Rezension

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Meine beste Freundin Holmes

Holmes und ich – Die Morde von Sherringford - Brittany Cavallaro

Holmes und ich – Die Morde von Sherringford
von Brittany Cavallaro

Jamie Watson ist ein sympathischer junger Mann, ganz nach dem literarischen Vorbild. Wie sein angeblicher Vorfahr ist es sein heimlicher Traum, später als Autor seine Brötchen zu verdienen und dieser geheimnisvollen Holmes näher zu kommen.
Charlotte Holmes hat den gleichen genialen Verstand ihres berühmten Vorbildes, ist aber insgesamt weicher und gefühlvoller, auch wenn sie das zu verbergen versucht. Sie hat viele dunkle Seiten und Dämonen, die sie heimsuchen. Von ihrer Familie hat sie sich weitestgehend abgewandt und versucht alleine durchs Leben zu kommen. Auf Watson kann sie sich nur zögerlich einlassen. Sie hat in der Vergangenheit schreckliche Dinge erlebt, die es ihr noch schwerer machen, einem anderen Menschen zu vertrauen.
Der Fall, den es hier zu lösen gilt, ist angelehnt an mehrere literarische Fälle. Das gefleckte Band ist dabei wohl das unheimlichste, das mir bekannt ist. Leider werden hier mehrere Fälle etwas wild durcheinander gemischt. Ich hätte mir da ein bisschen mehr Systematik gewünscht. Die Liebe der Autorin zu den Geschichten rund um  Sherlock und Watson ist auf jeder Seite spürbar, der Schreibstil angenehm und flüssig. Charlottes weiche Seite, die sie so standhaft zu verbergen sucht, berührt und macht diese unnahbare Person sehr nahbar.
Als Jugendbuch hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen, sie ist spannend und mag durch viele Anleihen an die bekannten Fälle unterhalten. Das Buch schreit förmlich nach einer Fortsetzung. Zum Glück driftet die Beziehung zwischen Holmes und Watson nicht in den Kitsch ab.