Rezension

Ich kann den Hype um dieses Buch absolut nicht nachvollziehen.....Schullektüre

Tschick - Wolfgang Herrndorf

Tschick
von Wolfgang Herrndorf

Bewertet mit 0.5 Sternen

Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow, genannt Tschick, sind Außenseiter in ihrer Klasse, der eine ein reicher Langweiliger und der andere eine armer, ungepflegter >asiger< Russe, der es von der Förderschule bis aufs Gymnasium geschaff hat. Die beiden 14-jährigen Jungen werden nicht zur Geburtstagsfeier von Tatjana, auf die Maik heimlich steht, eingeladen und Tschick überredet Maik daraufhin, mit einem geklauten Lada in die Walachei zu fahren um seinen Onkel zu besuchen.
Und damit beginnt eine Reise quer durch den Osten von Deutschland...

"Tschick" von Wolfgang Herrndorf musste ich in der Schule lesen. Eigentlich wollte ich überhaupt keine Rezension zu diesem Buch schreiben, aber nach dem Lesen muss ich mein Entsetzen doch irgendwie kundtun.

Entgegen der vielen guten Stimmen (bei denen ich mich wirklich frage, wie diese zustande kommen??) fand ich das Buch grauenvoll.
Am aller, aller schlimmsten war die Sprache. Wolfgang Herrndorf versuchte wohl die Jugendsprache zu imitieren und das ist in meinen Augen definitiv bei einem Versuch geblieben.
Die beiden Jungen gehen im Jahr 2010 auf ein Gymnasium und so spricht einfach kein 14-jähriger Gymnasiast!!!!
Abgesehen davon finden sich auch einige grammatikalische Fehler wieder.
Mein persönlicher Horrorsatz befindet sich gleich auf den ersten Seiten:

"Aber wo ich auf diesem Hocker hier sitze und draußen die Autobahn vorbeirauscht und der ältere Polizist steht seit fünf Minuten an der Kaffeemaschine dahinten und füllt Wasser ein und kippt es wieder aus, drückt auf den Schalter schaut das Gerät von unten an, während jeder Depp sehen kann, dass der Stecker vom Verlängerungskabel nicht drin ist, da muss ich wieder an Tatjana denken." (S. 8)

Abgesehen von der Sprache finde ich auch die Story an sich äußerst platt und langweilig. Ich hätte sie am liebsten schon nach den ersten 10 Seiten weggelegt.
Die Spannung steigert sich im Laufe der Geschichte zwar ein wenig, aber eigentlich ist es meiner Meinung nach nur eine sinnlose und absolut unrealistische Aneinanderreihung von Geschehnissen. Die Dinge, die passieren, sind einfach und mit wenigen Worten beschrieben.

Die beiden Protagonisten sind auch eher blass und entwickeln sich nur wenig im Laufe der Geschichte weiter. Maik ist ein Langweiler, und ganz ehrlich - so kommt er auch rüber. Will am Anfang nicht mit, wirkt dann auf dem Trip aber äußerst naiv. Nur am Ende wurde er mir etwas sympathischer, da wirkte er dann nämlich, als hätte er etwas aus der ganzen Sache gelernt.
Tschick fand ich eigentlich ziemlich interessant, aber auch er bleibt die ganze Geschichte über sehr blass und man erfährt nur wenige echte Dinge über ihn.
Isa fand ich gar nicht so schlecht, aber auch aus ihr hätte man so viel mehr machen können...

Das Beste an dem Buch waren in meinen Augen noch die Stellen, die so absolut dämlich und realitätsfern waren, dass sie schon fast wieder lustig sind...

Was ich mich das ganze Buch über aber am meisten gefragt habe, ist, welchen pädagogischen Wert dieser Roman haben soll, dass er so oft im Deutschunterricht gelesen wird. Es gibt soviele gute literarische Werke, warum ausgerecht diesen langweiligen und absolut unrealisten "Roadtrip"?
Ich bin ja vor allem der Meinung, dass Schülern ein gutes Deutsch vorgelebt werden sollte. Außerdem dachte ich ja immer, dass Schüler mit der "Zwangsliteratur" zum Lesen animiert werden sollen - also wenn ich nicht sowieso viel lesen würde - mich würde dieses Buch definitiv von weiteren abhalten!

Alles in allem kann ich für dieses Buch absolut keine Leseempfehlung geben.
Ich als Jugendliche kann und will mich nie und nimmer mit dem Buch und seinen Protagonisten identifizieren und diese Meinung teilen auch meine Mitschüler...