Rezension

Konnte die Erwartungen nicht erfüllen

Seit du tot bist - Sophie McKenzie

Seit du tot bist
von Sophie McKenzie

Bewertet mit 3 Sternen

Der Klappentext verspricht ein gewaltiger Psychothriller zu werden! Leider wird das Versprechen nicht vollends gehalten.

Gen hat nie wirklich mit dem Tod ihrer Tochter abgeschlossen, doch ihr Ehemann Art denkt nach 8 Jahren an weitere Versuche ein Kind zu bekommen. Dann steht diese Frau vor der Tür, behauptet Beth würde noch leben & als die Frau bei einem Unfall stirbt, beginnt Gen zu zweifeln …

Und was hatte ich gehofft auf einen Pageturner, auf eine nervenaufreibende Geschichte, psychologischer Tiefgang! In kursiver Schrift wird aus der Sicht eines Kindes erzählt, Beth?

Zunächst jedoch wird detailliert das Leben von Gen gezeichnet, die Trauer, ihre Freundschaften, ihr Berufsleben. Zu sehr verfängt sich die Autorin in Informationen die nicht grundlegend relevant für die Geschichte sind, manchmal liegt eben wirklich die „Würze in der Kürze“.
Auf einer Party taucht Arts alter Partner der Firma auf & Gen hat gleich ein Gefühl der Verbundenheit. Und diese wird sie brauchen, denn Familie und Freunde distanzieren sich. Sie können Gens jahrelange Trauer nicht verstehen, nicht greifen das sie beginnt daran zu glauben, ihre Tochter sei am Leben.

Erst nach ca. 200 Seiten beginnt es wirklich spannend zu werden, Gens intensive Suche nach ihrer Tochter. Zuvor sind es die aufkeimenden Zweifel, die Konfrontation mit den engsten Menschen. Hier jedoch hätte die Autorin die Ängste und Zweifel intensiver herausarbeiten können, mehr Psychologie einbauen können.
Gen taucht tiefer in ihre Zweifelt, gräbt sich hindurch, um sich der kaum zu ertragenden Wahrheit zu stellen. Der Weg, die kleinen Puzzlestücke, gefielen mir sehr gut! Ich wollte wissen was sich hinter alldem  verbirgt, wie man dazu fähig sein kann. Und dann kommt der Tag, der Tag an dem Gen glaubt ihrem Kind gegenüberzustehen. Für mich an dieser Stelle zu viel, zu schnell, zu unrealistisch. Und ab da steigerte sich die Geschichte zu einem mir zwar verständlichen, aber überzogenem Verlauf.

Ich würde gerne einen Vergleich zu einem Märchen ziehen, dies lasse ich aber sein, da es zu sehr Spoilern würde … Ein Buch mit einer packenden Grundgeschichte, welche in der Umsetzung leider nicht ganz überzeugen konnte.