Rezension

Verständlich und durchaus brauchbar.

Therapier dich selbst! - Yvette Pichlkostner

Therapier dich selbst!
von Yvette Pichlkostner

Bewertet mit 4 Sternen

Als ob ich es geahnt hätte, dass unser "wld-Theo" uns verlässt, habe ich mir schnell eine Therapiehilfe ins Haus geholt!

Ich gebe es zu: Ich war skeptisch. Und bin es noch ein bisschen. Ob es funktioniert, sich selbst zu therapieren? Kann das jeder? Soll das jeder? Dass die Autorin zu diesen Fragen schon im Vorwort Stellung nimmt, finde ich sehr gut.

Das kann eigentlich jeder, soll aber nicht jeder. Nicht Menschen, die ernsthaft krank sind und unter schweren psychischen Störungen leiden. Die Autorin wendet sich an denjenigen, der zunehmend unzufrieden mit sich selbst ist, psychischen Stress hat und dem Grund seiner seelischer Belastungen näherkommen möchte, ohne sich vor einem anderen gleich „nackt auszuziehen“, im Prinzip aber an psychisch stabile Menschen. Man sollte allerdings offen für die machmal seltsam anmutenden Übungen sein und/oder ein bisschen spielerisch veranlagt sein.

Aufgrund eines inneren Dialogs zum Beispiel mittels der Stuhltechnik  kann man einiges erkennen, vor allem, wer es wirklich ist, der einen stresst. Ist man es selber? Oder ist es doch ein Etwas, eine wiederkehrende angstmachende Situation vielleicht. Man kriegt den Störfaktor durch reines Nachdenken ja nicht immer so schnell zu fassen, deshalb soll die Intuition ebenfalls zu Rate gezogen werden.

Yvette Pichlkostner führt sehr verständlich durch das Buch. Anhand von bestimmten Übungen kann man es lernen, die beiden Hirnhälften zu aktivieren, damit sie einander zur Hilfe zu kommen. Dabei erklärt sie, wiederum leicht nachvollziehbar, die Funktionen der beiden Hirnhälften. Fiktive Fallbeispiele  machen das Erklärte noch deutlicher.

„Die meisten Ursachen für seelische Belastungen (sind) gar keine Krankeitsbilder“, sagt die Autorin. „Entsprechend ist der Coach auch kein Arzt und kann nicht heilen.“ Helfen kann sich im psychischen Bereich im Grunde nur jeder selbst.

Es braucht sicherlich Zeit und Geduld, wenn man mit dem Buch der Autorin arbeitet. Und man darf sich nicht davor scheuen, sich ein bisschen vor sich selber lächerlich vorzukommen. Doch unter den genannten Voraussetzungen könnte dieser „Selbsthelfer“ nützen. Ob es allerdings mit dem Abstellen des einmal erkannten Problems  so einfach ist, wage ich zu bezweifeln. Erkenntnis ist das eine, konsequentes Handeln das andere.

Yvette Pichlkostner redet nicht ins Blaue hinein, nach einer kaufmännischen Ausbildung sattelte sie um und kann eine fundierte Ausbildung in „ausgewählten Bereichen und Methoden der Psychotherapie“ vorweisen sowie langjährige Praxis. Sie ist auf professionelles therapeutisches Coaching und Mentaltraining spezialisert.

Fazit: Besonders die Einfachheit und Verständlichkeit dieses Ratgebers haben mir zugesagt.

 

Ich möchte ausnahmsweise einmal dem geneigten zukünftigen Leser eine weitere (und zwar viel bessere) Rezension empfehlen:

https://www.lovelybooks.de/autor/Yvette-Pichlkostner/Therapier-dich-selb...

Kategorie: Ratgeber
Verlag: J. Kamphausen, 2017