Rezension

Kaspar Hauser

Kellerkind - Kristien Dieltiens

Kellerkind
von Kristien Dieltiens

Bewertet mit 5 Sternen

Meine Meinung zum Buch: Kellerkind

Erwartung und Aufmerksamkeit:
Hier erwähne ich, warum ich das Buch gelesen habe, und warum mich Kaspar Hauser schon immer wieder kitzelt - falls ihr diesen Punkt gerne lesen möchtet, schaut auf meinem Blog :)

Inhalt in meinen Worten:
Eines Tages wird in Nürnberg ein Junge gefunden, der nicht wirklich sprechen, gehen und machen kann, was 16 jährige Jungen machen können. Er hat nur zwei Briefe in der Hand und kann mit Müh und Not schreiben, dass er Kaspar Hauser heißt.
Doch wer ist dieser Junge wirklich?
Dieses Rätsel möchte das Buch ein klein wenig aufklären.

Wie fand ich das Buch?
Ich bin angenehm überrascht von diesem Buch. Einerseits war die Sprache des Buches etwas altertümlich, was dem Buch aber wirklich nicht schadet, sondern die Geschichte um Kaspar Hauser nur näher bringt.
Auch fand ich die Idee, dass die Autorin noch ein klein wenig etwas zur Geschichte erfunden hat, toll. Denn letztlich ist bis heute nicht geklärt wer ist Kaspar Hauser. Viele Sagen und Legenden ranken sich um diesen Jungen. Dem das Leben nicht wirklich liebevoll zugewandt war.

Schreibstil:
Wie gesagt, der Schreibstil ist ein klein wenig Altertümlich gehalten, doch das macht das Buch noch ein mal spannender. Auch gibt es letztlich drei Handlungen. Tagebuch von Kaspar Hauser, Michael, der vom Leben gestraft ist, den er hat eine Behinderung und dann noch die beste Freundin von Kaspar.
Unterbrochen wird jeweils die Handlung von schwarzen Seiten die stets ein Zitat in sich bergen und klar machen, mit wem ich als nächstes zutun habe, und das fand ich richtig klasse, denn so war es einfach schnell wieder in den nächsten Protagonisten zu schlüpfen.

Spannung:
Für mich war die Geschichte natürlich klar, wie sie endet, deswegen kann ich dahingegen nicht viel sagen. Aber dafür fand ich es klasse wie die Autorin die Zeit wo Kaspar lebte so gut eingefangen hat und ich das Gefühl hatte wirklich mit den Figuren in ihrem Buch mitgehen zu können. Auch fand ich es interessant zu lesen, wie damals die Zeit war. Denn das kann ich mir heute oft gar nicht vorstellen, wie die Menschen noch vor 100-200 Jahre hier in Nürnberg gelebt haben.
Somit finde ich das Buch in dem Bereich Spannung sehr gut, wenn zugleich die Geschichte so endet, wie ich es erwartet habe, und die wichtigsten Fakten und Daten von Kaspar wirklich dem Leser nahe gelegt wird.

Besonderheit:
Gut fand ich, dass Kristien auch das Thema Behinderung in das Buch geschrieben hat, selten finde ich Jugendbücher, wo auch eine Behinderung im Mittelpunkt steht.
Hier war es die Hasenscharte die Michael entstellte, er damit Mobbing erleben musste, und bis zum letzten Punkt musste er sich damit beschäftigen. Dies finde ich sehr gut, wenn zugleich es natürlich nicht einfach war. Denn auch heute werden Kinder mit Hasenscharte gemieden und schräg angesehen.
Auch fand ich den Anschnitt der Schmetterlingshaut sehr interessant. Denn diese Krankheit hatte ich bis zu diesem Buch nicht wirklich auf dem Schirm.

Fazit:
Dieses Buch ist genial umgesetzt. Einerseits weil die Sprache überzeugt, andererseits weil Kaspar Hauser nicht in Vergessenheit gerät, und das finde ich sehr gut.

Sterne:
Ich gebe dem Buch vier Sterne.