Rezension

Tiefsinniger Jugendroman

The Sun is also a Star. - Nicola Yoon

The Sun is also a Star.
von Nicola Yoon

Als Daniel Natasha trifft, weiß er sofort: sie sind füreinander bestimmt. Er, der koreanisch-amerikanische Romantiker und sie, die jamaikanische Pragmatikerin. Doch viel Zeit bleibt ihm nicht, das Mädchen zu beeindrucken, denn: Natasha und ihre Familie sind illegal in Amerika und sollen noch an diesem Abend abgeschoben werden. Natasha versucht, die Abschiebung zu verhindern und lässt sich deswegen auch nur langsam auf Daniel ein. Außerdem glaubt sie nicht an Liebe; für sie sind das alles nur chemische Reaktionen, rein wissenschaftlich und nicht romantisch. Kann Daniel sie vom Gegenteil überzeugen? Können zwei Menschen, die auf den ersten Blick so unterschiedlich sind, sich an einem einzigen Tag ineinander verlieben? Und schafft Natasha es, die Abschiebung von sich und ihrer Familie zu verhindern? 

"The sun is also a star" von Nicola Yoon ist ein Jugendroman mit viel Herz und einer tieferen Bedeutung, als auf den ersten Blick vielleicht erkennbar ist. Mit der Geschichte von Daniel und Natasha zeigt Yoon, welche Irrwege das Leben manchmal einschlägt und was für Auswirkungen Entscheidungen und Zufälle haben können. Dabei geht die Autorin auf aktuelle Themen ein; sei es Rassismus, der beispielsweise in der Art zeigt, wie sich Daniels Vater gegenüber Natasha verhält und wie er sie aufgrund ihrer nicht-koreanischen Herkunft ablehnt; oder seien es die Verbindungen von Kulturen in einer transnationalen, multikulturellen Welt; Yoon spielt geschickt mit den verschiedensten Aspekten der heutigen Zeit und das alles vor dem Hintergrund einer Liebesgeschichte, über der die Gefahr der Abschiebung schwebt. 

Doch Yoon erzählt nicht nur die Geschichte von Daniel und Natasha. Auch die Nebencharaktere, die manchmal nur kurz erwähnt wurden, tragen ihren Teil zu der Geschichte bei. All ihre Wege kreuzen sich auf die ein oder andere Weise und all diese Wege sorgen dafür, dass die Geschichte der beiden jungen Leute so verläuft, wie sie in dem Buch steht. Beim Lesen macht sich der Leser Gedanken, was passiert wäre, wenn anders gehandelt worden wäre; wenn etwas anderes passiert wäre; sich die Wege anders gekreuzt hätten. So, wie man sich auch im echten Leben manchmal Gedanken darüber macht, wie es verlaufen wäre, wenn man sich an einigen Stellen anders entschieden hätte. Dadurch wird der Roman zu einem ausgesprochen aktuellem Buch, dass eigentlich jedem aus der Seele sprechen müsste. Denn jeder kennt die Frage nach dem was-wäre-gewesen-wenn... . Daher kann ich nur sagen: dieser Jugendroman ist absolut lesenswert, egal ob für jung oder alt. Er regt zum Nachdenken an und man findet irgendwo in der ganzen Geschichte einen (kleinen) Teil von sich selber wieder. Und noch eins gibt er uns auf den Weg: Hoffnung. Denn egal wie die Wege im Leben verlaufen, irgendwie steckt doch ein tieferer Sinn dahinter und man landet schließlich dort, wo man hingehört. Auch wenn das manchmal anders kommt als erwartet. Genauso wie die Liebe, die jeden immer und überall treffen kann. Mal für die Ewigkeit und mal auch nur für einen einzigen Tag...