Rezension

Unausgereifte Umsetzung einer guten Idee

Changers 01. Drew
von T. Cooper Allison Glock-Cooper

Bewertet mit 3 Sternen

INHALT
Am ersten Highschooltag erwacht der 14-jährige Ethan plötzlich als junges blondes Mädchen. Seine Eltern erklären ihm, dass er ein „Changer“ ist. Wie sein Vater gehört er einer Gruppe von Menschen an, die sich während ihrer Schulzeit viermal in eine andere Person – Junge oder Mädchen – verwandeln, bevor sie eine feste Identität wählen. 
Seine erste Identität als „Drew“ ist für Ethan nicht leicht: Sie muss sich mit den Regeln der Changers vertraut machen, verliebt sich und muss für diese Liebe kämpfen. Was werden die Gegner der Changers unternehmen? Und ist die Organisation, die sie unterstützt, wirklich so gut? Die wichtigste Frage aber lautet: Wer wird „Drew“ am Ende sein?

MEINUNG
Grüne Bücher sehe ich eher relativ selten, aber dieses hier passt gut zur Farbe. Sehr passend zum Inhalt sind auch die Personen, die "übereinandergelegt" wurden. Sonst ist das Cover relativ schlicht, vom Hintergrund her fast schon langweilig, aber mir gefällt, dass der Titel auch in verschiedenen Farbnuancen schimmert und so verdreht ist. Besser als das Originalcover finde ich es allemal!

Die Frage um die eigene Identität spielt in vielen Büchern, Filmen und auch im eigenen Leben eine große Rolle und sie wird auch hier aufgegriffen.
Nur dass es diese Identität des Protagonisten gleich mehrmals gibt.

Im Prolog begegnet uns Ethan, ein 14 Jahre alter Junge, der aus New York nach Tennessee gezogen ist und nun auf seinen ersten Tag auf der Highschool wartet. Dieser Tag verläuft aber ganz anders als erwartet, denn morgens im Spiegel blickt ihm ein blondes, hübsches Mädchen entgegen, das er fälschlicherweise erst für eine unbekannte Cousine hält, die sich in sein Zimmer geschlichen hat. Und so erfährt man mit einem geschockten Ethan, der jetzt Drew ist, dass er jedes Jahr an seinem ersten Tag des neuen Highschooljahres diese Veränderung durchzieht, also insgesamt viermal seinen sogenannten V wechselt, bis er sich am Ende für eine Version entscheiden muss.

Der Einstieg beginnt damit schon sehr gelungen und auch die Spannung hält an. Als es anfängt, langatmig zu werden, erfährt man wieder etwas über die Changers während des Changer Treffens. Doch die Informationen fallen recht knapp aus, es werden viele Pflichten und Gebote gesetzt, doch an Erklärungen mangelt es. Ebenso erscheint mir der Changers Rat ziemlich suspekt, aber er wird noch eine Rolle zu spielen haben. Ich denke, dass die Reihe eher darauf ausgelegt wird, dass man sie komplett liest - in einem einzelnen Band erfährt man nicht viel. Schade. Wenigstens aus der Changers-Bibel hätte man mehr einbringen können.

Das ganze Buch über konnte ich Ethan/Drew nicht als Junge bzw. Mädchen einordnen, aber das ist auch nicht schlimm. Bei so einem Identitätswechsel ist es auch kein Wunder, dass Drew als Mädchen nicht ganz erfahren ist, was ihr einige amüsante Momente beschert. Ansonsten ist die Protagonistin recht sympathisch, auch wenn ich keinen Zugang zu ihr finden und sie manchmal wirklich nicht verstehen kann.
Die Nebencharaktere finde ich schon seltsam, weil ich nicht nachvollziehen kann, was sie eigentlich wollen. Auch bei Drew stellt sich die Frage, in wen sie sich eigentlich verliebt hat, in Audrey oder in Chase - oder in beide? Jedenfalls bleibt es dann doch recht oberflächlich mit dem fehlenden Tiefgang.

Auch lässt die Spannung sehr nach. Während der Anfang, wo die Changers-Idee noch neu war, interessant ist, wird es zunehmend immer langatmiger, weil nichts mehr passiert bzw. wenn etwas passiert ist, dass es mich trotzdem nicht packen konnte. Auch die Zeitsprünge über die Jahreszeiten zeigen, dass eigentlich nichts Aufregendes passiert, außer, dass Drew auf einmal in einer Band ist und diese Passagen sind absolut langweilig. Die Changers-Idee wird kaum noch genutzt, stattdessen wird nur erzählt, wie es Drew zugeht, was auch die Beschreibung eines anderen, normalen Highschoolmädchens sein könnte.

Der Schreibstil ist ganz angenehm zu lesen, auch Drews Humor ist stellenweise lustig, nur an den vielen langatmigen Stellen kann auch der Schreibstil, der oftmals auch unnötige Informationen beinhaltet, nicht helfen. Zudem fällt nach einiger Zeit auf, dass die Erzählform zwischen Präsens und Vergangenheit wechselt und das an Stellen, an denen es wirklich nicht passt.

FAZIT
Alles in allem würde mir das Buch bestimmt besser gefallen, wenn es kein Zwang wäre, die gesamte Reihe zu lesen, um die Zusammenhänge zu begreifen. So wird mir zu wenig auf das Thema eingegangen und da der letzte Band erst in anderthalb Jahren erscheint, denke ich nicht, dass ich weiterlesen werde, auch wenn mich einige Sachen natürlich interessieren würden.
Knappe 3 Sterne.

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