Rezension

spannender Cyber-Thriller - guter Auftakt

netwars - Der Code 1: Sturzflug - M. Sean Coleman

netwars - Der Code 1: Sturzflug
von M. Sean Coleman

Bewertet mit 4 Sternen

Darum gehts: Der Chef der sehr erfolgreichen auf Computersicherheit spezialisierten Firma PrinceSec kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Das Wetter war schlecht, es war Nacht. Doch was zuerst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich als ganz gezielter Angriff. Der Hacker Strider ist dafür verantwortlich. Im Deep Web, einem Teil des Internets, der für die meisten Nutzer unsichtbar ist, sucht er nach Verbrechern, spioniert diesen nach und bestraft sie anschließend. Im wahren Leben heißt er Scott Mitchell, arbeitet bei der National Cyber Crime Unit als Berater und verfolgt dort ebenfalls die Bösen - in diesem Fall allerdings legal. Doch kurz nach dem "Unfall" wird die Sicherheitsfirma gehackt, es werden verheerend viele Daten kopiert und geklaut. Doch diesmal ist nicht Strider Schuld. Hat er etwas wichtiges übersehen, vielleicht sogar Spuren hinterlassen und was wollen die anderen Hacker mit den Daten?

 

Meine Meinung

Der erste Teil von netwars hat mich ziemlich begeistert. Auf den nur knapp 70 Seiten ist viel passiert, es handelt sich nur um eine erst langsam Fahrt aufnehmende Einleitung, sondern es geht gleich richtig los. Die Spannung wird bis zum Ende gehalten.

Den Hacker Strider finde ich äußerst interessant. Einerseits arbeitet er als "anständiger" Berater für eine sehr wichtige Einheit, andererseits bietet ihm das aber nicht alle Möglichkeiten, die er bräuchte um seine Berufung zu erfüllen. Auf der Verbrecherjagd taucht er ab ins Deep Web, einem Ort im Internet, an dem es illegale Schwarzmärkte gibt, Seiten und Foren für Kinderpornographie und noch viele weitere Sachen, die dem normalen Nutzer verborgen sind. Er straft diejenigen, die nicht nach dem Code leben, und macht sich dadurch selbst strafbar. Strider ist mir an und für sich nicht unsympathisch und ich habe seine Aktivitäten gerne verfolgt. Interessant ist, dass er sich nicht zuhause versteckt, wie man sich vielleicht denkt, sondern er hat Wohnungen auf der ganzen Welt, von denen aus er seine ausgewählten Opfer direkt vor Ort beobachtet.

Die Gegenseite zu ihm bildet eine Hackerorganisation namens Black Flag. Ein Mitglied davon lernt man im ersten Teil von netwars ebenfalls kennen. Allerdings nur sehr schemenhaft. Dieser zweite Hacker - Nightshade - und auch die Organisation bleiben größtenteils noch im Schatten und es ist schwer zu sagen, welches größere Ziel sie verfolgen. Das wird sich in den Folgeteilen aber sicherlich noch zeigen. Sie sind ein würdiger Gegner für Strider, der zu den besten Hackern zählt.
Thematisch behandelt das eBook eine ganz spezielle Richtung. Eine große Rolle spielt dabei die Datensicherheit im Netz, welche Spuren man durch sein im Internet Surfen hinterlässt, und auch die Sicherheit bei Datenbanken von Firmen. Cyberkriminalitiät ist der Bereich, auf den es Strider ganz besonders abgesehen hat, aber auch Erpressung spielt in netwars eine Rolle. Für solche Computerthemen sollte man sich schon zumindest ein bisschen interessieren und es schadet auch nicht, wenn man den ein oder anderen Fachbegriff kennt, sonst wird man wohl eher weniger Spaß an diesem Cyberthriller haben. Thematisch ist das Buch topaktuell. Verständlich ist die Geschichte sicherlich dennoch und gepaart mit einer spannenden Geschichte wird man auf jeden Fall gut unterhalten. Man kann nicht abstreiten, dass das sicherlich auch zum Nachdenken anregt, wenn man mal darüber nachdenkt, was man mit dem Internet und der ganzen Vernetzung von PCs eigentlich alles anrichten kann.
 

Die Geschichte wird zudem aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, die Orte variieren (ist aber noch übersichtlich) und die Kapitel sind kurz. Insgesamt ist sie abwechslungsreich und man kann das Buch flüssig lesen. Es endet allerdings mit einem sehr fiesen Cliffhanger, aber der Leser soll ja natürlich auch dazu animiert werden, den ersten Teil nicht einfach wegzulegen und kein Interesse mehr an den anderen Teilen zu haben. Hat bei mir jedenfalls funktioniert.

 

Fazit

Ein toller Auftakt dieser 6-teiligen eBook-Reihe. Ich bin sehr gespannt, was sich noch entwickelt, es scheint sich ein Krieg zwischen Strider und Black Flag anzubahnen. Interessant ist auch, ob Striders Identität nicht vielleicht auffliegt, das war hier schon ziemlich knapp. Dabei fiel mir positiv aus, dass der Hacker sehr menschlich ist, da hat er nämlich schon ordentlich Panik bekommen ;) Insgesamt ein spannender, rasanter erster Teil, der eine gute Grundlage geschaffen hat und Lust auf die Folgebände macht. Die Thematik ist definitiv aktuell, ein bisschen Interesse dafür sollte man aber mitbringen.