Rezension

Schöne Kindererzählung über den Zauber von Geschichten

Die Schlacht der Bücher - Audrey Harings

Die Schlacht der Bücher
von Audrey Harings

Bewertet mit 5 Sternen

Nachdem die Schüler Jakob und Anna für die Schule eine Dokumentation über die Bücherverbrennungen im Jahr 1933 gesehen haben, werden sie in ein Buch gezogen und sollen dort neue Geschichten schreiben. Doch sie ahnen noch nicht, dass nicht nur sie diesen Auftrag erhalten haben…

Die Geschichte wird in der dritten Person aus der Sicht eines allwissenden Beobachters erzählt, der jederzeit Einblick in die Gedanken aller Beteiligten hat. Die beiden sympathischen Protagonisten Jakob und Anna wirken dabei deutlich jünger als die 13 Jahre, die sie alt sein sollen. Während sich Jugendliche in dem Alter schon mit der Planung ihrer Zukunft beschäftigen müssen (Berufsausbildung oder weiterführende Schule? Was will ich später einmal arbeiten?) und sich oft hauptsächlich für Musik, Sport oder bereits für das andere Geschlecht interessieren, erschienen mir die beiden doch noch recht kindlich. Auch die Geschichten, die die Beiden erfinden, erinnern mit Prinzessinnen und Piraten eher an Kinder- als an Jugendbücher.

Die Handlung erinnert im Grundgerüst etwas an die zweite Hälfte von "Die unendliche Geschichte" von Michael Ende. Auch hier geht es darum, dass jemand aus unserer Welt in ein Buch gezogen wird, im leeren "Nichts" landet und Geschichten erfinden muss, um eine neue Wirklichkeit zu erschaffen. Während der Anfang und das Ende des Buchs inhaltlich eher ruhig gehalten sind, gibt es im Mittelteil viel Action. Der Schluss erschien mir etwas gar moralisch, das Plädoyer für Toleranz und Begrüssung von Andersartigem hätte auch etwas dezenter formuliert werden können. Insgesamt hat mich die Handlung aber sehr gut unterhalten und ich denke, dass sie insbesondere bei Kindern die Fantasie anregen wird.

Die Autorin Audrey Harings verwendet eine einfache, kindgerechte Sprache, die auch für kleinere Kinder gut verständlich sein sollte. Die von mir gelesene eBook-Version weist eine ziemlich kleine Schrift auf, die sich für Leseanfänger nicht sonderlich eignet, aber Kindern wird man ja auch eher die Print-Ausgabe als den Reader in die Hand geben. Die Bücher der "Sharj"-Reihe aus dem gleichen Verlag (und von der gleichen Autorin) waren in der Print-Ausgabe schön gross gedruckt, daher gehe ich davon aus, dass auch die Print-Version von "Die Schlacht der Bücher" ein entsprechendes kindgerechtes Layout aufweist. Ebenfalls kindgerecht sind die vielen Illustrationen, die auch in der eBook-Ausgabe zu finden sind.

Ich würde das Buch für eher jüngere Kinder ab sechs bis acht Jahren empfehlen, die Empfehlung des Verlags (ab 10 Jahren) erscheint mir etwas hoch. Ängstliche Kinder sollten mit der Geschichte allerdings nicht alleine gelassen werden, da im actionlastigen Mittelteil aggressive Haushaltsgeräte beschrieben werden, die unter Umständen beängstigend wirken oder sogar Albträume hervorrufen können. 
 

Mein Fazit

Schöne Kindererzählung über den Zauber von Geschichten