannen zu beschützen..
Ganz unterschiedliche Schicksale erleben die Muchachas unabhängig von einander und doch kreuzen sich ihre Wege auf ganz verschiedene Art und Weisen.

Gestaltung:
Das Cover selbst mag ich sehr gern, es wirkt einfach lebensfroh und auch leicht, ich denke, dass es bei vielen aber wahrscheinlich völlig falsche Erwartungen weckt, was ein bisschen schade ist. Den Titel mag ich persönlich nicht, mir fehlt das außergewöhnliche wie bei der letzten Reihe der Autorin, "Die gelben Augen der Krokodile" z.B.hat mich wahnsinnig neugierig gemacht und fasziniert. Muchachas mag zwar von der Bedeutung sehr zutreffend sein, wirkt aber auf mich langweilig.

 

Meinung:
Katherine Pancol war für mich kein unbekannter Autorenname, im Gegenteil mit ihrer letzten Reihe rund um Josephine und ihrem Familien-Wahnsinn hat sie mich wirklich begeistern können, von daher hab ich mich natürlich unheimlich gefreut, dass nun eine neue Reihe von ihr erschienen ist.

Besonders gefreut hab ich mich als ich bekannte Namen im Klappentext las, es hat mich sehr glücklich gemacht, dass ich alte vertraute wieder treffen kann, vor allem weil sie mir alle sehr ans Herz gewachsen sind und so lebendig für mich waren.
In diesem Buch gibt es dann auch einige Anspielungen auf das was in Pancols erster Reihe geschehen ist und auch wenn man kein direktes Wissen darüber braucht, um sich der Handlung in Muchachas hinzugeben, so können einige der genannten Details sicherlich für Verwirrung sorgen.
Zum Beispiel der Hinweis auf einen kleinen Jungen der in Hortenses Gedanken eindringen kann. Für mich war all das kein Problem weil ich weiß was es damit auf sich hat, aber wenn man das nicht weiß stell ich mir das eher verwirrend vor, gerade weil es etwas so unreales ist.
Das soll für mich kein abraten von der Reihe sein, wenn man keine Vorkenntnisse hat, sondern nur ein kleiner Hinweis.
Das wesentliche ist nämlich alles klar und verständlich, da die Protagonisten vor ganz neuen Herausforderungen stehen und neue Erlebnisse und Erfahrungen sammeln.

Im Vordergrund stehen in diesem Buch aber sowieso eher die neuen Protagonisten denen Katherine Pancol ebenfalls viel Leben, Geschichte und Persönlichkeit einhaucht. Keine der Protagonistinnen ist gewöhnlich von daher sind auch sie mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Generell hätte ich mir ein bisschen mehr Umfang für die Bücher gewünscht, da jede eine sehr große Geschichte in sich trägt und damit möchte ich nicht sagen, dass sie diesen nicht gerecht werden kann, denn Katherine Pancol schafft es durchaus aus viele Details und Informationen auf wenig Seiten unterzubringen, aber ich wollte einfach mehr.
Denn gerade die Schicksale von Stella und Leonie haben mich gefesselt und berührt, diese beiden Protagonistinnen müssen großes Leid erfahren und jede von ihnen geht ganz anders damit um, das hat mich fasziniert aber auch wütend gemacht, weil hier wirklich schreckliches passiert und man das rein vom Äußeren des Buches gar nicht erwarten mag, umso mehr hat mich das ganz schockiert.
Es war also anders als ich es erwartet habe, aber das ist für mich kein Minuspunkt und im Nachwort erklärt die Autorin auch warum sie einen solchen Handlungsstrang mit in Buch hat einfließen lassen.
Die Handlung, die Hintergründe für das Schicksal von Leonie und Stella ist wirklich sehr komplex ausgearbeitet, es spielt sogar auf verschiedenen Zeitachsen, was mir sehr gut gefallen hat, auch wenn ich anfänglich ein paar Schwierigkeiten damit hatte mich auf den ständigen Wechsel einzustellen, da sie eher fließen sind und für mich nicht ausreichend gekennzeichnet waren.
Zudem durfte ich auch ein paar überraschende Entwicklungen erleben, die ich mir nicht erdenken konnte, was ebenfalls für Atemlosigkeit sorgen konnte, generell sind hier noch einiges an Fragezeichen offen geblieben, aber da der 2. Teil ja bereits erschienen ist und der 3. Teil auch nicht mehr lange auf sich warten lässt, stört das absolut nicht.

Auch wenn mich die Geschichte von Stella und Leonie sehr gefesselt hat, fand ich es trotzallem schade, dass der Teil von Josephine und den anderen hier eher kurz ausfiel, dem Klappentext des zweiten Buches nach zu urteilen wird sich das dort aber ändern und eine weitere neue Protagonistin Calypso rückt in den Vordergrund, worauf ich mich sehr freue.
Geschickt allerdings fand ich es wie die Autorin Josephine mit in Stellas Leben eingeführt hat, es war eigentlich nur ein kleiner Schachzug, den ich aber als sehr raffiniert empfunden habe.

Fazit:
Mir hat der Auftakt der Reihe unheimlich gut gefallen, Pancols große Stärke ist es, das Leben ihrer Protagonisten zu erzählen, ihnen eine Stimme zu geben und sie zum Leben zu erwecken.
Ich hab wirklich das Gefühl gehabt, neue Freunde zu finden, Freunde die ein schweres Los gezogen haben und die mich tief berührt haben, so dass ich es kaum erwarten kann wieder bei ihnen zu sein.