Rezension

Mörderische Intrige in der beschaulichen Provence

Dunkles Arles
von Cay Rademacher

Bewertet mit 5 Sternen

Eigentlich hatte Capitaine Roger Blanc und seine heimliche Geliebte, die Untersuchungsrichterin Aveline - Vialaron Allègre, vor, die Abwesenheit ihres Ehemannes für ein unbeschwertes Wochenende in Arles zu nutzen, doch kaum am Treffpunkt, dem dortigen Amphitheater angekommen, werden die Richterin Zeugin eines Mordes, dabei werden ihr wichtige Unterlagen geklaut. Da ihr Mann, der Intimfeind Blancs,  nichts von ihrem Aufenthalt in Arles erfahren darf, übernimmt der Capitaine die Rolle des Zeugen. Doch der ermittelnde Polizist will nichts von einem Mord wissen und geht von einem tragischen Unfall aus. Da das Paar einerseits die gestohlenen Dokumente bis zur Abfahrt Avelines nach Paris zurückbekommen möchte, andererseits den Mord aber auch nicht unaufgeklärt lassen möchten, bleiben ihnen bis zur Lösung des Falles gerade mal 48 Stunden, in denen sie privat und ohne Unterstützung des Polizeiapparates ermitteln müssen. Dabei geraten sie in eine mörderische Intrige von Sympathisanten des Front national, die vor nichts zurückschrecken, wie ein weiterer Mord, mehrere unklare Todesfälle sowie wiederholte Anschläge auf die beiden zeigen. Und auch das Auftauchen seines Kollegen Tonon, der offiziell bei einer Entziehungskur weilt, wirft Fragen auf. Doch mit Beharrlichkeit können sich die beiden gegen den beinahe schier übermächtigen Gegner durchsetzen, der in Arles gut vernetzt ist.

Cay Rademacher unterhält auch im fünften Provence-Krimi um den dorthin strafversetzten Antikorruptionsermittler Roger Blanc. Dass dieser ausgerechnet mit der Gattin des für seine Versetzung verantwortlichen Ministerialbeamten eine Affäre hat, grenzt schon an ein Spiel mit dem Feuer, zumal diese im Lauf der Handlung einige überraschende Seiten zeigt. Gegen ende kommt der Capitaine tatsächlich ins Grübeln, ob sie die Richtige für ihn ist. Vielleicht sollte er sich ja mal in seiner Nachbarschaft umsehen.