Rezension

Luft nach oben

Save Me
von Mona Kasten

Bewertet mit 3 Sternen

4 GEDANKEN ZU “SAVE ME”

Zwischen Begeisterung und Augenrollen
Während des Lesens schwankte ich tatsächlich zwischen purer Begeisterung für das Buch und genervtem Augenrollen. Ich fand die Geschichte jetzt niht langweilig. Einige Szenen waren wirklich zum Lachen, es gab ehrliche Augenblicke und ein paar Momente, in denen ich das Kribbeln und Knistern zwischen James und Ruby tatsächlich fühlen konnte. Aber leider hatte die Story die auch einige Längen. Das lag einfach daran, dass mir dieses ganze vermeintliche Drama zwischen den Beiden ab einem gewissen Zeitpunkt auf die Nerven ging. Da fallen böse Worte, unfreundliche Gesten und besonders James baut gefühlt nur Mist. Ich fand es schön zu sehen, wie sich ihre Beziehung zueinander entwickelt und wie aus Abneigung langsam sowas wie Zuneigung wird. Aber es war für mich auch irgendwann anstrengend, dieses Hin und Her zwischen James und Ruby zu lesen. In dem einen Moment verabscheuen sie sich, im anderen Moment machen sie sich schon fast eine Liebeserklärung. Irgendwann hatte ich das Gefühl die beiden treten in ihrer Beziehung auf der Stelle und sie drehen sich nur noch im Kreis.

James und das (mögliche) Entwicklungspotenzial
James gehört zu diesen Charakteren, die ich vermutlich nie richtig verstehen werde. Auf der einen Seite ist er unausstehlich, arrogant und selbstgefällig hoch zehn. Eigentlich kann man ihn nicht mögen. Dann sagt er wieder richtigen Worte und verhält sich absolut aufrichtig, sodass ich doch noch das Gefühl bekam, ich könnte ihn mögen, nur damit er sich im nächsten Moment einen weiteren Fehltritt leistet, der schon nicht mehr verzeihlich ist. Auch wenn Autorin Mona Kasten hin und wieder James Sicht präsentiert, wurde ich einfach nicht schlau aus ihm und so richtig kann ich noch nicht ausmachen, wer er denn nun wirklich ist. Ein komischer Beigeschmack bleibt bisher und ich glaube bzw. hoffe, die Autorin hat sich noch sehr viel Entwicklungspotenzial für die Folgebände aufgehoben.

"Sobald man Dinge einmal ausgesprochen hat, gibt man ihnen Raum, in dem sie sich entfalten und echt werden können." S. 351

Vielfältige Persönlichkeiten
Mona Kasten hat es geschafft, viele unterschiedliche Charaktere in die Handlung einzubauen. Sie alle näher zu erläutern, würde den Rahmen sprengen. Einige waren sympathisch (Rubys Schwester Ember oder beste Freundin Lin), andere hingegen erfüllten die typischen Klischees und waren etwas anstrengend (James Freunde Wren und Cyril). Ein Großteil blieb mir noch zu oberflächlich, da sich vieles halt doch um James und Ruby drehte. Aber da ja noch zwei Bände erscheinen, begegnen wir dem einen oder anderen Charakter sicherlich wieder und erfahren vielleicht noch etwas. Ruby selbst mochte ich sehr, denn sie hat mich etwas an mich selbst erinnert. Ihre Liebe zur Organisation und zu To-Do-Liste machte sie mir gleich sympathisch. Zudem war es mal eine nette Abwechslung, dass Mona Kasten sich bei Ruby nicht dem Klischee des schüchternen Mäuschens bedient hat. Ich mochte ihre direkte und ehrliche Art. da ich es schön finde zu sehen, wenn Frauen für sich selbst einstehen können. Eine Überraschung war für mich James Schwester Lydia. Zwar blieb sie auch noch etwas oberflächlich gezeichnet, entwickelte sich für mich aber bisher sehr unerwartet.

Ausbaufähiger Schreibstil und Handlungsverlauf
Mona Kasten hat einen leicht zu lesenden und flüssigen Schreibstil mit bildhaften Beschreibungen. Teilweise wiederholt sie sich aber. Auch sind mir manchmal logische Fehler aufgefallen, über die ich regelrecht gestolpert bin und bei denen ich nochmal 3 Seiten zurückblätterte, weil es dort doch anders stand. Auch fand ich es etwas schwierig, dass die Autorin mehrere Geschichten um Ruby und James herum anfängt, diese sich dann im Sande verlaufen. Aber auch hier tippe ich einfach auf das nötige Potenzial für die kommenden Bücher. Es gab ein paar schöne Szenen, bei denen ich dieses Lächeln im Gesicht hatte und die mich daran erinnerten, warum ich das Genre so gerne lese. Aber auf die gesamte Handlung bezogen reichte dies für mich nicht, da sie mich sowohl von der Story her als auch von den Gefühlen nicht immer packen konnte. Da fehlte einfach noch der Funken, der bei mir noch nicht ankam.

ZUSAMMENFASSEND
Es ist nicht so, dass “Save me” mich komplett enttäuscht hätte, denn wer dieses Gerne liest, weiß, worauf er sich einlässt. Ich habe den ersten Band um Ruby und James gerne gelesen und es gab wirklich gute und spannende Stellen, die mich unterhalten haben. Jedoch gibt es für mich auch noch Entwicklungspotenzial nach oben, sowohl von einigen Charakteren her als auch von der Story selbst. Im gesamten hätte der Geschichte einfach ein bisschen weniger Hin und Her und Drama gutgetan, da ich davon irgendwann doch genervt war. Auch wenn mir selbst klar ist, wie das mit Ruby und James weitergeht, werde ich dennoch den zweiten Band lesen, in der Hoffnung, dass der Funken dann zu mir durchdringt.