Rezension

Misslungener Mystery-Thriller im Stil von "Rebecca"

Stiefkind - S. K. Tremayne

Stiefkind
von S. K. Tremayne

Bewertet mit 2 Sternen

Ein Psychothriller, der in Cornwall spielt – diese Beschreibung lässt mein Leserherz höherschlagen. Dann die ersten Kapitel: Rachel, eine junge Frau aus zerrütteten Verhältnissen (die sie verheimlicht), hat gerade einen älteren reichen Mann geheiratet. Die erste Ehefrau von David ist vor nicht allzu langer Zeit unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, wobei ihre Leiche nie gefunden wurde, es gibt einen 8-jährigen Sohn Jamie und Davids Mutter wohnt auch in dem großen alten Anwesen Carnhallow House. Mehr als eine Anspielung auf DuMauriers "Rebecca" also, aber auch das hat meine Erwartungen eher noch gesteigert.

Rachel zieht ins Carnhallow House und versucht, die Arbeit von Davids erster Frau Nina fortzuführen, nämlich das Haus historisch korrekt zu restaurieren. Bei ihren Nachforschungen zum Haus trifft sie auch auf Ungereimtheiten mit Ninas Tod. Dass Jamie davon überzeugt ist, dass seine Mutter noch lebt, vertieft Rachels Unbehagen. Gleichzeitig ist es David nicht recht, dass Rachel sich mit Ninas Tod befasst, so dass sie bei ihm keine Unterstützung findet.

Nach den ersten vielversprechenden Kapiteln, als Rachel nach Cornwall zieht und sich einlebt, war es das dann auch schon für mich. Die eigentliche Handlung war konfus und konstruiert (vom Ende ganz zu schweigen), die Charaktere waren nicht nur durchweg unsympathisch, sondern auch hölzern und wandelnde Klischees. Dazu kamen endlose Beschreibungen der Landschaft und vor allem der Minen und ihrer Geschichte, wo ich irgendwann nur noch dachte "ja, ja, ich weiß es jetzt, danke, ich kann es mir vorstellen…!"

Ich habe das Buch bis zum Ende gelesen, denn ich hoffe bei schlechten Büchern ja immer noch, dass vielleicht noch irgendetwas Interessantes kommt, aber dieses Buch war leider bis zur letzten Seite eine Enttäuschung.