Rezension

Lässt einen die Welt um sich herum vollkommen vergessen

Silberschwingen 1: Erbin des Lichts - Emily Bold

Silberschwingen 1: Erbin des Lichts
von Emily Bold

Bewertet mit 4 Sternen

Der Schreibstil hat mich sehr beeindruckt, das reinste Kopfkino. Ich freue mich schon, noch mehr von den Silberschwingen zu lesen.

Was für ein dramatisch-spektakulärer Abgang, ich habe noch immer Herzklopfen und würde am liebsten sofort den nächsten Teil lesen. Mit diesem offenen Ende wurde definitiv alles richtig gemacht und nochmal einiges rausgeholt, macht auf jeden Fall sehr neugierig, vor allem was die Kräfte der Halbwesen (halb Mensch, halb Silberschwinge), die in diesem Buch noch nicht so richtig deutlich geworden sind, und auch die Zukunft von der (mehr oder weniger, ist nicht so genau zu definieren) Dreiecksliebesgeschichte angeht.
Die Geschichte hat mir vom Schreibstil auch richtig gut gefallen, der sich wirklich sehr angenehm flüssig wegliest. Die Beschreibungen habe ich als besonders gut gelungen empfunden. Es entsteht ein wunderbares Kopfkino, man erlebt die Flüge, Thorns Verwandlung und ihre sowie Luciens Gefühlswelt hautnah mit.
Die ganze Thematik rund um die Silberschwingen hat mich zudem sehr fasziniert, weil das alles noch nicht so ausgenudelt ist. Das hat meine Entdeckerlust sofort geweckt. Ich hoffe, dass wir da in den Folgebänden noch einen sehr viel tieferen Einblick bekommen werden.
Ein wenig gestört haben mich allerdings zwei Dinge.
Zum Einen ist das die Lovestory. Mit der habe ich mich in der ersten Hälfte des Buches etwas schwer getan. Zuerst ist da dieser nette Kerl und urplötzlich taucht ein zweiter auf. Da kommt dann das typische Bad-Boy-Schema zum Tragen. Irgendwie wirkte das anfangs nicht richtig stimmig, die aufkeimenden Gefühle unter den gegebenen Umständen etwas zu überhastet und fast ein bisschen zu gewollt. Das wurde dann in der zweiten Hälfte besser, weil dort die Zwiespältigkeit, der Zerrissenheit, deutlicher rübergebracht worden ist. Mir kommt Thorns Beziehung zu dem einen Kerl trotz allem noch ungesund vor, das Stickholm Syndrom kam mir schon das ein oder andere Mal in den Sinn. Na ja, mal schauen was da noch so kommen wird.
Der andere Kritikpunkt betrifft die Komplexität, oder eben das Fehlen dieser, der Charaktere. Ich habe zwar das Gefühl, Thorn und Lucien recht gut kennengelernt zu haben, die anderen Figuren verblassen jedoch neben den beiden. Ich hoffe, dass sich das in Teil 2 ändern wird.

Trotz aller Kritik, habe ich das Buch vor Spannung verschlungen. Der mitreißende sowie bildgewaltige Schreibstil sowie die interessante Thematik haben das möglich gemacht. Wer schon immer mal gerne selbst fliegen wollte, der kommt dem hier sehr nahe und dem kann ich dieses Buch sehr gern empfehlen.