Rezension

Im Wald, da steht ein Haus ...

Das Porzellanmädchen - Max Bentow

Das Porzellanmädchen
von Max Bentow

Bewertet mit 4 Sternen

Beschreibung:
Luna Moor ist eine gefeierte junge Autorin auf dem Gipfel ihres Erfolgs. Keine schreibt so packend und mitreißend wie sie über die Abgründe der menschlichen Seele, und ihre Bücher gehen unter die Haut. Niemand ahnt, dass Luna selbst als junges Mädchen in die Hände eines Wahnsinnigen fiel und ihm nur knapp entkam. Seither quält sie die Erinnerung an den Täter, und eines Tages fasst sie den kühnen Entschluss, an den Ort ihres Martyriums zurückzukehren. Sie will eintauchen in die bedrohliche Atmosphäre des einsam gelegenen Hauses, in dem sie einst gefangen war, und versuchen zu verstehen, was damals geschah. Gemeinsam mit Leon, dem Sohn einer Freundin, richtet sie sich ein in dem verlassenen Haus im Wald. Sehr schnell muss sie jedoch erkennen, dass sie in einen Albtraum geraten ist, aus dem es kein Erwachen zu geben scheint. Aber ist Luna wirklich das unschuldige Opfer, das sie vorgibt zu sein?

Der Autor:
Max Bentow wurde 1966 in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen als Schauspieler tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Max Bentow lebt in Berlin.

Meine Meinung:
Luna Moor wurde, als sie 16 war, entführt und gefangen gehalten. Doch durch einen glücklichen Umstand konnte sie gerettet werden. Zwölf Jahre später kehrt sie an den Ort zurück, in dem sie diesen Albtraum erlebte. Das Haus im Wald, abgelegen und voller Erinnerungen, die sie nie vergessen wird. Und in dem sie ihr neues Buch vollenden möchte.
Doch sie ist nicht allein. Leon, der Sohn einer Freundin, soll für zwei Wochen bei ihr wohnen. Er wird zusammen mit Luna in ihre schreckliche Vergangenheit verwickelt. Das Haus atmet schreckliche Ereignisse, es gibt auch weitere Todesopfer.
Kann Luna das Geheimnis um ihren Peiniger endlich lüften?

"Das Porzellanmädchen" ist ein raffinierter Psychothriller, der mit vielen Elementen spielt. Hat Luna etwas zu verbergen? Ist sie vielleicht sogar eine Mörderin, die aufgrund ihrer Erlebnisse dazu mutiert ist? Wer ist "das Insekt", das sie damals entführte? Was geht in dem Haus vor, das seine eigene Geschichte hat?
Zudem wird auch mit der sprechenden Porzellanpuppe ein mystisches Element dargeboten, das vielleicht nicht jedermanns Sache ist, aber mir hat es gefallen.

Bemäkeln muss ich, dass die 16jährige Luna und der 15jährige Leon zu abgeklärt wirkten, und zu wenig Furcht vor dem Psychopathen zeigten. Sie dachten zu rational, in Anbetracht der gefährlichen Situation glaube ich nicht, dass man so reagiert und das Gegenüber analysiert. Man verspürt eher viel mehr Angst, Hemmungen und ist distanziert und befremdet.
Auch die Polizei spielte gar keine Rolle. Wirklich schade. Ich verstehe schon, dass sie Spannungskurve oben gehalten werden soll, wenn das Opfer selbst mit dem Wahnsinnigen abrechnet, aber mir fehlte auch die Aufklärung des Falles, als Luna ein Teenager war. Es scheint so, als hätten die Gesetzeshüter komplett versagt. Dabei lagen die Antworten nicht weit weg.

Insgesamt hat mit der Thriller vom Aufbau, von der Spannung her und dem Schreibstil richtig gut gefallen. Nur die Ungereimtheiten bezüglich der Polizei und dass die Teenies viel zu erwachsen wirkten, haben es bewirkt, dass ich leider nicht die volle Punktzahl vergeben kann.

4 Sterne.

Kommentare

Buchliese kommentierte am 12. August 2017 um 18:00

Sehr schön zusammengefasst! Leon war für mich auch der Schwachpunkt. Bis auf seine Neugier wirkte er einfach zu abgeklärt und distanziert.