Rezension

Thematisch up to date

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß - Radek Knapp

Der Mann, der Luft zum Frühstück aß
von Radek Knapp

Bewertet mit 4 Sternen

Distanzierende Ironie in Romanen ist nicht mein Ding. Ich finde, "der Trick" hat sich längst abgenutzt. Darum kann ich auch dem vorliegenden Büchlein nicht gar so viel abgewinnen. Thematisch ist es up to date, paßt also in die Zeit, etwas nachdenklich, aber leider in nichts neu. Ich wollte es trotzdem nicht runterschreiben, weil es auf seine Art gut gemacht ist - und mich nicht lange von bedeutenderer Lektüre fern hielt.

Walerian ist entwurzelt. Er stammt aus Polen und landet jung in Wien. Aus seiner Sicht stellt die Welt sich als Ansammlung von verrückten Geschehnissen dar, die er nicht immer versteht. Es dauert eine Weile, bis er merkt, was mit ihm selber nicht stimmt, obwohl er es irgendwie ja schon lange ahnte.

Das Büchlein, das sich ratzfatz wegliest, was mit seinen 128 Seiten kein Wunder ist, ist sehr nett geschrieben. Behandelt wird der Alltag eines Entwurzelten, ironisch-lustig überhöht. Dies ergibt einen interessanten Kontrast und ist auch, bis zu einem gewissen Grade lustig. Eher schlawinerisch. Dennoch bringt es nicht zum Lachen. Soll es vielleicht auch nicht. Vielleicht soll einem das Lachen im Hals steckenbleiben.

Fazit: Ironische kleine Geschichte.

Kategorie: Unterhaltung
Verlag, Deuticke, 2017
 

Kommentare

naibenak kommentierte am 21. Februar 2017 um 09:17

Schön schön... ich mag sowas ja! ;-) Und deshalb kommt es flux auf meine WuLi. 128 ironisch-amüsierende Seiten lese ich gern mal zwischendurch! Danke für die Rezi!!!

wandagreen kommentierte am 21. Februar 2017 um 09:55

Ich hätte nicht gedacht, dass gerade diese Rezension jemanden dazu verführt, das Büchlein auf seine Liste zu setzen ;-).

naibenak kommentierte am 21. Februar 2017 um 10:00

Lach... ich hatte vorab auch noch andere gelesen ;-)))