Rezension

Minimalismus ist in

Loslassen - Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte - Katharina Finke

Loslassen - Wie ich die Welt entdeckte und verzichten lernte
von Katharina Finke

Bewertet mit 3.5 Sternen

Katharina Finke hat in ihrem Buch " Loslassen -Wie ich die Welt entdeckte... " , nicht nur die Länder beschrieben, die sie bereist hat, sondern hat sich auch von " vielem " getrennt , was ihr als Ballast erschien. 

Bücher über Reisen von Aussteigern, die die Welt bereisen und davon in Büchern berichten , gibt es mittlerweile genug. Katharina Finke ist noch einen Schritt weiter gegangen und hat sich von allem, was nicht transportabel ist, getrennt. Sie kann ihr Hab und Gut in einem Koffer und eine Reisetasche packen und ist so immer mit leichtem Gepäck unterwegs. Gott sei Dank hat sie dann doch noch ihre Eltern und Freunde, bei denen sie etwas unterstellen kann, was die Sache natürlich vereinfacht. Die Autorin hat für sich erkannt, dass sie sich nicht festlegen mag, weder was den Wohnort angeht, noch eine feste Bleibe. So bereist sie die Welt und berichtet davon, was ihr als freie Journalistin natürlich etwas einfacher fällt, als jemandem, der das Schreiben nicht so gelernt hat. In England, Bristol ,lebt sie eine gewisse Zeit und betreut dort ein autistisches Mädchen, auch Lissabon ist ein Ort, an dem es sie etwas länger hält, als sie sich von ihrem Freund trennt und die gemeinsame Wohnung auflöst.Genauso wie Berlin ihr für eine Zeit eine Heimat ist. Doch mit ihrem neuen Freund bereist sie auch viele andere Länder und hält sich dort längere Zeit auf, um  Recherchen für Reportagen zu betreiben. Indien, China, aber auch Island und Lateinamerika sind noch weitere Stationen von ihr. Dabei kommt es ihr natürlich entgegen, dass sie sich von allem unnötigen Ballast befreit hat. 
Keine Möbel, keine Wohnung, nur Handy, Laptop und Kleidung und zuletzt noch ein Reisebügeleisen sind ihre Reiseutensilien. 

Sicherlich kommt man bei diesem Buch zum Nachdenken, was man selbst so alles an Ballast angehäuft hat und das Ergebnis einer Nachfrage an sich selbst, ob man dies alles wirklich braucht, würde ich auch mit nein beantworten, doch könnte ich den Lebensstil der Autorin nicht teilen. Immer ungebunden, auf dem Sprung , bloß nicht festlegen und immer bereit zu sein weiter zu ziehen, wäre für mich definitiv keine Lebensart. Doch das muss jeder für sich entscheiden. Dass sie nach einer gewissen Zeit des Alleinreisens dann doch wieder eine Beziehung eingeht, zeigt ja auch, dass auch Katharina Finke nicht ganz ohne Fixpunkt im Leben sein möchte und ihre Überlegungen gehen zum Ende auch dahin, sich in der Stadt nieder zu lassen, in der auch in Freund lebt, nämlich Berlin.Sicherlich wird sie weiter viele Reisen unternehmen und darüber berichten und ich wünsche ihr dabei viel Spaß und tolle Erfahrungen.

Geschrieben ist dieses Buch sehr flüssig und unterhaltsam, trotzdem habe ich schon unterhaltsamere Reisebücher gelesen als dieses und konnte mich uneingeschränkt begeistern lassen.

Kommentare

wandagreen kommentierte am 27. März 2017 um 20:14

Ich hätte ja gerne gewusst, woran es gelegen hat, dass dieses Reisebuch nicht so unterhaltsam für dich war wie die anderen.